PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Determinismus; ja oder nein?


Callamari
01.04.2004, 19:15
Hi!^-^
Okay ich wollt einfach mal wissen, wie ihr zum Determinismus steht.
Könnt ihr euch mit dem Determinismus identifizieren, oder lehnt ihr
ihn ab?
Oder steht ihr so dazwischen, seit vielleicht "weiche" Deterministen?

Ich interessier mich einfach für das Thema, da wir das gerade in
Philo durchgenommen haben...^-^ :)

Orion
01.04.2004, 19:38
Hmmm...hab auch eine Zeit lang darüber nachgedacht.Mein Ergebnis:
Determinismus klingt für mich plausibel,da auf jede Aktion eine Reaktion folgt und sich somit eine Reihe von Ereignissen "vorraussehen" lässt.Alles ist die Folge eines Ereignisses.
=> Demnach existiert kein Zufall.

...Und das versuche ich hier zu widerlegen...

..........was mir im Moment allerdings etwas schwer fällt.......^____^'''''''''

Hab nen Ansatz,werd nachdenken & nebenbei Käseknacker essen. xD

=^ ^=
01.04.2004, 19:42
Ich glaube eindeutig an den Zufall, selbst unter Einberechnung aller möglichen Faktoren gibt es immer verschiedene Szenarien, da es nicht möglich ist, bestimmte Faktoren absolut vorherzubestimmen. Damit meine ich nicht unbedingt Anfangszustände, bzw. Faktoren, sondern die, die sich im Laufe der Handlung ergeben.

Shingetsu
01.04.2004, 19:43
Klingt wie die Karma-Lehre.

Die Buddhisten sagen zum Beispiel: "Reichtum kommt von geben"
Wer viel gegeben hat legt mit seinem Karma den Grundstein für eine bessere Wiedergeburt.
Alles wird durch Taten (Karma/Kamma ist das indische Wort für "Tat") bestimmt.

Callamari
01.04.2004, 19:56
Ich denke auch, dass viele Entscheidungen von Menschen durch
verschiedene Faktoren beeinflusst werden, allerdings glaube ich
nicht, dass diese Faktoren jemanden vollständig kontrollieren.

Gold
01.04.2004, 19:59
Klingt wie die Karma-Lehre.

Die Buddhisten sagen zum Beispiel: "Reichtum kommt von geben"
Wer viel gegeben hat legt mit seinem Karma den Grundstein für eine bessere Wiedergeburt.
Alles wird durch Taten (Karma/Kamma ist das indische Wort für "Tat") bestimmt.

Könnte was dran sein , aber der Spruch Reichtum kommt von Geben stimmt. Ich gebe meine Sachen zuverkauf frei und werde reich *g* (Dieser Spruch musste einfach sein :wink: )

Shingetsu
01.04.2004, 20:03
@Gold:

Der Spruch hat natürlich einen Haken wenn man nicht an Wiedergeburt glaubt.
Zwar kann man seine Karma-Belohnung auch im jetzigen Leben erhalten, aber wer immer nur gibt wird irgendwann arm sein. Im Buddhismus können sich die Leute aber damit trösten daß alle die ein großes Herz hatten und arm gestorben sind dafür im nächsten Leben reich belohnt werden.
Natürlich kann man den Spruch auch anders deuten, daß materielle Armut zu geistigem Reichtum führen kann.

none
02.04.2004, 14:25
Irgendwer muss ja auch bekommen. Und wenn jeder nur geben will und nicht nehmen. Wo kommen wir dann hin? Nimm du meine Million. Spinnst damit du Karmapunkte bekommst und ich keine weil ich nichts gegeben habe? ;)

Inkobus
02.04.2004, 16:42
ähm kann mir mal wer erklären was Determinismus ist? Ich werd auch Stöckchen holen XD

DATA
02.04.2004, 17:04
@ Inkobus
Hm, der Gedanke vom Vorbestimmten, der festen Folgeordnung durch Ursachewirkung; im besonderen der Bezug zum menschlichen Verstand/Willen, welcher demnach ebenso als reine Reaktion durch äußerliche Einflüsse wirkt bzw. definiert wird; Gegenteil Indeterminismus (ja, der Blick in den Duden war notwendig ;]).

Im Prinzip ist Determinismus damit die Vorstellung einer Gesetzmäßigkeit der Kausalität. Das ist (wahrscheinlich) nicht falsch, allerdings lässt sich Kausalität als schicksalswirkende Gesetzmäßigkeit praktisch nicht verstehen. Was Ursache auf Wirkung ist, bleibt nach menschlicher Wahrnehmung ja weitestgehend einfacher Zufall (auch je höher der zeitliche Rahmen ist).

JPF
02.04.2004, 19:17
Ich frage mich, wie das funktionieren soll. Schließlich gibt es genug Ereignisse, bei denen es mehrere Möglichkeiten gibt, was daraus entsteht.
Auch kann etwas einfach geschehen, ohne daß es ein Vorereignis gab.

Ich glaube eher an den Zufall.

Callamari
03.04.2004, 18:20
Die Deterministen glauben, dass jede gefällte Entscheidung schon
vor deiner Geburt vorherbestimmt ist. Wenn man beispielsweise mit 25
Jahren beim Italiener sitzen würde und die Wahl zwischen Lasagne
und 'ner Pizza hätte und dann die Pizza wählt, so wäre dies keine freie
Entscheidung sondern schon vorherbestimmt.
Woraus sich natürlich das Problem ergibt: Wenn einem Massenmörder
schon vor seiner Geburt vorherbestimmt war, Menschen zu töten,
kann man ihn dann dafür bestrafen?

Inkobus
03.04.2004, 22:50
Also so wie die drei Schicksalsgöttinnen in der griechischen und nordischen Mythologie, die für jeden Menschen einen fadenbestimmen, der alles genau vorherbestimmt. Von geburt an.

Mensch ich bin nur Gymnasiast. Warum sagt ihr denn sowas nicht? Jetzt versteh selbst ich Deppen was ihr meint :roll: XD

So gesehen glaube ich nur teilweise daran. Vorbestimmung ja, aber nur in bestimmten Dingen wie Tod, Geburt, Heirat und Liebe.

DATA
04.04.2004, 01:10
Ich frage mich, wie das funktionieren soll. Schließlich gibt es genug Ereignisse, bei denen es mehrere Möglichkeiten gibt, was daraus entsteht.


Egal, in welcher Situation welche Entscheidung, oder Reaktion entsteht/ getroffen wird, dies beruht immer auf unzähligen Faktoren -in einer ewig langen Reihe vorhergehender Aktions-Reaktions-Faktoren. Das bedeutet somit, sobald ein Ergebnis vorliegt, schließt dieses natürlich durch seine Entstehungsfaktoren alle anderen Alternativen zu sich selbst aus, die Alternativen konnten wegen der bestehenden Entstehungsfaktoren nie Eintreten.
Im Prinzip gibt es somit eine Vorbestimmung, allerdings eher eine Vorbestimmung nach hinten, in die Vergangenheit. Die Zukunft wird sich auch unter Berücksichtigung aller bekannten, aktuellen Faktoren und aller bekannten Vorfaktoren nie begreifen bzw. vorhersehen lassen, entsprechend sind realistisch betrachtet Vorbestimmung und Zufall nach menschlichem Verständnis ein und dasselbe. ;]

Mia
08.04.2004, 22:51
Also mir gefällt der gedanke eigentlich nicht das in userm leben alles vorherbestimmt sein soll
wie würden wir uns dann noch von einem roboter unterscheiden

und wenn alles vorherbestimmt sein sollte wer bestimmt das denn?? und was wenn der jenige mal einpennt??

Noxiel
09.04.2004, 13:12
Kann man das also getrost mit der Chaostheorie gleichsetzen?

Hmm um es anschaulich zu machen, rezitiere ich einfach mal Dr. Malcom
"Lass einen Wassertropfen deinen Arm runterlaufen, setze danach einen zweiten Tropfen auf die exate Stelle - wird er auch den selben Weg hinunter nehmen?" Nein, wird er nicht....

Aber zurück zum Thema:
Ich kann auch nur schwerlich an ein Schicksal glauben, der Zufall ist doch viel interessanter, vor allem aus dem Standpunkt eines Individuums heraus. Wer lässt sich denn bitte freiwillig in seiner Entscheidungsfreiheit einschränken, in dem man zugibt einem vorherbestimmen Weg zu folgen, auf dem es keine Abweichungen gibt, die man selbst aus eigenem Willen herbeiführen könnte?

Ich halte Schicksal für Schwachsinn

Piichi
17.04.2004, 13:40
Kann man das also getrost mit der Chaostheorie gleichsetzen?

Hmm um es anschaulich zu machen, rezitiere ich einfach mal Dr. Malcom
"Lass einen Wassertropfen deinen Arm runterlaufen, setze danach einen zweiten Tropfen auf die exate Stelle - wird er auch den selben Weg hinunter nehmen?" Nein, wird er nicht....

Aber zurück zum Thema:
Ich kann auch nur schwerlich an ein Schicksal glauben, der Zufall ist doch viel interessanter, vor allem aus dem Standpunkt eines Individuums heraus. Wer lässt sich denn bitte freiwillig in seiner Entscheidungsfreiheit einschränken, in dem man zugibt einem vorherbestimmen Weg zu folgen, auf dem es keine Abweichungen gibt, die man selbst aus eigenem Willen herbeiführen könnte?

Ich halte Schicksal für Schwachsinn

Ähm..freiwillig? Wer redet davon? Entweder es ist so oder nicht, egal obs interessant ist oder ,ob mans will oder nicht.

Albert Einstein sagte: Gott würfelt nicht. Stephen meinte, Einstein hätte sich doppelt geirrt, Gott würfelt und auch noch so,dass wir die Würfel nicht sehen.

Wer nun recht hat? ...Tja.. ich glaube,dass ich eher zu den Zufällen tendiere..

Noxiel
17.04.2004, 14:36
Glauben heißt nichts wissen...

Legst Du es dir dann so zurecht wie du es brauchst?
Bei erfreulichen Dingen von Zufällen zu sprechen und bei einem Unglück von Schicksal, oder eben umgekehrt.

Ich weiß, dass ich an Zufälle und nicht an das Schicksal glaube

Gangsterkatze
17.04.2004, 22:47
Detimismus wat?

Piichi
18.04.2004, 09:31
Glauben heißt nichts wissen...

Legst Du es dir dann so zurecht wie du es brauchst?
Bei erfreulichen Dingen von Zufällen zu sprechen und bei einem Unglück von Schicksal, oder eben umgekehrt.

Ich weiß, dass ich an Zufälle und nicht an das Schicksal glaube

Aber stell dir nur mal vor es würde alles vorbestimmt sein. Dann hätten wir darüber doch gar keine Macht, könnten auch nicht das Gegenteil behaupten, weil wirs nicht wissen. Und nicht mitbekommen.

@Gansterkatze, falls du wissen willst,was das ist:
Definition von Determinismus:

Auffassung, dass alles vorbestimmt ist. (Also es geht um Schiksal oder Zufall)

Orion
18.04.2004, 13:13
Definition von Determinismus:

Auffassung, dass alles vorbestimmt ist. (Also es geht um Schiksal oder Zufall)

:/...DATA hats schon recht schön erklärt,darauf wollte ich eigentlich auch hinaus...

Schicksal wäre eher eine Vorherbestimmung willkürlicher Natur,sprich irgend eine Intelligenz (z.B. "Gott") legt etwas fest,das so für diejenige Person geschehen wird.

Determinismus geht von dem Prinzip der Fortführung aus.
Beispiel: Italiener ,Lasagne / Pizza
=> Durch unzählige Faktoren wird dir zwinged die Pizza in den Sinn kommen.(Einer wäre z.B.,dass die letzte Lasagne schlecht geschmeckt hat => durch wiederum einen anderen Faktor wird dir allerdings auch verboten,eine Lasagne als "zweiten Versuch" zu bestellen usw.)

Determinismus basiert auf Logik,Schicksal keinesfalls,eher genau das Gegenteil.

Und wie schon erwähnt,da man nicht alle Faktoren des nächsten Ereignisses miteinbeziehen kann,lässt sich über die entfernte Zukunft wenig sagen...=> Zufall

Piichi
18.04.2004, 15:05
Definition von Determinismus:

Auffassung, dass alles vorbestimmt ist. (Also es geht um Schiksal oder Zufall)

:/...DATA hats schon recht schön erklärt,darauf wollte ich eigentlich auch hinaus...

Schicksal wäre eher eine Vorherbestimmung willkürlicher Natur,sprich irgend eine Intelligenz (z.B. "Gott") legt etwas fest,das so für diejenige Person geschehen wird.

Determinismus geht von dem Prinzip der Fortführung aus.
Beispiel: Italiener ,Lasagne / Pizza
=> Durch unzählige Faktoren wird dir zwinged die Pizza in den Sinn kommen.(Einer wäre z.B.,dass die letzte Lasagne schlecht geschmeckt hat => durch wiederum einen anderen Faktor wird dir allerdings auch verboten,eine Lasagne als "zweiten Versuch" zu bestellen usw.)

Determinismus basiert auf Logik,Schicksal keinesfalls,eher genau das Gegenteil.

Und wie schon erwähnt,da man nicht alle Faktoren des nächsten Ereignisses miteinbeziehen kann,lässt sich über die entfernte Zukunft wenig sagen...=> Zufall
Also das "dass alles vorbestimmt ist" hab ich mal nachgeschlagen, also so steht's im Lexi .. achso... ich hab das halt so aufgefasst.. mh..

19.04.2004, 09:06
ich denke das es nicht vorher bestimmtes gibt... naja vielleicht wenn ein Kinder behindert auf dei Welt kommt und man weiß das es es sterben wird... aber ich denke das nichts so vorherbestimmt ist das man nicht dagegen ankämpfen könnte. so glaube ich z.B. nicht das jetzt schon vorherbestimmt ist was ich später tun werde wo ich lebe ec.

JPF
19.04.2004, 14:16
Ist es nicht bei jedem Menschen zu erwarten, daß er stirbt ? :smirk:

Gwydion
24.04.2004, 03:19
Um's mit einem Matrixzitat zu sagen: "Mir missfällt der Gedanke, mein Leben nich unter Kontrolle zu haben". Ich glaube zwar an ein hintergründiges Ursache-Wirkung-Prinzip, aber bin gleichzeitig der Auffassung, dass ein Mensch (und was weiß ich wer sonst noch) in der Lage ist, seine eigenen Wege zu gehen. Natürlich würde man nicht merken, ob der Weg "vorherbestimmt" war... man kann's ja leider weder beweisen noch widerlegen.

Unbekannter Verfasser
25.04.2004, 02:53
Wenn ich mir unser Universum so ansehe, dann kann ich nur noch an den Zufall glauben, den ich will und kann mich nicht damit abfinden, das mein Leben schon "geschrieben" ist und ich es nur noch lese.
Das würde bedeuten, das wir alle nur Figuren sind die ihre Rolle erfüllen...kein freier Wille...keine Individualität...ne ne...Zufall exestiert!