sasa
02.01.2005, 20:31
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Im Leben wiederholt sich so einiges. Trauer klatscht mit Glück ab und obwohl es manche Menschen gibt die denken, sie hätten nur Pech, so stimmt das ganz bestimmt nicht. Auf jede Nacht folgt ein neuer, heller Morgen. So war es auch bei mir. Ich befand mich im völligen Gefühlschaos. Denn obwohl ich mir ganz sicher war, dass ich Garfield immer noch liebte, hatte ich die Gefühle für meinen Ex-Freund wieder entdeckt. Es war wirklich komisch. Hätte mir jemand gesagt, ich müsse mich entscheiden, wüsste ich nicht, wen ich wählen würde. Ich würde wohl bis ans Ende der Zeit überlegen. Aber ich glaube, das Kurt besser für mich war. Die Lage war jedenfalls wie immer nicht einfach, denn ich wusste nicht mehr, was er für mich empfand. Denn da war sie- seine Freundin. Ich mochte sie nicht, obwohl ich sie eigentlich nicht kannte. Sie hatte etwas, was ich wollte. Und für einen Moment dachte ich mir, wie ich ihn überhaupt hatte verlassen können. Er dachte an mich. Er mochte mich, auch nach so langer Zeit noch. Er stand zu mir. Und dafür liebte ich ihn. Das war zeitweise auch so, als ich Garfield noch an meiner Seite glaubte. Aber ich verwarf den Gedanken schnell, weil der Kater für mich von unschätzbarem Wert gewesen war.
Nun wusste ich nicht, was zu tun war. Zeitweise saß ich auf meinem Fensterbrett und starrte nach draußen. Der Anblick war einfach wunderschön: Eine weiße Winterlandschaft mit unendlich vielem, weißen Pulverschnee. Ich öffnete das Fenster und nahm etwas Schnee in die Hand und fragte mich, wie etwas, dass so schön war nur so kalt sein konnte. Und obwohl die Liebe weder schwarz noch weiß war, war sie schön aber auch zugleich kalt. Die Liebe war ein Miststück, dass rosa Wolken mit weißen Pünktchen ausnutzte.
Die Sonne machte den kalten Schnee noch schöner, als er ohnehin schon war. Er ließ die weißen Kristalle glitzern, es blendete sogar. Ich saß so auf meinem Fensterbrett und betrachtete den Schnee und wie er vom Himmel fiel, bis es Nacht wurde. Das die Atemwölcken immer dichter und deutlicher vor mir aufstiegen, störte mich nicht. Schließlich schloss ich das Fenster und schrieb weiter an den Zeilen, die der Spiegel meiner Seele waren und meine Gedanken wiedergaben.
Ich sah, dass ich mich lösen musste. Ich musste von der ganzen Sache Abstand gewinnen, ich musste einen klaren Kopf fassen. Also schnappte ich mir den Hund und legte ihn an die Leine. Doch das Tier hatte wirklich keine Lust vom Kaminfeuer in den Schnee zu wechseln. Also bin ich alleine losgezogen. Nachts. Winter. Kalt. Allein. Als ich so durch den Schnee stampfte kam ich an einen See. Ich stand wohl ziemlich lange dort, denn als ich auf die Uhr sah, war es schon spät. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass ich die ganze Zeit geweint hatte. Meine Ärmel waren nass- von dem Schnee und meinen Tränen.
Ich war mir sicher, dass an jenem Abend etwas besonderes im Chat passieren würde.
Ich wusste nicht, was. Und es wäre vielleicht besser gewesen, gar nicht erst hin zugehen...
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Ich lachte seit langer Zeit wieder mal aus vollem Halse. Ich amüsierte mich sehr. Ich lachte, bis ich Tränen in den Augen hatte. Die Zuversicht war mir begegnet und hatte mir einen Tennisball an den Kopf geworfen. Ich musste nochmal alle meine Pläne über den Haufen werfen. Denn wieder einmal hatte ich recht gehabt, und das nur deswegen weil ich immer sagte, dass alles anders kommt als man denkt. Das tat es auch und ich merkte mir gleich mal den Beruf als Wahrsagerin. Ich hätte so einiges verpasst, wäre ich an jenem Abend nicht in den Chat gegangen. Es war prächtig. Zum ersten Mal seit langer Zeit verstand ich mich wieder richtig gut mit den Leuten aus dem Chat. Balsam für meine Seele.
Als ich dann auch noch eine Nachricht der Mietze entdeckte, die eine Entschuldigung enthielt, knutschte ich fast den Monitor ab. Herrlich! Ich sah, dass er mir einen Kommentar auf einer der Seiten geschrieben hatte, wo ich die Story veröffentlichte. Er sagte, dass mit dem Streit täte ihm schrecklich Leid. Dadurch das er meine Geschichte gelesen hatte, war ihm klar geworden, wie sehr er mich verletzt hatte und was ich empfand. Und das war noch wichtiger als jede Entschuldigung die es geben konnte. Eine Sache die ich in der ganzen Zeit vermisst hatte: Verständnis!
Ich freute mich so sehr, dass mir eine Freundenträne über die Wange ron. Diesesmal drohte sie nicht mehr zu erfrieren. Denn ich fühlte mich wohl. Der Schnee der sich auf meinem Herz abgesetzt hatte, war geschmolzen. Ich fühlte mich gut.
Es war an jenem Abend einfach toll. Er war so nett zu mir, wir unterhielten uns, ich kam jedoch nicht darum herum, ihm etwas zu sagen, was ich auf dem Herzen hatte und unbedingt los werden wollte, bevor ich es nie wieder sagen würde. Ich sagte ihm ganz offen und ehrlich und in dem Moment wurde mir bewusst, dass die Sache für mich abgeschlossen war, denn wenn er was von mir wollte, würde er sich schon melden.
Kurt enttäuschte mich jedoch sehr. Er log mich an. Er hatte gesagt er wäre noch mit seiner Ex zusammen, aber es stimmte nicht. Sie waren auseinander. Und das seit 2 Wochen. Ich verscheuchte die Enttäuschung und brachte das auf, was ich mir so lange von Garfield erhofft hatte: Verständnis. Er hatte bestimmt seinen Grund gehabt, mich anzulügen. Und sei es nur, um mich auf Abstand zu halten.
Am nächsten Abend ging ich wieder in den Chat. Und es war berauschend, denn ich es war alles so wie früher. Das Glück war wieder bei mir. Ich wusste nicht wie lange, aber ich war noch nie ein Mensch der großartig an seine Zukunft denkt. Wieder genoß ich einfach. Und als ich dann abends in meinem Zimmer war, hörte ich mir Musik an. Die Töne durchdrangen meinen ganzen Körper. Ich sang und tanzte dazu. Wie es aussah oder wie ich mich anhörte, war mir egal. Ich fühlte mich pudelwohl. HELLO, HELLO! Here I’am and here I go... I got lots to give and I got dreams to live.. so HELLO, HELLO!!
Leben, du hast mich wieder! Rosi, pack die Pünktchen aus!
HERE I’AM BABEEEEEE...
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So, jetzt war einer der wenigen Momente, in denen mir wieder mal klar war, was genau ich wollte. Vielleicht wollte ich beide, aber auf eine verschiedene Art und Weise. Ich hatte Angst, Kurt als Freund und Bruder zu verlieren und ich wusste von Anfang an, dass es nie anders gewesen war. Meine Liebe zu ihm war also schon immer unendlich gewesen, aber auf eine andere Art und Weise wie ich die Gefühle für Garfield empfand. Ich hatte mich an diesem Tag für den Nachmittag mit den beiden Herren verabredet. Soweit lief alles ganz gut. Ich verstand mich prächtig mit beiden, fand mich aber nicht in der Lage, Kurt darauf anzusprechen, was ich erfahren hatte. Das ihn diese Geschichte verletzt hatte. Das ich ihn verletzt hatte. Das ihm bewusst geworden ist, wie sehr er mich damals mit seiner Art verletzt hatte. Für einen kurzen Moment drohte meine Gefühle mich zu überwältigen, aber ich fasste mich wieder. Was er jedoch im späteren Verlauf der Unterhaltung noch sagte, war wiederrum sehr verletzend. Ich gab ihn also an diesem Tag für kurze Zeit auf. Aber ich war nicht dazu gemacht, aufzugeben. Ich war eine Kämpferin. Und so fing mein Kampf an.
Was Garfield nun betraf hatte ich das Gefühl, dass ich an diesem Tag um einiges weiter gekommen war. Wir unterhielten uns über rosa Wolken mit weißen Pünktchen. Ich brachte den Mut auf zu sagen, dass ich die Wolke wiederhaben wollte, die mir entflohen war, als er mein Herz gebrochen hatte. Wir redeten noch einiges. Es war aber zu Privat um jemand anderes als uns beide daran teilhaben zu lassen. Für mich war es zumindestens so. Also beschrieb ich das Gefühl. Zuerst war es schwer, es zu beschreiben. Es war eine Mischung aus Bauchkribbeln, Herzschmerz und Glück. Aber nach einer Weile wurde es klar: In mir, ganz tief in einem Inneren, breitete sich eine wunderschöne Wärme aus. Sie entstand ganz tief in meinem Inneren, arbeitete sich nach außen vor und zauberte ein zufriedenes Lächeln auf mein Gesicht. Ein Licht durchdrang mich, dass schwarze Loch schloss sich eine Zeit lang.
Ich sah klar vor Augen was ich wollte und wusste ganz genau, dass ich nie etwas anderes gewollt hatte. Ein Schrei nach Aufmerksamkeit, einer voller Verzweiflung und ein endlos langer Schrei des Schmerzes klangen ab. So klar wie die Sonne an einem wunderschönen Morgen, an dem es warm wird und der Tau auf den Blättern und Bäumen glitzert, sah ich mein Ziel vor Augen. Durch die Worte von Garfield bestätigte sich alles nochmal: Alles was ich die letzte Zeit gewollt hatte, war er. Der Kater. Mein Prinz auf dem weißen Ross. Garfield. Meine rosa Wolke mit weißen Pünktchen.
Ich wollte nicht daran denken, wie ich es anstellte. Ich plante immer weiter, aber in diesem Augenblick genoß ich einfach nur. Ich genoß die Situation, ich genoß jeden einzelnen Augenblick des Tages, sog jedes Wort in mir auf, dass der Kater mir geschrieben hatte. Dachte zurück und daran, dass jener Tag ein guter Tag gewesen war. Ich sprang auf, streckte mich und ging mit einem Lächeln, dass für mich nichts weiter als eine gute Zukunft hieß.
Ich schmiß mein Lasso aus, und fing sie ein. Sie wollte nie fort gehen, nun wollte ich es nicht mehr. Ich schloß sie in die Arme. Und mit einem Mal wurde mir klar, was ich da an mich drückte: Das pure Glück...
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Das letzte was ich sah,bevor ich meine Augen schloss, war er...und dann wurde es dunkel... Als ich aufwachte, war alles wieder hell... Und ich hatte das Gefühl,in der Hölle gelandet zu sein.
Ich sah also das Glück in meinen Händen, fühlte mich wohl. Und dann holte mich meine schreckliche Vergangenheit wieder ein. Es begann alles mit einer harmlosen Begegnug mit der Person, die mein ganzes Leben verdorben hatte. Ich wollte neutral sein, wollte nicht zeigen, wie sehr mich die Begegnung verletzte, wie sehr er mich verletzt hat.
Doch ich riss mich zusammen. Von klein auf war ich es gewohnt, meinen Kummer in mich hinein zu fressen.
Das allerdings erschien mir unmöglich, als er die nächste Bombe platzen ließ: Er hatte einen neue. Mit dieser Aussage schubste er mich und wieder fiel ich. Aber diesesmal war es anderes, denn jeder Atemzug tata weh, jede geweinte Träne brannte. Es war nicht die Tatsache an sich, dass er eine andere hatte sondern eher, dass ich bald merkte, dass er mit ihr genau das gleiche abzog wie er es mit mir getan hatte. Ich versuchte ihn heimlich darauf anzusprechen, ich wollte ihn vor den anderen nicht bloßstellen. Doch er brüllte mich an und machte mich zur Schnecke, vor allen anderen. Jeder drehte mir den Rücken zu und eins war klar: Ich war bei ihnen unten durch, denn alle hielten mich für verrückt.
An jenem Abend suchte ich also Ablenkung im Chat, und stritt mich wieder mit yuna. Aus irgendeinem Grund war sie sauer. Und wiedereinmal schmiss der Mann, denn ich immer noch liebte, sich schützend vor den Wolf im Schafspelz. Ich war fertig mit der Welt.
Als ich am nächsten Tag aufwachte, hatte ich hohes Fieber. Denn ganzen Tag lag ich im Bett und starrte die Decke an. Wieder und wieder kehrte die Frage wieder: Wieso ich? Was hatte ich getan? Und was konnte ich tun, um mich von dem Schmerz zu befreien?
Ich schrie, ich schrie innerlich. Ich weinte. Meine Wangen waren so heiß, dass die Tränen fast darauf verdampften. Und das schlimmste war: Niemand scherte sich darum, wie es mir ging. Mir war klar, dass ich Garf nicht wiedergewinnen konnte. Und Kurt hatte ich auch verloren.
Ach ja, die Sache mit Kurt. Gleich als ich die Geschichte veröffentlicht hatte und er sie gelesen hatte, schrieb er mir, dass er Abstand brauchte. Ich fragte ihn verwundert, wovon er Abstand brauchte. Er antwortete, er brauche Abstand von mir. Ich war so enttäuscht. Ich sagte ihm, er solle mich nicht alleine lassen, denn zu der Zeit war er der einzige, auf den ich bauen konnte. Er antwortete, das ich ihn nicht brauchen würde, ich würde sowieso Garfield lieben. Ich wusste, dass ich Kurt verletzt hatte. Und ich war so verzweifelt. Ich konnte ihm nicht helfen. Die nächste Zeit versuchte ich, weiter mit ihm in Kontakt zu bleiben, doch irgendwann mal brach der Kontakt. Und meine größte Angst war die, ihn zu verlieren. Als Freund. Als Bruder. Und unbewusst wurde mir klar, dass es zu spät war. Ich hatte meinen besten Freund verloren. Meine männliche Zwillingsseele. Und es war fast genau so schlimm wie an dem Tag, als yuna mir Garfield genommen hatte.
11________________________________________________ __________
Ich war noch nie so lange deprimiert gewesen. Ich hatte zu nichts mehr Lust.
In diesen Tagen lernte ich die Anwesenheit von Personen als eine Besonderheit zu schätzen, deren Präsenz ich vorher für selbstverständlich gehalten hatte. Es waren luzifel, Geextah, korea und Methos. Sie waren vorher schon in meiner Freundeliste gewesen, aber in diesen Tagen waren sie die einzigen, die wirklich für mich da gewesen waren. Auch fand ich Personen in ihnen, die mich verstanden. Ich konnte mit ihnen reden, fühlte mich wohl. Trotzdem hörte das fallen nicht auf. Und dann musste ich mir anhören, dass diese Geschichte nur da war, um von jemadem Mitleid zu bekommen. Das war hart.
An jenem Tag, als sich die Erde als Hölle erwies, stand wieder der Mensch vor meiner Tür, der mir die Männer auf längere Zeit verdorben hatte. Er war komisch, wollte rein. Und ich schlug ihn, wusste nicht wie ich mich sonst wehren sollte.
Die Welt war so hell und laut. Ich schloss die Augen, mir wurde warm, alles wurde dunkel. Ich dachte, ich hatte es geschafft, die Erlösung zu finden. Mein Herz fühlte sich ganz leicht an.
Dann ging alles wahnsinnig schnell: Es wurde immer heller und lauter, mein Herz wieder schwerer. Ich öffnete meine Augen, und sah das ich wieder dort war, wo ich den Weg angetreten war. In der Hölle. Auf der Erde.
Als ich dann auch noch erfuhr, dass zwei meiner besten Freunde sich getrennt hatten und das ein anderer Freund in ein Mädchen verliebt war, dass vergeben war, brach es mir das Herz. Ich fühlte die Trauer tief in meinem Herzen. Ich litt. Das war schon immer eine Schwäche gewesen. Es konnte mir nur gut gehen, wenn es meinen Freunden auch gut geht. Und das war nicht der Fall.
Ich weinte, schluchzte, es war so schwer für mich zu verstehen, wieso das alles passierte.
„Lieber Gott, erfüllst du mir einen Wunsch? Ich wünsche es mir mehr als alles andere. Es ist mir egal, ob es mir schlecht geht. Aber bitte, ich flehe dich an, bei allem was ich habe... Mach, dass alle Menschen, die ich liebe und mag, glücklich sind, auch wenn ich auf ewig dafür in der Hölle schmorren muss. Und zwar auf immer und ewig.
Dafür, lieber Gott, würde ich dir mein Leben schenken.
Bitte, erfülle mir meinen sehnlichsten Wunsch.
Denn ich kann nur glücklich sein, wenn meine Freunde es auch sind.....“
Wie naiv kann ein Mensch eigentlich sein?
Wie oft muss man ihm wehtun, damit dieser Mensch merkt, dass er sich auflösen sollte?
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Anm.: Ursprünglich hatte ich einen anderen zwölften Teil verfasst, aber es ging zu weit, was ich darin schrieb. Ich wollte damit niemanden in Verlegenheit bringen oder verletzen.
Der heutige Tag war einer der schlimmsten überhaupt. Es ging alles schief.
Zwei Tage zuvor hatte ich Besuch von einer Freundin gehabt, sie hieß Julia, die sich zuvor schon etwas länger nicht mehr bei mir gemeldet hatte. Ich freute mich wahnsinnig. Ich mochte sie sehr. Wir saßen in meinem Zimmer und redeten stundenlang über lauter Quatsch. Die ganze Zeit ließ sie komische Andeutungen fallen, die mich aber auch nicht weiter störten. Sie war seit einem bestimmten Ereigins nun mal etwas komisch geworden, was man ihr nicht verdenken konnte. Der, dem das selbe wie ihr zustößt, würde auch so sein. Jedenfalls dachte ich mir also bei den Anspielungen nichts. Eben zwei Tage später bekam ich einen Telefonanruf von meiner besten Freundin. Sie sagte mir geschockt, dass sie weg sei. Ich verstand zunächst nichts. Nach und nach verstand ich, was mir meine Freundin sagen wollte: Julia war weg. Sie war gegangen. 15 Minuten vor dem Anruf war Julia bei meiner Freundin gewesen, und hatte sich verabschiedet. Sie würde die Stadt verlassen und ein neues Leben anfangen. Sie habe bereits Arbeit und eine andere Wohnung. Ich saß sprachlos auf meinem Sessel und konnte nichts mehr sagen. Den ganzen Tag starrte ich vor mich hin, ich überlegte, fand Gründe, die ich schnell wieder verwarf und verfiel dann wieder meinen Gedanken. Und ich kam nicht drauf. Ich wusste nicht wieso. Wieso war sie gegangen, ohne sich von mir zu verabschieden? Sie war doch bei mir gewesen, zwei Tage zuvor. Klar, sie hatte angedeutet, was mit ihr los war, aber ich hatte mir nichts gedacht. Wieso war sie einfach weggegangen? Ohne wein Wort? Wieso hatte sie mir nichts gesagt? Ich war verzweifelt. Mir war klar, so schnell würde ich sie nicht wieder sehen...
Außerdem beschäftigte mich noch etwas anderes: Garf hatte mich angerufen. Ich fragte ihn also, wieso er mich angerufen hatte. Er sagte er würde sich Sorgen machen, und er wäre dabei nicht alleine. Ich fragte ihn also, wer sich denn noch Sorgen machen würde und wieso. Daraufhin antwortete er, es wären Luzi und Korea. Er hatte geredet. Korea war mir mies in den Rücken gefallen. Er hatte mit Garf über meine Probleme geredet. Ja, vielleicht machte er sich große Sorgen, aber er war mir in den Rücken gefallen. Und er hatte nicht nur Garf von unserem SMS-Austausch erzählt, nein, sondern auch Luzi. Es war nicht so sehr die Tatsache, an wenn er es weiter gegeben hatte sondern mehr, dass er mir in den Rücken gefallen war. Er hatte geredet. Er hatte etwas weiter gegeben, was ich ihm im Vertrauen erzählt hatte. Ich fand das mies. Ich war enttäuscht. Schon wieder einmal war ich betrogen worden. Und das gleich zweimal an einem Tag.
Eine gute Freundin hatte mich verlassen, ich würde sie nie wieder sehen. Ich würde ihr nie wieder in die Augen sehen können, mit ihr reden, mit ihr weinen. Wieso hatte sie mich verlassen?
Korea war mir in den Rücken gefallen. Er hatte Sachen von mir weiter erzählt. Das war mies. Es kam mir vor, als ob jetzt alles aus wäre. Es war alles aus.
Ich wünschte mir die Welt nicht schneeweiß, wie sie war, sondern schwarz und still. Für mich war sie so...
Wieso war ich schon wieder alleine?
„Wenn die Welt sich nicht mehr dreht und der letzte Zeiger steht, alles beginnt sich schwarz zu färben, möchte ich in deinen Armen sterben...“
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Es gibt Momente im Leben in denen man mit bestimmten Sachen nicht mehr zurecht kommt. Es kommt alles auf einmal, man bekommt die volle Breitseite ab. Und wenn man denkt, es geht nicht schlimmer und erholt sich etwas, kommt wieder etwas, was alles zerschmettert. Ein einziger Arztbesuch, z.B. und man fragt sich wo genau der Sinn in der Zukunft liegt.
In solchen Momenten muss man einfach mit bestimmten Sachen abschließen: Ich schloß mit Kurt ab. Ich erkannte, dass ich ihn wohl durch meine Art so sehr verletzt hatte, dass er mich hasste. Ich kannte seine Meinung zu mir, und es tat weh zu sehen, dass ein Mensch, denn ich einmal so geliebt hatte, mich nun hasste. Ich schloß mit Garf ab. Ich bekam ziemlich schlimme Sachen zu hören, er hatte mich wieder hintergangen. Natürlich tat es weh, aber es ließ mich auch erkennen, dass er einfach nicht der richtige für mich war. Mir wurde klar, dass ich ihn seit langer Zeit nicht mehr liebte. Ich hatte einfach nur etwas gesucht, an das ich mich klammern konnte. Ich hatte Zuneigung bei ihm gesucht, obwohl ich ihn nicht als Jungen sondern als Person schätzte. Und natürlich hoffte ich inständig, dass er mein Freund bleiben würde. Ich schloss mit dem Hass ab, den ich gegenüber yuna empfand, denn eigentlich teilten wir ein Schiksal: Wir waren beide unglücklich verliebt. Ich wollte mein bestes geben, damit sie glücklich wurde, denn ich mochte sie. Wenn ich sie nicht gemocht hätte, wäre es ihr wohl kaum möglich gewesen, mich so zu verletzen. Es gab noch so einiges, womit ich abschließen wollte. Ich stellte meine Existenz in Frage, nachdem mich alles so schwer getroffen hatte. Ich dachte mir, dass neue Jahr würde ja gut beginnen. Es war alles anders: Ich war erleichtert, für mich selbst und doch war ich am Boden. Mir wurde ein Teil meiner Zukunft geraubt. Und trotzdem schaffte es die rosarote Wolke wieder, einen 100-Punkte-Treffer zu landen...
„Eines Tages wirst du mich fragen, was mir wichtiger ist: Du oder mein Leben. Ich werde dir antworten, dass mein Leben mir wichtiger ist. Du wirst dich umdrehen und gehen, ohne zu wissen, dass du mein Leben bist...“
Im Leben wiederholt sich so einiges. Trauer klatscht mit Glück ab und obwohl es manche Menschen gibt die denken, sie hätten nur Pech, so stimmt das ganz bestimmt nicht. Auf jede Nacht folgt ein neuer, heller Morgen. So war es auch bei mir. Ich befand mich im völligen Gefühlschaos. Denn obwohl ich mir ganz sicher war, dass ich Garfield immer noch liebte, hatte ich die Gefühle für meinen Ex-Freund wieder entdeckt. Es war wirklich komisch. Hätte mir jemand gesagt, ich müsse mich entscheiden, wüsste ich nicht, wen ich wählen würde. Ich würde wohl bis ans Ende der Zeit überlegen. Aber ich glaube, das Kurt besser für mich war. Die Lage war jedenfalls wie immer nicht einfach, denn ich wusste nicht mehr, was er für mich empfand. Denn da war sie- seine Freundin. Ich mochte sie nicht, obwohl ich sie eigentlich nicht kannte. Sie hatte etwas, was ich wollte. Und für einen Moment dachte ich mir, wie ich ihn überhaupt hatte verlassen können. Er dachte an mich. Er mochte mich, auch nach so langer Zeit noch. Er stand zu mir. Und dafür liebte ich ihn. Das war zeitweise auch so, als ich Garfield noch an meiner Seite glaubte. Aber ich verwarf den Gedanken schnell, weil der Kater für mich von unschätzbarem Wert gewesen war.
Nun wusste ich nicht, was zu tun war. Zeitweise saß ich auf meinem Fensterbrett und starrte nach draußen. Der Anblick war einfach wunderschön: Eine weiße Winterlandschaft mit unendlich vielem, weißen Pulverschnee. Ich öffnete das Fenster und nahm etwas Schnee in die Hand und fragte mich, wie etwas, dass so schön war nur so kalt sein konnte. Und obwohl die Liebe weder schwarz noch weiß war, war sie schön aber auch zugleich kalt. Die Liebe war ein Miststück, dass rosa Wolken mit weißen Pünktchen ausnutzte.
Die Sonne machte den kalten Schnee noch schöner, als er ohnehin schon war. Er ließ die weißen Kristalle glitzern, es blendete sogar. Ich saß so auf meinem Fensterbrett und betrachtete den Schnee und wie er vom Himmel fiel, bis es Nacht wurde. Das die Atemwölcken immer dichter und deutlicher vor mir aufstiegen, störte mich nicht. Schließlich schloss ich das Fenster und schrieb weiter an den Zeilen, die der Spiegel meiner Seele waren und meine Gedanken wiedergaben.
Ich sah, dass ich mich lösen musste. Ich musste von der ganzen Sache Abstand gewinnen, ich musste einen klaren Kopf fassen. Also schnappte ich mir den Hund und legte ihn an die Leine. Doch das Tier hatte wirklich keine Lust vom Kaminfeuer in den Schnee zu wechseln. Also bin ich alleine losgezogen. Nachts. Winter. Kalt. Allein. Als ich so durch den Schnee stampfte kam ich an einen See. Ich stand wohl ziemlich lange dort, denn als ich auf die Uhr sah, war es schon spät. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass ich die ganze Zeit geweint hatte. Meine Ärmel waren nass- von dem Schnee und meinen Tränen.
Ich war mir sicher, dass an jenem Abend etwas besonderes im Chat passieren würde.
Ich wusste nicht, was. Und es wäre vielleicht besser gewesen, gar nicht erst hin zugehen...
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Ich lachte seit langer Zeit wieder mal aus vollem Halse. Ich amüsierte mich sehr. Ich lachte, bis ich Tränen in den Augen hatte. Die Zuversicht war mir begegnet und hatte mir einen Tennisball an den Kopf geworfen. Ich musste nochmal alle meine Pläne über den Haufen werfen. Denn wieder einmal hatte ich recht gehabt, und das nur deswegen weil ich immer sagte, dass alles anders kommt als man denkt. Das tat es auch und ich merkte mir gleich mal den Beruf als Wahrsagerin. Ich hätte so einiges verpasst, wäre ich an jenem Abend nicht in den Chat gegangen. Es war prächtig. Zum ersten Mal seit langer Zeit verstand ich mich wieder richtig gut mit den Leuten aus dem Chat. Balsam für meine Seele.
Als ich dann auch noch eine Nachricht der Mietze entdeckte, die eine Entschuldigung enthielt, knutschte ich fast den Monitor ab. Herrlich! Ich sah, dass er mir einen Kommentar auf einer der Seiten geschrieben hatte, wo ich die Story veröffentlichte. Er sagte, dass mit dem Streit täte ihm schrecklich Leid. Dadurch das er meine Geschichte gelesen hatte, war ihm klar geworden, wie sehr er mich verletzt hatte und was ich empfand. Und das war noch wichtiger als jede Entschuldigung die es geben konnte. Eine Sache die ich in der ganzen Zeit vermisst hatte: Verständnis!
Ich freute mich so sehr, dass mir eine Freundenträne über die Wange ron. Diesesmal drohte sie nicht mehr zu erfrieren. Denn ich fühlte mich wohl. Der Schnee der sich auf meinem Herz abgesetzt hatte, war geschmolzen. Ich fühlte mich gut.
Es war an jenem Abend einfach toll. Er war so nett zu mir, wir unterhielten uns, ich kam jedoch nicht darum herum, ihm etwas zu sagen, was ich auf dem Herzen hatte und unbedingt los werden wollte, bevor ich es nie wieder sagen würde. Ich sagte ihm ganz offen und ehrlich und in dem Moment wurde mir bewusst, dass die Sache für mich abgeschlossen war, denn wenn er was von mir wollte, würde er sich schon melden.
Kurt enttäuschte mich jedoch sehr. Er log mich an. Er hatte gesagt er wäre noch mit seiner Ex zusammen, aber es stimmte nicht. Sie waren auseinander. Und das seit 2 Wochen. Ich verscheuchte die Enttäuschung und brachte das auf, was ich mir so lange von Garfield erhofft hatte: Verständnis. Er hatte bestimmt seinen Grund gehabt, mich anzulügen. Und sei es nur, um mich auf Abstand zu halten.
Am nächsten Abend ging ich wieder in den Chat. Und es war berauschend, denn ich es war alles so wie früher. Das Glück war wieder bei mir. Ich wusste nicht wie lange, aber ich war noch nie ein Mensch der großartig an seine Zukunft denkt. Wieder genoß ich einfach. Und als ich dann abends in meinem Zimmer war, hörte ich mir Musik an. Die Töne durchdrangen meinen ganzen Körper. Ich sang und tanzte dazu. Wie es aussah oder wie ich mich anhörte, war mir egal. Ich fühlte mich pudelwohl. HELLO, HELLO! Here I’am and here I go... I got lots to give and I got dreams to live.. so HELLO, HELLO!!
Leben, du hast mich wieder! Rosi, pack die Pünktchen aus!
HERE I’AM BABEEEEEE...
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So, jetzt war einer der wenigen Momente, in denen mir wieder mal klar war, was genau ich wollte. Vielleicht wollte ich beide, aber auf eine verschiedene Art und Weise. Ich hatte Angst, Kurt als Freund und Bruder zu verlieren und ich wusste von Anfang an, dass es nie anders gewesen war. Meine Liebe zu ihm war also schon immer unendlich gewesen, aber auf eine andere Art und Weise wie ich die Gefühle für Garfield empfand. Ich hatte mich an diesem Tag für den Nachmittag mit den beiden Herren verabredet. Soweit lief alles ganz gut. Ich verstand mich prächtig mit beiden, fand mich aber nicht in der Lage, Kurt darauf anzusprechen, was ich erfahren hatte. Das ihn diese Geschichte verletzt hatte. Das ich ihn verletzt hatte. Das ihm bewusst geworden ist, wie sehr er mich damals mit seiner Art verletzt hatte. Für einen kurzen Moment drohte meine Gefühle mich zu überwältigen, aber ich fasste mich wieder. Was er jedoch im späteren Verlauf der Unterhaltung noch sagte, war wiederrum sehr verletzend. Ich gab ihn also an diesem Tag für kurze Zeit auf. Aber ich war nicht dazu gemacht, aufzugeben. Ich war eine Kämpferin. Und so fing mein Kampf an.
Was Garfield nun betraf hatte ich das Gefühl, dass ich an diesem Tag um einiges weiter gekommen war. Wir unterhielten uns über rosa Wolken mit weißen Pünktchen. Ich brachte den Mut auf zu sagen, dass ich die Wolke wiederhaben wollte, die mir entflohen war, als er mein Herz gebrochen hatte. Wir redeten noch einiges. Es war aber zu Privat um jemand anderes als uns beide daran teilhaben zu lassen. Für mich war es zumindestens so. Also beschrieb ich das Gefühl. Zuerst war es schwer, es zu beschreiben. Es war eine Mischung aus Bauchkribbeln, Herzschmerz und Glück. Aber nach einer Weile wurde es klar: In mir, ganz tief in einem Inneren, breitete sich eine wunderschöne Wärme aus. Sie entstand ganz tief in meinem Inneren, arbeitete sich nach außen vor und zauberte ein zufriedenes Lächeln auf mein Gesicht. Ein Licht durchdrang mich, dass schwarze Loch schloss sich eine Zeit lang.
Ich sah klar vor Augen was ich wollte und wusste ganz genau, dass ich nie etwas anderes gewollt hatte. Ein Schrei nach Aufmerksamkeit, einer voller Verzweiflung und ein endlos langer Schrei des Schmerzes klangen ab. So klar wie die Sonne an einem wunderschönen Morgen, an dem es warm wird und der Tau auf den Blättern und Bäumen glitzert, sah ich mein Ziel vor Augen. Durch die Worte von Garfield bestätigte sich alles nochmal: Alles was ich die letzte Zeit gewollt hatte, war er. Der Kater. Mein Prinz auf dem weißen Ross. Garfield. Meine rosa Wolke mit weißen Pünktchen.
Ich wollte nicht daran denken, wie ich es anstellte. Ich plante immer weiter, aber in diesem Augenblick genoß ich einfach nur. Ich genoß die Situation, ich genoß jeden einzelnen Augenblick des Tages, sog jedes Wort in mir auf, dass der Kater mir geschrieben hatte. Dachte zurück und daran, dass jener Tag ein guter Tag gewesen war. Ich sprang auf, streckte mich und ging mit einem Lächeln, dass für mich nichts weiter als eine gute Zukunft hieß.
Ich schmiß mein Lasso aus, und fing sie ein. Sie wollte nie fort gehen, nun wollte ich es nicht mehr. Ich schloß sie in die Arme. Und mit einem Mal wurde mir klar, was ich da an mich drückte: Das pure Glück...
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Das letzte was ich sah,bevor ich meine Augen schloss, war er...und dann wurde es dunkel... Als ich aufwachte, war alles wieder hell... Und ich hatte das Gefühl,in der Hölle gelandet zu sein.
Ich sah also das Glück in meinen Händen, fühlte mich wohl. Und dann holte mich meine schreckliche Vergangenheit wieder ein. Es begann alles mit einer harmlosen Begegnug mit der Person, die mein ganzes Leben verdorben hatte. Ich wollte neutral sein, wollte nicht zeigen, wie sehr mich die Begegnung verletzte, wie sehr er mich verletzt hat.
Doch ich riss mich zusammen. Von klein auf war ich es gewohnt, meinen Kummer in mich hinein zu fressen.
Das allerdings erschien mir unmöglich, als er die nächste Bombe platzen ließ: Er hatte einen neue. Mit dieser Aussage schubste er mich und wieder fiel ich. Aber diesesmal war es anderes, denn jeder Atemzug tata weh, jede geweinte Träne brannte. Es war nicht die Tatsache an sich, dass er eine andere hatte sondern eher, dass ich bald merkte, dass er mit ihr genau das gleiche abzog wie er es mit mir getan hatte. Ich versuchte ihn heimlich darauf anzusprechen, ich wollte ihn vor den anderen nicht bloßstellen. Doch er brüllte mich an und machte mich zur Schnecke, vor allen anderen. Jeder drehte mir den Rücken zu und eins war klar: Ich war bei ihnen unten durch, denn alle hielten mich für verrückt.
An jenem Abend suchte ich also Ablenkung im Chat, und stritt mich wieder mit yuna. Aus irgendeinem Grund war sie sauer. Und wiedereinmal schmiss der Mann, denn ich immer noch liebte, sich schützend vor den Wolf im Schafspelz. Ich war fertig mit der Welt.
Als ich am nächsten Tag aufwachte, hatte ich hohes Fieber. Denn ganzen Tag lag ich im Bett und starrte die Decke an. Wieder und wieder kehrte die Frage wieder: Wieso ich? Was hatte ich getan? Und was konnte ich tun, um mich von dem Schmerz zu befreien?
Ich schrie, ich schrie innerlich. Ich weinte. Meine Wangen waren so heiß, dass die Tränen fast darauf verdampften. Und das schlimmste war: Niemand scherte sich darum, wie es mir ging. Mir war klar, dass ich Garf nicht wiedergewinnen konnte. Und Kurt hatte ich auch verloren.
Ach ja, die Sache mit Kurt. Gleich als ich die Geschichte veröffentlicht hatte und er sie gelesen hatte, schrieb er mir, dass er Abstand brauchte. Ich fragte ihn verwundert, wovon er Abstand brauchte. Er antwortete, er brauche Abstand von mir. Ich war so enttäuscht. Ich sagte ihm, er solle mich nicht alleine lassen, denn zu der Zeit war er der einzige, auf den ich bauen konnte. Er antwortete, das ich ihn nicht brauchen würde, ich würde sowieso Garfield lieben. Ich wusste, dass ich Kurt verletzt hatte. Und ich war so verzweifelt. Ich konnte ihm nicht helfen. Die nächste Zeit versuchte ich, weiter mit ihm in Kontakt zu bleiben, doch irgendwann mal brach der Kontakt. Und meine größte Angst war die, ihn zu verlieren. Als Freund. Als Bruder. Und unbewusst wurde mir klar, dass es zu spät war. Ich hatte meinen besten Freund verloren. Meine männliche Zwillingsseele. Und es war fast genau so schlimm wie an dem Tag, als yuna mir Garfield genommen hatte.
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Ich war noch nie so lange deprimiert gewesen. Ich hatte zu nichts mehr Lust.
In diesen Tagen lernte ich die Anwesenheit von Personen als eine Besonderheit zu schätzen, deren Präsenz ich vorher für selbstverständlich gehalten hatte. Es waren luzifel, Geextah, korea und Methos. Sie waren vorher schon in meiner Freundeliste gewesen, aber in diesen Tagen waren sie die einzigen, die wirklich für mich da gewesen waren. Auch fand ich Personen in ihnen, die mich verstanden. Ich konnte mit ihnen reden, fühlte mich wohl. Trotzdem hörte das fallen nicht auf. Und dann musste ich mir anhören, dass diese Geschichte nur da war, um von jemadem Mitleid zu bekommen. Das war hart.
An jenem Tag, als sich die Erde als Hölle erwies, stand wieder der Mensch vor meiner Tür, der mir die Männer auf längere Zeit verdorben hatte. Er war komisch, wollte rein. Und ich schlug ihn, wusste nicht wie ich mich sonst wehren sollte.
Die Welt war so hell und laut. Ich schloss die Augen, mir wurde warm, alles wurde dunkel. Ich dachte, ich hatte es geschafft, die Erlösung zu finden. Mein Herz fühlte sich ganz leicht an.
Dann ging alles wahnsinnig schnell: Es wurde immer heller und lauter, mein Herz wieder schwerer. Ich öffnete meine Augen, und sah das ich wieder dort war, wo ich den Weg angetreten war. In der Hölle. Auf der Erde.
Als ich dann auch noch erfuhr, dass zwei meiner besten Freunde sich getrennt hatten und das ein anderer Freund in ein Mädchen verliebt war, dass vergeben war, brach es mir das Herz. Ich fühlte die Trauer tief in meinem Herzen. Ich litt. Das war schon immer eine Schwäche gewesen. Es konnte mir nur gut gehen, wenn es meinen Freunden auch gut geht. Und das war nicht der Fall.
Ich weinte, schluchzte, es war so schwer für mich zu verstehen, wieso das alles passierte.
„Lieber Gott, erfüllst du mir einen Wunsch? Ich wünsche es mir mehr als alles andere. Es ist mir egal, ob es mir schlecht geht. Aber bitte, ich flehe dich an, bei allem was ich habe... Mach, dass alle Menschen, die ich liebe und mag, glücklich sind, auch wenn ich auf ewig dafür in der Hölle schmorren muss. Und zwar auf immer und ewig.
Dafür, lieber Gott, würde ich dir mein Leben schenken.
Bitte, erfülle mir meinen sehnlichsten Wunsch.
Denn ich kann nur glücklich sein, wenn meine Freunde es auch sind.....“
Wie naiv kann ein Mensch eigentlich sein?
Wie oft muss man ihm wehtun, damit dieser Mensch merkt, dass er sich auflösen sollte?
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Anm.: Ursprünglich hatte ich einen anderen zwölften Teil verfasst, aber es ging zu weit, was ich darin schrieb. Ich wollte damit niemanden in Verlegenheit bringen oder verletzen.
Der heutige Tag war einer der schlimmsten überhaupt. Es ging alles schief.
Zwei Tage zuvor hatte ich Besuch von einer Freundin gehabt, sie hieß Julia, die sich zuvor schon etwas länger nicht mehr bei mir gemeldet hatte. Ich freute mich wahnsinnig. Ich mochte sie sehr. Wir saßen in meinem Zimmer und redeten stundenlang über lauter Quatsch. Die ganze Zeit ließ sie komische Andeutungen fallen, die mich aber auch nicht weiter störten. Sie war seit einem bestimmten Ereigins nun mal etwas komisch geworden, was man ihr nicht verdenken konnte. Der, dem das selbe wie ihr zustößt, würde auch so sein. Jedenfalls dachte ich mir also bei den Anspielungen nichts. Eben zwei Tage später bekam ich einen Telefonanruf von meiner besten Freundin. Sie sagte mir geschockt, dass sie weg sei. Ich verstand zunächst nichts. Nach und nach verstand ich, was mir meine Freundin sagen wollte: Julia war weg. Sie war gegangen. 15 Minuten vor dem Anruf war Julia bei meiner Freundin gewesen, und hatte sich verabschiedet. Sie würde die Stadt verlassen und ein neues Leben anfangen. Sie habe bereits Arbeit und eine andere Wohnung. Ich saß sprachlos auf meinem Sessel und konnte nichts mehr sagen. Den ganzen Tag starrte ich vor mich hin, ich überlegte, fand Gründe, die ich schnell wieder verwarf und verfiel dann wieder meinen Gedanken. Und ich kam nicht drauf. Ich wusste nicht wieso. Wieso war sie gegangen, ohne sich von mir zu verabschieden? Sie war doch bei mir gewesen, zwei Tage zuvor. Klar, sie hatte angedeutet, was mit ihr los war, aber ich hatte mir nichts gedacht. Wieso war sie einfach weggegangen? Ohne wein Wort? Wieso hatte sie mir nichts gesagt? Ich war verzweifelt. Mir war klar, so schnell würde ich sie nicht wieder sehen...
Außerdem beschäftigte mich noch etwas anderes: Garf hatte mich angerufen. Ich fragte ihn also, wieso er mich angerufen hatte. Er sagte er würde sich Sorgen machen, und er wäre dabei nicht alleine. Ich fragte ihn also, wer sich denn noch Sorgen machen würde und wieso. Daraufhin antwortete er, es wären Luzi und Korea. Er hatte geredet. Korea war mir mies in den Rücken gefallen. Er hatte mit Garf über meine Probleme geredet. Ja, vielleicht machte er sich große Sorgen, aber er war mir in den Rücken gefallen. Und er hatte nicht nur Garf von unserem SMS-Austausch erzählt, nein, sondern auch Luzi. Es war nicht so sehr die Tatsache, an wenn er es weiter gegeben hatte sondern mehr, dass er mir in den Rücken gefallen war. Er hatte geredet. Er hatte etwas weiter gegeben, was ich ihm im Vertrauen erzählt hatte. Ich fand das mies. Ich war enttäuscht. Schon wieder einmal war ich betrogen worden. Und das gleich zweimal an einem Tag.
Eine gute Freundin hatte mich verlassen, ich würde sie nie wieder sehen. Ich würde ihr nie wieder in die Augen sehen können, mit ihr reden, mit ihr weinen. Wieso hatte sie mich verlassen?
Korea war mir in den Rücken gefallen. Er hatte Sachen von mir weiter erzählt. Das war mies. Es kam mir vor, als ob jetzt alles aus wäre. Es war alles aus.
Ich wünschte mir die Welt nicht schneeweiß, wie sie war, sondern schwarz und still. Für mich war sie so...
Wieso war ich schon wieder alleine?
„Wenn die Welt sich nicht mehr dreht und der letzte Zeiger steht, alles beginnt sich schwarz zu färben, möchte ich in deinen Armen sterben...“
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Es gibt Momente im Leben in denen man mit bestimmten Sachen nicht mehr zurecht kommt. Es kommt alles auf einmal, man bekommt die volle Breitseite ab. Und wenn man denkt, es geht nicht schlimmer und erholt sich etwas, kommt wieder etwas, was alles zerschmettert. Ein einziger Arztbesuch, z.B. und man fragt sich wo genau der Sinn in der Zukunft liegt.
In solchen Momenten muss man einfach mit bestimmten Sachen abschließen: Ich schloß mit Kurt ab. Ich erkannte, dass ich ihn wohl durch meine Art so sehr verletzt hatte, dass er mich hasste. Ich kannte seine Meinung zu mir, und es tat weh zu sehen, dass ein Mensch, denn ich einmal so geliebt hatte, mich nun hasste. Ich schloß mit Garf ab. Ich bekam ziemlich schlimme Sachen zu hören, er hatte mich wieder hintergangen. Natürlich tat es weh, aber es ließ mich auch erkennen, dass er einfach nicht der richtige für mich war. Mir wurde klar, dass ich ihn seit langer Zeit nicht mehr liebte. Ich hatte einfach nur etwas gesucht, an das ich mich klammern konnte. Ich hatte Zuneigung bei ihm gesucht, obwohl ich ihn nicht als Jungen sondern als Person schätzte. Und natürlich hoffte ich inständig, dass er mein Freund bleiben würde. Ich schloss mit dem Hass ab, den ich gegenüber yuna empfand, denn eigentlich teilten wir ein Schiksal: Wir waren beide unglücklich verliebt. Ich wollte mein bestes geben, damit sie glücklich wurde, denn ich mochte sie. Wenn ich sie nicht gemocht hätte, wäre es ihr wohl kaum möglich gewesen, mich so zu verletzen. Es gab noch so einiges, womit ich abschließen wollte. Ich stellte meine Existenz in Frage, nachdem mich alles so schwer getroffen hatte. Ich dachte mir, dass neue Jahr würde ja gut beginnen. Es war alles anders: Ich war erleichtert, für mich selbst und doch war ich am Boden. Mir wurde ein Teil meiner Zukunft geraubt. Und trotzdem schaffte es die rosarote Wolke wieder, einen 100-Punkte-Treffer zu landen...
„Eines Tages wirst du mich fragen, was mir wichtiger ist: Du oder mein Leben. Ich werde dir antworten, dass mein Leben mir wichtiger ist. Du wirst dich umdrehen und gehen, ohne zu wissen, dass du mein Leben bist...“