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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie sinnvoll ist Entwicklungshilfe?


Df3nZ187
02.07.2005, 10:33
"Entwicklungshilfe nimmt das Geld der Armen in den reichen Ländern und gibt es den Reichen in den armen Ländern." - Achmed Mohamed Saleh

Den Spruch kennt der ein oder andere vielelicht schon.
Jetzt ist im Spiegel ein interessanter Artikel erschienen der, anlässlich des Heute stattfindenden Live 8 Konzerts, quasie genau in die selbe Wunde sticht.

Das weiße Band der Idiotie

Von Henryk M. Broder

Gestern wohnte man in einer "atomfreien Zone", heute knüpft man Laken für die "Aktion gegen Armut" oder rettet rockend mit "Live 8" die Welt. Doch wem nutzen solche symbolischen Aktivitäten? Vor allem ihren Erfindern.

(DDP)
"Live 8"-Macher Geldof: Mobiler Sozialarbeiter
Wir leben in aufregenden Zeiten. Einerseits schreitet die Globalisierung voran und verbreitet ein Gefühl der Ohnmacht, des Ausgeliefertseins an unkontrollierbare Mächte, andererseits war es noch nie so einfach, gegen den Strom zu schwimmen, Sand im Getriebe der Gesellschaft zu sein. Es fing an mit kleinen Aufklebern, die man an den Türen der Wohngemeinschaften anbringen und damit progressive Haltung demonstrierten konnte, ohne einen Fuß vor die Tür setzen zu müssen: "Atomwaffenfreie Zone".

Dann kamen die Sticker der Tierfreunde: "Ich bremse auch für Tiere!" Mit der deutschen Einheit entwickelte sich eine neue Protestkultur. Auf der einen Seite die Glatzen, die "nationalbefreite Zonen" durchzusetzen versuchten, ohne "Fidschis und Kanaken", auf der anderen die guten Deutschen, die händchenhaltend Menschenketten bildeten, um gegen Ausländerfeindlichkeit zu demonstrieren. Es gab Tage, da konnte man zwischen Berchtesgaden und Flensburg kaum über die Straße gehen, ohne von einer Menschenkette aufgehalten zu werden.

Auch der erste Irak-Krieg förderte die angewandte Kreativität. Als alliierte Bomber Ziele im Irak anflogen, hängten deutsche Friedensfreunde weiße Bettlaken von ihren Balkonen, um nicht versehentlich getroffen zu treffen. Angebote für Individualisten ergänzten die vielen Mahnwachen: Fasten für den Frieden, Saufen für den Frieden und Hupen gegen den Krieg. Und nun ist die Armut dran. Ihr soll der Garaus gemacht werden, und die Art, wie das geschehen soll, erinnert an die Menschenketten gegen die Fremdenfeindlichkeit und die Bettlaken gegen die Bomben. Es ist quasi die symbiotische Verbindung beider Protestformen.

Ideenreichtum für die Armen

Am 2. Juli wird sich "das längste weiße Band Deutschlands" von der Spitze des Wetzlarer Doms durch die Wetzlarer Altstadt "schlängeln". Bei der "Aktion gegen Armut" am ersten internationalen "White-Band-Day" werden "Hunderte Banner und Bettlaken aneinander" geknüpft, um darauf aufmerksam zu machen, "dass täglich 24.000 Menschen an den Folgen von Hunger und Unterernährung sterben". Nicht nur in Wetzlar, wo das Aktionsbündnis "Deine Stimme gegen Armut" seinen Sitz hat, überall in Deutschland werden sich weiße Bänder schlängeln, die am 10. September, beim zweiten "White-Band-Day", in Berlin zu einem superlangen weißen Band zusammengesetzt werden.

(REUTERS)
Erzbischof Tutu: "Ein guter Anfang"
Zwischen dem 2. Juli und dem 10. September liegen 70 Tage. In dieser Zeit werden, wenn die Ausgangszahl von 24.000 täglich stimmt, 1.680.000 Menschen an den Folgen von Hunger und Unterernährung sterben, völlig unabhängig davon, ob die Aktivisten der "Aktion gegen Armut" weiße Bänder aneinander knoten, sich einen Sonnenbrand im Freibad holen oder allabendlich fürstlich tafeln. Freilich, was immer sie tun, sie werden, im Gegensatz zu den Hungernden, denen die Aktion gilt, nicht nur satt, sondern auch mit dem guten Gefühl ins Bett sinken, etwas gegen die Not in der Welt getan zu haben. Man könnte die ganze Übung auch anders nennen: "Brot für die Welt - aber die Butter bleibt hier!" Oder: "Das weiße Band der Idiotie".

Der Punkt, der auf der Agenda der "Aktion gegen Armut" ganz oben ansteht, ist ein "Schuldenerlass" für die armen und verschuldeten Länder in der Dritten Welt. Ein wenig irritiert dabei nur, dass die Finanzminister der G-8-Staaten bereits beschlossen haben, 37 armen Staaten ihre Schulden zu erlassen, weitere werden folgen. Was sich aber noch nicht bis Wetzlar herumgesprochen hat: Schuldenerlass bedeutet nicht, dass die Schulden einfach gestrichen werden, sondern, dass sich die G-8-Staaten verpflichten, die Tilgung und die Zinszahlungen zu übernehmen. Da wird der deutsche Steuerzahler jubeln, wenn er begriffen hat, dass auf ihn bis zum Jahre 2015 Extraausgaben von fast einer Milliarde Euro zukommen.

Wer instrumentalisiert wen?

Das sei "ein guter Anfang", freute sich der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu, und die rund 70.000 Besucher eines "U2"-Konzerts in der Schalker Arena jubelten, als Sänger Bono den eben bekannt gewordenen Beschluss der G-8-Staaten verkündete. Und so kommt es in diesen Tagen überall zu einem solidarischen Schulterschluss zwischen Politik und Popmusik, wobei es so aussieht, als würden die Musiker die Politiker vor sich hertreiben - in einen Kampf gegen die Armut, für eine Welt, in der es gerecht zugeht, niemand hungern muss und alle Kinder CD-Player haben, um die Live-Mitschnitte der Benefiz-Konzerte gegen die Armut zu hören. Werden die Musiker schaffen, was den Polikern nicht gelungen ist? Fest steht: Man kann nicht genau sagen, wer wen instrumentalisiert.

(AP)
"Live 8"-Unterstützer Bono: Gegenseitiges Geschäft
Vermutlich handelt es sich um ein Geschäft auf Gegenseitigkeit. Bono von U2 besucht den EU-Kommissionspräsidenten Jose Manuel Barroso in Brüssel und fordert ihn auf, "für die Ärmsten der Welt die Entwicklungshilfe spürbar zu erhöhen". Barroso nimmt sich für Bono frei und lässt sich mit ihm fotografieren. Dann geht ein Bild um die Welt, auf dem der Pop-Musiker und der EU-Manager zu sehen sind, wie sie in heiterer Verbundenheit mit den Hungerleidern in aller Welt das V-Zeichen für die Fotografen machen. Die dazugehörige Geschichte ist in sechs Worten ausführlich erzählt. "Rocksänger Bono kämpft für die Armen".

Das tun inzwischen viele. Fast jeder Star und jedes Sternchen, von Britney Spears bis Jeanette Biedermann, von Steven Spielberg bis Veronika Ferres hat entweder eine eigene Stiftung zur Unterstützung notleidender Kinder in der Dritten Welt oder er bzw. sie reist im Auftrag wohltätiger Organisationen durch Krisen- und Katastrophengebiete. Was immer die mobilen Sozialarbeiter aus dem Show-Business machen, in einem Punkt sind sich alle einig: Vor allem in Afrika sterben die Menschen an Aids, Dürre und Hunger, "weil sie zu arm sind" ( Bob Geldof).

Kontraproduktive Spenden

Das ist der Ausgangspunkt aller Überlegungen - und das Ziel aller Aktivitäten. Dabei sind sich alle Ökonomen, die sich mit der Wirtschaft in den Entwicklungsländern beschäftigen, einig: Es kommt nicht auf die Höhe der Hilfszahlungen, sondern vor allem darauf an, wie ein Land regiert wird, wie groß das Ausmaß der Korruption ist, ob die Regierung die Geschäfte zu ihrem Nutzen betreibt oder freien Handel ermöglicht.

In totalitär geführten Staaten, in Ländern, die gegeneinander Krieg führen oder im ständigen Bürgerkrieg existieren, sind Spenden ausgesprochen kontraproduktiv. Sie ermöglichen es der Regierung, die Ressourcen für ihre Waffengänge einzusetzen, während die Bevölkerung von ausländischen Hilfsorganisationen versorgt wird. So werden die Zustände nur zementiert.

(REUTERS)
Simbabwes Präsident Mugabe: Das Land platt gemacht
Wenn Bono & Co. den Hungernden und Unterdrückten wirklich helfen wollten, dann müssten sie alles daran setzen, ihre "Live 8" Konzerte in der sudanesischen Provinz Darfour zu veranstalten oder, noch besser, in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe, wo Robert Mugabe regiert, der sein Land beharrlich in den Ruin treibt. Nachdem er die weißen Farmer enteignet hat, wodurch sich die Lebensbedingungen der schwarzen Landarbeiter nicht verbessert haben, ist er jetzt im Begriff, die städtische Opposition zu erledigen. Mugabe ließ ganze Stadtviertel platt machen und Tausende verhaften - ohne dass dies in Europa mehr als ein müdes "Der, schon wieder!" ausgelöst hätte. Da wäre ein Super-Popkonzert das Richtige, um die Aufmerksamkeit der Welt auf die Zustände in einem Land zu lenken, das unter hausgemachter Gewalt leidet.

Aber Europa mag es eher symbolisch. Am 12. Juni war der "Welttag gegen Kinderarbeit". Er ging ebenso unbemerkt vorbei wie der "Tag des Schlafes" eine Woche später. Der "Welttag gegen Kinderarbeit" sollte die geschätzten 18o bis 250 Millionen Kinder ins Licht rücken, die für wenig Geld unter schrecklichen Bedingungen schuften müssen. In Indien z. B. arbeiten viele Kinder in Steinbrüchen.

Und zwei Drittel aller Grabsteine in Deutschland werden aus Indien eingeführt. Nun soll ein Verein gegründet werden - Vorsitz: Norbert Blüm, Ex-Arbeitsminister -, der die aus Indien eingeführten Grabsteine darauf überprüfen will, ob an ihrer Herstellung Kinder unter 14 Jahren beteiligt waren. Keine leichte Aufgabe angesichts der Tatsache, dass nur wenige Kinderarbeiter einen gültigen Ausweis mit sich führen, der ihr Alter verrät.

Für die Unbedenklichkeitserklärung der Grabsteine soll eine Gebühr von drei Prozent des Preises erhoben werden. Damit werden dann die Kontrolleure des Vereins bezahlt, die die Steinbrüche überprüfen. Wie viele Kontrolleure braucht man für ein Land, das neunmal so groß ist wie die Bundesrepublik, in dem eine Milliarde Menschen leben und wo es mehr Steinbrüche gibt als Norbert Blüm Haare auf dem Kopf hat?

Früher, bevor die Künstler und die Polit-Rentner die Sache in die Hand nahmen, hieß es: Entwicklungshilfe ist Hilfe zur Selbsthilfe. Das stimmt noch immer. Die Entwicklungshelfer helfen - vor allem sich selbst.

Quelle: spiegel.de (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,363168,00.html)


Hat es da eigentlich überhaupt noch Sinn zu spenden oder sich an solchen Aktionen zu beteiligen?
Wäre den Länder vielleicht mehr geholfen wenn man sie "einfach machen lässt" und sich nicht weiter in deren belange einmischt?
Oder sollte man vielleicht was ganz anderes machen?
Gibt es bessere Konzepte wie man diesen Menschen helfen kann?

~Lilly~
02.07.2005, 11:07
Einfach wegschauen und nichts tun ist, denke ich, auch keine gute Lösung. Aber ich frage mich immer wo diese vermeindlichen "Spenden" überhaupt sind? Ich z.B. habe bisher nochnie von der Übergabe irgendeiner Spendenaktion etwas mitbekommen und obwohl es so hohe Beträge sind ändert sich ja dennoch nichts.

Ich denke der Weg, einfach nur Geld in die Länder pumpen, ist auch Falsch. Ich weiss allerdings nicht welcher Weg am nützlichsten wäre.
Das Thema nehmen wir z.Z. im Unterricht durch, alles steht in einem zu krassen Verhältniss, die Armen haben viel, viel zu wenig und die reichen viel zu viel.
Übrigens weiss ich auch nicht wirklich was ich von diesem Live 8 halten soll, ich denke damals war der Sinn dahinter noch viel stärker als Heutzutage. Übrigens ist es interessant zu wissen, dass alle Stars die bei Live 8 auftreten als Dank, ein riesengroßes Geschenkpaket bekommen mit ettlichem Luxus Zeugs drin. Da frage ich mich wieso das Geld für diese Geschenke an die Stars (die das im Grunde sowieso nicht zwingend benötigen), nicht auch für Wohltätige Zwecke verwendet wird, oder wieso nicht einfach jeder Bewohner in einem der Kritschen Länder einfach so ein Paket bekommt?
Ein Ereigniss für wohltätige Zwecke, aber es wird dennoch Geld für die im zu Großen Überfluss lebenden verschwendet.

Achja ich hoffe ich bekomme jetzt nicht das Geleier zu hören: "Aber du lebst doch auch im Überfluss..blah, blah", ich denke bei meinem Post lediglich an die Stars die immernoch alles hinterher geschmissen bekommen...

Lechloan
02.07.2005, 12:37
Einfach wegschauen und nichts tun ist, denke ich, auch keine gute Lösung.

Aber eine sehr angenehme, zeit- und geldsparende.

Df3nZ187
02.07.2005, 13:10
Man könnte ja auch mal etwas in der Zeit zurück gehen und mal drüber diskutieren ob es vielleicht besser gewesen wäre man hätte gar nicht erst in die Entwicklung anderer Völker durch Kolonialisierung eingegriffen.
Wäre es besser gewesen wir hätte z.B. Aifrika einfach in Ruhe gelassen und uns hier auf Europa beschränkt?
Ist zwar ziemlich theoritisch das ganze aber ich finde es interessant.

Aber um auch mal meine eigenen Fragen zu beanworten.

Ich finde solche Aktion wie das Live 8 dennoch ganz gut, denn schließlich ruft es uns die Thematik wenigstens mal wiede rins Gedächtnis zurück.
Wäre das Live 8 nicht würden wir jetzt gar nicht über Entwikclungshilfe reden und wahrscheinlich auch keinen einzigen Gedanken daran verschwenden.

Die Frage ob man dennoch spenden sollte finde ich schwer zu beantworten.
Es ist ja richtig das man damit quasi indirekt sogar noch die Regierungen unterstütz, aber ist es besser nichts mehr für die Länder zu tun?
Dann müssten die Regierungen irgendwan aufhören ihr Geld in Waffen zu stecken, weil sonst das gesamte Volk verhungert und wen wollen sie dann noch Regieren, wer soll für sie arbeiten und wer für sie kämpfen?
Aber was ist mit den Menschen die verhungern bis sich diese Erkenntnis bei den Regierungen eingestellt hat. Sind das halt Kolleteralschäden?

Batou
02.07.2005, 13:40
D.... *was ein username* u_u;

ich muss sagen, ich kann das geheuchel vom heutigen Live 8 net hören... wenn sie wenigstens eintritt genommen hätten, wie beim ersten und die einnahmen dann wenigstens vernünftig genutzt hätten um wirklich was in den Entwicklungsländern zu bewegen, dann wäre es sinnvoll. Man hätte z.B. dem UN Hilfswerk helfen können, oder einer anderen Organisation. Aber, das wir an die Menschen in den Entwicklungsländern denken hilft ihnen herzlich wenig. Von Gedanken können die sich nichts zu essen besorgen, oder zur schule gehen, von daher find ich Live 8 recht sinnlos, das ist nur balsam für die Seelen hier, unter dem Motto "Ich hab wenigstens dran gedacht"
Ich bin mir sicher, das die Leute, die dort hingehen, auch eintritt gezahlt hätten. So hat man es ja mit dem ersten Live aid auch gemacht. Gut, was dann mit den Geldern passiert ist, ist eine andere Frage.

taunebula_stern25
02.07.2005, 15:22
Zumindest hätte man die Gagen, die nicht gezahlt werden, nehmen können, und die spenden können. Auch wenn viele Stars sich benefizmäßig engagieren, ist das doch nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Ich finde das LIVE 8 heuchlerisch. Es geht doch nur darum, wie Batou schon gesagt hat, dass man sich die Misstände auf der Welt kurz ins Gedächtnis ruft, und aber dann nimmer weiter drüber nachdenkt. Ich finde es besser, wenn es dieses Live 8 jedes Jahr geben würde, und dafür aber auch mit Eintrittsgelder.

Ich finde Entwicklungshilfe ist eigentlich nur die Hilfe zur Selbstzerstörung. Die westliche Zivilisation hat eine andere Auffassung von Landwirtschaft, etc. Und die Länder z.B. in Afrika haben eben ihre eigene Anbautraditionen, und da sollte man ihnen nicht reinpfuschen.

Außerdem finde ich, dass man nicht Lebensmittel in die Entwicklungsländer schicken sollte, die dort nicht bekannt sind, sondern eher Geräte, Geld, andere Hilfsmittel, die ihnen dann Starthilfe geben können.

Es ist auch nicht damit geholfen, "Entwicklungshelfer" in die Länder zu schicken, die dann nach nem Jahr oder so wieder weggehen.

Batou
02.07.2005, 15:29
die labern gerade, das dieses Live 8 ne demonstration dafür ist, das die reichen industrienationen schulden erlassen und entwickluingshilfe intensivieren....

Toll da demonstrieren 2 Millionen Menschen 1 mal im Jahr dafür... das interessiert die Regierungschefs doch kaum. Den Tag können sie doch locker aussitzen u_u

Gilgalad
02.07.2005, 15:47
Die beste Entwicklungshilfe ist eine Veränderung des politischen Systems.
Geld verschwindet nur irgendwo im Sumpf der korrupten Regierungen.
Wirklich ändern tut sich nur was wenn eine Revolution stattfindet, so wie damals in Kuba. Wir sollten das Geld also den Rebellen spenden die die Regierung stürzen wollen, denn dann ändert sich mal was.

"Live Aid" ist auch nur wieder eine Selbstdarstellung von Bob Geldoff der schon sehr lange keine Platten mehr verkauft hat, und den man ohne solche Aktionen gar nicht mehr kennen würde.

Batou
02.07.2005, 15:53
Die beste Entwicklungshilfe ist eine Veränderung des politischen Systems.
Geld verschwindet nur irgendwo im Sumpf der korrupten Regierungen.Korruption ist aber auch eine direkte Folge von Armut
Wirklich ändern tut sich nur was wenn eine Revolution stattfindet, so wie damals in Kuba. Wir sollten das Geld also den Rebellen spenden die die Regierung stürzen wollen, denn dann ändert sich mal was.
nuja, damals hats geholfen, als der große Bruder noch da war, aber jetzt gehts Kuba ja nun auchnet so prikelnd, die Bevölkerung ist auchnet besser dran, wo wohl die Einnahmen ausm Tourismus bleiben?

Maunzilla
02.07.2005, 15:57
Ich denke, Enwticklungshilfe bringt überhaupt nichts. Wir pumpen schon seit mehr als 150 Jahren Geld nach Afrika und den Leuten dort geht es keinen Deut besser.

Eigentlich gibt es nur zwei Möglichkeiten:
1. Man läßt die Leute in Ruhe und zieht sich ganz zurück. Das geht aber nicht, weil diese Länder reich an Rohstoffen sind, welche wir brauchen, und mit denen die dortigen Regierungen auch gerne Geschäfte machen.

2. Wir rekolonialisieren die Länder wieder. Wir jagen die korrupten Regimes zum Teufel und stellen sie so lange unter eine internationale Verwaltung, bis sie so weit entwickelt sind, daß es demokratische Strukturen und eine funktionierende Gesellschaft gibt. Das funktioniert aber auch nicht, weil es zu viel kostet und weil natürlich die Kolonialmächte ihrerseits unterschiedliche Vorstellungen haben und letztlich auf ihren eigenen Vorteil schauen.

Ich fürchte, Afrika ist nicht zu retten, weil die Völker dort im Vergleich zu uns zu primitiv sind und sich aus eigener Kraft nicht entwickeln können und uns daher nie ebenbürtig werden. Die meisten Länder sind reich an Rohstoffen und Naturgütern, die Menschen dort leben länger in der Gegend als alle anderen (angeblich soll die Menschheit in Afrika entstanden sein). Trotzdem haben sie es in hunderttausend Jahren nicht geschafft, über das Niveau der Steinzeitmenschen hinaus zu kommen. Wie sollte es ihnen da gelingen, sich gegen die überlegenen europäischen Kulturen zur Wehr zu setzen? Sie werden nie unseren Wohlstand, Fortschritt oder militärische Macht erlangen können, weil wir ihnen immer mehrere Schritte voraus sein werden. (Und natürlich liegt es auch nicht in unserem wirtschaftlichen oder politischen Interesse.) An dieser Tatsache kann keine Entwicklungshilfe etwas ändern. Im Gegenteil. Ich denke, daß letztlich gerade unsere Hilfe, dafür gesorgt hat, daß es in Afrika eine so dramatische Überbevölkerung gibt.
Es gibt keinen Ausweg: läßt man die Leute verhungern, ist es unchristlich und unmoralisch. Füttert man sie durch, vermehren sie sich und es gibt noch mehr Menschen, für die es keine Nahrung, Wasser, Arbeit gibt.

Gilgalad
02.07.2005, 16:01
@Maunzilla:

Es wird nicht seit 150 Jahren Entwicklungshilfe gezahlt.
Im 19. Jahrhundert hat man die Leute dort noch versklavt und deren Rohstoffe geplündert. Keine Entwicklungshilfe sondern genau das Gegenteil fand statt:
Gnadenlose Ausbeutung.
Das mit der Entwicklungshilfe ist ein relativ neuer Trend. Seit den 1960er-Jahren ? so ungefähr.

Df3nZ187
02.07.2005, 16:10
Hmm, ich glaube wenn jeder in Afrika genug zu Essen und etwas mehr Bildung hätte würden sie sich auch ncith so stark vermehren. (ohje, wie das klingt, als würde man über irgendeine Tierart sprechen -__-)
Die vielen Kinder sollen ja vor allem die Eltern im Alter mitversorgen. Um so mehr Kinder einer hat um so sicher ist er das er im Alter halbwegs über die runde kommt. Wäre es so wie bei uns, das man sich keine Sorgen mehr machen müsste das man verhungert wenn man nicht mehr arbeiten kann, gebe es auch in Afrika sicher nicht so eine Bevölkerungsexplosion.

Und das sie noch nicht so weit entwickelt sind liegt zu einem nicht unerheblichen Teil darin das sie schon seit 100derten von Jahren ausgebeutet werden. Sowohl was ihre Rohstoffe, als auch ihre Arbeitskraft angeht.
Hätten die all ihre Rohstoffe und Arbeiter für sich selbst verwenden können wäre Afrika heute mit Sicherheit nicht so weit hinter uns zurück.
Man siehe ja z.B. Ägypten, die früher eine der Hochkulturen waren.
Also ich denke das Potential hatten sie, man hat es ihnen bloß nicht gelassen.

Batou
02.07.2005, 16:10
Maunzilla, die Völker sind dort nicht primitiver o_O die können genausoviel wie wir.
Sie hatten nur das Pech, sich nicht so zu entwickeln wie die Europäischen Völker.
Wie soll man sich entwickeln, wenn anderen Länder schon entwickelt sind und somit quasi besser dastehen. als Vergleich, behaupte man sich als Kind unter erwachsenen, so das sie einen ernst nehmen...

Edit: Df3nZ187 war schneller, stimme ihm da zu...

Angua
02.07.2005, 16:32
Geld in irgendwelche Hilfsorganisationen stecken ist immer so eine Sache. Man weiß nie was überhaupt ankommt und wofür das Geld verwendet wird.
Sinnvoll finde ich die Einrichtung von Schulen, gebildete Menschen lassen sich nicht so leicht ausbeuten und von der Regierung für dumm verkaufen. Sie kennen die Gefahren durch all die Krankheiten vor denen man sich so einfach schützen könnte, wissen das ein Kondom kein Schmuck ist und wieviele Kinder sie ernähren können.
Einfach nur Lebensmittel rankarren ist keine Lösung, so werden die Leute nie versuchen etwas zu verändern, sie werden nur von der Hilfe abhängig.

Die Altkleider-Kiste in unserer Kirche ist gut. Wenn ich Klamotten nicht mehr anziehe und die sind noch gut kommen die Sachen in die Kiste und werden in der Kleiderkammer verteilt. Die nehmen auch alte Schulbücher und so, einiges hab ich schon bei anderen Leuten wiedergesehen die sich nicht einfach mal so die teuren Klamotten kaufen könnten. Allemal sinnvoller als alles wegzuwerfen...

Lechloan
02.07.2005, 16:36
Sinnvoll finde ich die Einrichtung von Schulen, gebildete Menschen lassen sich nicht so leicht ausbeuten und von der Regierung für dumm verkaufen.
Das halte ich für ein Gerücht.

madobe
02.07.2005, 16:45
wow, besonders diesen absatz finde ich höchst arrogant:

"Ich fürchte, Afrika ist nicht zu retten, weil die Völker dort im Vergleich zu uns zu primitiv sind und sich aus eigener Kraft nicht entwickeln können und uns daher nie ebenbürtig werden. Die meisten Länder sind reich an Rohstoffen und Naturgütern, die Menschen dort leben länger in der Gegend als alle anderen (angeblich soll die Menschheit in Afrika entstanden sein). Trotzdem haben sie es in hunderttausend Jahren nicht geschafft, über das Niveau der Steinzeitmenschen hinaus zu kommen. Wie sollte es ihnen da gelingen, sich gegen die überlegenen europäischen Kulturen zur Wehr zu setzen? Sie werden nie unseren Wohlstand, Fortschritt oder militärische Macht erlangen können, weil wir ihnen immer mehrere Schritte voraus sein werden. (Und natürlich liegt es auch nicht in unserem wirtschaftlichen oder politischen Interesse.) An dieser Tatsache kann keine Entwicklungshilfe etwas ändern. Im Gegenteil. Ich denke, daß letztlich gerade unsere Hilfe, dafür gesorgt hat, daß es in Afrika eine so dramatische Überbevölkerung gibt."


wie vermessen und überheblich. du weißt schon das wir reicheren länder ne große schuld an der ganzen miserer haben?

was du primitiv nenntst nenne ich klug. das gilt nicht für alles stämme, weil viele völker große fehler machen und sich und der natur damit slebst schaden. aber sie sind wenigstens noch naturverbunden und wissen warum sie auf der welt sind und sie haben werte und normen, etwas was wir hier zum großen teil verloren haben. sowas nennst du primtiv? nur weil sie keinen dvd player haben und keinen vw golf vor der haustür? find ich ein bisschen eigenbrödlerisch diese einstellung. natürlich, afrika ist ein armes land und ihre lebensweise ist manchmal wirklich zu bedauern aber nur weil wir besseres gewohnt sind und verwöhnt. du stellst afrikaner und wahrscheinlich alle anderen ärmeneren länder auf eine niedrigerer stufe als wo du stehst aber glaubst du wirklich es ist alles so einfach auf den ersten blick wi du es dir machst?

wir haben diese menschen ausgebeutet, jahrhundertelang. und deshalb tragen wir eine mitschuld an dem was sie heute für ein leben führen.

Angua
02.07.2005, 17:07
Dieses ganze Problem mit Afrika haben wir uns selbst zuzuschreiben. Die Europäer kamen ins Land und wollten sich weder der Kultur noch den Gegebenheiten anpassen. Die Eingeborenen waren nach damaliger Vorstellung Menschen 2. Klasse, dumme Neger die nur als Diener und billige Arbeitskräfte taugten :roll: Wiel wir ja so viel besser waren sollten sich alle anderen bitteschön anpassen und so leben wie es in Europa üblich war.

Wer auch immer sich das ausgedacht hat hat einiges nicht mitbekommen, z.B. das man ohne Wasser nur schwer ertragreiche Felder anbauen kann und das hunderte von Rindern eine Weide brauchen die auch in der Trockenzeit noch grün ist.

Die Kolonialherren verließen das Land (mehr oder weniger freiwillig) aber die Folgen konnte man nichtmehr rückgängig machen, die traditionelle Lebensweise war verloren. Dazu dann noch eine Religion die predigt "Wachset und vermehret euch" schon sind Probleme vorprogrammiert.

Die Menschen in Afrika sind nicht dumm, sie wurden für dumm gehalten und auch so behandelt. Heute erwarten wir dann das alles mit ein paar Spenden sofort gut wird, das ist gar nicht möglich.

taunebula_stern25
02.07.2005, 17:49
Man muss im kleinen anfangen, bevor man großes erwarten kann.

JPF
02.07.2005, 20:09
Natürlich ist esschlimm, daß Menschen aufgrund von Armut sterben, aber sind wir reichen Nationen wirklich Schuld ?


Sicher ist der welthandel nicht immer fair, aber was hat das damit zu tun, daß inländische Großgrundbesitzer lieber Zuckerrohr anbauen, als an Kleinbauern Land abzugeben ? Es ist oft der Egoismus der besitzenden Klasse in diesen Ländern. Dazu die Probleme, die durch die Regierenden oder nationaler, ethnischer oder religiöser Konflikte.
Seit den Sechzigern sind die meisten Länder unabhängig. Seitdem hat sich in Afrika kaum was gebessert. Und das ist meist selbst verschuldet. Eritrea hatte beste Chancen zu einem Musterländle zu werdem. Dann hat es sich in einen Krieg mit Äthiopien wegen ein paar Quadratkilometer nutzloses Land verstrickt und alles wurde zerstört. Zimbabwe war einst eins der reichsten Länder des Kontinents. Der Präsident hat es in 25 Jahren geschafft, die Kornkammer Afrikas zu einem Land zu machen, in dem Leute verhungern. Der Kongo ist seit Jahren nun ein Spielball der Nachbarländer mit seinen Reichtümern.
Die ärmsten Länder der Welt sind nicht ohne Grund so arm:
Angola und Mosambik hatten Jahrzehnte lange Bürgerkrieg. Während in Angola der Frieden immernoch brüchig ist, das Land sich aber trotzdem schon wieder militärisch im Kongo engagiert, wächst in Mosambik langsam wieder die Wirtschaft, nicht zuletzt der Tourismus.
Im Sudan werden seit der Unabhängigkeit die afrikanischen Völker unterdrückt. Ein mörderischer Bürgerkrieg hat alles vernichtet. UNd in Dharfur ist trotzdem kein Ende in Sicht.
Mehrere westafrikanische Länder hatten einen gewissen Wohlstand erreicht, sind aber durch ethnische Konflikte und neue Diktatoren wieder in Bürgerkriegen untergegangen. Letztes Beispiel hier: Togo.
Somalia ist ein weiteres trauriges Beispiel für ein verlorenes Land. Burundi und Ruanda erholen sich gerade von den Schrecken des Völkermordes. In Kenia drohen neue ethnische Konflikte und Wüstenbildung wegen übermäßige Beweidung.
Es gibt natürlich auch Länder, die durch ihre geographischen Begebenheiten leiden. Bei Katastrophen, die niemand verschuldet hat, muß man natürlich helfen. Ich denke hier an die Tsunami-Länder, an Bangladesch, daß ständig von Stürmen und Fluten heimgesucht wird, Äthiopien, daß ständig an Trockenheit leidet.

Wieso schaffen es so viele Länder in Asien und Lateinamerika, sich wirtschaftlich so sehr zu verbessern ? Hier ist der Frieden stabiler, deswegen geht es den Leuten besser. Selber schuld, wenn man das nicht schafft. Man sieht es ja, in welchen Ländern in diesen Gebietes der Aufschwung nicht kommt: Haiti, Kuba, Nordkorea, Myanmar, bis or kurzem Afghanistan. Länder, die von verbrecherischen Regierungen des eigenen Landes zerstört wurden. Bolivien schrammt ständig an diesem Problem entlang.

Was schließt man daraus:
- Hilfe für akute Naturkatastrophen ? Ja.
- Hilfe für wirtsschaftliche Probleme ? Nur, wenn die Länder für Frieden, Grechtigkeit und auch Umweltschutz sorgen. Wenn die Länder das nicht selbst einhalten, ist jeder Cent verschwendet.

Jetzt noch ein letzter, provokanter Gedanke, um die Diskussion anzuheizen:
Schaffen wir uns nicht auf langer Sicht nicht durch Entwicklungshilfe neue Konkurenten auf dem Weltmarkt ?

Maunzilla
02.07.2005, 20:12
Ich habe mich da vielleicht etwas mißverständlich ausgedrückt. Mit "primitiv" meinte ich nicht minderwertig, sondern unterentwickelt.

Es ist nun einmal eine Tatsache, daß nicht alle Völker zu hoher kultureller Blüte befähigt sind. Die Australneger z.B. lebten Jahrtausendelang völlig abgeschieden vom Rest der Welt. Sie wurden von niemandem unterdrückt oder ausgebeutet. Ihr Land war fruchtbar und reich an Bodenschätzen. Trotzdem sind sie auf dem niedrigsten Entwicklungsstand von allen Völkern verharrt. Sie haben nicht einmal das Rad oder den Ackerbau entwickelt.
Die Ursachen hierfür mögen vielfältig sein. Aber es läßt sich nun einmal nicht wegdiskutieren, daß die einen sich vorwärts entwickelt haben, andere sich kaum oder gar nicht entwickelt haben und wieder andere sich sogar zurückentwickelt haben.
Es heißt, wir Europäer hätten die Leute in Afrika ausgebeutet. Das stimmt nur teilweise. Äthiopien z.B. war nie eine Kolonie. Interessanterweise geht es den Ländern die früher stark ausgebeutet wurden, heute nicht schlechter, als jenen, welche lange Zeit rel. unbehelligt geblieben sind. Die deutschen Kolonien übrigens haben das Reich damals weit mehr Geld gekostet als sie einbrachten. Wir hatten viel Infrastruktur gebaut (Eisenbahnen, Häfen, Straßen, Schulen, Hospitäler). Trotzdem geht es den Leuten in Namibia (deutsch Südwest) heute nicht besser, als den Leuten in Südafrika (brit. Kapkolonie), welches für die Holländer und später die Engländer eine Goldgrube war.

Eine andere Frage, die man sich stellen könnte, ist, wieso haben sich die Neger so leicht ausbeuten und unterdrücken lassen? Warum haben sie nicht uns versklavt oder sich zumindest zur Wehr gesetzt? Sie hatten mehr Zeit als wir und die besseren Ausgangsbedingungen, weil sie von der letzten Eiszeit weniger betroffen waren. Sie hatten genau so die Chance, sich zu entwickeln wie wir. Daß sie es nicht getan haben, kann wohl kein Zufall sein, sondern muß seine Ursachen in einer genetischen Disposition haben.

Es wurde gesagt, wie hätten die traditionelle Lebensweise gestört. Das mag stimmen, aber ich kenne keinen, der freiwillig auf die Segnungen der Zivilisation verzichten würde. Warum machen diese Staaten denn so viele Schulden? Niemand zwingt sie, Städte zu Bauen, Auto zu fahren oder sich gegen Typhus behandeln zu lassen. Für die Menschen dort ist unsere Lebensweise viel atrraktiver als ihre taditionelle. (Genau so wie für uns Europäer in manchen Bereichen die angloamerikanische Kultur attraktiver ist als unsere angestammte.)

Ich kenne auch kein Patentrezept, wie man Afrika noch retten könnte. Aber es ist eine Tatsache, daß man die Geschichte nicht rückgängig machen kann und daß man den Leuten auch nicht helfen kann, indem man Milliarden für eine Infrastruktur ausgibt, mit der die Menschen dort nicht zurecht kommen.

Wirtschaftlich wird Afrika niemals auf die Beine kommen. Das darf es auch nicht, wenn wir unseren Wohlstand behalten wollen. Das klingt hart, aber wenn man sich vorstellt, daß diese Menschen dort genau so viel Enregie und Treibstoff verbrauchen, daß sie genau so viele Güter produzieren wie die Industrieländer, dann geht es mit dem ganzen Planeten zu Ende. Unsere Europäische Wirtschaft beruht vor allem auf industrieller Fertigung und dem Export. Wir sind auf billige Rohstoffe angewiesen. Würden die Länder der dritten Welt ihre Rohstoffe selbst verarbeiten, gäbe es in Europa keine Industrie mehr und wir hätten eine Arbeitslosigkeit von 20%!
Es ist nun einmal eine unschöne Wahrheit, daß unser Wohlstand auf der Armut der anderen beruht. Genau so wie alle großen Hochkulturen und Weltreiche auf der Sklaverei beruhten (Ägypten, Rom, USA usw.).
Stellt euch mal vor, der Kaffebauer in Kolumbien würde genau so viel verdienen wie ein deutscher Bauer, hätte genau so einen Benz auf dem Hof stehen usw. was würde uns dann wohl eine Tasse Kaffe kosten? Oder eine Arbeiterin in Vietnam hätte den gleichen Stundenlohn wie eine deutsche. Was würde wohl ein Paar Jeans kosten? Und wer könnte sich das in Deutschland noch leisten? Dann wären Kaffee und modische Klamotten ein unbezahlbarer Luxus, den sich nur noch wenige Reiche leisten könnten.

Df3nZ187
02.07.2005, 22:30
Jetzt noch ein letzter, provokanter Gedanke, um die Diskussion anzuheizen:
Schaffen wir uns nicht auf langer Sicht nicht durch Entwicklungshilfe neue Konkurenten auf dem Weltmarkt ?

Da könnte man im Gegenzug auch fragen ob wir uns damit nicht auch neue Absatzmärkte schaffen?
Wenn es den Leuten dort so gut geht wie uns vielleicht wollen die dann auch nen Porsche haben oder nen PC mit AMD Prozessor.^^

Und was könnte den besser sein als wenn die vietnamesiche Näherin nicht mehr so billig arbeitet, sondern so viel Lohn haben will wie eine deutsche? Dann gibs wenigstens keine Abwanderung der Industrie in Billiglohnländer mehr.
Und du glaubst doch nicht im ernst das Jeans dann so teuer würde das keiner sich die mehr leisten kann. Das wäre ja auch das aus für den Betrieb.

Und was die Energie durch z.B. Öl angeht, die geht so oder so zu Ende. Vielleicht wäre es sogar ganz gut wenn lieber heute als Morgen, denn das würde die Leute dazu zwingen endlich mehr in alternative und vor allem regenerative Energieen zu stecken.
Wenn man das Heute sieht hat man ja manchmal das Gefühl die wollen echt lieber warten bis es kein Öl mehr gibt bevor da was passiert. :roll:

Und zu den Kriegen: Woher kommen wohl die Panzer? Woher die Gerwehre und Panzerfäuste?
Wer verdient den prächtig daran diesen Ländern das Krieg führen überhaupt erst zu ermöglichen?
Hätten sie all die nicht müssten sie wohl immer noch mit Pfeil und Bogen und Schwertern kämpfen, was sicher schonender für die Zivilbevölkerung und auch das Land wäre.
Und natürlich sind die Einflüsse auch über die Landesgrenzen der Kolonien in die Länder gedrungen die wir nicht kolonialisiert haben. Die machen ja nicht an der Grenze halt. Medizin und Technik wird weiterverkauft und getauscht.


So was gabs noch. *such*

Achja, warum haben sich z.B. die australischen Ureinwohner nicht weiter entwickelt?
Nun ich denke weils sie es nicht brauchten. Entwicklung entsteht doch nur dann wenn jemand unzufrieden ist und deswegen etwas verändern will.
Die waren halt zufrieden mit ihrem Leben. Sie waren perfekt auf ihren Lebensraum angepasst und kamen wohl gut genug zurecht um nichts ändern zu wollen.
Bzw. haben sie sich ja auch gar nicht nicht weiterentwickelt, sie haben das nur auf eine andere weise als wir.
Sie haben nicht auf Technik gesetzt sondern Naturwissen.
Wie die Wasser im Busch finden und solche Sachen, da sind sie z.B. viel weiter als wir. ^^
Und ich glaube wir haben sogar einen Vorteil durch die Eiszeit gehabt, denn sie hat uns dazu gezwungen neues zu Erfinden. Wärme Kleidung und Behausungen zum Beispiel. Oder bessere Waffen um die größeren Tiere wie Mamuts zu jagen.

madobe
03.07.2005, 00:56
ich will an dieser stelle nur mal bemerken dass das wort neger negativ besetzt ist weil es früher ein schimpfwort war, schlimmer war nigger. ich kenn genug farbige oder schwarze, die dieses wort nicht mögen. kommentar zum sonntag.

der ausdruck australneger : hab ich noch nie gehört, man sagt aborigines.

EX-Slayer
03.07.2005, 01:00
Das frage ich mich schon lange...wenn schwarze aus Amerika kommen, dann sind sie Afro-Amerikaner, aber wenn sie nicht dort herkommen, wie nennt man sie dann ?

Batou
03.07.2005, 01:06
Schwarzafrikaner (http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzafrikaner), soweit ich weiss... wird aber mitunter auch rassistisch angesehen

madobe
03.07.2005, 01:12
da steht aber das es nicht-rasssisitsich gemeint is un ich seh auch nicht wieso es fremdenfeindlich gemeint sein sollte.

Batou
03.07.2005, 01:14
ganz zum anfang stehts doch o_O "Da sich der Begriff explizit auf die dunkle Hautfarbe bezieht, wird er teilweise als rassistisch angesehen."

madobe
03.07.2005, 01:23
habs überlesen, hab nu das mit der alltagssprache un politkern gelesen. aber sorry, wenn mich jemand weiß nennt fühl ich mich auch nicht angegriffen weil ich im gegensatz zu einer farbigen/schwarzen personj auch weiß bin.

bei neger ist das anders, es stammt aus der kolonialzeit und wer neger sagte, wusste, dass er es mit einer minderwertigen person zuutn hatte, daher negativ besetzt. aber manche sind eben schwarz oder soll ich sie in verschiedene farbtönungen einstufen? das macht auch keiner mit uns un is lächerlich .

Gilgalad
03.07.2005, 01:25
Ist halt schwierig festzustellen was ein Schimpfwort ist wenn sich die Rapper und HipHopper auch selber als "Niggaz" usw. bezeichnen.
Man könnte nun sagen daß ich das nicht sagen darf weil ich ein Weißer bin, und weil es von Weißen als Schimpfwort benutzt wird, aber wer kann im Internet schon feststellen ob ich ein Weißer bin ? Ich kann auch behaupten daß ich selber ein schwarzer HipHopper bin, und "Nigga" sagen darf wie's mir gefällt.

madobe
03.07.2005, 01:29
nicht alles spielt sich im netz ab....im netz is theoretisch alles erlaubt was sowas angeht.

EX-Slayer
03.07.2005, 10:42
Wenn zwei das gleiche sagen ist es noch lange dich dasselbe...ganz schön schwer, politisch korrekt zu bleiben. Aber ich glaube wir gehen Off Topic.

JPF
04.07.2005, 21:17
Und zu den Kriegen: Woher kommen wohl die Panzer? Woher die Gerwehre und Panzerfäuste?
Wer verdient den prächtig daran diesen Ländern das Krieg führen überhaupt erst zu ermöglichen?
Hätten sie all die nicht müssten sie wohl immer noch mit Pfeil und Bogen und Schwertern kämpfen, was sicher schonender für die Zivilbevölkerung und auch das Land wäre.


In Dharfur wird die afrikanische Bevölkerung mit Schwertern und einfachsten Gewehren von Räuberbanden massakriert. Der Völkermord in Ruanda, der Millionen Opfer forderte wurde mit Macheten und Knüppel vollbracht.

Es braucht gar nicht der modernen Waffen, um Kriege in Afrika grausam zu machen.
Allein, daß Kindersoldaten von 10 Jahren mit einer Kalaschnikow morden können, daß ist der Verdienst der Hersteller dieser Gewehre. EIne Alleinschuld ihnen deswegen zu geben halte ich aber für übertrieben.

Heute ein Artikel in unserer Zeitung:
Ein afrikanischer Wirtschaftswissenschaftler verlangt die Einstellung derEntwicklungshilfe. Sie sei schuld an der Armut in Afrika. Die Regierungen haben sich an diese Bettlermentalität gewöhnt, statt ihre Probleme zu lösen, afrikanische Schneider haben keine Chance gegen die Hilfslieferungen an gebrauchten T-Shirts, afrikanische Bauern können niemals so billig Getreide herstellen, wie die reiche nLänder ihn kostenlos liefern...

JPF as Mod support:

Das Wort "Neger" wird von vielen als Schimpfwort angesehen, da es ähnlich dem Wort "Nigger" ist. Da es aber auch von vielen immernoch als gängige Bezeichnung der Rasse, die die Mehrheit in Afrika bildet, angesehen wird, laße ich diese Bezeichnung bewußt zu in Ermangelung einer wirklichen Alternative.

Schließlich sind Buschmänner (Khoi, San), Pygmäen, Araber, Madegassen und Buren ebenfalls Afrikaner.

Neger leitet sich von negros ab, was nichts anderes als schwarz bedeutet, was einfach eine Beschreibung eines körperlichen Merkmals ist. Europäer (Kaukasier) stört es ja auch nicht als Weiße bezeichnet zu werden.

IMO diskriminiert man gerade, wenn man "schwarz" vermeidet, die Menschen dieser Hautfarbe. Denn man tut so, als ob dies etwas schlechteres wäre, als weiß.

Bei Asiaten fehlt eine solche Bezeichnung, so daß man eben mit Asiaten die ostasiatischen, mongolischen Völker meint.

Ich möchte darauf hinweisen, daß aber i.a. heutzutage sich die Bezeichnugen "Schwarzer", "Schwarzafrikaner" und statt "Australneger" "Aboriginie" eingebürgert haben. daher bitte ich darum, möglichst diese Begriffe zu verwenden.

Danke.

Sephiroth's Angel
04.07.2005, 21:34
Einfach wegschauen und nichts tun ist, denke ich, auch keine gute Lösung.


Aber eine sehr angenehme, zeit- und geldsparende.

Sehe ich genauso. Man kann nun mal nicht gegen alles Unrecht dieser Welt kämpfen. Das muss man akzeptieren.
Wenn man jetzt hingeht, beispielsweise 10 EUR spendet, von dem irgendeine Organisation Brot, Wasser, Weizen (was weiß ich) kauft und es über irgend'nem Krisengebiet abwirft, dann stillt das für ein paar Tage den Hunger derer, die dort wohnen. Öhm.. ja, und dann? Das hat's auf Dauer auch nicht gebracht.

Gib einem Mann einen Fisch und er ist einen Tag lang satt. Bring ihm das angeln bei und er hat was, für den Rest seines Lebens.

Fragt sich nur, wie bringt man Leuten das angeln bei, wo keine Gewässer sind?.. :kratz:

madobe
04.07.2005, 22:01
das du dich nicht für deine mitmenschen interessierst weiß hier glaub ich jeder ;)

Df3nZ187
04.07.2005, 22:11
Eine Alleinschuld ihnen deswegen zu geben halte ich aber für übertrieben.

Nein, darauf wollte ich auch nicht hinaus. Nur darauf das die erste Welt sehr wohl auch am Krieg in Afrika verdient.
Eine Alleinschuld kann man ihnen schon deswegen nicht geben weil sie niemanden zwingen ihre Waffen zu kaufen. Der Wille Krieg zu führen ist ja schon da bevor man das Werkzeug dazu besorgt.

Und das auch mit einfachen Hieb- und Stichwaffen viel Schaden angerichtet werden kann ist mir auch bewusst, dazu muss man nur mal ins Mittelalter schauen udn welche Schneisen der Verwüstung umherziehende Heere dort hinterließen. Da wurde geraubt, gemordet, geplündert und vergewaltigt was das Zeug hält.
Aber es ist schon ein anderes Kaliber ein Dorf mit 1000 Einwohnern mit Schwert und Keule auszurotten, als mehr oder weniger "anonym" ein paar Mörsergranaten rein zu jagen.
Wenn man seine Opfer und vor allem die Folgen seiner Tat nicht sehen/miterleben muss schwinden auch die Hemmungen tausende von Leben auszulöschen.

Sephiroth's Angel
04.07.2005, 22:20
das du dich nicht für deine mitmenschen interessierst weiß hier glaub ich jeder ;)

Moi? :shock: Hab ich das in dem obrigen Post irgendwo gesagt?
No, no, no. SA ist gutes Mensch. http://www.mysmilie.de/smilies/engel/img/022.gif
Gnah, ja, ja.. okay, das stimmt zwar, was du gesagt hast, aber hier geht's um was anderes. Undzwar bezog ich mich wirklich nur auf das, was ich auch geschrieben hab. Nichts zwischen den Zeilen. Den Leuten bringt es auf Dauer auch nichts, wenn irgendwer "mal" ein paar Dollar/Euro spendet. Das ist genauso, als würde man wilde Enten füttern. Dann sind sie zwar für den Moment satt, aber zu einer dauerhaften Lösung ihres Hungers ist das auch nicht.

Maunzilla
06.07.2005, 20:31
Ich habe neulich einen Dokumentarfilm über Ostafrika gesehen. Da war u.a. ein Mann gezeigt worden, der hatte fünf (!) Frauen und 32 Kinder!
Was macht es angesichts solcher Familienverhältnisse für einen Sinn, wenn man diesen Leuten Nahrungsmittel spendet? Solange man die Bevölkerungsexplosion nicht in den Griff bekommt, kann man die Probleme dieser Länder nicht lösen.
Was kann man aber dagegen tun? Die Leute alleine lassen, in der Hoffnung daß die Natur durch Hunger und AIDS das Problem auf natürliche Weise löst? Oder die Leute zwangssterilisieren? Kann keiner bezahlen und wäre auch nicht sehr human. Hoffen daß die Leute einsichtig werden? Da kann man lange warten. Außerdem was nützen Aufklärungskampagnen bei Leuten, die nicht Lesen und Schreiben können auch auch kaum Zugang zu Massenmedien haben. (So etwas funktioniert nicht einmal bei uns in Europa.)

Gegen die Kriege kann man auch nichts unternehmen, denn die werden schließlich von den Großmächten angezettelt und unterstützt. Wenn die Regierung die Bodenschätze nicht rausrücken will, werden eben irgendwelche Rebellen mit Waffen und Material unterstützt, in der Hoffnung, daß sie nach einem Regimewechsel kooperativer sind. In der Zwischenzeit kann man der Regierung, die sich gegen die Rebellen wehren muß, ebenfalls Waffen verkaufen.
Hinzu kommen die ganzen religiösen Konflikte, welche durch den Fanatismus der Leute angestachelt werden. (Was wiederum eine Folge von Armut und Ignoranz ist.)

Lechloan
06.07.2005, 21:40
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,363375,00.html

Mika
06.07.2005, 22:02
Was regt ihr euch eigentlich alle so über Afrika auf, gebt dem Kontinent 150 Jahre und AIDS hat den Kontinent zu 99% von Menschen befreit....also wirklich:roll:

Es ist schwer für einen normalen gut situierten, Welt Politisch desinterssierten D Bürger nachzuvollziehen, das eine Spendenaktion mehr Nachteile für die Zivilbevölkerung hat als Vorteile. Ob man nun deswegen sagen kann, nein ich spende nichts, es kommt doch eh bei den falschen an usw. ist eine andere Frage, die jeder für sich entscheiden muss. Das vielen Ländern wirklich geholfen werden müßte steht ausser Frage, nur ob die Staaten, die dazu wirtschaftlich\militärisch in der Lage wären, dies auch tun möchten bzw. eine gewaltsame Lösung, der Rebellen\Diktatoren Probleme, von der restlichen Welt akzeptiert werden würde, waage ich auch zu bezweifeln.
Und ich bin Pessimist genug zu sagen, das eine friedliche Lösung von Diktatorisch geführten Ländern unmöglich ist. Besonders unter dem Grad der Korruption.

JPF
07.07.2005, 13:44
Gegen die Kriege kann man auch nichts unternehmen, denn die werden schließlich von den Großmächten angezettelt und unterstützt. Wenn die Regierung die Bodenschätze nicht rausrücken will, werden eben irgendwelche Rebellen mit Waffen und Material unterstützt, in der Hoffnung, daß sie nach einem Regimewechsel kooperativer sind. In der Zwischenzeit kann man der Regierung, die sich gegen die Rebellen wehren muß, ebenfalls Waffen verkaufen.

Naja, das ist jetzt ein bißchen Klischee. Was heißt z.B. wenn die die Bodenschätze nicht rausrücken ? Bisher habe ich noch nie gehört, daß ein Land sich weigert, Rohstoffe zu verkaufen und daraus Gewinn zu schlagen.
Außerdem sind Waffenhändler idR nicht gleichzeitig Rohstoffhändler.

Was aber stimmt, daß unterschiedliche Unternehmen unterschiedliche Parteien in ihrem Kampf unterstützen, so z.B. beim Kongo-Konflikt. Aber auch hier sind es die Afrikaner selbst, die die Konflikte beginnen und kräftig aus eigener Kraft diese weiterführen.
Es sind aber nicht alle Konflikte gleichzeitig Kämpfe um Rohstoffe. Liberia hat z.B. keine nennenswerte Bodenschätze. Die Kämpfe in Côte d'Ivoire sind weitab der Erdölfelder. Auch in Ruanda und Burundi spielten die Kontrole der Bodenschätze keine Rolle. In Zimbabwe geht der Terror ohne wirkliche Gründe von der Regierung aus.

Und es gibt auch Länder, die TROTZ Bodenschätze, friedliche Inseln auf dem schwarzen Kontinent sind. Namibia und Botswana z.B. .

Maunzilla
07.07.2005, 20:03
Das "Rausrücken" der Bodenschätze (und dazu gehört auch Holz) ist immer auch eine Frage der Konditionen und mit welchen Firmen/Ländern die Verträge gemacht werden. Außerdem gibt es auch andere wirtschaftspolitische Fragen, wie etwa die Durchleitung von Energie oder Öl/Gas-Pipelines.

Außerdem gibt es natürlich auch andere Konflikte, in denen es um Religion oder um Drogengeschäfte geht. Und natürlich lassen sich die ungebildeten Menschen leichter maipulieren als in fortschrittlicheren Ländern, wo die Bevölkerung Zugang zu Massenmedien hat und sich differenzierter informieren können.

Namibia würde ich nicht gerade als friedliche Insel bezeichenen. Auch dort gibt es politische Spannungen. Insbesondere seit vermehrt weiße Farmer enteigent werden. (Dummerweise können die schwarzen Kleinbauern, die das Land bekommen, darauf nichts vernünftiges anbauen, weil sie weder das Geld für Maschinen, Dünger oder Bewässerung haben noch das nötige Know-how; und weil ihre Landstücke für eine vernünftige Wirtschaft auch zu klein sind.)

JPF
07.07.2005, 23:24
OK, die aktuellen Nachahmungen von Zimbabwe habe ich vergessen. Die haben aber trotzdem nichts mit den Bodenschätzen zu tun.