PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Satire - Wie weit darf sie gehen?


~-=\AoR/=-~
10.03.2005, 14:08
Es ist immer so ein Ding mit satirischen Texten: Irgendjemand fühlt sich immer auf den Schlips getreten. Eines der besten Beispiele will ich hier mal kurz aufzeigen.

Auslöser war ein Artikel des Satiremagazins zyn.de (http://www.zyn.de), das kurz nach der 1. Wahl von George W. Bush zum amerikanischen Präsidenten erschien.
Der Verstand geht, George Walker kommt! (http://www.zyn.de/george_walker?ticket=&page=full)

Daraufhin erhielt die Redaktion folgende Mail einer Leserin:

Von: Victoria Pilder
Gesendet: Donnerstag, 18. Januar 2001 16:47
An: Rolf Schilling
Betreff: Re: ZYN!: Der Verstand geht - G.Walker Bush kommt

So Mr. Schilling

wie peinlich, daß Sie Ihre Ignoranz so gerne in die Öffentlichkeit bekannt machen. Ich bin Amerikannerin. Ich wohne seit 10 Jahre in Deutschland und habe schon 1 Jahr in Frankreich gelebt (d.h. ich kann durch Erfahrung über Europa, Europäer und Europäischen Politik reden.) Ich bin weder dumm (IQ 127) noch "racist" und ich habe in Florida George W. Bush gewählt.

Ein Paar Punkte:

1. Mr. Bush is kein Mitgleid der KKK. Er hat schon 2 Afro-Amerikaner für sein Kabinett gewählt (Clinton hatte gar keinen) und hat eine Schwägerin und Neffen die hispanischer Abstammung sind. Ihn als "racist" zu nennen ist Rufmord, mein Freund.

2. Al Gore kommt aus dem Bundestaat Tennessee wo übigens die Todesstrafe auch existiert. Al Gore hat schon in einigen Interviews gesagt, daß er auch für die Todesstrafe ist.

3. Das Wirtschaftswachstum Amerikas hat schon vor 10 Jahren begonnen. Clinton war nur 8 Jahren im Amt. D.h. (falls Sie rechnen können), daß George Bush senior die Lorbeeren aufsetzen soll.

Haben Sie je in Amerika gelebt? Waren Sie überhaupt je in Amerika? Kennen Sie irgendwelche Amerikaner? Können Sie überhaupt ein Wort Englisch sprechen oder verstehen? Wenn nein, halten Sie Ihre Klappe und kümmmern Sie sich um Ihre wahnsinnigen Rinder.

Victoria Pilder
So weit, so gut. Wie gesagt, das manche Leute eben nicht unterscheiden können, was Satire ist und was nicht, das ist ja hinlänglich bekannt, und das sich diese dann auch noch möderrisch aufregen ebenfalls. Die Antwort der Redaktion jedenfalls war so köstlich, das ich sie hier nicht vorenthalten will.

Hallo Miss Pilder,

bitte entschuldigen Sie die etwas brüsken Mails der anderen ZYN!- Redakteure. Sollten Sie davon beleidigt worden sein, so täte mir das im Namen der gesamten ZYN-Redaktion und der Geschäftsführung des ZYN!- Verlages sehr leid.
Wissen Sie, wir sind gerade alle etwas traumatisiert. Unsere US- Muttergesellschaft möchte den deutschen Ableger des ZYN!-Verlages dichtmachen... ...da stehen jetzt natürlich einige Jobs zur Disposition.

Und natürlich werden wir nur die feuern, die nichts drauf haben, unabhängig von deren familiären Situation, denn sonst wäre das ja "soziale Marktwirtschaft", und die ist ja ganz bäh bäh. Nur Leistung zählt!

Wegen all dem, und weil die Muffins in dieser Woche schon _wieder_ von den blöden Amis aus dem Marketing weggefuttert worden sind, und für unsere Besucher aus Hoyerswerda, Magdeburg, Lübeck und Rostock deswegen zum wiederholten Male nur die Bagels übrig geblieben sind, schlägt der, ich will nicht sagen "Hass", aber, äh, sagen wir, "Unmut" über unsere US-amerikanischen Freunde, Partner und Allierten zuweilen etwas über die Strenge.

Ich kann Ihnen herzlich versichern, dass wir Deutschen sonst viel disziplinierter sind, und normalerweise sofort "Jawoll!" brüllen und mit den Hacken knallen, wenn das Mitglied einer wirtschaftlich und militärisch überlegenen Nation uns seinen bzw. ihren IQ mitteilt:

- "IQ 127" - "Sir! Jawoll! Sir!"

Und das tun wir dank über 50jähriger Umerziehung unabhängig vom Wert dieses IQs, denn die Zeiten, da wir in Deutschland Menschen nach Kopfformen, Nasenlängen oder anderen Zahlen bewerteten, ist vorbei, ganz, ganz ehrlich!

Auf ein paar Punkte Ihrer Mail möchte ich aber noch eingehen.

> Ich bin Amerikannerin.

Das, werte Miss Pilder, ist für sich gesehen _nichts schlimmes_. Ich bin zum Beispiel Europäer, und Putin ist Asiate. Wir können uns ja leider nicht aussuchen, auf welchem Kontinent wir geboren werden, (sonst wäre _ich_ natürlich sofort Nordamerikaner geworden; Kanadier).

Andererseits habe ich Sie vielleicht falsch verstanden. Vielleicht wollten Sie damit nicht sagen "Ich wurde auf einem der beiden amerikanischen Kontinente geboren." sondern "Ich bin US-Amerikanerin amerikanischer Herkunft" oder "native american" oder wie auch immer Sie das nennen, was der grosse deutsche Nordamerika-Experte Karl May schlicht und einfach als "Indianer" bezeichnete.

Mithin wären Sie dann ein Nachkomme der Überlebenden eines der grössten Völkermorde der Geschichte, auch wenn dieser angebliche "#1 event" rein zahlenmässig natürlich nicht in der Liga eines Stalin mitspielen kann (der ja übrigens auch mal Allierter der USA war).

Nun, vielleicht wollten Sie auch nur sagen "Hey! Das können Sie mit mir nicht machen! Immerhin bin ich US-Amerikanerin!!! (ohne besondere Herkunft)", was sozusagen als Wink mit der Atombombe zu verstehen wäre, die sie ja nicht nur so liebevoll entwickelt, sondern auch wenig zimperlich eingesetzt haben, zu einem Zeitpunkt, wo, und da sind sich nicht wenige einig, das eigentlich nicht mehr soooooo unbedingt notwendig gewesen wäre... (aber hey, es waren ja eh bloss Japse!).

What shells, Schwamm drüber, wenn Sie zu einem Volk gehören, welches "love the smell of napalm in the morning." - WIR haben da kein Problem mit, wir lieben ja bekanntlich den Geruch frisch gelüfteter Duschräume.

Also: "Ich bin Amerikanerin." - wenn Sie sich ausschliesslich _so_ definieren wollen, dann sei's Ihnen gegönnt. Es ist immerhin kurz und knackig, und man weiss sofort, dass Sie wohl eher nicht Kraut fressen oder dem Kosakentanz fröhnen.

> Ich wohne seit 10 Jahre in Deutschland und
> habe schon 1 Jahr in Frankreich gelebt (d.h. ich kann durch
> Erfahrung über Europa, Europäer und Europäischen Politik reden.)

Wow, wie kosmopolitisch, man merkt: Sie sind total europäisch geworden, in den 10 Jahren, wirklich, denn wir Europäer schreiben auch immer im ersten Absatz "Ich bin Europäer."

Vor allem in Frankreich und Grossbritannien.

Auch in einigen skandinavischen Ländern werden Sie "Ich bin Europäer." oft als stolze Eröffnung einer Mail lesen.

> Ich bin weder dumm (IQ 127) noch "racist"
> und ich habe in Florida George W. Bush gewählt.

Gute Frau, mal SCHERZ BEISEITE:

Glauben Sie _wirklich_, dass _alle_ Deutschen, die damals Adolf Hitler gewählt haben, dumm waren oder Rassisten? Glauben Sie das wirklich?

Wenn Sie das nicht glauben, spricht das für US-amerikanische IQ- Erhebungsmethoden. Dann aber würde ich an Ihrer Stelle noch mal über die Verwendung des logischen 'und' zwischen Aussagesätzen nachdenken.

> 3. Das Wirtschaftswachstum Amerikas hat schon vor 10 Jahren
> begonnen. Clinton war nur 8 Jahren im Amt. D.h. (falls Sie rechnen
> können), daß George Bush senior die Lorbeeren aufsetzen soll.

Ts, ts.

Vor ca. 10 Jahren fiel die Berliner Mauer, was wir Deutschen vor allem unserem grossartigen Kanzler Helmut Kohl (Helmut! Helmut!) zu verdanken haben. Zufall? - Oder ist es nicht viel eher so, dass die USA ihren Wirtschaftsaufschwung _eigentlich_ Helmut Kohl zu verdanken haben?

Jaaaahaaaa! Denken Sie mal drüber nach! (Keep Kohl!)

> Haben Sie je in Amerika gelebt?
> Waren Sie überhaupt je in Amerika?

Räusper. Ist ja nicht so einfach wie bei uns, da zu leben, gell?
Ich z.B. musste da bei der Einreise einen grünen Zettel ausfüllen, der etwa so aussah:

Ich bin
[ ] Kommunist
[ ] Nazi
[ ] Araber
[ ] Kubaner
[ ] sonstiger Terrorist
[ ] Drogenring-Boss
[ ] sonstiger Krimineller
[X] Journalist

Ich hatte aus Versehen das "Journalist" angekreuzt, weil ich nicht daran dachte, dass befreundete Staaten Angst vor den Journalisten des jeweils anderen haben könnten.

Deswegen wurde ich aus meiner Reisegruppe entfernt und etwa zwei Stunden lang vernommen, was mir klarmachte, womit US-Regisseure ihre kranken Fantasien in Sachen Gestapo-Verhöre nähren.

Ich wurde behandelt wie einer, den gewisse Gruppen hierzulande wohl "Schein-Asylant" nennen würden, anscheinend weil man vermutete, ich wolle im freiesten, friedliebensten - und militärisch bestausgestattetsten - Land der Welt einem US-Amerikaner den Job wegnehmen. Oder die Frau. Oder die Fahne. (Aber ich weiss es nicht genau, ich kenne nämlich nur die Phrasen unserer eigenen Rassisten, nicht die der US-amerikanischen (oder Französischen).)

Ich durfte dann nach zwei Stunden und 89 Dollar (ich hatte ins Land der Kreditkarten kein Bargeld mitgenommen, was zu weiteren Dramen führte, die ich jetzt aber weglasse) doch einreisen und hatte eine prima Zeit.

Meine Startwoche in Las Vegas fand ich sehr schön, vor allem, weil sich jeder Ami dort beeilte, mir zu versichern, der Rest der USA sei nicht wie Las Vegas.

Ha ha ha.

In Nashville sagten sie das auch. Und in New York genauso. (Elvis lebt!)

> Kennen Sie irgendwelche Amerikaner?

Hi hi hi, sagen Sie mal, WAS GLAUBEN SIE EIGENTLICH???: Immerhin sind WIR von den Amerikanern BESETZT worden! :-)

> Können Sie überhaupt ein Wort
> Englisch sprechen oder verstehen?

Ich bin sicher, Engländer, Kanadier, Australier und Neuseeländer haben zu US-Amerikanischem Englisch eine ganz eigene Meinung ...

Hmm, und wie hoch war doch gleich die Analphabeten-Quote in den Staaten ...

Und hatte Newsweek nicht mal einen hämischen Artikel über den Bildungsstand US-amerikanischer Schüler im Vergleich zu europäischen und japanischen Schülern auf dem Titel...

Nicht, dass _wir_ derlei rassistisches Konkurrenzgedankengut hegten...

> Wenn nein, halten Sie Ihre Klappe

Tja, leider verloren, denn die Antwort war JA, deswegen halten wir unsere Klappe _nicht_.

Ich denke auch, dass Sie nicht einfach allen Menschen dieser Welt, die kein Englisch sprechen, den Mund verbieten dürfen, auch wenn Sie aus einem Land kommen, in dem sich Kinder regelmässig mit Knarren massakrieren, und Sie den Brauch der Ballerei in Deutschland im in ihrem Schützenverein brav weiterpflegen.

Anderen die Klappe verbieten dürfen Sie nicht nur deshalb nicht, weil die Nicht-Englisch-Sprecher weltweit in der Überzahl sind (jaja, so ist das, Frau Pilder; nachdem Sie ja nun Europa wie Ihre Westentasche kennen, gehen wir zur nächsten Lektion über: "weitere 99 lustige Länder ausserhalb der USA"), sondern auch, weil die USA eine imperial und hegemoniell vorgehende Kultur besitzen, die auf der Suche nach frischen Dollars in alle Winkel der Welt dringt. So dass man über die USA auch dann eine Meinung haben darf, wenn man keine Eltern hatte, die einen nach Havard und Yale schicken konnten (was ja nur ein Euphemismus für 'Chancengleichheit' ist).

Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich finde das voll okay, was ihr so macht. Urangranaten na klar - wenns besser knallt, Wirtschaftssanktionen gegen Japan und Europa (und Neuseeland, weil die eure Atom-Schiffe nicht andocken lassen), NSA und CIA als weltweite Wirtschaftsspione, ab und zu mal eine italienische Seilbahn kaputtmachen - oops, shit happens, ask what you can do for our und so weiter, etc etc - ich finde das völlig in Ordnung, denn ich liebe dreistes, ungeniertes Vorgehen.

Bloss das Geweine, wenn man euch mal auf die Füße uriniert, das nervt mich.

Früher wart ihr anders, da war es euch egal, ob man euch in der Welt liebt. Früher habt ihr zB viel mehr Filme über Nazi-Deutschland gedreht (und das, obwohl die Regisseure keine 10 Jahre in selbigem gelebt haben!), in denen blonde, blauäugige Schauspieler ganz böse, fiese (deutsche) Ekel-Soldaten spielen mussten, die dann natürlich den verdienten Tod starben. Har har, ja, das sehen wir hier auch gerne! Nazis must die!

Heute haut euch schon eine kleine, deutsche ZYN!-Satire aus dem Chrystler. Mann, mann, das ist wirklich der Untergang des amerikanischen Imperiums. Ihr seid ja bald fast so wehleidig wie wir Deutschen!

Das muss wirklich an den laschen Demokraten liegen. Insofern hätte auch ich Bush gewählt! (Obwohl ein Präsident, der seinen Pimmel und kubanische Zigarren in die Münder und Vaginas seiner weiblichen Angestellten steckt, mir ehrlich gesagt erfrischend _sympathisch_ ist.)

... hab ich schon erwähnt, was ich an den USA am besten fand? Dass ALLE Hotels, in denen ich logierte, neben TV- und normalen Videokanälen auch zwei bis drei Kanäle für "the finest of adult entertainment" hatten, auf gut deutsch: Saftige Pornofilme. (Ist das im gleichen Land okay, in dem man au-pair girls einknastet, die Babys in der Badewanne fotografieren?)

> und kümmmern Sie sich um Ihre wahnsinnigen Rinder.

Wir Deutschen essen traditionell Schweinefleisch, weswegen wir auch so prima mit den Türken zurechtkommen - weil wir uns nämlich nie um die Currywurst streiten müssen.

Das Rindfleisch-Zeug haben wir hier erst mit der US-Amerikanischen Ess- Kultur (McDonalds, Burger King) eingeführt, die langsam den klassischen, deutschen Dönerstand zu verdrängen versucht.

Was wir nicht zulassen werden! Deutschlands Snacks müssen türkisch bleiben! (Oder wenigestens Griechisch, oder süß-sauer)

--

Ein letztes Wort noch: Rassismus befindet sich nicht in Mails oder Texten, sondern in Köpfen. Sonst würde nämlich auch ein Nicht-Rassist zum Rassisten werden, wenn er einen rassistischen Text liest oder auf einer der zahlreichen US-Neonazi-Sites surft. Und Betroffenheit, auch geheuchelte, findet man immer da, wo jemand betroffen ist.

Liebe Grüsse Zara

PS: Übrigens: Ich habe nichts gegen "Amerikaner". Einige meiner besten Freunde und Freundinnen sind welche. Bloss sind die ganz anders als Sie. Die kapieren zum Beispiel einen Witz.

Naja, vielleicht haben die ja einen IQ von 128.
So, ich weiß war lang aber danke für's durchhalten. Abgesehen davon, das ich die Antwort sehr gut fand, hat sie mich jedoch auf eine andere Frage gebracht. Nämlich: Wie weit darf Satire gehen?

Man braucht sich doch nur mal ein bissl politisches Kabarett anzuschauen. Da das ja alles Satire ist, wird also extrem stark übertrieben und manchmal kommen da auch Sätze, wo ich mir denke "Wenn der das über mich gesagt hätte, würde ich ihm den Kopf abreißen."

Also, wie weit darf Satire gehen? Über welche Themen sollte nicht gelacht werden? Oder sollte man alles von der humorvollen Seite sehen?

Mika
10.03.2005, 14:30
So zuerst, der Einreise Fragenbogen ist genial >.<

Hm sonderlich schlimm fand ich das jetzt nicht, die Antwort war ein wenig hart, aber sehr lustig und umfassend. Worüber man keine Witze machen sollte, kann ich nicht sagen, als die Flut war, war diese Tabu und es gab ein Einvernehmen bei allen Komikern nichts zu sagen. Ich bin da auch eigentlich recht offen und solange man es als Humor erkennen kann, würd ich auch nicht sagen, das jemand zu weit gegangen ist, lieber so überspitzt und damit klarmachen das es ein Spaß ist, als mit nur einer Bemerkung den Verdacht zu erregen es wäre Ernst gemeint.

Shingetsu
10.03.2005, 14:46
Also die Englischkenntnisse der Amerikaner sind oft wirklich nicht so toll.
In US-amerikanischen Chat-Rooms wird oft so ein peinlicher Slang geredet daß ich die Leute öfter mal aufgefordert hab endlich Englisch zu reden.
Oft hatte ich auch den Eindruck daß es sich nur um Ausländer handelt die Englisch als Fremdsprache haben (genau wie ich) und war dann sehr verblüfft
wenn sie gesagt haben daß sie aus Texas kommen. (wo man Englisch eigentlich als Muttersprache haben müsste)

Mika
10.03.2005, 14:48
Was glaubst du wie es in den Foren aussieht >.> manchmal mehr zahlen und Zeichen als Buchstaben ^^°

Rio
10.03.2005, 15:17
Viele machen es sich zu einfach, in dem sie Satire mit möglichst forschem Beleidigen gleichsetzen. Schon die Antwortmail finde ich etwas zu niveaulos. Man sollte damit glänzen, dass man möglichst viele Fakten kennt, Zusammenhänge oder Seiten aufzeigt, die andere kaum beachten und damit Eindruck schindet. "Von oben herab" mit platten Standartfloskeln über jemanden herziehen kann jeder, der die Plattform dafür findet.

Satire sollte sich vornehmlich mit Handlungen/Aussagen/Situationen beschäftigen, die die Betreffenen selbst verschuldet haben und nicht auf unveränderlichen Eigenheiten wie Behinderungen/Rasse etc herumreiten. Auch das Familienleben sollte nicht zu weit in die Öffentlichkeit gezogen werden, wenn derjenige durch Praktikantinnen unter dem Tisch u.ä. nicht geradezu danach schreit.

~-=\AoR/=-~
10.03.2005, 15:40
Ich persönlich finde die Antwortmail sehr gelungen und sie entspricht genau dem was Satire ausmacht. Kurt Tucholsky sagte einmal folgendes "Was darf Satire? Alles!" Die Definition des Fremdwort-Dudens sieht da schon etwas sachlicher aus.

Satire <lat.; "bunt gemischte Früchteschale"> die; -, n: 1. Künstlerisches Werk, das zur Gattung der Satire (2) gehört. 2. (ohne Plural) Kunstgattung (Literatur, Karikatur, Film), die durch Übertreibung, Ironie u. Spott an Personen od. Zuständen Kritik übt, sie der Lächerlichkeit preisgibt, Zustände anprangert, sie mit scharfem Witz geißelt.
Genau aus diesem Grund ist die Antwortmail in meinen Augen Satire in Reinkultur, da darin das Unwissen bzw. die falsche Auffassung des betreffenden Artikels der Leserin überspitzt dargestellt und ein wenig ins Lächerliche gezogen wurde.

Df3nZ187
10.03.2005, 15:52
Ansich würde ich auch für alles voten.
Es sollte aber auch einem intelligenten und schrfsinnigem Level bleiben und nicht platt werden.

Wie z.B. bei Freitag Nacht News oder Wochenschau fürher, das ist mir teilweise wirklich schon zu peinlich und dämlich,

Gute Beispiele sind aber z.B. der gut Harald oder Scheibenwischer auf ARD. Ich fands auch sehr gut was Georg Schramm von Scheibenwischer damals über die Flutkatastrophe gebracht hat, als alle anderen aus den falschen Gründen die Klappe gehalten haben. :top:

madobe
10.03.2005, 18:47
meine meinung: genial *g*

Sephiroth's Angel
10.03.2005, 19:10
Lahm.. einfach nur lahm. Solche Art der Satire ist einfach nur die feigste Art, Hohn etwas oder jemanden gegenüber auszudrücken und nur was für Leute, die zu feige sind, ihr Maul richtig aufzumachen, wenn ihnen was nicht passt und stattdessen versuchen, ihre Missgefallen mit angeblichen "Witz" ein bißchen netter verpackt rüberzubringen. :roll:

madobe
10.03.2005, 19:19
satire is nur ein stil, mehr ncht. du interpretierst immer alles mögliche in dinge herein. eine satire ist nur eine art sich auszudrücken und diese gefällt mir oft besser als pissfreundlich zu sein, wenn es noch nicht mal so gemeint ist. und wenn es nunmal die art ist seine meinung so zu äußern, warum nicht? ich find deine art bzw. zu argumentieren auch nicht toll, interpretier ich da jetz groß was rein?

nicht jeder kann satirisch schreiben.

"Als Stilmittel bedient sich die Satire häufig der Übertreibung, oft auch einer Übertretung der Grenzen dessen, was vom Publikum als "guter Geschmack" empfunden wird. Sie verzerrt Sachverhalte, hebt Widersprüche in übertriebener Weise hervor, vergleicht sie spöttisch mit einem Idealzustand und gibt ihren Gegenstand der Lächerlichkeit preis. Zu ihren Grundeigenschaften gehört also die Einseitigkeit und Parteilichkeit bis hin zur Aggression. Satire ist demnach Kritik in künstlerisch gestalteter Form mit indirekter didaktischer (lehrender) Absicht und humoristischer Tendenz. Nicht jede Zeitkritik ist daher Satire. Ebenso muss sie von der Parodie, der weniger kritische Absicht zugrunde liegt, unterschieden werden."

Sephiroth's Angel
10.03.2005, 19:36
Was bitte ist daran "künstlerisch", wenn man so feige ist, seine Meinung hinter irgendwelchen Pseudo-Witzen zu verstecken, die meistens noch nicht mal komisch sind? Wenn das Kunst ist, ist das Socken-Falten auch. :roll:
Jesses, manche brauchen auch für alles nen Verzuckerungsmittel. Statt einfach mal die Klappe aufzumachen und raus mit der Meinung. Aber nein, man könnte ja ernst genommen werden und sich viel mehr Feinde machen. Wie schrecklich. http://instagiber.net/smiliesdotcom/contrib/xerx/smileythescream.gif Dann doch lieber feige sein und versuchen komisch zu wirken. denn Hofnarren haben ja Sonderrechte was das angeht. Jesses, wie in der Grundschule. Klassenclown lässt grüßen. :roll:

madobe
10.03.2005, 19:42
Was bitte ist daran "künstlerisch", wenn man so feige ist, seine Meinung hinter irgendwelchen Pseudo-Witzen zu verstecken, die meistens noch nicht mal komisch sind? Wenn das Kunst ist, ist das Socken-Falten auch. :roll:
Jesses, manche brauchen auch für alles nen Verzuckerungsmittel. Statt einfach mal die Klappe aufzumachen und raus mit der Meinung. Aber nein, man könnte ja ernst genommen werden und sich viel mehr Feinde machen. Wie schrecklich. http://instagiber.net/smiliesdotcom/contrib/xerx/smileythescream.gif Dann doch lieber feige sein und versuchen komisch zu wirken. denn Hofnarren haben ja Sonderrechte was das angeht. Jesses, wie in der Grundschule. Klassenclown lässt grüßen. :roll:


sorry, aber kann es sein das für dich alles mögliche was mit feigheit zutun hat? 0_o;

es is ein stil, einfach nur ein stil. satirisch geschriebenes strifft es meistens sehr viel besser als einfach nur plump dahingeshcmiertes. das ist eben die kunst an der sache, es so verpacken, das es mehrere elemente verbindet, wie witz, humor aber auch kritik. es kommt einfach besser rüber und trifft öfters den kern. wenn du nicht denselben humor hast kann er auch nichts dafür ;)

habt ihr in der schule nie satiren geschrieben?

Ardnas
10.03.2005, 19:43
An die Freitag Nacht News musste ich auch grade denken, die sind mir persönlich oft zu beleidigend und nicht lustig.

Ich liebe auch die Texte von Michael Moore :teufelch:

Man muss nur aufpassen das Satire nicht gleich volle Wahrheit bedeutet.

Die Antwort fand ich gerechtfertigt denn grade gut argumentiert hat die werte Frau ja nicht, (IQ Protzer) so war das ne wahre Einladung.

Sephiroth's Angel
10.03.2005, 19:57
sorry, aber kann es sein das für dich alles mögliche was mit feigheit zutun hat? 0_o;

Alles nicht, aber vieles. Mir geht dieses ständige feige Verhalten, dass in unserer Gesellschaft ständig an den Tag gelegt wird, so was vom am Pi**. Wenn man nicht offen zu seiner Meinung stehen kann und es für nötig hält, sie mit hohlen Witzen zu verpacken, damit die Leute drauf anspringen, ist das feige. So nen Quatsch brauchen nur Leute, die es nicht auf die Reihe bekommen, ihre Meinung standthaft und aus voller Überzeugung zu vertreten. Aber sich der Verantwortung zu entziehen, wie in diesem Fall die Verantwortung bezüglich seiner eigenen Meinung, ist ja heute schon Mode und völlig alltäglich.

habt ihr in der schule nie satiren geschrieben?
Eher hätt ich mir die Hand gebrochen, bevor ich so weit gesunken wär, so was zu schreiben. -_-

~-=\AoR/=-~
10.03.2005, 21:36
Ach Sephi ... *seufz*
Wieso musst du alles, was Menschen sagen auf eine derart plumpe Art in schwarz und weiß unterteilen? Die Kunst der Satire ist es, auf dem schmalen Grat zwischen Kritik und Humor zu wandeln, was selbstredend nicht jedem gelingt. Ich persönlich liebe gute Satire, weil sie so ähnlich ist wie eine Fabel. In der Antike wurden fabeln geschrieben, um Misstände in der Gesellschaft anzuprangern. Da dies nicht direkt geschehen durfte bedienten sich die Autoren einem künstlerischen mittel, in dem sie Tiere die menschlichen Handlungen nachleben liesen.

"Satire ist eine Art Spiegel: Wer hineinblickt, sieht im allgemeinen das Gesicht eines jeden, nur nicht das eigene."
Jonathan Swift (u.a. "Gullivers Reisen")

"Die feinste Satire ist die, deren Spott mit so wenig Bosheit und so viel Überzeugung verbunden ist, daß er selbst diejenigen zum Lächeln nötigt, die er trifft."
Georg Christoph Lichtenberg

Satire ist in der heutigen Zeit eine Ausdrucksform, mit der man die Menschen auf humoristische Weise dazu bringt, über gewisse Themen nachzudenken. Auch und vor allem wenn sie es nicht wollen.
Ich persönlich liebe Satire. Ich gehe sehr gerne in Kabaretts ... wer mal in Chemnitz ist, muss mal in den "Markthallen" vorbeischauen ... Kabarett at his best! Und gerade das ist mutig: Seine Meinung zu sagen, auch wenn sie bei den meisten Menschen meist für Unbehagen sorgt.

Und noch was persönliches hinterher: Sephi, wenn du den hintergründigen witz einer guten Satire nicht verstehst, sorry, dann bleibt mir nichts anderes übrig als dich für intelektuell unterm Durchschnitt bewerten zu müssen Denn selbst der Durchschnittsdeutsche versteht zumindest den größten Teil der Witze und weiß was damit gemeint ist.

SweetMel
10.03.2005, 22:02
Das ist ja mal eine göttliche Antwort! :D

Ich finde, die Satire ist ein gutes Mittel, um seine eigene Meinung auszudrücken, sie für andere interessant zu machen und anregt, darüber nachzudenken. Deshalb sind auch Teile meines Textes im Abibuch so geschrieben ;)

Solange eine Satire eine gewisse Grenze nicht überschreitet (z.B. Thema Minderheiten oder schlimme Ereignisse wie Naturkatastrophen, bei denen Menschen zu Schaden gekommen sind), habe ich kein Problem damit. Selbst wenn sich jemand über Deutsche oder Ford-Fahrer auslässt ;)

madobe
10.03.2005, 22:09
kann ich nur zustimmen..

ich find auch das eine kritik , die durch eine satire ausgedrückt wird, meistens um einiges niveauvoller ist als ein plumpes rummeckern.

und dstiren schreiben macht unheimlichen spaß, man kann so schön maßlos übertreiebn ^^

morbus
10.03.2005, 23:27
Oh,ein schöner Thread ... wo ich doch auch grade fertig bin mit Extra 3 auf N3 ... eines der (imo das) intelligentesten und wirklich bessten Politsatiremagazine im dt.Fernsehen.Nein,das ist net dieses dumme Gewisch wie von Raab oder sonstigen vollkommen dämlichen Comedysendungen im TV gewohnt.
Zumal auch grade die Satire wie si da gebracht wird gleich noch den Effekt der politischen Bildung und des Interesse für solche Sachen verstärkt ^^
Satire an sich ist eine relativ schöne Sache(wenn es net grade in Bösartigkeiten verfällt),zumal grade auch bei Zwistigkeiten dadurch dem Gegenüber doch auch irgendwie eine angeregte und überlegte Gesprächs-/Diskussionsplattform geboten ist.

Rio
10.03.2005, 23:45
Ich finde, wenns was taugen soll muss es einigermaßen intelligent sein und darf nicht nur aus beleidigenden Kalauern bestehen.

~-=\AoR/=-~
10.03.2005, 23:46
Was sind denn deiner Meinung nach an der Antwort-Mail "beleidigende Kalauer"?

Rio
10.03.2005, 23:50
War eher allgemein als auf die Mail bezogen aber die ist mir einfach zu albern. Mag die "witzige" Art auf die Leserbriefe oft beantwortet werden meist generell nicht... sollte ich die Zeit finden schaue ich mal ob ich nen Beispiel für Satire, die mir eher gefällt finde.

mycroft
11.03.2005, 00:14
tjoa, was kann man zu der antwortmail noch sagen ausser "köstlichst amüsiert" und "so gelacht hab ich diese woche noch nicht".

aba ma scherz beseite:

was macht der autor denn schon schlimmes??
er übertreibt ein bissel und feuert mit witzigen anekdoten über amerika zurück!!

ich kann dem ganzen nichts schlachtes abgewinnen!!

un jettz mal ehrlich: sooooo weit is der autor von der wahrheit gar nicht weg.
das hat uns ja schon michael moore bewiesen.



un wem das zu hart is, der sollte mal die britische politsatiere sich zu gemüte führen.
danach findet ihr das hier wie kalten, aber witztigen kaffee!!

Slayer
11.03.2005, 00:18
Das mit den Minderheiten...es heißt doch "Erst wenn über eine Minderheit Witze gemacht werden ist sie anerkannt worden", oder ?

morbus
11.03.2005, 00:18
Was sind denn deiner Meinung nach an der Antwort-Mail "beleidigende Kalauer"?
Ich antworte nun einfach mal XD
Beleidigend denke ich,ist sowas wie ein teilweise doch recht unpassender Wortlaut wie ihn Herr Ingo Appelt gerne zum bessten gibt(recht harsche Witze über Schäubles Lähmung und damit verbundener Fortbewegung im Rollstuhl fand ich net mal im Ansatz lustig sondern einfach nur plump und aufgesetzt)... leider hat er damit aber auch dann Erfolg bei den meisten Leuten,wo(greif jetzt wieder Extra 3 auf xD ) ich doch eher über den wirklich guten und absolut rabenschwarzen Humor dieser Sendung lachen(welches meist doch irgendwie im Halse stecken bleibt) kann.
Als Bsp.sei mal genannt : Es wurde das Lied "Top of the World" gespielt wo G.W.Bush immer wieder sagte dass sie den Irakkrieg gewonnen haben und untermalt wurde das ganze durch den Counter der getöteten US-Soldaten in diesem Zeitraum....
Klingt wohl doch eher etwas pervers aber in seiner Gesamtkomposition machte dieser satirische Beitrag absolut Sinn und man grübelte wirklich darüber welch Scheisse da eigentlich ablief.
Sowas kann man leider vom Deutschen-ich-bin-lustig-und-ihr-findet-das-auch-TV net erwarten.Da wollen Zuschauer lieber kotzende Leute sehen und Promis dennen die Hose runterrutscht oder sonstige Peinlichkeiten(eine Metal-Spasskapelle mit 3 Buchstaben machte da mal ein Lied drüber ... ).

Sephiroth's Angel
11.03.2005, 02:08
@ AoR

Wenn du tatsächlich einen Ausdruck von Feigheit als "humoristisch" ansiehst, ist das deine Sache. Aber nicht jeder begibt sich auf dieses Niveau herab und findet Feigheit komisch, sondern schmunzelt höchstens(!) über die Inkompetenz, die einige selbsternannten "Künstler" bei solchen Werken an den Tag legen. Ich weiß nicht, was erbärmlicher ist. Leute, die nicht ernsthaft zu ihren eigenen Meinungen stehen oder die Tatsache, das so ein Verhalten auch noch bejubelt wird. Nee, nee.. und da wundern sich manche, wieso unsere Gesellschaft vor die Hunde geht. :shrug:

~-=\AoR/=-~
11.03.2005, 08:51
Das mit den Minderheiten...es heißt doch "Erst wenn über eine Minderheit Witze gemacht werden ist sie anerkannt worden", oder?
Das ist wohl war. Wie gesagt, Tucholsky sagte, Satire darf alles! Und er scheint Recht zu haben.

@Sephi
*doppelseufz*
Wie soll ich darauf antworten, wenn du mein Post scheinbar geflissentlich ignorierst und meine Fragen mit Nichtbeachtung strafst?
Vielleicht schreibe ich zu undeutlich oder zu verworren. Also bitte bitte erkläre mir, was du daran "feige" hälst, wenn ein Mensch seine Meinung in humoristischer Art und Weise ausdrückt? Denn die Kritikfähigkeit einer Satire ist sehr hoch (eigentlich ist das ihr einzigster Zweck), was man allein daran sieht, das gute Satiriker bei denen die sie kritisieren arg gefürchtet sind. Jede Un-Demokratie versucht als erstes die politische Satire und das Kabaret zu verbieten, sozusagen als Sperrspitze im Kampf zur Gleichschaltung der Medien.

Aber da ich es nicht besser ausdrücken kann (und es eh schon einmal niedergeschrieben wurde und ich faul bin), kopier ich einfach mal rigoros bei Erich Kästner.

Erich Kästner: Sinn und Wesen der Satire

Über dem geläufigen Satze, daß es schwer sei, keine Satire zu schreiben, sollte nicht vergessen werden, daß das Gegenteil, nämlich das Schreiben von Satiren, auch nicht ganz einfach ist. Das Schwierigste an der Sache wird immer die Vorausberechnung der Wirkung bleiben. Zwischen dem Satiriker und dem Publikum herrscht seit alters Hochspannung. Sie beruht im Grunde auf einem ebenso einseitigen wie resoluten Mißverständnis, das der fingierte Sprecher eines Vierzeilers von mir, eben ein satirischer Schriftsteller, folgendermaßen formuliert:

Ich mag nicht länger drüber schweigen,
ihr es immer noch nicht wißt:
Es hat keinen Sinn, mir die Zähne zu zeigen,
- ich bin gar kein Dentist!

Wie gesagt, die Verfasser von Satiren pflegen mißverstanden zu werden. Seit sie am Werke sind - und das heißt, seit geschrieben wird -, glauben die Leser und Hörer, diese Autoren würfen ihrer Zeit die Schaufenster aus den gleichen Motiven ein wie die Gassenjungen dem Bäcker. Sie vermuten hinter den Angriffen eine böse, krankhafte Lust und brandmarken sie, wenn sie es vorübergehend zum Reichspropagandaminister bringen, mit dem Participium praesentis "zersetzend". Solche Leser sind aus Herzensgrund gegen das Zersetzen und Zerstören. Sie sind für das Positive und Aufbauende. Wie aufbauend sie wirken, kann man, falls sie es vorübergehend zum Reichspropagandaminister bringen, später bequem und mit bloßem Auge feststellen. In der Mittelschule lernt man auf lateinisch, daß die Welt betrogen werden wolle. In der eigenen Muttersprache lernt man's erst im weiteren Verlauf, aber gelernt wird's auf alle Fälle, in der Schulstunde fehlt keiner. Die umschreibende Redensart, daß die Menschen sich und einander in die Augen Sand streuten, trifft die Sache nicht ganz. Man streut sich auf der Welt keineswegs Sand in die Augen. So plump ist man nicht. Nein, man streut einander Zucker in die Augen. Klaren Zucker, raffinierten Zucker, sehr raffinierten sogar, und wenn auch das nichts hilft, schmeißt man mit Würfelzucker! Der Mensch braucht den süßen Betrug fürs Herz. Er braucht die Phrasen, weich wie Daunenkissen, sonst kann sein Gewissen nicht ruhig schlafen. Als ich vor rund fünfundzwanzig Jahren nach bestem Wissen und Gewissen zu schreiben begann, kamen immer wieder Beschwerdebriefe. Mit immer wieder dem gleichen Inhalt. Wo, wurde resigniert oder auch böse gefragt, wo bleibt denn nun bei Ihnen das Positive? Ich antwortete schließlich mit dem inzwischen einigermaßen bekanntgewordenen Gedicht 'Und wo bleibt das Positive, Herr Kästner?'

Dem Satiriker ist es verhaßt, erwachsenen Menschen Zucker in die Augen und auf die Windeln zu streuen. Dann schon lieber Pfeffer! Es ist ihm ein Herzensbedürfnis, an den Fehlern, Schwächen und Lastern der Menschen und ihrer eingetragenen Vereine, also an der Gesellschaft, dem Staat, den Parteien, der Kirche, den Armeen, den Berufsverbänden, den Fußballklubs und so weiter - Kritik zu üben. Ihn plagt die Leidenschaft, wenn irgend möglich das Falsche beim richtigen Namen zu nennen. Seine Methode lautet: Übertriebene Darstellung negativer Tatsachen mit mehr oder weniger künstlerischen Mitteln zu einem mehr oder weniger außerkünstlerischen Zweck. Und zwar nur im Hinblick auf den Menschen und dessen Verbände, von der Ein-Ehe bis zum Weltstaat. Andere, anders verursachte Mißstände - etwa eine Überschwemmung, eine schlechte Emte, ein Präriebrand -reizen den Satiriker nicht zum Widerspruch. Es sei denn, er brächte solche Katastrophen mit einem anthropomorph vorgestellten Gott oder einer Mehrzahl vermenschlichter Götter in kausale Zusammenhänge.
Der satirische Schriftsteller ist, wie gesagt, nur in den Mitteln eine Art Künstler. Hinsichtlich des Zwecks, den er verfolgt, ist er etwas ganz anderes. Er stellt die Dummheit, die Bosheit, die Trägheit und verwandte Eigenschaften an den Pranger. Er hält den Menschen einen Spiegel, meist einen Zerrspiegel, vor, um sie durch Anschauung zur Einsicht zu bringen. Er begreift schwer, daß man sich über ihn ärgert. Er will ja doch, daß man sich über sich ärgert! Er will, daß man sich schämt. Daß man gescheiter wird. Vernünftiger. Denn er glaubt, zumindest in seinen glücklicheren Stunden, Sokrates und alle folgenden Moralisten und Aufklärer könnten recht behalten: daß nämlich der Mensch durch Einsicht zu bessern sei. Lange bevor die 'Umerziehung der Deutschen' aufs Tapet kam, begannen die Satiriker an der 'Umerziehung des Menschengeschlechts' zu arbeiten. Die Satire gehört, von ihrem Zweck her beurteilt, nicht zur Literatur, sondern in die Pädagogik! Die satirischen Schriftsteller sind Lehrer. Pauker. Fortbildungsschulmeister. Nur - die Erwachsenen gehören zur Kategorie der Schwererziehbaren. Sie fühlen sich in der Welt ihrer Gemeinheiten, Lügen, Phrasen und längst verstorbenen Konventionen 'unheimlich' wohl und nehmen Rettungsversuche außerordentlich übel. Denn sie sind ja längst aus der Schule und wollen endlich ihre unverdiente Ruhe haben. Rüttelt man sie weiter, speien sie Gift und Galle. Da erklären sie dann, gefährlichen Blicks, die Satiriker seien ordinäres Pack, beschmutzten ihr eigenes Nest, glaubten nicht an das Hohe, Edle, Ideale, Nationale, Soziale und die übrigen heiligsten Güter, und eines Tages werde man's ihnen schon heimzahlen! Die Poesie sei zum Vergolden da. Mit dem schönen Schein gelte es, den Feierabend zu tapezieren. Unbequem sei bereits das Leben, die Kunst sei gefälligst bequem!
Es ist ein ziemlich offenes Geheimnis, daß die Satiriker gerade in Deutschland besonders schwer dran sind. Die hiesige Empfindlichkeit grenzt ans Pathologische. Der Weg des satirischen Schriftstellers ist mit Hühneraugen gepflastert. Im Handumdrehen schreien ganze Berufsverbände, Generationen, Geschlechter, Gehaltsklassen, Ministerien, Landsmannschaften, Gesellschaftsschichten, Parteien und Haarfarben auf. Das Wort 'Ehre' wird zu oft gebraucht, der Verstand zu wenig und die Selbstironie - nie.
Das wird und kann die Satiriker nicht davon abhalten, ihre Pflicht zu erfüllen. "Sie können nicht schweigen, weil sie Schulmeister sind", hab ich in einem Vorwort geschrieben, "- und Schulmeister müssen schulmeistern. Ja, und im verstecktesten Winkel ihres Herzens blüht schüchtern und trotz allem Unfug der Welt die törichte, unsinnige Hoffnung, daß die Menschen vielleicht doch ein wenig, ein ganz klein wenig besser werden könnten, wenn man sie oft genug beschimpft, bittet, beleidigt und auslacht. Satiriker sind Idealisten."

Daidai
11.03.2005, 11:41
ich kan aor nur beipflichten.

Satire ist so ziemlich das höchste mass an kritik das es gibt.
mal abgesehen von "möchtegern" Satirikern.

aber ein richtiger satiriker steht sehr wohl zu seiner meinung und wird diese bestimmt nie ändern wenn man ihn dadurch unter druck setzt.
was die email an anfang diese threads wohl beweisen kann.
hinter einem gut geschriebenen satirischen artikel steckt viel mehr arbeit als in den meisten anderen formen der schreiberischen ausdrucksweise.
er muss zu 100% genau wissen was er schreibt und über das geschehen wissen. ist das nicht der fall wird man dies wohl gleich merken und das ist dann wirklich ein schlechter satiriker.

mit feigheit hat das aber nun überhaupt nichts zu tun.
es waren immer die satiriker und humoristen die dinge in der welt angeprangert haben. und mal ehrlich was bringt es wenn ich offen in dümmlicher sprache vermittel nur damit es jeder versteht und dann abgeknallt werde? (um es mal auf das 3te reich zu beziehen) wenn all diese menschen die sich trauen kritik zu äussern weg sind wer sagt dann überhaupt noch was? unsere gesellschaft ist nunmal ein haufen resignierter menschen die die klappe nicht aufbekommen wobei das ja auch niemandem was ausmacht wer will denn schon irgendetwas ändern? eine uniforme gesellschaft find ich doch klasse!!

für mich sind satiriker helden
worüber soll ich denn sonst noch lachen? über dieses spass-mach-tv oder sonstigen müll? da amüsiere ich mich lieber darüber und vor allem über reaktionen von leuten die satire, ironie, sarkasmus nichteinmal erkennen wenn man es ihnen 30mal an den kopf hämmert.

punkt ende.........

~-=\AoR/=-~
11.03.2005, 13:07
Ich habe gerade eine ziemlich gute Satire gelesen, die in meinen Augen bestimmt bei dem ein oder anderen das Gefühl erzeugt, die Grenzen des guten Geschmacks wären überschritten. Ein echtes Paradebeispiel also für die Frage "Wie weit darf Satire gehen?"

Giuliana Sgrenas Tagebuch: Abenteuerland Irak (http://zyn.de/abenteuerland_irak/776556.html)

Und um vielleicht noch ein politisches Beiospiel von richtig böser Satire zu liefern ...

http://images34.zyn.de/ic/22/48/0366314630.jpg
Das sind die bösen Rechten!

Etwas weiter später im Text ...

http://images34.zyn.de/ic/20/48/0366311931.jpg
Das sind die guten Rechten!

Der gesamte Artikel (http://zyn.de/ungluecknpd/772782.html) ... sehr lesenswert!

JPF
13.03.2005, 10:45
Es ist leider so, dass zuviele Leute plupe Beleidigungen mit Satire verwechseln. Wenn man jemanden irgendwelcher Straftaten bezichtigt ist das z.B. Rufschaedigung und keine Satire. Ebenso misslingt der Versuch der Satire, wenn man die Wuerde eines Menschen herabsetzt, sei es, dass man sich ueber Behinderungen lustig macht oder ueber die Hautfarbe.

Die Satire hat IMO die Aufgabe Missstaende durch Ueberspitzungen offen zu legen, nicht andere Leute bloss zu stellen. Bei vielen selbsternannten Satirikern hinterfragt man doch deren wirkliche Beweggruende.
Besonders wenn sie nur irgendwelchen Klischees und Vorurteilen folgen, statt wirklich was handfestes zu haben. AoR zeigt im Post ueber mir wieder mal ein Paradebeispiel.

Was den Brief an die Beschwerdeschreiberin betrifft: Er zeugt auch eher von verdeckten Minderwertigkeitskomplexen und Groessenwahn. Einen sachlich geschriebenen Beschwerdebrief hat man sachlich zu beantworten, nicht die Schreiberin durch den Kakao zu ziehen. Damit zeigt man nicht, dass man Recht hat, sondern nur, dass man ein armes Wuerstchen oder eher ein Arschloch ist.

morbus
13.03.2005, 11:11
Was den Brief an die Beschwerdeschreiberin betrifft: Er zeugt auch eher von verdeckten Minderwertigkeitskomplexen und Groessenwahn. Einen sachlich geschriebenen Beschwerdebrief hat man sachlich zu beantworten, nicht die Schreiberin durch den Kakao zu ziehen. Damit zeigt man nicht, dass man Recht hat, sondern nur, dass man ein armes Wuerstchen oder eher ein Arschloch ist.
Naja,empfand den Brief nun auch nicht so sachlich,dass er eine adäquate Antwort erhalten müsste.Der letzte Absatz,der Schreiberin,verbaute sämtliche konstruktiven Hinweise.Von Sachlichkeit find ich hier nichts.
Haben Sie je in Amerika gelebt? Waren Sie überhaupt je in Amerika? Kennen Sie irgendwelche Amerikaner? Können Sie überhaupt ein Wort Englisch sprechen oder verstehen? Wenn nein, halten Sie Ihre Klappe und kümmmern Sie sich um Ihre wahnsinnigen Rinder.

Zumal der Artikel dem dieser Brief folgte auch in einem Satiremagazin erschienen ist.

madobe
13.03.2005, 14:15
wenn man sich mit einem satiriker anlegt muss mandamit rechnen dass man eine satire zurückbekommt...

Kittychan
13.03.2005, 14:19
Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter!
Satire ist Kunst und Kunstfreiheit und auch Meinungsfreiheit sind in unserem hübschen Grundrecht fest verankert und sollen auch eingeha
lten werden.
Aber die meisten Leute heutzutage haben keinen Humor mehr, das sist das Problem.

~-=\AoR/=-~
14.03.2005, 10:59
@JPF
Das dir der Artikel net gefällt war mir klar, richtet er sich ja gegen bzw. ist über eine dir nahestehende große deutsche Volkspartei. Wir wollen ja keine Namen nennen. Aber um dich etwas zu versöhnen und damit du auf dem nächsten Kreisversammlungstag (oder wie das bei euch heißt) was lustiges zu berichten hast, hier mal eine satirische Betrachtung der politischen Gegenseite. >> Schröder im Glück (http://zyn.de/schroeder_im_glueck)

Satire ist nun mal subjektiv! Das liegt in der Natur der Sache, da sie ja die Meinung des Autors wiederspiegelt. Das demzufolge nicht alles hundertprozentig für absolut wahr und unantastbar hingenommen werden kann ist auch klar, soll es ja auch nicht. Denn Satire soll zum nachdenken anregen und mit ein bisschen Humor denken die Leute halt etwas lieber nach, als wenn man ihnen nur die nackten Fakten an den Kopf knallt.

Und selbstverständlich darf man auch über Randgruppen Satire machen. Nehmen wir mal an, der Bund der Rollstuhlfahrer Deutschlands (so was gibt es garantiert) fordert von der Regierung, das alle öffentlichen Gebäude binnen eines Jahres rollstuhlgerecht umgebaut werden würden (was an sich eine gute Idee wäre, aber das steht außer Frage). Wenn jetzt ein Satiriker einen Witz über diese zeit- und geldmässig doch etwas überzogene Forderung macht, dann ist das absolut legitim. Oder wenn die Sorben in Sachsen jetzt ein ähnliches Sonderrecht wie die Dänen in Schleswig-Holstein fordern würden. Oder die Türken fordern, dass alle Formular zweisprachig in deutsch und türkisch ausgestellt würden.

Das einzige was eine Satire nicht darf, ist lügen! Denn damit nimmt sie sich selbst jede kritikfähige Grundlage und ist nichts weiter als ein demagogischer Propagandazettel.

Ach und was die Antwortmail betrifft: Wer in einer derart unqualifizierten Art und Weise Autoren das Recht auf eine freie Meinungsäußerung abspricht, kann nun wirklich nicht verlangen eine ernsthafte Antwort zu bekommen. Und nebenbei bemerkt: Die in der Antwort genannten Fakten sind alle wahr!

@Kittychan
Wie wahr, wie wahr.

Sephiroth's Angel
14.03.2005, 13:58
@Sephi
*doppelseufz*
Wie soll ich darauf antworten, wenn du mein Post scheinbar geflissentlich ignorierst und meine Fragen mit Nichtbeachtung strafst?

Die einzige Frage, die in deinem Post stand, war diese hier.

Wieso musst du alles, was Menschen sagen auf eine derart plumpe Art in schwarz und weiß unterteilen?


Vielleicht schreibe ich zu undeutlich oder zu verworren.
a) Kommt vielleicht daher, weil du vorher nicht richtig liest. Was allein schon dein Statement beweist, dass du denkst, ich würde Satiren nicht verstehen. Verstehen und komisch finde, lieber Herr AoR sind zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe. Vielleicht solltest du dich bezüglich des "verstehen" mal nn die eigene Nase packen, wenn du Dinge aus meinen Posts heraus liest, die da komischerweise nie gestanden haben.
b) Pardon, aber jemand, der ständig nur andere Leute zitiert, statt ne Eigenformulierung zu seiner Meinung zu wagen (gleich, ob sie was wird oder nicht), der hat schon von vornerein für mich ne ziemlich geringe Glaubhaftigkeit.
c) Die Meinung, die du vertrittst, ist imo alsolut daneben. Ich kann echt nicht nachvollziehen, wie jemand auf Feigheit und Imkompetenz basierende Texte wie Satiren dermaßen gut finden kann. Da sträubt sich bei mir echt jedes Nackenhaar.
Und das sind die 3 Gründe, wieso ich mit deinem Text nicht sehr viel anfangen kann.

Also bitte bitte erkläre mir, was du daran "feige" hälst, wenn ein Mensch seine Meinung in humoristischer Art und Weise ausdrückt?
Ahja.. du kopierst und ich soll mir die Mühe machen, alles nochmal aufzuschreiben, obwohl es schon auf meinen Posts auf der letzten Seite steht.? :shock: Nee, lass mal. Da bin ich viel zu faul für. http://instagiber.net/smiliesdotcom/kao/chika/chirol_ko.gif *auf erste Seite dieses Threads zeigt*

Ich greif jetzt nur mal zwei Textpassagen aus dem Zitat auf, da ich sonst noch bis nächstes Jahr Mittwoch dran sitzen würde.

Dem Satiriker ist es verhaßt, erwachsenen Menschen Zucker in die Augen und auf die Windeln zu streuen. Dann schon lieber Pfeffer! Es ist ihm ein Herzensbedürfnis, an den Fehlern, Schwächen und Lastern der Menschen und ihrer eingetragenen Vereine, also an der Gesellschaft, dem Staat, den Parteien, der Kirche, den Armeen, den Berufsverbänden, den Fußballklubs und so weiter - Kritik zu üben.
Das allein ist schon ein Widerspruch. Denn genau das (oben, fettgedruckter Teil dieses Abschnitts) tun sie mit diesem Schwachsinn doch. Statt (wie ich schon auf der letzten Seite schrieb) offen ihre Meinung zu sagen, verpacken sie das Ganze in Pseudo-Humor, um ja wie ne kleine Zuckerschnutte zu wirken und keiner was dagegen sagen soll. Passiert das aber dann doch, dann kommt natürlich die feige Ausrede "och, ist ja alles nur Satire". So kann man sich natürlich prima rausreden und muss zu seinen Gesagtem nicht stehen.

Er will, daß man sich schämt. Daß man gescheiter wird. Vernünftiger. Denn er glaubt, zumindest in seinen glücklicheren Stunden, Sokrates und alle folgenden Moralisten und Aufklärer könnten recht behalten: daß nämlich der Mensch durch Einsicht zu bessern sei.
Du bringst nur(!) mit einem Stein einem Kind nicht bei, was "flüssig" ist. Genauso wenig kann man mit Pseudo-Witzen, basierend auf Feigheit, Leuten Einsicht und Standhaftigkeit bezüglich ihrer Meinung beibringen.
Nur jemand, der eine selbe ober ähnliche Art der Feigheit (in diesem Falle äußerst sie sich dadurch, nicht ernsthaft zu seiner Meinung zu stehen) wählen würde, kann so etwas auch befürworten. Und genau das ist der Kasus Knaxus, wieso mir so etwas nicht gefällt. In Feigheit sehe ich einfach nichts positives, ganz gleich, von welcher Seite man sie beleuchtet.

Ardnas
14.03.2005, 14:46
Ich mag Satire aber wenn ich mir das hier so durchlese, frage ich mich ob es nicht vielleicht doch die falsche Art war den Leserbrief so anzugehen.

Gut, ihr Brief war wirklich mies aufgebaut und bot eine rechte Einladung aber wie fühlt diese Frau sich jetzt?

Mir fällt dabei irgendwie die neue Leserbrief-Rubrik: "Ich-mach-mir-anonym-pipi-in-die-Hose!" aus AnimaniA 40 ein.
Ja ich weiß, das war keine Satire aber es fiel mir in dem Zusammenhang ein. :?

~-=\AoR/=-~
14.03.2005, 15:40
Sephi ... willst oder kannst du mich nicht verstehen? Aber okay, ich roll das jetzt alles noch einmal auf (und nochmal mache ich das garantiert nicht wieder), nur damit du am Ende nicht behaupten kannst, ich hätte deine Posts net gelesen.

Was allein schon dein Statement beweist, dass du denkst, ich würde Satiren nicht verstehen. Verstehen und komisch finde, lieber Herr AoR sind zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe.
Da du die ganze Zeit geschrieben hast, das Satiriker ihre Meinung feige hinter irgendwelchen Witzen verstecken, musste ich logischerweise davon ausgehen, das du zwar die Witze gelesen, jedoch nicht verstanden hast. Denn dann hättest du, auch wenn du den Witz vielleicht nicht lustig fandest (denn das ist eine andere Sache), verstanden oder zumindest bemerkt, das der Autor einer guten Satire sehr wohl seine Meinung sagt und zwar direkter und deutlicher als viele andere.

Pardon, aber jemand, der ständig nur andere Leute zitiert, statt ne Eigenformulierung zu seiner Meinung zu wagen (gleich, ob sie was wird oder nicht), der hat schon von vornerein für mich ne ziemlich geringe Glaubhaftigkei,
Ich zitiere bloss Leute wenn sich deren Aussagen mit meinen decken. Also kannst du das getrost auch als meine Meinung ansehen. Ich dachte allerdings das sowas klar ist.

Bevor ich mit deinem letzten Post weitermache, will ich mal explizit auf deine vorherigen eingehen.

Was bitte ist daran "künstlerisch", wenn man so feige ist, seine Meinung hinter irgendwelchen Pseudo-Witzen zu verstecken, die meistens noch nicht mal komisch sind? Wenn das Kunst ist, ist das Socken-Falten auch.
Jesses, manche brauchen auch für alles nen Verzuckerungsmittel. Statt einfach mal die Klappe aufzumachen und raus mit der Meinung. Aber nein, man könnte ja ernst genommen werden und sich viel mehr Feinde machen. Wie schrecklich. Dann doch lieber feige sein und versuchen komisch zu wirken. denn Hofnarren haben ja Sonderrechte was das angeht. Jesses, wie in der Grundschule. Klassenclown lässt grüßen.
Mein Argument, dass der Kritiker sehr wohl seine Meinung sagt (und das mehr als deutlich) hast du immer noch nicht wiederlegt, weshalb ich immer noch nicht darauf eingehen kann, da ich nicht weiß was du an einer Satire feige findest. Und frag mal die von einer Satire Betroffenen, ob sie diese auch als süßlich umschriebene Feigheit halten. Ich glaube eher nicht, was auch die diversen Klagen von „betroffenen“ Personen gegen diverse Satiremagazine beweisen. Das die wenigsten davon durchkommen zeigt desweiteren die Qualität von Satiren und ordnet diese weit über plumpen Schähberichten ein.

Mir geht dieses ständige feige Verhalten, dass in unserer Gesellschaft ständig an den Tag gelegt wird, so was vom am Pi**. Wenn man nicht offen zu seiner Meinung stehen kann und es für nötig hält, sie mit hohlen Witzen zu verpacken, damit die Leute drauf anspringen, ist das feige. So nen Quatsch brauchen nur Leute, die es nicht auf die Reihe bekommen, ihre Meinung standthaft und aus voller Überzeugung zu vertreten. Aber sich der Verantwortung zu entziehen, wie in diesem Fall die Verantwortung bezüglich seiner eigenen Meinung, ist ja heute schon Mode und völlig alltäglich.
Hmm ... das der Autor nicht feige seine Meinung hinter Witzen versteckt, sollte einem sofort klar werden, wenn man die Grundaussage einer Satire verstanden hat. Und das dies den meisten Leuten gelingt, sieht man zum einen an den Verkaufszahlen diverser Satiremagazine, vor allem aber daran, das wie hier, wenn mal ein solcher Artikel gepostet wird, die Leute sich vielleicht über die Aussage streiten, nicht jedoch über die Formulierung. Denn Humor ist ja bekanntlich, wenn man trotzdem lacht. ^^
Und wenn ich so an die Zeit vom dritten Reich denke, ich glaube da konnten sich die wenigsten Satiriker der Verantwortung ihrer Meinung gegenüber entziehen. Wieso hätte Hitler die alle einsperren lassen sollen, wenn die eh nur ihre Meinung feige hinter hohlen Witzen verborgen hätten? Selbst die Obernazis und unser kleiner bescheuerter österreichischer Gefreiter haben also die Aussagen von Satire und Kabarett verstanden ... kann also gar nicht so schwer sein und so versteckt scheint die Autorenmeinung dann ja nun auch nicht.

habt ihr in der schule nie satiren geschrieben?
Aber nicht jeder begibt sich auf dieses Niveau herab und findet Feigheit komisch, sondern schmunzelt höchstens(!) über die Inkompetenz, die einige selbsternannten "Künstler" bei solchen Werken an den Tag legen. Ich weiß nicht, was erbärmlicher ist. Leute, die nicht ernsthaft zu ihren eigenen Meinungen stehen oder die Tatsache, das so ein Verhalten auch noch bejubelt wird. Nee, nee.. und da wundern sich manche, wieso unsere Gesellschaft vor die Hunde geht.
Ich habe es schon einmal gesagt und ich tue es wieder: Inkompetenz kann sich ein guter Satiriker nicht leisten! Und was „Kunst“ ist, das liegt sowieso im Auge des Betrachters. Und ein Satiriker steht sehr wohl ernsthaft zu seiner Meinung, auch und vor allem weil die Leute sonst die Satire gar nicht ernst nehmen könnten. Bitte lies einfach noch einmal die zwei folgenden Quotes.

hinter einem gut geschriebenen satirischen artikel steckt viel mehr arbeit als in den meisten anderen formen der schreiberischen ausdrucksweise.
er muss zu 100% genau wissen was er schreibt und über das geschehen wissen. ist das nicht der fall wird man dies wohl gleich merken und das ist dann wirklich ein schlechter satiriker.

mit feigheit hat das aber nun überhaupt nichts zu tun.
es waren immer die satiriker und humoristen die dinge in der welt angeprangert haben.
Das einzige was eine Satire nicht darf, ist lügen! Denn damit nimmt sie sich selbst jede kritikfähige Grundlage und ist nichts weiter als ein demagogischer Propagandazettel.

So und um nochmal auf dein letztes Post zurückzukommen.

Die Meinung, die du vertrittst, ist imo alsolut daneben. Ich kann echt nicht nachvollziehen, wie jemand auf Feigheit und Imkompetenz basierende Texte wie Satiren dermaßen gut finden kann. Da sträubt sich bei mir echt jedes Nackenhaar.
Dass das weder Feigheit noch Inkompetenz ist, was gute Satiriker so antreibt, habe ich imo jetzt lang genug dargelegt. Wenn du eine andere Meinung hast, dann bitte schön, aber dann beweise wenigstens mal, was z.B. an dem von mir im Eröffnungspost verlinkten Artikel denn nun deiner Ansicht nach feige war.

Ich mach mal den Anfang.

In Sachen Wirtschaftspolitik kann und wird er gegenüber Clinton nichts besser machen, aber er wird etwas erreichen, was Bill und der gesamten europäischen Finanzwelt unmöglich war.
George W. Bush wird den Wert des Euro dauerhaft auf über 1$ treiben.
Der Artikel ist Ende 2000 veröffentlicht worden und wie die Zukunft zeigen sollte, hat der Autor Recht behalten was den Währungskurs betrifft. Eine eigentlich negative Handlung wird als quasi-positiv dargestellt, positiv jedoch nicht für die Amerikaner, sondern für uns Europäer, was eine herrlich sarkastische Kritik an Herrn Bushs Fähigkeiten zum Präsidenten ist.

Als Texaner und Republikaner geht dies nur über die alte "law and order" Masche, die der moderne Gunman George in die neuen Medien einbinden wird. In den Pausen wird die Nationalhymne von Nancy Reagan gemurmelt - George Bush sen. stottert etwas aus der Bibel - und die männlichen Cheerleader vom Ku-Klux-Klan tanzen für uns den "burning Cross Square Dance", während ein paar Schwarze, Linke, Abtreibungsärzte und die Schriften Darwins verbrannt werden.
Kritik an den erzkonservativen Ansichten von Herrn Bush in Reinkultur. Übertrieben zwar, aber das ist ja ein Stilmittel der Satire. Und ich bin mir sicher, das Bush jun. Das tatsächlich so machen würde, wenn er könnte.

Nichts schweißt die Amerikaner mehr zusammen, als eine militärische Aktion für die Sicherung der amerikanischen Weltordnung. Wenn es den PR-Leuten von Junior gelingt, dem Volk die letzte Testphase neu-entwickelter Waffen als Schutzmaßnahme für ihre Interessen zu verkaufen, dann stehen die Amis voll hinter ihrem Präsidenten.
Und wieder einmal hat der Autor Recht behalten, was das kurze Zeit später wieder anlaufende „Star Wars“ Programm von Georgie-Boy betrifft. Die Kritik am militaristisch ausufernden Nationalismus der Republikaner dürfte selbst dir nicht entgangen sein.

Ach und nochwas. Ich dachte eigentlich der Herr Kästner schreibt so, das die meisten Leute ihn verstehen, war er ja doch Kinderbuchautor. Da dies scheinbar nicht der Fall ist, werde ich mich mal um eine Erläuterung der von dir beanstandeten Textstellen bemühen.

Dem Satiriker ist es verhaßt, erwachsenen Menschen Zucker in die Augen und auf die Windeln zu streuen. Dann schon lieber Pfeffer! Es ist ihm ein Herzensbedürfnis, an den Fehlern, Schwächen und Lastern der Menschen und ihrer eingetragenen Vereine, also an der Gesellschaft, dem Staat, den Parteien, der Kirche, den Armeen, den Berufsverbänden, den Fußballklubs und so weiter - Kritik zu üben.
Der Humor einer Satire hat nichts mit Süßkram zu tun, was man an einigen, schon fast an Beleidigungen grenzenden, Bemerkungen sieht. Kästner wollte damit ausdrücken, das ein Satiriker den Menschen lieber mit einer übertriebenen Wahrheit schockt, als ihm die Schlechtigkeit dieser Welt süß verpackt zu umschreiben.
Und der Satz „Es ist alles nur Satire.“ würde bei einem richtigen Satiriker Aggressionsschübe auslösen, denn das würde seine Arbeit und damit seine Meinung herabsetzen und abwerten. Denn dann könnte er tatsächlich einfach nur so plump seine Meinung auf den Tisch knallen und gehen. Die Leute würdens hinnehmen (oder auch nicht) und fünf Minuten später hätten's schon wieder vergessen. Aber Satire soll die Leute zum Nachdenken anregen über das was sie gerade gelesen haben. Sie sollen dazu bewegt werden sich ihre eigene Meinung zu bilden. Und eigene Meinungen hat diese unsere Gesellschaft bitter nötig.

Er will, daß man sich schämt. Daß man gescheiter wird. Vernünftiger. Denn er glaubt, zumindest in seinen glücklicheren Stunden, Sokrates und alle folgenden Moralisten und Aufklärer könnten recht behalten: daß nämlich der Mensch durch Einsicht zu bessern sei.
Menschen schauen gerne weg, wenn sie etwas sehen könnten, was ihnen Unbehagen bereitet. Aus diesem Grund nutzt die Satire dermassen maßlose Übertreibungen, dass die Menschen nicht mehr wegsehen können. Okay, einigen gelingt es immer. Die Satire soll den Menschen gewissen Vorgehensweisen, Tatsachen oder Sachverhalte vor Augen führen und zwar so, dass sie darüber nachdenken müssen, das sie ihre Blicke nicht davor verschließen können. Wie du hier schon wieder auf Feigheit kommst, bleibt mir ein Rätsel.

So, das war jetzt lang und ausführlich genug. Für's erste zumindest.

Sephiroth's Angel
14.03.2005, 17:25
Mein Argument, dass der Kritiker sehr wohl seine Meinung sagt (und das mehr als deutlich) hast du immer noch nicht wiederlegt.

Was daran liegt, dass es kein Argument ist, sondern nur deine Meinung. Wenn man das nicht unterscheiden kann, na ja... :roll:

Ich spar mir auch jetzt die lange Antwort, da ich keinen Bock habe, alles zich mal zu wiederholen (was ich schon im letzten Post machen musste und damit allmählich langweilig wird), du es aber sowieso nicht richtig liest. Dafür ist mir meine Zeit doch etwas zu schade. Lob du ruhig weiter die Feigheit solcher Leute, wenn's dich denn glücklich macht.. :patpat:

Homunculus
14.03.2005, 21:44
Ich kann mich nur anschließen...die Antwortmail ist genial formuliert *rofl*

Satire kann IMO nicht beissend und spitz genug sein, um die von den Medien völlig zugelullten Bürger mal aufzuwecken und dazu anzuregen, mal selbst das Hirn einzuschalten, statt alles zu glauben, was ihnen so den ganzen Tag über vorgesetzt wird.

Satire beleidigt immer die religiösen, politischen, oder andre heiligen Gefühle und auch den Geschmack einzelner. Satire beleidigt den Seelenfrieden einiger Menschen und erschüttert ihr Weltbild. ABER: Das ist der Zweck von Satire.
Madobe hats ja schon gesagt. Etablierte Sichtweisen sollen durchbrochen werden und so was erreicht man nur durch totale Überzogenheit oder Verkehrung ins Gegenteil. Umstände werden einfach ad absurdum geführt.

Manchmal kann man die Menschen einfach nicht anders auf Mißstände der Gesellschaft, Politik oder sonstigem aufmerksam machen. Sagt man, wie es hier von SA gefordert wurde, klipp und klar seine Meinung, wird man doch öffentlich an den Pranger gestellt und Prominente von der Presse derart zerrissen, daß hinterher alle Welt über diese Personen lacht. Dadurch erreicht man IMHO gar nichts.
Dieses Phänomen zeigt sich ja schon hier im Forum oder in andern. Sagt eure Meinung und schon werdet ihr schief angeschaut oder gemieden, weil eure eigene Meinung leider nicht kompatibel mit der der andern ist.

Ich mag Satire und je überzogener, je beissender sie ist, desto besser finde ich sie. Das ist wenigstens ein Mittel, um die gleichgültige Masse vielleicht etwas wachzurütteln. Das erreichen weder Ermahnungen noch Politiker mit pseudo-klugen Ratschlägen und Sprüchen.

Nur schade, daß Satire so oft verkannt wird ;)

Daidai
15.03.2005, 07:47
@SA

njo njo
ich wollte nurmal noch eine sache dazu sagen. Du schreibst gerne ironisch und dazu ausschweifend wobei du in abwertender etwas humoristischer art und weise deine meinung (die sowie ich denke sehr stur (im positiven) vertrittst)

nun rechnen wir zusammen
ironisch + ausschweifend + abwertend + leicht humoristisch
meine gute du kommst einer satire damit schon sehr sehr sehr nahe um nicht zu sagen du schreibst praktisch jeden post in satririscher form.

kann ich nun behaupten zu versteckst dich hinter inronie und stehst nicht zu deiner meinung, bist also feige??

ich lasse die frage mal so in den raum gestellt. (auf antwort gespannt) aber nicht rausreden :angsthas: :schleime:

Talyona
15.03.2005, 07:54
wenn man sich mit einem satiriker anlegt muss mandamit rechnen dass man eine satire zurückbekommt...
Ja, da stimme ich zu; andererseits muss auch ein Satiriker mit Gegenreaktionen rechnen oder nicht? Ich bin da etwas zwiegespalten: Der Brief von der Frau ist ziemlich panne, besonders der letzte Absatz, und die Antwort darauf finde ich eigentlich genial, aber trotzdem hatte ich beim Lesen ab und zu den Eindruck, da wird mit Kanonen auf einen Spatz geschossen. :?

Ich mag Satire und besonders politisches Kabarett (da hier sogar mit dem Publikum interagiert wird) oder ich sollte besser sagen, ich schätze sie sehr, weil ich mich auf diese Weise gerne belehren lasse. Aber auch wenn sie immer gut recherchierte Fakten aufweist, kann sie von verschiedenen Satirikern eben auch unterschiedlich dargestellt werden. Ich denke, da sollte man auch differenzieren und nicht gleich die Jubelfahne schwenken, nur weil Satire drüber steht.

Knisi
17.03.2005, 20:17
@ KittyChan : Humor ist für viele Leute eine ernste Angelegenheit, damit ist nicht zu spaßen ! :D

@Sephi : Ähm...Kann es sein, dass Du Deinen "sozialkritischen" hast ? :?

Also dieser Antwortbrief von dieser Miss Pilder ist ja echt.....!
Ich meine, wer schon öffentlich mit seinem IQ protzt, solche Leute nehme ich nicht ernst ! Außerdem : Wenn die auf jede Bush-Satire antworten würde, käme sie aus dem Briefe- und Mail-Schreiben überhaupt nicht mehr heraus, und das seit Beginn der Bush-Regierung. Ich erinnere mich an ein SPIEGEL-Cover von 2000, das zeigte Bush als kleinen Cowboy.

Satire finde ich gut, wenn sie eben nicht wirklich schlimme Dinge auf´s Korn nimmt (11. September, usw.).
Außerdem finde ich es gut, wenn so der Gesellschaft auch der Spiegel vor´s Gesicht gehalten wird.
OK, da lachen die meisten drüber und das war es dann, richtig darüber nachdenken tun die wenigsten.
Erich Kästner zum Beispiel verfiel später in seinem Leben richtig in eine Art Depression, weil er immer versucht hat, mit seinen Texten die Gesellschaft zu ändern, es aber nie geschafft hat.

Sephiroth's Angel
17.03.2005, 23:59
@ Daidai

Du findest echt, meine Posts grenzen an satirische Texte? Moi?? :shock: Ich bin einfach nur ne Zicke, die ab und an etwas melodramatisch ist. Das ist alles. :smirk: Schlägt sich halt manchmal in meiner Schreibweise nieder. http://www.mysmilie.de/smilies/kaos/1.gif Mal davon ab, wer's nicht doppel-gemoppelt, wenn ich mich hinter meiner Schreibweise verstecken müsste? Forum ist doch ohnehin anonym. Was würd das also bringen? :kratz:

Daidai
18.03.2005, 05:39
@SA
naja satiriker sind sazusagen auch "relativ" anonym. ich mein in den seltesten fällen sieht man sie und viele benutzen "künstlernamen" da muss man sich in ja eigentlich auch nicht verstecken.

deine posts melodramatisch? naja es geht ^^" ich denke jedenfalls mal dass es keinen wirklichen sinn macht da weiter zu diskutieren.
Mir jedenfalls kann satire gefallen muss aber nicht, da das meiste was rauskommt wirklich mist ist.

~-=\AoR/=-~
18.03.2005, 08:35
Ich glaube auch, das wir dieses Thema wohl besser zur Seite legen, da weitere Diskussionen da eh keinen Sinn haben.

Aber ich will nochmal zum eigentlichen Topic des Threads zurückkommen.

Satire finde ich gut, wenn sie eben nicht wirklich schlimme Dinge auf´s Korn nimmt (11. September, usw.).
Und warum wäre das so schlimm?
Mittlerweile macht man ja auch wieder Witze über den 11.9. (was mir gerade auffällt ... wenn man das Datum umdreht entsteht 911, die amerikanische Notrufnummer). Was ist also der Unterschied, ob man diese Witze einem Monat, ein Jahr oder vier Jahre später macht?

Satire muss genau das machen, damit die Menschen nicht vor Entsetzen gebannt rumstehen, sondern sich fragen "Wieso konnte das passieren?".

madobe
18.03.2005, 19:07
weil es geschmacklos is wie ich finde. und eine satire sollte witze vermeiden über etwas, was zahlreichen menschen das leben gekostet hat...

Vargsang
18.03.2005, 20:00
Jetzt drehst du dich aber ein bisschen im Kreis, AoR. Wenn ich Witze über bestimmte Sachen mache (bestes Beispiel in dem Fall: Zunami-Flutwelle) ist dir das Lachen auch im Halse stecken geblieben und fandest das gar nicht komisch.
Jetzt sagst du das muss so sein.

Varg

Ardnas
18.03.2005, 23:50
madobe hat Recht! Über Opfer macht man keine Witze.

Dence
20.03.2005, 12:21
Ich habe mir eben mal die Mühe gemacht und diesen langen Text gelesen und dazu kann ich einfach nur eines sagen: genial! :)

Es war an manchem Stellen etwas heftig, aber trotzdem: Wo der Autor Recht hat, hat er Recht. Auch wenn ich mir himmelhoch verarscht vorkäme, wenn ich diese Email als Antwort auf meine bekommen hätte.
Es gibt natürlich Themen, wie bspw. den Terroranschlag auf die World-Trade-Center oder eben die Tsunami-Welle, aber diese Themen sollten auch nicht zum Tabu werden. Ob es angebracht ist, in dieser Form darüber zu berichten, will ich aber trotzdem ganz klar verneinen. Menschen, die auf schrecklichstee Art Opfer eines Unglücks bzw. einer Flutkatastrophe wurden, sollten den nötigen Respekt entgegengebracht werden.

~-=\AoR/=-~
21.03.2005, 11:16
@Varg & madobe
Ich meine nicht Witze über die Opfer, sondern satirische Bemerkungen über das Unglück an sich. Das ist ein Unterschied. Beim 9.11. z.B. ein paar Bemerkungen bzgl. der doch teilweise sehr merkwürdigen Umstände wie es dazu kommen konnte und bei der Flutwelle z.B. darüber, wieso Behörden so spät reagiert hatten, es kein Vorwarnsystem gab etc. pp. Über Opfer macht man keine Witze, nur über das Unglück.

madobe
21.03.2005, 19:06
naja, über das unglück muss man auch keine satire machen oder? wozu auch?

Sir_Benson
21.03.2005, 19:49
Warum schaffen wir die Satire nicht einfach generell ab ? :roll:
Oder macht man da auch keine Witze drüber ? -_-

madobe
21.03.2005, 20:36
Warum schaffen wir die Satire nicht einfach generell ab ? :roll:
Oder macht man da auch keine Witze drüber ? -_-

man kanns auch übertreiebn :patpat:

DragonLord
23.03.2005, 13:35
Die Antwort des Autors ist zwar ein bisschen hart aber sehr amüsant. Mir hat der Fragebogen auch gefallen! ^_^

Ich hab eigentlich durch Zufall "Stupid white Man" in die Hände gekriegt. Ich habs gelesen und finde es einfach genial! Einerseits war ich geschockt was für Auswüche der Ultra-Kapitalismus in Amerika hat, aber andererseits war das Buch einfach zu komisch!

Einer meiner Lieblingszitate aus "Volle Deckung Mr. Bush:
Tut mir leid Mr. Bush, aber ich werde nicht schlau aus der Sache. Du hast uns eingetrichtert. Osama bin Laden sei für die Anschläge verantwortlich. Wir haben das alles brav nachgeplappert, sogar ich. Aber dann hörte ich komische Geschichten über Osamas Nieren. [...] "Osama bin Laden braucht regelmäßige Dialysen wegen seiner Nierenleids; deshalb muss er in der Nähe eines Dialysegerätes bleiben.“
Sagte der Dialyse? Der schlimmste Verbrecher der Welt, der gemeinste Bösewicht auf Erden kann ohne medizinische Hilfe nicht einmal pissen? [...] Wie soll ich diese ganzen verschärften Sicherheitsvorschriften akzeptieren, wenn der Hauptbösewicht irgendwo flachliegt und an ein Dialysegerät angeschlossen ist?

Ardnas
23.03.2005, 15:12
@DragonLord
Das stimmt Michael Moore ist genial!
Mein Lieblingskapitel aus "Volle Deckung Mr. Bush", ist "Die Heimat des Whoopers". Nr. 6 und 8.

Ich mag Politische Satire, ist wohl auch die bekannteste.

DragonLord
23.03.2005, 15:31
@DragonLord
Das stimmt Michael Moore ist genial!
Mein Lieblingskapitel aus "Volle Deckung Mr. Bush", ist "Die Heimat des Whoopers". Nr. 6 und 8.


Stimmt!
"Afghanistan? Was genau sollte dieses Land für einen Beitrag leisten? Pferde? 10 Stöcke und ein Stein? Hatten sie nicht genug eigene Probleme da unten? Oder können sie ein paar Warlords entbehren, um uns im Irak zu helfen?"

:lol:

@all: Habt ihr Fahrenheit 9/11 gesehen? Einfach genial der Film!

Ardnas
23.03.2005, 17:14
@DragonLord

Vielleicht sollten wir den Moore Thread wieder ausgraben. :wink:

DragonLord
23.03.2005, 17:33
@DragonLord

Vielleicht sollten wir den Moore Thread wieder ausgraben. :wink:

Hier gibt einen? :D
Warum nicht!

~-=\AoR/=-~
16.06.2005, 01:37
Genug mit Moore, sonst kriegt unser JPF noch Magenkrämpfe. Und das wollen wir ihm ja nicht wirklich antuen. *lach*

Ich habe mir letztens bei meiner freundin mal die Sammelausgabe des "Eulenspiegels" durchgelesen. Wer es nicht weiß, der "Eulenspiegel" war das einzigste Satiremagazin der DDR und stand ein paar hundertmal vor dem Verbot. Und die haben schon ein paar Schoten raus gehauen, wo ich mich immer noch frage wie die damals um ein Verbot herumgekommen sind.

BtW: Den Eulenspiegel gibt es immer noch ... http://www.eulenspiegel-zeitschrift.de

mycroft
16.06.2005, 12:13
@aor gab es da nicht auch noch titanic, die auch in der ddr aktiv war???

~-=\AoR/=-~
16.06.2005, 13:29
Soweit ich das weiß, war die "Titanik" ein westdeutsches Satiremagazin. Aber ich kann mich ja auch irren ...

BtW: Gerade gefunden ... *lach*
http://www.titanic-magazin.de/startpics/startcartoon.jpg

Luci Hawk
16.06.2005, 18:53
Jaja, die Amis sind nicht gerade für ihren Sinn für Ironie/Satire/Zynismus bekannt, selbst wenn es in großen Leuchtbuchstaben angekündigt wird. Nehmen gleich alles so ernst.

Ein Bekannter von mir war mal in den US und einem Mädel, das ein mit rotem Plüsch ausgeschlagenen Wagen hatte, gesagt - es war als Witz gemeint- dass es in ihrem Auto wie in einem Puff aussieht, wegen dem Plüsch halt. Natürlich war die Frau gleich beleidigt und gemeint, dass sie mit sowas überhaupt nix zu schaffen hätte und wie er drauf käme, sie für eine Prostituierte halten...