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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : One-Shot's


Callamari
19.03.2004, 19:07
Soooo..ich hab gedacht ich eröffne mal 'nen Thread speziell
für One-Shot's. Jeder der einen One-Shot oder eine Songfiction
oder sonst was kurzes geschrieben hat, den bitte ich sie hier rein zu
stellen. Natürlich können die Beiträge hier auch kommentiert
werden. Das ist ja gerade das gute an der Sache..dass man seinen
Schreibstil so verbessern kann.
Okay..dann mal viel Spaß! ^-^

Callamari
19.03.2004, 20:06
Dann fang ich mal an:
Es ist ein One-Shot zu Yami no Matsuei..^-^ Ich liiiebe diesen
Manga...und besonders Tsuzuki! *g*
Es sind ein paar SPOILER aus Band 8 darin, also überlegt euch ob
ihr es lest.^-^


"Baka" hatte er ihn wieder genannt und seine Augen hatten wütend
geblitzt. Tsuzuki fand es immer wieder erstaunlich, auf wie viele
verschieden Arten Hisoka dieses Wort benutzte- besonders wenn es ihn
betraf.
Ob er es verächtlich heraustieß, wie ein kurzes Schnauben oder es
langzog und die wunderschönen Augen genervt gen Himmel verdrehte,
immer schaffte es Hisoka mit diesem kurzen Wort ganze Gefühlswelten
auszudrücken. Und ebenso unterschiedlich, wie die Motivationen, die
hinter diesem Wort steckten waren, wirkte es sich auch auch auf Tsuzuki
aus.
Mal fühlte er sich getröstet (eher selten), dann wiederum kam er sich
tollpatschig und dumm vor und schämte sich in Grund und Boden.
Doch was ihm am meisten beunruhigte war, dass Hisokas Wut in letzter
Zeit nicht nur von bloßer Genervtheit herzurühren schien, sondern
dass er des öfteren augenscheinlich wirklich verletzt war.
Mit Sicherheit wusste Tsuzuki es nicht und doch konnte er mit der
Zeit immer besser hinter die kühle Fassade seines Partners schauen.
Auch wenn er noch lange kein Empath wie Hisoka war, konnte er
ihn durch seine ständig wachsende Zuneigung zu ihm immer besser
verstehen.
Bis vor kurzem hatte er trotz allem nicht gewusst, was Hisoka bedrückte.
Doch in Kyoto hatte seine Schale für kurze Zeit Risse bekommen,
hatte seine trockene, unpersöhnliche Art sich aufgelöst um Tsuzuki
einen kurzen Blick in sein Innerstes zu gewähren.
Und doch konnte Tsuzuki es nicht über sich bringen sich ihm
anzuvertrauen, obwohl Hisoka der einzige war, der sein Lächeln
durchschaute und hinterfragte, ihn unablässig zwang, ihm in die Augen
zu sehen.
Natürlich mochte das auf Hisokas empathische Fähigkeiten zurück zu
führen sein und doch bildete er sich ein, dass Hisoka ihn nicht einfach
analysierte, sondern ihn auf einer ganz anderen Ebene verstand.
Doch seine Furcht war stärker, er wollte Hisoka nicht verlieren, indem
er zu viel von sich offenbarte. Er war erstaunt wie wichtig er ihm war...
und wie grausam die Vorstellung, von ihm allein gelassen zu werden.
Allein...
Der Tag an dem Tatsumi ihm den Rücken gekehrt, ihn in der Dunkelheit
zurück gelassen hatte, fierend und zitternd, kam ihm wieder in den Sinn.
Natürlich hatte er Tatsumi keine Vorwürfe gemacht, nur sein stilles,
sanftes Lächeln hatte er gelacht wärend seine Seele unaufhaltsam in
die Finsternis gezogen wurde, aus der es kein Entrinnen gab und die
auch Tatsumi niemals ganz erhellen konnte.
Was hatte er nur falsch gemacht? Alles...Doch vielleicht gehörte er genau
dorthin...in die Dunkelheit.
"Was bist du eigentlich, Tsuzuki?", hatte Muraki ihn in Kyoto gefragt
und seine silbernen Augen hatten sich in die seinen gebohrt.
Wer bin ich?
Wer bin ich?
Rotes Blut klebte an seinen Händen. Rotes, rotes Blut.
"Du hast nicht das recht mich zu beschimpfen, Mörder!", die Stimme
hallte in seinem Kopf. Die Vampirgeschichte in Nagasaki ging Tsuzuki
nicht mehr aus dem Kopf. Dort im schönen Nagasaki war er Muraki
zum ersten mal begegnet. Muraki Kazutaka, der so viel mehr über ihn
wusste, als er glauben konnte.
Als er glauben wollte.
Muraki..wenn er nur daran dachte, was er Hisoka angetan hatte kochte
die Wut heiß in Tsuzuki hoch. Hisoka litt immer noch darunter, obwohl
das Ereingis bereits mehrere Jahre zurück lag.
Doch die wenigen Begegnungen mit Muraki ließen den Jungen nicht
vergessen. Uns Tsuzuki fühlte sich angesichts der quälenden Träume
seines Partners immer hilfloser und nutzloser.
Er wollte Hisoka doch beschützen....
Muraki hatte überlebt..sogar Toudas schwarzes Feuer hatte er irgendwie
überstanden. "Muraki hätte sterben sollen!"
"Ich doch auch", kam es Tsuzuki in den Sinn, doch er verbannte den
Gedanken an seinen versuchten Selbstmord so schnell es ging.
Wenn Tatsumi sie nicht geretten hätte, wäre auch der Junge, Hisoka
gestorben....und es wäre ganz allein seine Schuld gewesen, wieder
seine Schuld!
Auch wenn sie beide entkommen waren, so war es doch allein Tatsumis
Verdienst, dass jetzt nicht nur noch ein Häufchen Asche von ihnen übrig
war. Ein Glück, dass Hisoka nicht passiert war.
Denn Tsuzuki wusste, wenn dem Jungen etwas zustieße, würde er
endgültig zerbrechen...

FINISH!! Na. was haltet ihr davon? :D

Kanshin_X
22.03.2004, 17:39
Vorbei... oder?!

Ich blickte nicht zurück, denn es war vorbei! Heute war es vorbeigegangen... heute?! Ich dachte lange darüber nach und kam zu dem Schluss, dass sich das Ende schon vor Wochen langsam eingeschlichen hatte, ein Ende, dass mich nur zu einem müden Lächeln ermutigte. Schließlich hatte ich viel Zeit mit dieser Sache verbracht, ich hatte lange Zeit drüber nachgedacht, meine Launen davon abhängig gemacht und andere damit genervt. Trotzdem war es nun einfach fort, es war mir aus den Fingern geglitten, die es solange hatten festgehalten. Was verband ich damit? Viel... zu dieser Antwort kam ich. Es war mein Geheimnis gewesen, das einzige, das ich je besessen hatte, jenes, das mir aus zahlreichen Tiefs und aus der Verzweiflung gerettet hatte. Doch die rettende Hand, die mir ausgestreckt wurde, wenn ich am Boden lag, war zurückgezogen worden und verschwunden. Was dachte ich nun darüber, dass mein Lebensinhalt verschwunden war? Lebensinhalt... vielleicht ein Teil meines kurzen Lebens, ein Teil eines langen Traumes, den ich geträumt hatte und dessen Wahrheit ich erst nach einem Jahr gefunden hatte.

Vielleicht gab es Menschen, die nun lachten und meinten, ich sei doch eine Träumerin ohne jeglichen Sinn für Realität. „Vielleicht“ hätte ich dann geantwortet auf derartige Fragen, denn natürlich sah die Wahrheit anders aus, als mein Traum, als die Realität, die ich im Inneren erschaffen hatte. Jene Welt, an die ich mein Herz, mein Selbst, gehängt hatte und die ich verehrte. „Die Pubertät eben...“ hörte ich die Erwachsenen sagen und stellte mir vor, wie oft sie schon geträumt haben mussten. Oder endete der Traum, nachdem man verstanden hatte?! Warum waren die anderen so?! Träumten sie nicht? Endete bei ihnen der Traum schon, bevor sie die Wahrheit gefunden hatten? Oder fanden sie die Wahrheit vor mir, weil ich nicht an sie hatte glauben wollen?

Meine Gedanken schweiften ab zu jener Person... sie hatte mir nicht nur gelehrt zu träumen, nein, ich hatte verstanden, dass man jemanden der nicht unbedingt auffiel nur sah, wenn er etwas Besonderes für einen war. Ich hörte das Lachen meiner Freunde hinter mir und dachte wieder nach, vielleicht verstanden sie es nicht... nein, sie konnten es nicht, genauso wenig, wie ich sie verstand! Meine Geschichte zerfloss in Selbstmitleid, meine Gedanken blieben einzig bei jener Person und so offenbarte sich mir der düstere Teil des Ganzen: Ich verlor einen Teil meiner Vernunft und zerstörte viel, soviel, wie ich auch gewann! Wer war er gewesen?! Jemand, den man ersetzen kann? Jemand, der nur ein Name unter vielen sein sollte? Ein Vorgeschmack auf das, was man als Erwachsensein bezeichnete? Ich hatte die Antworten darauf nicht gefunden, dabei hatte ich die Fragen so gerne stellen wollen... doch ich blieb stumm und sah nicht zurück!

„Gib nicht auf!“ Der Satz meiner Freundin blieb alleine im Raum stehen, ich verstand ihn nicht wirklich... warum?! Warum sagst du so etwas, obwohl das Ende deinen Wünschen näherkommen würde? Wirklich, ich hatte etwas Wichtiges in diesem Jahr verloren... denn egal, wie gern ich wiederholte „Freundschaft ist das Wichtigste“, nie hatte ich bis jetzt verstanden, dass dies auch für die anderen galt, den ich dieses Versprechen gab.

Die Tür des Busses öffnete sich und ich stieg langsam ein und suchte mir einen Platz am Fenster. Genau, dort irgendwo bist du nun... dachte ich und starrte zu den Häusern hinüber, die ein Wohnviertel bildeten. Irgendwo hatte ich immer öfter den Wunsch geäußert, dich loszuwerden... ich wollte dich vernichten, nur, weil ich nicht wusste, wie ich entkommen sollte aus dem Netz, in dem ich mich unbemerkt mit der Zeit verfangen hatte. Unzerreißbar, solange du es nicht zerstörst, dachte ich. Aber war es wirklich so? Hatte ich das Netz in Wahrheit nicht zerstören wollen? War ich es gewesen? Ich, die einfach nicht loslassen konnte und wollte, weil es für mich nichts anderes gab?!

Als ich nach draußen trat, nachdem ich den Bus nach kurzer Fahrt verlassen hatte, fiel mir auf, dass für diesen Herbst ein verhältnismäßig schöner Tag war. Nein, ich spürte keinen Schmerz, keinen Abgrund mehr... und mir wurde klar, dass es nicht mit der Erkenntnis an sich enden würde. Denn unendliche Geschichten konnten nicht einfach enden! Ich lachte und fragte mich, wie ich jemals hatte sagen oder wünschen können, es sei vorbei...
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Ein One-Shot über einen Tag...ein paar Gedanken...und etwa ein halbes Jahr alt ^^ Hm... hiermit bedanke ich mich noch mal bei Björn-kun, der mich zwar genervt hat mit seinen Kommentaren zu der Vorgeschichte...aber wohl auch der Auslöser war, weshalb ich überhaupt das Ganze geschrieben hat : P (hier geht es nicht um Björn...sondern jemand anderen...)

Callamari
23.03.2004, 18:40
@Kanshin_X: Ich finde deine Geschichte sehr gut, besonders der Teil
mit den Träumen hat mir gefallen!^-^ Hast du noch mehr?

Kanshin_X
24.03.2004, 14:03
@Callamari
Danke :) ja, hab noch einige One-Shots...


Yuki no nai yume- Traumloser Schnee


Der Schnee fiel in dicken, weißen Glocken auf die Erde und bedeckte langsam aber sicher die gesamte Stadt unter seiner eisigen Hülle. Ich lächelte und hörte zu, wie die Autofahrer fluchend neben ihren Autos standen und den Schnee von den Scheiben zu entfernen versuchten. Der erste Schnee in diesem Jahr, wie ich feststellte. Ich blieb stillschweigend stehen und betrachtete den dunklen Himmel, der nun von Abermilliarden von Flocken bedeckt war, beobachtete die Leute, die vor dem Schnee in ihre Autos flohen, genoss die unglaubliche Stille, die das alles ausstrahlte. Es gab wenig Dinge, die mir wirklich gefielen, dieser Schnee jedoch gehörte dazu und stimmte mein eher düsteres Gemüt fröhlich, erwartungsfreudig und vielleicht ein kleines bisschen glücklich. War das Glück? Ich konnte diese Frage nicht beantworten, sah den Schnee dennoch als eine Form dessen an.

Es war ein denkwürdiger Tag, geführt von Schneefall und Träumen von Personen, von denen ich das Träumen eigentlich längst aufgegeben hatte. Der letzte Traum von ihm lag nun bereits über zehn Jahre zurück, das stellte ich fest und fragte mich innerlich, warum ich bloß von ihm träumte?! Es war ein kurzer Traum gewesen, trotzdem hatte ich sofort begriffen, wer mir dort gegenüberstand und über wessen Rückkehr ich mich freute. Ich hatte all die Jahre dieses Lachen, diese durchscheinenden Augen und die von humorvoll zu ernsthaft schwankende Stimme nicht vergessen können, die mich im Traum ansprach und mir sagte, dass er zurück sei. Ich schloss die Augen, ging den Traum, den heutigen Tag noch einmal im Inneren durch und stellte mir die Frage, ob solche Träume wohl wahr werden könnten?!

Andererseits, und das war im Traum auch passiert, hatte ich nicht mit ihm reden können, von einer Panik ergriffen hatte ich geschwiegen und zugesehen, wie er schließlich fort gegangen war. Diese Tatsache erinnerte mich wieder an damals, als ich nicht mit ihm reden konnte, als ich nur geschwiegen hatte, weil ich mich stets vor der Wahrheit gefürchtet hatte, vor der Antwort, die auf meine Aussage folgen könnte. Und so war alles zu ende gegangen, die Geschichte ohne definiertes Ende und ohne Anfang hatte sich einfach auf Grund der Stille verflüchtigt. Seit jenem Tag besaß ich eine ausgeprägte Abneigung gegen das Schweigen, die Stille und gegen alles, was ich damals erlebt hatte. Doch plötzlich riss mich eine Stimme aus meinen Gedanken und ich drehte mich verwundert um…

„Hey, Anna, was machst du bei der Kälte allein hier?!“ Diese Frage stammte von meinem Lebenspartner, der mich im ersten Moment zu Tode erschrocken hatte. „Ähm… ich denke nach…“ antwortete ich zaghaft und stellte mich unter seinen Schirm, da bereits ein Großteil meines Haares auf Grund des Schneefalls weiß gefärbt worden war. „Soso? Nachdenken also…“, begann er und legte seinem Arm um mich, „Egal jetzt…..“ Ich nickte dankbar nach dieser Aussage und ging zusammen mit ihm durch die verschneite Stadt, versuchte meine Gedanken wieder zu vergessen. „Ach, da fällt mir ein, Anna?“ „Ja?“ fragte ich verwundert. „Hast du schon einen Namen für unser Kind gefunden?“ erkundigte er sich, denn, so fiel es mir wieder ein in jenem Moment, erwartete ich schließlich in ein paar Monaten ein Kind. Ich stutzte kurz und nickte dann langsam mit einem Lächeln: „Ja, ich habe einen Namen…“ Anschließend schwieg ich und er gab sich damit zufrieden. Ja, ich wusste einen Namen, den Namen einer Person, deren Bild sich langsam im Schnee auflöste…

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Wieder eine Geschichten, die mit persönlichen Anspielungen getränkt sind : P
Na ja, geschrieben hab ich sie im Winter und als ich gerade einige Namensdiskussionen durchgeführt hatte.

Callamari
25.03.2004, 18:31
Der letzte Satz ist schön..
Auch in diesem One-Shot kommen wieder Träume vor!^-^

Kanshin_X
26.03.2004, 14:55
@Callamari

Ja... Träume sind schön....aber wenn man aufwacht verschwinden sie leider T_T Na ja...aber man kann schön drüber schreiben ^^ Next one:


Hast du nur noch einen Tag...


Der letzte Tag, an dem ich dich sah... war ein Tag wie jeder andere, würde es nun vermutlich lauten. Oder vielleicht sollte es ein außergewöhnlicher Tag sein. Obwohl, es in Wahrheit nicht so einfach war, immerhin waren meine Alltage sich ähnlich, aber nicht gleich und sie bargen für mich stets neue Erfahrungen, Leiden und Gedanken. Doch, und das war mir klar, hätte ich vielleicht nicht ganz so sorglos diesen bestimmten Tag verleben sollen. Das war es, was ich immer wieder bereute, nicht die Tatsache, dass du fort warst, zumindest nicht wirklich, zurück in mir blieb nur die Wut und Enttäuschung über eine ungenutzte Chance, die die letzte gewesen sein sollte...

Morgens war ich zur Schule gekommen und hatte dich wie üblich ignoriert und heimlich mit Blicken traktiert. Erst jetzt, im Nachhinein dachte ich daran, dass es womöglich immer ein Fehler gewesen war, dich nur zu ignorieren und so zu tun, als würdest du nicht existieren... dir nur manchmal –in Ausnahmen- den einen oder anderen Blick zu schenken, zumindest offensichtlich! Doch was hatte ich mit meinen Blicken ausgedrückt?! Keine Freude oder Liebe, einfach nur die Enttäuschung über dein tägliches und schulisches Versagen, über deine vollkommen abstrusen Scherze und vielleicht über dein Verhalten gegenüber anderen, in erster Linie, weiblichen Personen. Was magst du darüber gedacht haben?! Dass ich dich hasse, dass ich so dumm war, die zu lieben, dass es eine Schande ist, von mir geliebt zu werden, dass du das gut fandest?! Beantworten konnte ich es zu deinen Lebzeiten und jetzt erst recht nicht mehr, denn du warst nicht mehr hier...

Hattest einfach die ganze Zeit wie üblich andere mit deinen Beleidigungen genervt, hattest sie verprügelt oder skeptisch in die Richtung der anderen gesehen, nichts verriet mir zu diesem Zeitpunkt, dass du nicht mehr wiederkehren würdest. Auch wenn –was ich zugeben musste- du vermutlich selbst nicht genau wusstest, dass du dich auflösen würdest und mich und all die anderen verlassen würdest, uns nie wieder so ansehen würdest, uns nie wieder Leid zufügen würdest. Selbst wenn du dich verändert hast mit der Zeit, selbst wenn du verdrängt hast, was einst für dich zählte... im Grunde bist du gleich geblieben und deshalb war ich mir sicher und davon überzeugt, dass du auch wirklich gestorben warst. Keine einzige Träne habe ich für dich vergossen... aber vielleicht hättest du das ja gar nicht gewollt, vielleicht hättest du uns lieber fröhlich deine Lieder singend vor deinem Grabe stehen sehen wollen. Das weiß ich nicht, weil du es mir nicht mehr beantworten kannst... aber sicherlich... hättest du uns unsere Wut über dich verziehen, hättest meine Blicke verziehen, nicht wahr?!

Was wohl deine Eltern dazu sagen, dass du jetzt fort bist? Ob sie sich wohl freuen, dass ihnen endlich niemand mehr auf der Nase herumtanzt oder schlechte Noten und Einträge in die Schulakte mitbringt? Nun ja, wahrscheinlich nicht, wahrscheinlich stehen sie jetzt an deinem Grab und weinen, haben längst all deine Fehler und Leiden vergessen, denn was nach dem Tode für sie nur noch zählt sind deine guten Seiten. Sofern sie vorhanden sind, na ja, obwohl man sicherlich die eine oder andere dazuerfinden kann. Siehst du uns und mir jetzt eigentlich zu, wie wir hier, in deiner alten Klasse, sitzen und den zerkratzten Fußboden des Zimmers mit unseren Tränen durchnässen? Weißt du, wie sehr sie dich plötzlich alle vermissen? Und das, obwohl sie noch vor einigen Tagen gemeint haben, du seihst unerträglich und unnütz. Bist du jetzt zufrieden mit dir? Zum ersten Mal in deinem ach so kurzen Leben zufrieden? Immerhin hast du es einmal geschafft, dass sie alle nur an dich denken und dich plötzlich mögen, hast erreicht, dass ihre Tränen nur für dich fließen und dass du bin in alle Ewigkeit Teil ihrer Gedanken bist... Schön, denkst du nicht auch so?

Jetzt hast du dein Lebensziel erreicht und verschwendest deine Zeit nie mehr für meine Gedanken oder Probleme, oder?! Schließlich hast du jetzt die Gedanken von allen... und schöne Blumen auf deinem Grab und einen Grabstein, der bestimmt nicht billig war.... Ja, ich bin sicher, du kannst jetzt zufrieden sein und kannst dir sicher sein, dass ich dich bis in alle Ewigkeit liebe, denn die Toten verlieren die Liebe der Lebenden nicht...
Und das war dein letzter Tag... bis irgendwann... ich denke, wir sehen uns bestimmt wieder, was meinst du?!
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Ein bisschen Ironie und Sarkasmus... oder vielleicht einfach die Enttäuschung und Wut über den Tod eines anderen... betreffend für 2 Personen (vor allem für 1 aber)
Wahr is das Ganze zum Glück nicht ^^ nur etwas Fiktion...wie immer... Der Titel ist ein Satz aus "Liebe ist alles"...

Daisuke
26.03.2004, 16:57
@kanshin

du hast mein kommi ja schon vorher gehört aber trozdem nochmal cool cool cool^^ ich liebe genau diese story.....!!!^^:nick:
"Ihr seid so toll Meister!" :teufelch:

Callamari
26.03.2004, 18:19
Die Story kenn ich aus'm Comics in Leipzig-Forum! ^-^
Hab euch identifiziert!! *gg*

Die Story ist cool...Selbstmord (war es Selbstmord?) mal anders
betrachtet!