SweetMel
10.06.2005, 21:04
Bevor ich jetzt zerhackstückelt und gevierteilt werde:
Ich schreibe dieses Thema bewusst NICHT in den Japanologie-Thread, da
A) Marbrug keine Japanologie behinhaltet und
B) ich keine allgemeinen Informationen über das Studium an der Lahn verbreiten möchte.
Vielmehr ist seit letzter Woche Montag bekannt, dass das hessische Wissenschaftsministerium plant, das Japan-Zentrum Marburg zu schließen, um statt dessen ein allgemeines Zentrum für Ostasienwissenschaften in Frankfurt zu bilden. Dieser Plan läuft unter dem Titel "Zentrenbildung": Gießen soll ein Osteuropa-Zentrum bekommen, in Marburg ein Orientalistik-Zentrum entstehen.
Das Problem: Das Ministerium zerstört so bewährte Strukturen, die 20 jahre lang aufgebaut wurden. Um das zu erklären:
Marburg: Bibliothek mit über 40.000 Büchern und über 200 laufende Zeitschriften; 5 Partnerunis in Japan (z.B. die Todai in Tokio oder die Tokyogaikokugodaigaku); 3 Proffessuren, unter anderem Japanisches Recht, was Europaweit nur noch in London angeboten wird; ein moderner, wissenschaftlich ausgerichteter Studiengang, uswusf.
Frankfurt funktionert gänzlich anders. Das Studium hier ist mehr Literarisch orientiert aufgebaut (was das -ologie schon vermuten lässt), die einzige Professur, die hier besteht, ist Literaturwissenschaft. Es bestehen keine Beziehungen zu Partnerunis in Japan, und die Bibliothek ist lang nicht so groß.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Gegen Frankfurt ist hier niemand, vor allem nicht ich (der Heimat so nah...). Auch die Frankfurter sind über den Ministerienbeschluss nicht glücklich: Im Grunde würden alle, die eigentlich nach Marburg kommen wollten, nach Frankfurt strömen, und das bisher sowieso unterbesetzte Fach nur noch voller, aber nicht mit mehr Fachpersonal versehen werden.
Ausserdem würde ein "Ostasienzentrum" sich mehr auf die ganze Region (also China und Korea miteinbezogen) konzentrieren, die Fachlichen Kompetenzen gingen flöten.
Was euch das angeht, fragt ihr euch sicher:
Nun, es kann gut sein, dass hier einige rumgeistern, die sich mit dem Studium in Marburg beschäftigen oder sogar über ein Solches nachgedacht haben. Gerade diejenigen sollten bescheid wissen, was hier gerade abgeht, und nicht von irgendwelchen Grüchten beirren oder abrschrecken lassen. Dieses WinterSemester könnte die letzte Chance für eine Einschreibung sein.
Für mehr (viel mehr) Informationen haben wir eine Website errichtet (www.japan-zentrum.de/).
An die Frankfurter Kollegen, und die aus der Slawistik, Judaistik usw: Meldet euch ruhig, ich denke, dass man hier gut miteinander arbeiten kann.
Schönen Abend noch, SweetMel
Ich schreibe dieses Thema bewusst NICHT in den Japanologie-Thread, da
A) Marbrug keine Japanologie behinhaltet und
B) ich keine allgemeinen Informationen über das Studium an der Lahn verbreiten möchte.
Vielmehr ist seit letzter Woche Montag bekannt, dass das hessische Wissenschaftsministerium plant, das Japan-Zentrum Marburg zu schließen, um statt dessen ein allgemeines Zentrum für Ostasienwissenschaften in Frankfurt zu bilden. Dieser Plan läuft unter dem Titel "Zentrenbildung": Gießen soll ein Osteuropa-Zentrum bekommen, in Marburg ein Orientalistik-Zentrum entstehen.
Das Problem: Das Ministerium zerstört so bewährte Strukturen, die 20 jahre lang aufgebaut wurden. Um das zu erklären:
Marburg: Bibliothek mit über 40.000 Büchern und über 200 laufende Zeitschriften; 5 Partnerunis in Japan (z.B. die Todai in Tokio oder die Tokyogaikokugodaigaku); 3 Proffessuren, unter anderem Japanisches Recht, was Europaweit nur noch in London angeboten wird; ein moderner, wissenschaftlich ausgerichteter Studiengang, uswusf.
Frankfurt funktionert gänzlich anders. Das Studium hier ist mehr Literarisch orientiert aufgebaut (was das -ologie schon vermuten lässt), die einzige Professur, die hier besteht, ist Literaturwissenschaft. Es bestehen keine Beziehungen zu Partnerunis in Japan, und die Bibliothek ist lang nicht so groß.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Gegen Frankfurt ist hier niemand, vor allem nicht ich (der Heimat so nah...). Auch die Frankfurter sind über den Ministerienbeschluss nicht glücklich: Im Grunde würden alle, die eigentlich nach Marburg kommen wollten, nach Frankfurt strömen, und das bisher sowieso unterbesetzte Fach nur noch voller, aber nicht mit mehr Fachpersonal versehen werden.
Ausserdem würde ein "Ostasienzentrum" sich mehr auf die ganze Region (also China und Korea miteinbezogen) konzentrieren, die Fachlichen Kompetenzen gingen flöten.
Was euch das angeht, fragt ihr euch sicher:
Nun, es kann gut sein, dass hier einige rumgeistern, die sich mit dem Studium in Marburg beschäftigen oder sogar über ein Solches nachgedacht haben. Gerade diejenigen sollten bescheid wissen, was hier gerade abgeht, und nicht von irgendwelchen Grüchten beirren oder abrschrecken lassen. Dieses WinterSemester könnte die letzte Chance für eine Einschreibung sein.
Für mehr (viel mehr) Informationen haben wir eine Website errichtet (www.japan-zentrum.de/).
An die Frankfurter Kollegen, und die aus der Slawistik, Judaistik usw: Meldet euch ruhig, ich denke, dass man hier gut miteinander arbeiten kann.
Schönen Abend noch, SweetMel