Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sofia Coppolas "Marie Antoinette"
Als ich letztlich den Trailer zu Sofia Coppolas neuem Film "Marie Antoinette" gesehen habe, war ich schockiert. Rockmusik zu Kostümfilmbildern. Aber was noch viel schlimmer ist, der Eindruck, den der Trailer hinterlässt. Offenbar will Sofia Coppola die Dekadenz und, nennen wir es, Partylaune auf Versailles in den Mittelpunkt stellen. Und dazu Kirsten Dunst. (Ich mag Kirsten Dunst nicht und der Trailer bekräftigt meine Ablehnung).
Als riesiger Lady Oscar Fan wäre mir eine dramatischere und konventionellere Verfilmung lieber. Vielleicht ist der fertige Film ja besser als der Trailer, es ist zu hoffen.
Um keinen falschen Eindruck zu hinterlassen, "Lost in Translation" gefiel mir echt gut, aber möglicherweise ist "Marie Antoinette" keine Thema für diese Regisseurin. Was meint ihr?
also ich hab den trailer grade gesehen und finde eigentlich nichts komisch da dran.........im gegenteil, ich finde das er die dekandenz der damaligen zeit sehr schön darstellt.
und sofia coppola hat das filmhandwerk von klein auf mit der muttermilch mitbekommen, immerhin war ihr vater der großmeister francis ford coppola.
deswegen denke ich nicht das sie shit produziert.
und ich würde nicht von nem anime auf nen film schließen, denn die handlung in nem anime, der nachmittags gezeigt wird, is meist für kinder ausgelegt, sprich, die handlung wurde agbestumpft.
bei nem kinofilm hat man nur die fsk als richtlinie, und wenn man heutzutage ne fsk16 hinlegt bekommt man immer noch die große publikumsresonanz. natürlich kann man da ganz andere handlungen zeigen als in ner serie die für kinder produziert wurde.
deswegen würde ich mir den film trotzdem mal anschaun........kann ja net verkehrt sein die coppolasche sichtweise der singe mal zu sehen.....
(wobei ich zugeben muss das ich ein großer coppola fan bin...)
und ich würde nicht von nem anime auf nen film schließen, denn die handlung in nem anime, der nachmittags gezeigt wird, is meist für kinder ausgelegt, sprich, die handlung wurde agbestumpft.
bei nem kinofilm hat man nur die fsk als richtlinie, und wenn man heutzutage ne fsk16 hinlegt bekommt man immer noch die große publikumsresonanz. natürlich kann man da ganz andere handlungen zeigen als in ner serie die für kinder produziert wurde.
Lady Oscar war weder als Manga noch als Anime auf Kinder als Zielgruppe ausgelegt. Die Sichtweise, dass Manga und Anime Kinderkram sind, hätte ich in diesem Forum nicht erwartet. Aber die Diskussion ist hier mit Sicherheit fehl am Platz.
Um wieder zum Thema zu kommen:
Die Grundlage von Riyoko Ikedas Manga war das Buch "Marie Antoinette- Bildnis eines mittelmäßigen Charakters" von Stefan Zweig. Darin beschriebt er den Charakter Marie Antoinettes, der doch deutlich komplexer ist, als sie oft dargestellt wird. Es ist einfach zu sagen, dass sie ein unschuldiges junges Mädchen war, dass ihr ganzes Leben lang nichts für ihre Situation konnte, aber wie immer ist die Realität oft vielschichtiger. Und diese Komplexität und daraus erwachsende Dramatik fehlt mir in dem Trailer. Vielleicht ist das in meinem ersten Post nicht so ganz klar geworden.
Abgesehn davon, kann man Endgültiges natürlich erst nach dem Start des volständigen Films sagen. Aber die Diskussion finde ich trotzdem spannend.
lady oskar kenn ich aus früheren tagen als ich meinen ersten fernseher bekam und mittags nach der schule nix besseres zu tun hatte als rtl2 zu schaun.
wenn mich net alles täuscht, hatte lady oskar ne fsk 0 bis fsk 6, sprich, dort kann man die dekandenz ihres lebens nicht so darstellen wie es wirklich war.
das meinte ich mit kinderkram.....
und dann bleibt meine meinung das die welt damals sehr dekadent war, was man heute noch an zeugnissen dieser zeit sehen kann(betrachte das schloss saarbrücken oder die kasematten in saarlouis).
wenn man sich ein wenig mit geshichte befasst, merkt man schnll das damals mit zweierlei maß gemessen wurde.
ansonsten wäre es ja auch nicht zu revolution gekommen.....
betrachten kann man das heute noch in vielen französischne städten, wo die stadtkerne die zeit überlebt haben.......auf der einen seite die herrschaftlichen viertel, mit breiten alleen und allem drum und dran, auf der anderen die behausungen des gemeinen gesindes............ein passender vergleich wäre bel air zu south central des jahres ´92.
und anhand eines trailers eine solch zerschmetternde kritik abzugeben is meist sehr gewagt, denn in den trailern werden immer nur die plot-momente gezeigt, das drum herum is ja icht werbewirksam, jedoch für den film zuträglich.......
deswegen bin ich mal gespannt wie der film wird.
und just for information: mein wissen über anime/mange is wahrscheinlich so groß wie das des durchschnittlichen kindergartenkindes über betriebwirtschaftleere ode quantenmechanik.
jedoch kann ich mir von manchen serien ein gutes bild machen, und das is meist leider kinderkram. sollte ich jedoch eine serie mal net kennen, halte ich meine klappe..........denn dann kann ich mir kein urteil bilden....xDDD
taunebula_stern25
11.03.2006, 21:09
Ich kann mich Eismond eigentlich nur anschließen. Obwohl ich ein Fan von Sofia Coppola bin ("The Virgin Suicides" und "Lost in Translation" sind wirklich sehr gute Filme), war ich von dem Trailer zu Marie Antoinette schockiert. Der Film scheint wirklich auf die MTV-verwöhnte Generation zugeschnitten zu sein, die nicht wirklich viel bei Filmen denken möchte/soll.
Ich werde diesen Film boykottieren.
und dann bleibt meine meinung das die welt damals sehr dekadent war, was man heute noch an zeugnissen dieser zeit sehen kann(betrachte das schloss saarbrücken oder die kasematten in saarlouis).
wenn man sich ein wenig mit geshichte befasst, merkt man schnll das damals mit zweierlei maß gemessen wurde.
Das das ausgehende 18.Jh. dekadent war, ist mir klar und ich habe auch nie das Gegenteil behauptet. Wenn es Frau Coppola aber darum geht, dies darzustellen, sollte sie vielleicht einen Film über Versailles drehen. Da der Film aber den Titel "Marie Antoinette" trägt, denke ich, dass man mir als potentiellen Zuschauer zugestehen darf, dass ich auch einen Film über Marie Antoinette erwarte. Und zwar einen, der nicht nur das Klischee wiedergibt. Leider sehe ich nichts anderes in diesem Trailer und bin, gerade wegen der bisher guten Arbeiten von Sofia Coppola, enttäuscht.
und anhand eines trailers eine solch zerschmetternde kritik abzugeben is meist sehr gewagt, denn in den trailern werden immer nur die plot-momente gezeigt, das drum herum is ja icht werbewirksam, jedoch für den film zuträglich.......
Auch das der Trailer nur Plotmomente zeigt ist wahr, aber als Werbung für einen Film (und nichts anderes ist ein Trailer meiner Meinung nach) sollte er doch einen Eindruck über das Wesen eines Films vermitteln. Abgesehen von der Musik, über die man sich sicherlich streiten kann, zeigen mir die Bilder nichts, was meine Erwartungen erfüllen würde. Was die vernichtende Kritik angeht, verweise ich auf das, was ich in meinen beiden ersten Posts geschrieben habe, nämlich, dass man genaueres erst nach dem Kinostart sagen kann.
Ich denke, dass wir an einem kurzen Trailer keinen ganzen Film messen dürfen.
Warten wir's ab, gehen wir uns Kino und danach können wir diskutieren ;)
Ich freue mich jedenfalls auf den Film und werde ihn mir auf jeden Fall anschauen!
Mondän: Sofia Coppolas «Marie Antoinette» in Cannes
Von Karin Zintz, dpa
Cannes (dpa) - Kaum ein Film passt so gut zum Festival in Cannes wie «Marie Antoinette» von Sofia Coppola.
Die Fixierung auf Schönheit und Glamour, die Sucht nach Verschwendung und Vergnügen, die abgeschlossene höfische Gesellschaft, in die niemand ohne offizielle Einladung Einlass findet, die Oberflächlichkeit: Das Leben im Schloss von Versailles kurz vor der Französischen Revolution kommt dem Festivalzirkus dieser Tage sehr nahe - nur dass in Cannes niemand dafür geköpft wird.
Die Buhs nach der Pressevorführung am Mittwochmorgen hat die 35 Jahre alte Regisseurin im Prinzip nicht verdient. Die Erwartungen an den Wettbewerbsbeitrag waren nach vielen eher mittelmäßigen Filmen einfach zu hoch. Doch anders als in ihrem Hit «Lost in Translation», der mit Tiefgang und lakonischem Humor überzeugte, spielt Coppola jetzt die «Mädchenkarte» aus. Die Tochter von Francis Ford Coppola hat selbst einen Ruf als modische Stilikone zu verteidigen und schwelgt in Kostümen, Ausstattung und der Üppigkeit des Original- Drehorts Versailles.
Die Geschichte der naiven Prinzessin aus Wien, die als 14-Jährige nach Frankreich geschickt wird, um mit Louis XVI. einen Thronfolger zu produzieren, erstickt in Seide und süßem Gebäck. 40 Millionen Dollar hat «Marie Antoinette» gekostet, im Budget inbegriffen sind Dutzende Paare der traumhaften Schuhe von Kult-Designer Manolo Blahnick.
Konfrontiert mit den strengen Regeln des französischen Hofes und enttäuscht vom sexuellen Desinteresse ihres Mannes, entwickelt sich Marie Antoinette erst zum Partygirl, dann zur gereiften Mutter. Sofia Coppola interpretiert das sehr modern und locker. Ihr Film ist sinnlich und sexy wie ein langer Video-Clip mit moderner Musik von Bands wie New Order. Dass sie an der Oberfläche des eigentlichen Dramas kleben bleibt, liegt vor allem an Kirsten Dunst als Titelheldin. Die junge Amerikanerin aus «Spiderman» verjagt auch als politisch missbrauchte, verunsicherte Marie Antoinette alle Ängste und Schrecken mit einem unpassend patenten Cheerleader-Lächeln.
So, der Film ist ja nun offiziell auf dem Filmfestival von Cannes vorgestellt worden. Und die Kritik scheint meinen Eindruck zu bestätigen. Kommt wirklich drauf an, mit welchen Erwartungen man einen Film betrachtet...
taunebula_stern25
30.05.2006, 13:33
Also nach dieser Kritik zu urteilen. Mh, ich weiss nicht so recht, ob sich Sofia Coppola damit einen großen Gefallen gemacht hat. Die Kritik hört sich schon ziemlich niederschmetternd an, und ich frage mich ernsthaft, warum man diesen Film auf den Filmfestspielen von Cannes (!) gezeigt hat.
Auch die Kritik über Kirsten Dunst ist nachvollziehbar. Sie ist nun mal noch keine Charakterdarstellerin, als dass sie die Rolle der Marie-Antoinette ausreichend besetzen könnte. -_- Kirsten Dunst passt zur Zeit einfach besser auf die Rolle des netten Mädchens von nebenan, und ich glaube, dass sie da noch eine ganze Weile drin sein wird. :roll:
So wie ich gehört habe wollte Sofia Coppola das Mädchen Marie Antoinette
zeigen und kein geschichtliches Drama.
Ob das nun gut ist oder nicht, darüber kann man sich streiten.
Das die Franzosen nicht gerade begeistert sind kann ich verstehen.
Ich glaube nicht das ich mir den Film im Kino ansehen werde. Vielleicht später im Fernsehen.
taunebula_stern25
30.05.2006, 13:59
So wie ich gehört habe wollte Sofia Coppola das Mädchen Marie Antoinette
zeigen und kein geschichtliches Drama.
Ob das nun gut ist oder nicht, darüber kann man sich streiten.
Das die Franzosen nicht gerade begeistert sind kann ich verstehen.
Ja, das mag ja sein - bestreitet auch niemand. Aber dennoch kann man sowas auch künstlerisch beser umsetzen, als bis jetzt in dem Trailer gesehen. :| Und man weiß ja, dass Sofia Coppola einiges auf dem Kasten hat. Deshalb würde ich es schade finden, wenn sie durch diesen Film einen -Flop- hätte.
Ich glaube nicht das ich mir den Film im Kino ansehen werde. Vielleicht später im Fernsehen.
Ich wahrscheinlich auch. Da kostet es wenigstens nix. :mrgreen: Und ich kann umschalten, wenns wirklich schrottig ist. Mehr, als ich mir jetzt vorstelle. :roll:
Ich werd mir den Film auf jeden Fall im Kino ansehen. Vermutlich wird er meine schlechte Vorahnung bestätigen. (Ja ich weiß, wenn ich schon so an die Sache rangehe wird er mir nie gefallen. Lasst mir doch meinen Spaß...)
Als Geschichtsstudentin bin ich ja auch in einer fachlichen Art daran interessiert. 8-)
Ja, das mag ja sein - bestreitet auch niemand. Aber dennoch kann man sowas auch künstlerisch beser umsetzen, als bis jetzt in dem Trailer gesehen. :| Und man weiß ja, dass Sofia Coppola einiges auf dem Kasten hat. Deshalb würde ich es schade finden, wenn sie durch diesen Film einen -Flop- hätte.
Ich wahrscheinlich auch. Da kostet es wenigstens nix. :mrgreen: Und ich kann umschalten, wenns wirklich schrottig ist. Mehr, als ich mir jetzt vorstelle. :roll:
Stimmt das könnte man, vorallem weil man besseres von ihr gewohnt ist.
Aber sie scheitn ja damit zufrieden zu sein.
taunebula_stern25
30.05.2006, 14:27
Noch mal eine andere Kritik:
Cannes:
Marie-Antoinette in der Highschool (Die Presse) 27.05.2006 Sofia Coppolas naiver Film wurde im Wettbewerb von Cannes ausgebuht.
Es war einmal ein Teenager-Mädchen aus Österreich (von königlichem Geblüt), das nach Frankreich verheiratet wurde und sich trotz all ihrer schönen Kostüme, vieler leckerer Süßspeisen und der hübschen Versailles-Gärten zum Lustwandeln sehr verloren fühlte. Das ist die Essenz von Sofia Coppolas naivem Pop-Märchen Marie-Antoinette, dessen Vorstellung in Cannes mit gallisch akzentuierten Buhrufen quittiert wurde: Wohl, weil die französische Revolution bloß als unliebsame Störung zur Kenntnis genommen wird. (Statt Gefangennahme und Hinrichtung der Königsfamilie zeigt Coppola zuletzt nur ein verwüstetes Zimmer in New Yorks Carlton Hotel.)
Auch abgesehen von der apolitischen Anlage ist der Film nur niedlicher Augenschmaus mit minimalem satirischem Drall: Modernes Schauspiel (hübsch in der Hauptrolle: Kirsten Dunst) in luxuriösem Historiendekor, dazu Pop-Soundtrack von ätherischer Elektromusik bis Punk.
Als unterernährter Handlungsfaden dient das lange Warten auf erfolgreiche Thronfolger-Zeugung, die höfischen Intrigen und Regeln rundherum wirken wie aus einer US-Highschool-Komödie. In Anlehnung an den Titel von Coppolas letztem Film könnte man sagen: Das Sujet, was immer es genau gewesen sein mag, bleibt Lost in Translation. hub
Und ich meine Marianne Faithfull als Maria Theresia ?! Das passt ja mal gar nicht. :roll: :shock:
[I] Das ist die Essenz von Sofia Coppolas naivem Pop-Märchen Marie-Antoinette, dessen Vorstellung in Cannes mit gallisch akzentuierten Buhrufen quittiert wurde:
Das ist super... *rofl*
Ach ja, da gibt es noch so einige Rezensionen mehr, in denen eigentlich immer das gleiche steht.
Ich will "Lady Oscar" als richtigen neuen Spielfilm. (Ich weiß, es gibt schon einen Realfilm. Aber der soll nicht so toll sein).
Wer Angst vor der häßlichen Seite der Geschichte hat, der sollte keinen Film drüber drehen.
taunebula_stern25
30.05.2006, 15:07
Das ist super... *rofl*
Ach ja, da gibt es noch so einige Rezensionen mehr, in denen eigentlich immer das gleiche steht.
Ich will "Lady Oscar" als richtigen neuen Spielfilm. (Ich weiß, es gibt schon einen Realfilm. Aber der soll nicht so toll sein).
Wer Angst vor der häßlichen Seite der Geschichte hat, der sollte keinen Film drüber drehen.
Gerade von Sofia Coppola hätte ich ein historisch stimmiges Porträt erwartet, und kein für die Pickelfraktion gedrehtes überlanges Pop-Video.
Ich hab noch was Tolles gefunden. Super!!
Ein Königreich für einen Mops
Von Martin Wolf, Cannes
Das, Madame, ist Cannes: Sofia Coppola, Hoffnungsträgerin des amerikanischen Kinos, wurde beim Filmfestival von Journalisten ausgebuht. Dabei erinnert ihr Kostümfilm "Marie Antoinette" stark an das Treiben an der Croisette.
Sie hatten sich vermutlich auf einen königlichen Empfang gefreut, die Royals aus dem kalifornischen Napa Valley, Vater und Tochter. Denn eigentlich ist Prinzessin Sofia sehr beliebt, und der alte König Francis wird von vielen hier immer noch verehrt wie ein Gott, obwohl seine Heldentaten bereits Jahrzehnte zurückliegen. Aber das Volk, in Gestalt von einigen undankbaren Journalisten, es wollte diesmal nicht jubeln. Kein Applaus, im Gegenteil: Es gab sogar Buhrufe.
Das ist die Nachricht des Tages vom Festival in Cannes: Sofia Coppola, seit "Lost in Translation" die Hoffnungsträgerin des amerikanischen Autorenfilms und berühmte Tochter des noch berühmteren Francis Ford Coppola ("Der Pate"), wurde am Mittwoch von etlichen Journalisten ausgebuht - oder zumindest ihr neuer Film "Marie Antoinette", der im Wettbewerb um die Goldene Palme antritt.
Auch bei der Pressekonferenz nach der ersten Vorführung herrschte eine eher frostige Stimmung. Die Regisseurin wirkte noch zierlicher als sonst und versuchte zu lächeln, erfolglos. Papa Francis, als Begleiter dabei, guckte derweil so ähnlich wie Al Pacino im ersten Teil des "Paten" - kurz bevor dieser aufsteht, um den Revolver aus dem Versteck auf dem Klo zu holen.
Insbesondere viele französische Journalisten nahmen offenbar übel, dass Amerika nach dem Murks mit dem Louvre ("The Da Vinci Code - Sakrileg") schon wieder ein französisches Nationalheiligtum geschändet hatte, auch wenn die Ikone diesmal streng genommen aus Österreich stammt: Marie Antoinette, Gattin des französischen Königs Ludwigs XVI. und bis heute unvergessen für den Spruch: "Wenn das Volk kein Brot hat, soll es doch Kuchen essen." Wenn das Volk erst einmal die Macht hat, wird man für so einen Satz bekanntlich geköpft.
Gitarren-Pop in Versailles
Dabei "würde ich so etwas nie sagen", behauptet Marie Antoinette in Coppolas Film. Tatsächlich hätte die Film-Marie dem Volk wohl eher empfohlen, doch lieber eine CD von New Order zu hören oder ein wenigstens ein schnelles Stück von The Cure. Davon bekommt man nämlich richtig gute Laune! Und deshalb dröhnt der gute alte britische Gitarren-Pop von der Tonspur, während Marie Antoinette durch die langen Korridore von Versailles stöckelt. Marie Antoinette, wie Sofia Coppola sie zeigt, ist eine Pop-Königin: vergnügungssüchtig, verschwenderisch, schön; auf den ersten Blick eine fröhliche junge Frau, die eine gewisse Ähnlichkeit hat mit der Freundin von "Spider-Man".
Letzteres liegt darin, dass Marie Antoinette von Kirsten Dunst gespielt wird, die schon in Sofia Coppolas Regie-Debüt "The Virgin Suicides" (und später in den "Spider-Man"-Filmen) mitwirkte. Kirsten Dunst strahlt den ganzen Film über, selbst wenn Marie Antoinette traurig ist: darüber, dass ihre Mutter sie im Alter von 14 Jahren aus Wien nach Frankreich abgeschoben hat, dass sie ihren geliebten Hund, einen Mops, zurücklassen musste, dass die Hofdamen sie mobben, dass ihr Mann Ludwig XVI. (stoisch: Jason Schwartzman) lieber zur Jagd ausreitet, anstatt sich der Produktion eines Thronerben zu widmen.
Eine Weile guckt man dem hochadeligen Triebleben (nicht zu verwechseln mit Marie Antoinettes Eheleben) ganz gern zu. Vor allem das höfische Protokoll, von Sofia Coppola mit milder Ironie vorgeführt, kommt einem bekannt vor: Es erinnert in seiner pompösen Eitelkeit stark an das Filmfestival selbst; nur der Sonnenkönig heißt anders. Stets geht es um Rituale, die Macht und Einfluss belegen sollen: Als Marie Antoinette sich etwa über die umständliche morgendliche Ankleide-Prozedur beklagt ("Das ist lächerlich"), entgegnet eine Hofdame spitz: "Das, Madame, ist Versailles." 40 Millionen Dollar konnte Coppola für ihren Film ausgeben; das meiste davon dürfte für Kostüme (Schuh-Design: Manolo Blahnik) und für die Miete der Originalschauplätze draufgegangen sein.
Doch früher oder später (der Film dauert knapp über zwei Stunden) hat man sich satt gesehen an all dem hübsch abgefilmten Prunk und dem eitlen Getue bei Hofe - und wartet nur noch auf die Revolution, dramaturgisch und auch sonst. Die französischen Filmkritiker ölen vermutlich schon ihre Guillotinen.
taunebula_stern25
30.05.2006, 16:41
Wie wahr, wie wahr. :roll:
CruelMalice
30.05.2006, 16:56
Sieht so aus als müsste ich den Film schon allein wegen des süßen Wave-Soundtracks ansehen... :dutdut:
Musst du dafür den film sehen. Kauf dir doch die CD... :wink:
Kiyoharu's_Slave
30.05.2006, 19:45
Also ich wusste nichts von dem Film und habe mir gerade den Trailer angesehen, hab natürlich auch hier eure zitierten Filmkritiken gelesen.
Ich bin auch etwas enttäuscht, anscheinend ist der Film die reinste Party mit netten Intriegen und Liebeleien zwischendurch, aber das Marie Antoinette ziemliche Probleme hatte, wie z.Bsp. so früh von der Mutter getrennt werden, einen Mann heiraten, den sie nicht kennt, und dann so jung Königin werden.
Da ist es kein Wunder, dass sie auf falsche Leute reinfällt, Steuergelder verschwendet, etc. Natürlich rechtfertigt das nicht ihr Handeln, aber welcher "Teenager" hätte es anders getan?
Zudem hat sie sich ja geändert als ihre Kinder geboren wurden, und auch während der Revolution.
Vor einiger Zeit lief eine sehr gut gemachte Reportage über Marie Antoinette, mit nachgespielten Szenen, die war sehr interessant und informativ und mit Sicherheit besser als der Film.
Ich hoffe, arte wiederholt das nochmal!
Trotz allem werde ich mir den Film aber mal ansehen wenn er läuft.
taunebula_stern25
30.05.2006, 19:47
Ja, die Doku auf Arte habe ich auch angeschaut. Anschließend kam ja auch noch ne Doku über Versailles. :-)
(Ich halte ja arte auf diesem Gebiet für unschlagbar.)
Kiyoharu's_Slave
30.05.2006, 19:58
Ja, die Doku auf Arte habe ich auch angeschaut. Anschließend kam ja auch noch ne Doku über Versailles. :-)
(Ich halte ja arte auf diesem Gebiet für unschlagbar.)
Echt?
Mist, ich glaub, ich hab da nur die Wiederholung am nächsten Tag gesehen, von Versailles kam da nichts mehr.>_<
Stimmt, vor einiger Zeit kam auch so etwas über Katharina die Große, 1A gemacht! :top:
taunebula_stern25
30.05.2006, 22:18
Wann soll der Film eigentlich in die Kinos kommen ?
Ich glaube für die USA ist Kinostart im Oktober oder so. Ist zumindest mein letzter Stand. Warum so spät, weiß ich nicht. Vielleicht hofft SC ja, dass die Kritiken bis dahin vergessen sind...
Also in Belgien ist er am 24.05, also letzte Woche, angelaufen.
Solltet ihr in der Naehe der Grenze leben, es gibt recht viele OmU Vorstellungen, auch in Kinepolis, in Belgien.
Fuer Deutschland steht noch kein Starttermin, zumindest konnte ich keinen finden.
[Edit]
Ergaenzung:
Es gibt doch Termine
Deutschlandstart: 04.01.2007
USA Kinostart: 13.10.2006
Woooaahu, Belgien ist doch nicht so schlecht :D
Warum kommt er in Belgien eher als in den USA. Ist doch immerhin ein amerikanischer Film.. :bahnhof:
Keine Ahnung.
Vielleicht weil sich die Regiseurin fuer eine Independent-, Dogma, Arthouse, Autoren, wasweissich Film Ikone haelt und es besonders stylish findet wenn er in Belgien - und den restlichen Niederlanden - zuerst anlaeuft.
Vielleicht sind auch die Belgier ein so Film begeistertes Voelkchen das die Industrie ihnen den Film nicht vorenthalten wollte.
Vielleicht weil es so nah an Frankreich liegt, [..] wobei Deutschland ja an Frankreich und Oesterreich dran ist.
Tatsache ist aber das ihn den Film in den Kinepolisen schon bemerkt habe.
Allerdings noch nicht gesehn. Heute steht erstmal X-Men an.
Was Amerika betrifft, vielleicht hat man sich einen halbwegs Blockbuster freien Termin suchen wollen wo die Leute nicht am Strand liegen.
Sollte ich reingehen wuerde ich ein Kostuem Drama erwarten.
Nicht mehr und nicht weniger. Eventuell mit etwas experimentellen Flair.
Dokumentationen haben schliesslich kein Blockbuster Format, Lady Oscar ist leider eine Erfindung Ikeadas und soviel revolutionaeres, abseits der Revolution, bietet der Stoff meines Erachtens nicht.
Naja und da die ganze Dekadenz damals den Hoehepunkt fangt ist auch irgendwie naheliegend das das ganze pompoes wird.
CruelMalice
31.05.2006, 13:31
Musst du dafür den film sehen. Kauf dir doch die CD... :wink:
Ne, die meisten Lieder hab ich bestimmt eh schon.
Ich will lieber sehen wie die in Ballkleidern zu New Order tanzen.
Der Film verbindet zwei Dinge die ich mag. Kostümfilme und Wave. Das muss ich sehen!
Sollte ich reingehen wuerde ich ein Kostuem Drama erwarten.
Nicht mehr und nicht weniger. Eventuell mit etwas experimentellen Flair.
Dokumentationen haben schliesslich kein Blockbuster Format, Lady Oscar ist leider eine Erfindung Ikeadas und soviel revolutionaeres, abseits der Revolution, bietet der Stoff meines Erachtens nicht.
Naja und da die ganze Dekadenz damals den Hoehepunkt fangt ist auch irgendwie naheliegend das das ganze pompoes wird.
Aber was bringt die ganze dargestellte Dekadenz, wenn auf das Gegenbeispiel verzichtet wird. Die Welt der Armen in Paris. Da ist Lady Oscar imo einen bedeutenden Schritt weiter. Ausserdem wird die Geschichte in ihrer ganzen Kitsch-Konsequenz erzählt. Das ist mir persönlich lieber als die ganzen Experimente. Wenn schon, dann bitte auch durchgängig.
taunebula_stern25
25.06.2006, 23:28
Jetzt mal abgesehen von dem neuen Film, habe ich was für euch. Am Dienstag, dem 27.06. läuft um 14.00 auf 3Sat die Fassung aus dem Jahre 1938 mit Norma Shearer. :-)
taunebula_stern25
22.10.2006, 00:35
Start des Filmes in Deutschland: 02.11.
Hier ein Teil der Kritik in der neuen TV Spielfilm:
Hier die Kritik:
[...]Marie Antoinette porträtiert sie als ein vom Protokoll gelangweiltes und vergnügungssüchtiges Luxus-Girlie à la Paris Hilton. Der lendenlahme König kommt schluffig daher wie der Nerd aus einer Highschool-Komödie. Die quirlige Lebensfreude ihrer Protagonistin montiert Coppola zu New-Wave-Songs der Achtzigerjahre. Insgesamt ein echter Mädchenfilm also: süß und nett und mit liebevoller Sorgfalt im optischen Detail. Fürs ganz große Drama fehlt ihm allerdings die inszenatorische Schlagkraft.
{Geschichtsunterricht am Mädchenpensionat: plapperig und schrill}
Quelle: TV Spielfilm Ausgabe Nr. 22/06
Geht jemand von euch vielleicht am Kinotag rein ?! :roll:
Callista
24.10.2006, 12:59
Geht jemand von euch vielleicht am Kinotag rein ?! :roll:
Nö, ich werde mir mal die DVD ausleihen, aber für´s Kino ist mir schon der Trailer zu Bonbonfarben!
Kiyoharu's_Slave
22.11.2006, 20:15
Kann es sein, dass der Film niergends läuft??o________O
Oke, ich wohne recht ländlich, aber in Trier lief er im Cinemaxx nur 1(!!!) Mal zu einer Special Night am 1.11. Und sonst konnte ich ihn nicht im Programm entdecken.
Nunja, wie auch immer, hab ihn trotzdem gesehen. *hust*
Also, ich finde ihn nicht gut; wenn man sich nicht etwas mit Marie Antoinette beschäftigt, kommt man ja gar nicht mit und versteht die Zusammenhänge nicht richtig. Der Film wirkt gehezt, alles wird nur kurz angedeutet. Allein dass es schon die Hälfte des Films braucht, bis der König stirbt..nunja..
Ich finde eh, dass ein Film über Marie Antoinette schwierig ist, da man so viel -viel zu viel für 2h- unterbringen muss, damit auch ein 0815 Mensch ohne Vorkenntnisse was versteht. Da wäre ein Mehrteiler toll, aber mal ehrlich: Das würde sich kiener antun, Marie Antoinette ist nicht Harry Potter. Obwohl sie mir Hundert Mal lieber ist.u_u
ich hätte schon lust ihn zu sehen, hab auch ältere versionen geguckt. ich stells mir so ein wenig vor wie mit ritter aus leidenschaft, der war auch ein wenig morderner als man annehmen mag, musikalisch gesehen. bin gespannt, erwarte abe rnix.
Kiyoharu's_Slave
22.11.2006, 22:44
Ritter aus Leidenschaft ist halt so schrottig.XD
Sorry, aber..nee..*schüttel*
Guck ihn dir schon an, allein die Schauplätze und Kostüme sind sehr toll. Außerdem hat Antoinette einmal so eine hohe Frisur mit Schiff drauf oder Vögeln drin, genau wie in dem Fashion Buch das ich hab.xDD
Ich glaub, ich bin so enttäuscht weil ich Stefan Zweigs Buch so im Hinterkopf hab und in dem Film wirkt sie eben nur flach.
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