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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Können Behinderte glücklich sein ? (was:Nie mehr leiden)


Yshary
04.04.2004, 16:48
Da im Abtreibungsthread so viel über das Thema Behinderte geredet worden ist, würde ich dafür gerne einen neuen Thread aufmachen um die Threads übersichtlicher zu halten.

Insbesondere würde mich Eure Meinung zu folgenden Themen der Behinderung interresieren:

1. Kann ein Behinderter noch so glücklich werden wie ein "normaler" Mensch? Auch oder grade wenn er stark geistig / körperlich behindert ist?

2. Ist unsere Welt noch behindertengerecht? Integrieren wir die Behinderten genug in unseren Alltag oder isolieren wir sie durch zu wenig behindertengerechte Gestaltung unserer Umwelt?

3. Wie gehen wir in dem Fall vor wenn Kinder stark behindert zur Welt kommen / sehr stark leiden und keine Heilung dazu in Sicht ist? Ist dann stark palliative Behandlung mit den damit verbundenen möglichen Nebenwirkungen angebracht oder nicht?

4. Wir gehen wir mit stark geistig Behinderten um / wie ordnen wir ihre Wünsche ein? Damit meine ich z. b. wenn sich ein geistig behinderter wünscht zu sterben. Sollen wir ihn dann zwingen weiterzuleben oder seonen Wunsch nach dem Tod berücksichtigen obwohl er nicht klar denken kann?

Weiterhin würde ich mich freuen wenn wir in diesem Thread mal versuchen höflich miteinander umzugehen und mir von den Moderatoren wünschen User die unpassende / persönlich beleidigende Beiträge posten für diesen Thread zu sperren. Vielen Dank schon mal.

Slayer
04.04.2004, 16:58
Klar sollte man diesen Menschen nicht von vornherein das Recht auf Leben verweigern. Den Menschen könnten geniale Talente verloren gehen. Schon mal was von "Inselmenschen" gehört ? ist nur ein Beispiel...

Shingetsu
04.04.2004, 17:08
Ich hab mal dafür gestimmt daß Behinderte genauso glücklich werden können wie Nicht-Behinderte, weil Glück ziemlich relativ ist.
Es gibt genug Nicht-Behinderte die auch nicht glücklich sind. Wer ist schon wirklich glücklich ?
Im philosophischen Sinn ist das in unserer Welt des Leidens sowieso nicht möglich, wie dieses Gedicht von Andreas Gryphius deutlich schildert:

Andreas Gryphius - Menschliches Elende

Was sind wir Menschen doch! Ein Wohnhaus grimmer Schmerzen,
Ein Ball des falschen Glücks, ein Irrlicht dieser Zeit,
Ein Schauplatz herber Angst, besetzt mit scharfem Leid,
Ein bald verschmelzter Schnee und abgebrannte Kerzen.

Dies Leben fleucht davon wie ein Geschwätz und Scherzen.
Die vor uns abgelegt des schwachen Leibes Kleid
Und in das Totenbuch der großen Sterblichkeit
Längst eingeschrieben sind, sind uns aus Sinn und Herzen.

Gleich wie ein eitel Traum leicht aus der Acht hinfällt
Und wie ein Strom verscheußt, den keine Macht aufhält,
So muß auch unser Nam, Lob, Ehr und Ruhm verschwinden.

Was ißt und Atem holt, muß mit der Luft entfliehn,
Was nach uns kommen wird, wird uns ins Grab nachziehn.
Was sag ich? Wir vergehn wie Rauch vor starken Winden.

------------------------------------------------------------------------

Jeder kann in seiner Situation nach persönlichem Glück streben. Menschen halten sich auch Vögel in Käfigen und Kaninchen in Ställen. Fragen wir uns ob ein Haustier glücklich sein kann ? Kann ein Kaninchen Musik hören und im Internet schreiben ? Ein Behinderter kann nicht alles was andere können, aber er kann sicher noch viele andere Dinge tun die ihm ein lebenswertes Leben ermöglichen.
In unserer heutigen Gesellschaft pflegt man aber lieber eine niedliche Katze als einen behinderten Menschen.

=^ ^=
04.04.2004, 17:17
1.Glück ist relativ. Manch Behinderter kann weitaus glücklicher sein als ein "normaler" Mensch und halt auch umgekehrt. Ausser natürlich, du willst es an der Menge der ausgeschütteten Glückshormone über einen gewissen Zeitraum messen, aber des hängt wohl auch von verschiedenen internen Faktoren ab x_x.

2.Die Welt auf eine Minderheit auszurichten, ist natürlich Unsinn, Veränderungen daran vorzunehmen natürlich möglich, jedoch nicht immer, oftmals auch zu teuer. Jedoch wird unsere Welt seit jeher Behindertengerechter und Behinderte werden nicht mehr so isoliert wie noch zu früheren Zeiten.

3.Sofern es die Lebensqualität zu steigern vermag, bin ich für eine palliative Behandlung, allerdings in Moderation.

4.Nunja, stark geistig Behinderte werden wohl kaum logische Wünsche formulieren können.
Sterbehilfe ist eine ziemlich kontroverse Sache, allerdings sollte man diesen Wunsch immer berücksichtigen, falls das Leben nur noch aus Leid besteht, gibt es wirklich keinen Grund, weiter zu leben.

Jeder kann in seiner Situation nach persönlichem Glück streben. Menschen halten sich auch Vögel in Käfigen und Kaninchen in Ställen. Fragen wir uns ob ein Haustier glücklich sein kann ? Kann ein Kaninchen Musik hören und im Internet schreiben ? Ein Behinderter kann nicht alles was andere können, aber er kann sicher noch viele andere Dinge tun die ihm ein lebenswertes Leben ermöglichen.
In unserer heutigen Gesellschaft pflegt man aber lieber eine niedliche Katze als einen behinderten Menschen.

Ein Behinderter hat vor allem genauso ein Bewusstsein wie normale Menschen, was uns halt von Tieren unterscheidet. Dass Menschen Kaninchen und Vögel ihrem Freiheitsdrang berauben müssen, um diese zu halten, ist allerdings schon traurig, man sollte sich stattdessen lieber einen Hund oder eine Katze zulegen, deren Emotionen man übrigens auch leichter deuten kann, da sie eine relativ eindeutige Körpersprache besitzen.
In unserer heutigen Gesellschaft pflegt man oftmals lieber eine niedliche Katze als irgendeinen Menschen, behindert oder nicht. Katzen verdienen wirklich eine Ausnahmestellung, nur kann leider nicht jedes Land Ägypten sein.

Shingetsu
04.04.2004, 17:37
Noch was zum relativen Glücksempfinden:

Sogar Geld und Ruhm macht nicht jeden glücklich.
Nehmen wir mal als Beispiel Marilyn Monroe (Norma Jean Baker)
Sie war reich, sie war schön und nicht behindert, sie war sogar sehr beliebt. Ein umjubelter Star zu sein müsste doch das höchste Glück für ein irdisches Leben sein, denn was will man schon mehr erreichen ?
Aber sie war auch depressiv und tablettensüchtig, und beging Selbstmord.
Elvis ging es so ähnlich. Irgendwann wurde er immer fetter, nahm immer mehr Drogen, und dann kippte er um. In seinem Körper fand man Spuren von 14 verschiedenen Drogen. Stirbt so ein glücklicher Mann ?

Yshary
04.04.2004, 18:28
1.Glück ist relativ. Manch Behinderter kann weitaus glücklicher sein als ein "normaler" Mensch und halt auch umgekehrt. Ausser natürlich, du willst es an der Menge der ausgeschütteten Glückshormone über einen gewissen Zeitraum messen, aber des hängt wohl auch von verschiedenen internen Faktoren ab x_x.

Damit hast Du sicher recht, doch musst Du doch zugeben dass von den Grundvorraussetzungen her ein behinderter Mensch weitaus weniger Möglichkeiten hat glücklich zu werden als ein Nichtbehinderter, oder?

3.Sofern es die Lebensqualität zu steigern vermag, bin ich für eine palliative Behandlung, allerdings in Moderation.

Natürlich durch Moderation / Überwachung durch einen geeigneten Arzt! Doch muss ich dazu leider sagen, dass vor allem deutsche Ärzte Schmerzmittel viel zu niedrig dosieren und damit ihre Patienten unnötig leiden lassen. :( Deswegen würde ich starke Palliativmedizin einer herkömlichen Behandlung (nur Antieppileptika z. b.) bei einer starken Behinderung vorziehen die in einer speziellen Schmerzambulanz für Behinderte stattfinden sollte (wovon es leider noch viel zu wenig gibt). Das Schlimme ist nämlich dass viele Ärzte meinen, die Leute würden von den Schmerzmitteln abhängig. Das ist aber, wenn sie richtig angewendet werden, im Grossteil der Fälle nicht der Fall.

4.Nunja, stark geistig Behinderte werden wohl kaum logische Wünsche formulieren können.
Sterbehilfe ist eine ziemlich kontroverse Sache, allerdings sollte man diesen Wunsch immer berücksichtigen, falls das Leben nur noch aus Leid besteht, gibt es wirklich keinen Grund, weiter zu leben.

Sehr richtig. Deswegen bin ich ja auch für kontrollierte Sterbehilfe (siehe Sterbehilfethrad). Allerdings sollte man da trotz allem echt sehr vorsichtig sein, da man ja bei geistig Behinderten nie so richtig weiss was sie ernst meinen.

Noch was zum relativen Glücksempfinden:Sogar Geld und Ruhm macht nicht jeden glücklich.
Nehmen wir mal als Beispiel Marilyn Monroe (Norma Jean Baker)
Sie war reich, sie war schön und nicht behindert, sie war sogar sehr beliebt. Ein umjubelter Star zu sein müsste doch das höchste Glück für ein irdisches Leben sein, denn was will man schon mehr erreichen ?
Aber sie war auch depressiv und tablettensüchtig, und beging Selbstmord.

Marilyn mag ich echt gern und finde es auch sehr schade dass sie in so ein tiefes Loch gestürzt ist und sich dann umbrachte. Ich glaub ihr fehlten einfach die richtigen Menschen (wie den meisten Menschen die depressiv geworden sind) die sie gern hatten und sich wirklich um sie kümmerten und nicht nur ausnutzten.

Elvis ging es so ähnlich. Irgendwann wurde er immer fetter, nahm immer mehr Drogen, und dann kippte er um. In seinem Körper fand man Spuren von 14 verschiedenen Drogen. Stirbt so ein glücklicher Mann ?

Elvis hatte in seinen letzten Jahren leider die falschen Leute um sich. :( Diese blöden Manager haben ihn ja gerade dazu getrieben die ganzen Drogen zu nehmen. :(

Sweet Rikku
04.04.2004, 18:32
Ich denke mal, es kommt vorallem auf die Behinderung an, die die betreffende Person hat!
Aber ich glaube schon, daß jeder Mensch glücklich werden kann!!

=^ ^=
04.04.2004, 18:35
1.Glück ist relativ. Manch Behinderter kann weitaus glücklicher sein als ein "normaler" Mensch und halt auch umgekehrt. Ausser natürlich, du willst es an der Menge der ausgeschütteten Glückshormone über einen gewissen Zeitraum messen, aber des hängt wohl auch von verschiedenen internen Faktoren ab x_x.

Damit hast Du sicher recht, doch musst Du doch zugeben dass von den Grundvorraussetzungen her ein behinderter Mensch weitaus weniger Möglichkeiten hat glücklich zu werden als ein Nichtbehinderter, oder?
Sicher, keine Einwände meinerseits.

JPF
04.04.2004, 21:02
1. Kann ein Behinderter noch so glücklich werden wie ein "normaler" Mensch? Auch oder grade wenn er stark geistig / körperlich behindert ist?

Ja. Es wird ihn nur um ein vielfaches schwerer fallen.

2. Ist unsere Welt noch behindertengerecht? Integrieren wir die Behinderten genug in unseren Alltag oder isolieren wir sie durch zu wenig behindertengerechte Gestaltung unserer Umwelt?

Was ist behindertengerecht ? In wie weit macht es Sinn, alles auf Behinderte einzustellen ? Man KANN nicht alles so einstellen, daß ALLE Behinderte keine Probleme haben. Man kann nur das Mögliche erreichen.
Aber mal ehrlich: Welchen Sinn machen vier Behindertenparkplätze nebeneinander im Zentrum eines Ortes mit 10.000 Einwohner ? Entweder sind diese leer, oder es parkt ein Auto dort OHNE Behindertenausweis.

3. Wie gehen wir in dem Fall vor wenn Kinder stark behindert zur Welt kommen / sehr stark leiden und keine Heilung dazu in Sicht ist? Ist dann stark palliative Behandlung mit den damit verbundenen möglichen Nebenwirkungen angebracht oder nicht?

"palliativ": die Beschwerden einer Krankheit lindernd, aber nicht die Ursachenbekämpfend; schmerzlindernd.
Äh..., sind solche Worte aus Deinen Alltagswortschatz oder hast Du die Frage irgendwoher kopiert ? (Das ist eine Frage, kein persönlicher Angriff) :shock:
Wenn man eine Krankheit nicht heilen kann, ist doch das Lindern der Beschwerden ganz logisch. Man sehe sich nur Krebspatienten an, die mit Morphinen vollgepumpt werden, damit sie wenigstens nicht ganz so viele Schmerzen haben.

4. Wir gehen wir mit stark geistig Behinderten um / wie ordnen wir ihre Wünsche ein? Damit meine ich z. b. wenn sich ein geistig behinderter wünscht zu sterben. Sollen wir ihn dann zwingen weiterzuleben oder seonen Wunsch nach dem Tod berücksichtigen obwohl er nicht klar denken kann?

Da die Sterbehilfe in Deutschland generell untersagt ist, heißt es auch in diesem Fall nein. Und selbst wenn: Da ein geistig Behinderter nicht mündig ist, müßte mindestens ein Einverständnis mit dem Vormund existieren. Da die Gefahr des Mißbrauch sehr groß ist, sehe ich da kaum eine Möglichkeit solches möglich zu machen.

Weiterhin würde ich mich freuen wenn wir in diesem Thread mal versuchen höflich miteinander umzugehen und mir von den Moderatoren wünschen User die unpassende / persönlich beleidigende Beiträge posten für diesen Thread zu sperren. Vielen Dank schon mal.

JPF as Mod support

Wenn Du auf den Abtreibungsthread anspielst, muß ich Dir leider sagen, daß Du genauso wenig unschuldig an den Streit bist. Etwas mehr Gelassenheit würde ich mir da schon wünschen. Ansonsten kümmere ich mich schon darum, wenn ein User wirklich unbegründet beleidigend wird.
Das gilt als Warnung an ALLE !

Inkobus
05.04.2004, 00:01
1. Kann ein Behinderter noch so glücklich werden wie ein "normaler" Mensch? Auch oder grade wenn er stark geistig / körperlich behindert ist?<--- ich arbeite einmal im Monat ehrenamtlich in einer Anstalt für Behinderte. Und glaub mir, sie können es. Sie sind es auf eine andere Weise. Sie sehen die Welt anders als wir. ABer sie sind genauso glücklich oder manchmal traurig oder sonstwas wie wir auch, nur dass es sich bei ihnen anders äussert.

2. Ist unsere Welt noch behindertengerecht? Integrieren wir die Behinderten genug in unseren Alltag oder isolieren wir sie durch zu wenig behindertengerechte Gestaltung unserer Umwelt?<---- In Deutschland sag ich konsequent, dass sie Behinderten nicht akzeptiert werden. Die Leute starren die manchmal an, als seien sie Ausserirdische. Auch die Öffentlichen Gebäude sind nicht in ordnung so. Wenn ein Rollstuhlfahrer bei uns ins Rathaus will, muss er getragen werden :evil:

3. Wie gehen wir in dem Fall vor wenn Kinder stark behindert zur Welt kommen / sehr stark leiden und keine Heilung dazu in Sicht ist? Ist dann stark palliative Behandlung mit den damit verbundenen möglichen Nebenwirkungen angebracht oder nicht?<---- viele Kinder entwickeln sich noch "normal" oder werden sogar völlig wie wir (sorry, ich meine das nicht so negativ wie es klingt... was ist schon normal?). Ich würde es so beibehalten wie es jetzt ist.

4. Wir gehen wir mit stark geistig Behinderten um / wie ordnen wir ihre Wünsche ein? Damit meine ich z. b. wenn sich ein geistig behinderter wünscht zu sterben. Sollen wir ihn dann zwingen weiterzuleben oder seonen Wunsch nach dem Tod berücksichtigen obwohl er nicht klar denken kann?<---- da wir auch Leute die klar denken können, nicht erlösen dürfen, ist die Antwort doch wohl klar? Vor allem frage ich mich: Wer hat sich nicht schon mindestsens einmal gefragt, warum er weiterleben sollte? Das Leben geht weiter und es kommen auch wieder gute Zeiten für die Seele. Genauso ist es auch bei denen unter Umständen, die leiden.

Weiterhin würde ich mich freuen wenn wir in diesem Thread mal versuchen höflich miteinander umzugehen und mir von den Moderatoren wünschen User die unpassende / persönlich beleidigende Beiträge posten für diesen Thread zu sperren. Vielen Dank schon mal <-------- man muss auch etwas Kritik vertragen können und diese ein oder zwei User die ich persönlich als sehr direkt ansehe, die ignoriere ich einfach. :roll:

DATA
05.04.2004, 00:23
Klar können behinderte Menschen glücklich-zufrieden leben. Geborene behinderte Menschen kennen den tatsächlichen Unterschied ihrer Defizite zum "Standart" nicht, daher verspüren sie keinen Verlusst, auch wenn sie ein gewisses Maß von Unterschiedlichkeit kennengelernt haben.

Behinderte Menschen wachsen in ihren Lebensumständen auf und können absolut lernen damit umzugehen (sei es mit Hilfe) und darüber hinaus ist es für sie gleichsam möglich hohe, "normale" Lebensfreude zu erleben, wie es bei jeden anderen Menschen gleichfalls möglich sein kann.

Soetwas braucht man nicht groß Hinterfragen, es ist offensichtlich.


PS: Gesunde Menschen, welche durch Unfälle oder Krankheiten mit Behinderungen leben müssen, "müssen" für sich natürlich erstmal mit dem konfrontativen Verlusst fertig werden. Tuen sie das und richten sie sich auf ihr neues Leben ein, so ist Lebensfreude auch für sie vollkommen zu erreichen -ob ich z.B. mit einer Querschnittslähmung klar kommen könnte, weiß ich nicht.

=^ ^=
05.04.2004, 00:31
PS: Gesunde Menschen, welche durch Unfälle oder Krankheiten mit Behinderungen leben müssen, "müssen" für sich natürlich erstmal mit dem konfrontativen Verlusst fertig werden. Tuen sie das und richten sie sich auf ihr neues Leben ein, so ist Lebensfreude auch für sie vollkommen zu erreichen -ob ich z.B. mit einer Querschnittslähmung klar kommen könnte, weiß ich nicht.
Ich denke, es wird immer etwas Wehmut um das Verlorene da sein, so dass sie zwar zeitweise glücklich sind, dieses Glück durch ihre Erinnerungen jedoch getrübt wird, auch wenn dies unterbewusst geschieht.

Inkobus
05.04.2004, 00:33
@ Data

Wir haben dazu mal einen Film in Religion gesehen. "Straßenkreuze" hieß der. Dort war auch ein junger Mensch, der von einem Auto erwischt worden ist. 2 Jahre war der totunglücklich. Er hatte bei dem Unfall die geistige Wahrnehmung stark verloren und auch einige seiner Körperteile waren spastisch veranlagt. Doch heute lebt er "normal" Er erfeut sich seines Lebens, auch wenn vieles schwerer ist. ABer er hat Spaß. Ich weiß nicht, ob jemand den Film einmal gesehen hat...

DATA
05.04.2004, 00:45
Ich denke, es wird immer etwas Wehmut um das Verlorene da sein, so dass sie zwar zeitweise glücklich sind, dieses Glück durch ihre Erinnerungen jedoch getrübt wird, auch wenn dies unterbewusst geschieht.

Bei einer unausgeglichenen Persönlichkeit kann das immer der Fall sein; zu dick; zu klein; zu schwach; zu unauffällig; zu auffällig; zu leise; zu unbegabt usw. usv., ist dies überwunden, so ist offene Lebensfreude aber immer zu erreichen.


@ Inkobus
Hm, nein, diesen Film habe ich noch nicht gesehen.

Yshary
05.04.2004, 03:22
Mich würde echt mal interresieren wer das Thema geändert hat? Ich hab den Thread ganz bewusst nicht "Können Behinderte glücklich sein?" genannt weil es mir noch um viele andere Fragen ging und ich das vermeidbare Leid herausstellen wollte. Deswegen find ich das unfair wenn das einfach so geändert wird!

Was ist behindertengerecht ? In wie weit macht es Sinn, alles auf Behinderte einzustellen ? Man KANN nicht alles so einstellen, daß ALLE Behinderte keine Probleme haben. Man kann nur das Mögliche erreichen.
Aber mal ehrlich: Welchen Sinn machen vier Behindertenparkplätze nebeneinander im Zentrum eines Ortes mit 10.000 Einwohner ? Entweder sind diese leer, oder es parkt ein Auto dort OHNE Behindertenausweis.

Sollten nicht für Minderheiten Möglichkeiten geschaffen werden um ihre Benachteilungen zu mildern? Wenn diese Möglichkeiten dann nicht oder nur eingeschränkt genutzt werden kann man das ja entsprechend anpassen, indem in Deinem Beispiel nur noch 2 Parkplätze als Behindertenparkplätze ausgewiesen werden.

"palliativ": die Beschwerden einer Krankheit lindernd, aber nicht die Ursachenbekämpfend; schmerzlindernd.
Äh..., sind solche Worte aus Deinen Alltagswortschatz oder hast Du die Frage irgendwoher kopiert ? (Das ist eine Frage, kein persönlicher Angriff) :shock:

Was soll denn das jetzt wieder? Ist das kein persönlicher Angriff wenn man in Frage stellt, ob jemand die Fragen irgendwoher rauskopiert hat? Und ja, solche Worte gehören zu meinem Wortschatz, da ich mit diesen Problemfeldern, über die ich schreibe (und die mich sehr interresieren), regelmässig zu tun habe bei meiner Arbeit bei Amnesty.

Da die Sterbehilfe in Deutschland generell untersagt ist, heißt es auch in diesem Fall nein. Und selbst wenn: Da ein geistig Behinderter nicht mündig ist, müßte mindestens ein Einverständnis mit dem Vormund existieren. Da die Gefahr des Mißbrauch sehr groß ist, sehe ich da kaum eine Möglichkeit solches möglich zu machen.

Das könnte man ja regeln, indem es verschiedene Gutachten / Beurteilungen der Situation des Behinderten geben müsste. Trotzdem muss ich Dir schon recht geben, das Thema ist wirklich sehr schwierig, vor allem die Grenze zwischen dem (bei Behinderten schwierig deffinierbarem) Leid des Lebens auf der einen und das des Sterbens durch Sterbehilfe auf der anderen Seite (was ja eigentlich das erstere beenden sollte).

Weiterhin würde ich mich freuen wenn wir in diesem Thread mal versuchen höflich miteinander umzugehen und mir von den Moderatoren wünschen User die unpassende / persönlich beleidigende Beiträge posten für diesen Thread zu sperren. Vielen Dank schon mal.

JPF as Mod support

Wenn Du auf den Abtreibungsthread anspielst, muß ich Dir leider sagen, daß Du genauso wenig unschuldig an den Streit bist. Etwas mehr Gelassenheit würde ich mir da schon wünschen. Ansonsten kümmere ich mich schon darum, wenn ein User wirklich unbegründet beleidigend wird.
Das gilt als Warnung an ALLE !

Schön dass jetzt ich auf einmal daran Schuld sein soll? :evil: Ich bin nicht als erstes persönlich beleidigend geworden und hab nur meine Meinung (die scheinbar leider nicht akzeptiert wird) gesagt. Das ich mich dann verteidige wenn =^ ^= etwas zu mir sagt wirst Du mir doch wohl nicht absprechen wollen, oder? Ausserdem hab ich schon mal geschrieben dass wir beide das per PM ausgemacht haben und das Thema damit erledigt war. Ich hab im Abtreibungsthread auch anderen angeboten dies mit mir per PM auszumachen und finde das ist die beste Lösung, oder? Weil mehr kann ich da nun wirklich nicht machen.

In Deutschland sag ich konsequent, dass sie Behinderten nicht akzeptiert werden. Die Leute starren die manchmal an, als seien sie Ausserirdische. Auch die Öffentlichen Gebäude sind nicht in ordnung so. Wenn ein Rollstuhlfahrer bei uns ins Rathaus will, muss er getragen werden

Das find ich auch so. Da gibt's echt noch total viel Nachholungsbedarf.

Vor allem frage ich mich: Wer hat sich nicht schon mindestsens einmal gefragt, warum er weiterleben sollte? Das Leben geht weiter und es kommen auch wieder gute Zeiten für die Seele. Genauso ist es auch bei denen unter Umständen, die leiden.

Genau das ist es aber was ich meine: Für sehr stark behinderte Menschen kommen eben keine besseren Zeiten mehr und ihr Leben ist, wie auch bei unheilbar Krebskranken im Endstadium, nur noch ein Bewusstseinszustand zwischen der Einnahme von den Schmermitteln. Wäre es da nicht besser dieses unnötige Siechtum zu verhindern indem man es ihnen ermöglicht sich gegen das Leben zu entscheiden? Muss nicht ein Behinderter auch wie ein "normaler" Mensch, der sich ja z. b. von der Brücke stürzen kann, auch das Recht haben sein Leben zu beenden wann er es für richtig hält? Eine Frau aus England, die im Rollstuhl sass und zudem noch sehr stark erkrankt war wollte nicht mehr leben und hat geklagt damit ihr Mann ihr bei m Sterben helfen kann (und nicht ins Gefängniss kommt falls er dies machen würde). Doch das Gericht wies die Klage zurück. Ich find das echt schlimm. :(


PS: Gesunde Menschen, welche durch Unfälle oder Krankheiten mit Behinderungen leben müssen, "müssen" für sich natürlich erstmal mit dem konfrontativen Verlusst fertig werden. Tuen sie das und richten sie sich auf ihr neues Leben ein, so ist Lebensfreude auch für sie vollkommen zu erreichen -ob ich z.B. mit einer Querschnittslähmung klar kommen könnte, weiß ich nicht.
Ich denke, es wird immer etwas Wehmut um das Verlorene da sein, so dass sie zwar zeitweise glücklich sind, dieses Glück durch ihre Erinnerungen jedoch getrübt wird, auch wenn dies unterbewusst geschieht.

Das glaub ich auch. Das Leben ist danach einfach ein anderes und dass man danach auf Dauer wieder vollkommen glücklich werden kann halte ich für unmöglich.

Bei einer unausgeglichenen Persönlichkeit kann das immer der Fall sein; zu dick; zu klein; zu schwach; zu unauffällig; zu auffällig; zu leise; zu unbegabt usw. usv., ist dies überwunden, so ist offene Lebensfreude aber immer zu erreichen.

Ich glaub nicht dass man diese "Unzulänglichkeiten" von ansonsten gesunden Menschen mit einer Behinderung vergleichen kann.

=^ ^=
05.04.2004, 04:09
In Deutschland sag ich konsequent, dass sie Behinderten nicht akzeptiert werden. Die Leute starren die manchmal an, als seien sie Ausserirdische. Auch die Öffentlichen Gebäude sind nicht in ordnung so. Wenn ein Rollstuhlfahrer bei uns ins Rathaus will, muss er getragen werden

Ich selbst lebe in der Nähe einer Landesklinik, behinderte Menschen auf der Straße, im Supermarkt oder (logischerweise) beim Gang durch die Klinik selbst (hey, die haben einen beeindruckenden Ententeich mit Wildschweinen und all dem) gehören für mich zum Alltagsbild.

Trotzdem, jedesmal wenn ich einen behinderten Menschen sehe, noch bevor ich wirklich wahrnehme, dass ich ihn seiner Behinderung wegen vielleicht eine Sekunde länger als andere Menschen anschaue, tue ich dies, es ist ein unterbewusster Prozess, liegt in der Natur des Menschen, sich für Dinge zu interessieren, die auch nur im geringsten ungewöhnlich sind. Nunja, da ich kurz darauf realisiere, dass ich solche Menschen kenne, schalte ich wieder in den "Normalen Betrachtungsmodus" um, grüße die Person und so fort, Umgangsfloskeln halt.
Andere Menschen jedoch sind nicht so an Menschen mit verschiedensten Behinderungen gewöhnt und brauchen halt etwas länger um in diesen normalen Modus umzuschalten, viele Kinder, welche größtenteils bisher wenig mit Behinderten konfrontiert wurden, sind einfach neugierig, für sie sind Behinderte noch "fremd".

Allerdings finde ich, dass Behinderte, sobald man über den ersten unbewussten, für manche erschreckenden Eindruck hinweg ist, von dem Großteil der Bevölkerung als normale Menschen angesehen werden.

Vielleicht mag dies in Größstädten oder generell anderorts nicht so sein, jedoch hab ich noch nie eine öffentliche Institution gesehen, welche keine Rampen für Rollstuhlfahrer und Behindertenparkplätze hatte, was wiederum daran liegen mag, dass hier so eine große Klinik in der Nähe ist.

JPF
05.04.2004, 11:20
Mich würde echt mal interresieren wer das Thema geändert hat? Ich hab den Thread ganz bewusst nicht "Können Behinderte glücklich sein?" genannt weil es mir noch um viele andere Fragen ging und ich das vermeidbare Leid herausstellen wollte. Deswegen find ich das unfair wenn das einfach so geändert wird!

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Ich habe den Threadtitel geändert, damit er genauer den Inhalt beschreibt. Ein Titel dient schließlich dazu, damit User Bescheid wissen, um was es im Thread geht. Und das kann man aus Deinem Titel nicht herauslesen, zumal der erste Thread dieses Namens ein ganz anderes Thema hatte. Ich finde der Titel trifft ganz gut den Kern Deines Threads, aber wenn Du einen besseren Vorschlag hast, schicke mir eine PM. Wie wäre es mit "Behinderte in unserer Gesellschaft" ?
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Was ist behindertengerecht ? In wie weit macht es Sinn, alles auf Behinderte einzustellen ? Man KANN nicht alles so einstellen, daß ALLE Behinderte keine Probleme haben. Man kann nur das Mögliche erreichen.
Aber mal ehrlich: Welchen Sinn machen vier Behindertenparkplätze nebeneinander im Zentrum eines Ortes mit 10.000 Einwohner ? Entweder sind diese leer, oder es parkt ein Auto dort OHNE Behindertenausweis.

Sollten nicht für Minderheiten Möglichkeiten geschaffen werden um ihre Benachteilungen zu mildern? Wenn diese Möglichkeiten dann nicht oder nur eingeschränkt genutzt werden kann man das ja entsprechend anpassen, indem in Deinem Beispiel nur noch 2 Parkplätze als Behindertenparkplätze ausgewiesen werden.

Es hat halt alles seine Grenzen. Gerade in Zeiten leerer Kassen wird halt zuerst da gespart, wo es nur wenige Leute betrifft, eben die Minderheiten, damit zumindest ein Großteil der Bevölkerung etwas noch davon hat. Und übertriebener Aktionismus, wie bei meinem Beispiel mit den Parkplätze, hilft da nichts. Zwei Behindertenparkplätze fände ich da auch ausreichend.


"palliativ": die Beschwerden einer Krankheit lindernd, aber nicht die Ursachenbekämpfend; schmerzlindernd.
Äh..., sind solche Worte aus Deinen Alltagswortschatz oder hast Du die Frage irgendwoher kopiert ? (Das ist eine Frage, kein persönlicher Angriff) :shock:

Was soll denn das jetzt wieder? Ist das kein persönlicher Angriff wenn man in Frage stellt, ob jemand die Fragen irgendwoher rauskopiert hat? Und ja, solche Worte gehören zu meinem Wortschatz, da ich mit diesen Problemfeldern, über die ich schreibe (und die mich sehr interresieren), regelmässig zu tun habe bei meiner Arbeit bei Amnesty.

Nein, das war wirklich kein persönlicher Angriff, sondern eine neugierige Frage. Da kannst Du mir ruhig glauben, wenn ich das so schreibe. Tipp: Nicht alles so negativ auffassen, das betrifft auch neckende Bemerkungen wie "gegen ein Plexiglasschild laufen". ;)

Schön dass jetzt ich auf einmal daran Schuld sein soll? :evil: Ich bin nicht als erstes persönlich beleidigend geworden und hab nur meine Meinung (die scheinbar leider nicht akzeptiert wird) gesagt. Das ich mich dann verteidige wenn =^ ^= etwas zu mir sagt wirst Du mir doch wohl nicht absprechen wollen, oder? Ausserdem hab ich schon mal geschrieben dass wir beide das per PM ausgemacht haben und das Thema damit erledigt war. Ich hab im Abtreibungsthread auch anderen angeboten dies mit mir per PM auszumachen und finde das ist die beste Lösung, oder? Weil mehr kann ich da nun wirklich nicht machen.

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Du kriegst noch eine PN von mir.
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Vor allem frage ich mich: Wer hat sich nicht schon mindestsens einmal gefragt, warum er weiterleben sollte? Das Leben geht weiter und es kommen auch wieder gute Zeiten für die Seele. Genauso ist es auch bei denen unter Umständen, die leiden.

Genau das ist es aber was ich meine: Für sehr stark behinderte Menschen kommen eben keine besseren Zeiten mehr und ihr Leben ist, wie auch bei unheilbar Krebskranken im Endstadium, nur noch ein Bewusstseinszustand zwischen der Einnahme von den Schmermitteln. Wäre es da nicht besser dieses unnötige Siechtum zu verhindern indem man es ihnen ermöglicht sich gegen das Leben zu entscheiden? Muss nicht ein Behinderter auch wie ein "normaler" Mensch, der sich ja z. b. von der Brücke stürzen kann, auch das Recht haben sein Leben zu beenden wann er es für richtig hält? Eine Frau aus England, die im Rollstuhl sass und zudem noch sehr stark erkrankt war wollte nicht mehr leben und hat geklagt damit ihr Mann ihr bei m Sterben helfen kann (und nicht ins Gefängniss kommt falls er dies machen würde). Doch das Gericht wies die Klage zurück. Ich find das echt schlimm. :(

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u diesem Thema verweise ich auf den bestehenden Thread dazu: http://www.animania.de/forum/viewtopic.php?t=5143&highlight=sterbehilfe
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PS: Gesunde Menschen, welche durch Unfälle oder Krankheiten mit Behinderungen leben müssen, "müssen" für sich natürlich erstmal mit dem konfrontativen Verlusst fertig werden. Tuen sie das und richten sie sich auf ihr neues Leben ein, so ist Lebensfreude auch für sie vollkommen zu erreichen -ob ich z.B. mit einer Querschnittslähmung klar kommen könnte, weiß ich nicht.
Ich denke, es wird immer etwas Wehmut um das Verlorene da sein, so dass sie zwar zeitweise glücklich sind, dieses Glück durch ihre Erinnerungen jedoch getrübt wird, auch wenn dies unterbewusst geschieht.

Das glaub ich auch. Das Leben ist danach einfach ein anderes und dass man danach auf Dauer wieder vollkommen glücklich werden kann halte ich für unmöglich.

Wieso ? Behinderte KÖNNEN doch auch glücklich sein.

Bei einer unausgeglichenen Persönlichkeit kann das immer der Fall sein; zu dick; zu klein; zu schwach; zu unauffällig; zu auffällig; zu leise; zu unbegabt usw. usv., ist dies überwunden, so ist offene Lebensfreude aber immer zu erreichen.

Ich glaub nicht dass man diese "Unzulänglichkeiten" von ansonsten gesunden Menschen mit einer Behinderung vergleichen kann.

Oh doch, viele Menschen leiden extrem an solchen "Unzulänglichkeiten", so daß sogar psychische Schäden dadurch entstehen.

=^ ^=
05.04.2004, 11:45
PS: Gesunde Menschen, welche durch Unfälle oder Krankheiten mit Behinderungen leben müssen, "müssen" für sich natürlich erstmal mit dem konfrontativen Verlusst fertig werden. Tuen sie das und richten sie sich auf ihr neues Leben ein, so ist Lebensfreude auch für sie vollkommen zu erreichen -ob ich z.B. mit einer Querschnittslähmung klar kommen könnte, weiß ich nicht.
Ich denke, es wird immer etwas Wehmut um das Verlorene da sein, so dass sie zwar zeitweise glücklich sind, dieses Glück durch ihre Erinnerungen jedoch getrübt wird, auch wenn dies unterbewusst geschieht.

Das glaub ich auch. Das Leben ist danach einfach ein anderes und dass man danach auf Dauer wieder vollkommen glücklich werden kann halte ich für unmöglich.

Wieso ? Behinderte KÖNNEN doch auch glücklich sein.

Wurde auch nicht angezweifelt, nur kann dieses Glück zeitweise durch das Bewusstsein des Verlustes getrübt werden. Man muss zwischen behindert Geborenen und durch ein Unglück behinderten gewordenen Menschen differenzieren.

DATA
05.04.2004, 13:08
Hm, ich habe momentan erstmal Alles zu dem Thema gesagt, was ich für wichtig hielt, falls dazu noch Fragen, oder Diskussionslust bestehen sollten, einfach nochmal lesen, oder eben nicht. ;]

Inkobus
05.04.2004, 16:42
Inkobus hat folgendes geschrieben:
Vor allem frage ich mich: Wer hat sich nicht schon mindestsens einmal gefragt, warum er weiterleben sollte? Das Leben geht weiter und es kommen auch wieder gute Zeiten für die Seele. Genauso ist es auch bei denen unter Umständen, die leiden.


Genau das ist es aber was ich meine: Für sehr stark behinderte Menschen kommen eben keine besseren Zeiten mehr und ihr Leben ist, wie auch bei unheilbar Krebskranken im Endstadium, nur noch ein Bewusstseinszustand zwischen der Einnahme von den Schmermitteln. Wäre es da nicht besser dieses unnötige Siechtum zu verhindern indem man es ihnen ermöglicht sich gegen das Leben zu entscheiden? Muss nicht ein Behinderter auch wie ein "normaler" Mensch, der sich ja z. b. von der Brücke stürzen kann, auch das Recht haben sein Leben zu beenden wann er es für richtig hält? Eine Frau aus England, die im Rollstuhl sass und zudem noch sehr stark erkrankt war wollte nicht mehr leben und hat geklagt damit ihr Mann ihr bei m Sterben helfen kann (und nicht ins Gefängniss kommt falls er dies machen würde). Doch das Gericht wies die Klage zurück. Ich find das echt schlimm.

Da möchte ich dir wiedersprechen. WIe ich schon sagte. Es gibt Momente, in denen man sich den Tod wünscht. Gib einem solchen Menschen das Messer in die Hand und er bringt sich um. Aber gib dem menschen Zeit nachzudenken und er wird etwas positiver denken. Vielleicht wird er sogar wieder absolut glücklich.
Und wer sagt, dass bei sehr stark Behinderten keine Besserung mehr kommt? Woher willst du wissen was in denen vorgeht? Warst du selbst einmal in der Situation? Ich denke nicht. Ich glaube, dass jeder Mensch auf Dauer wieder glücklich werden kann. Ich kenne auch jemanden, der Lungenkrebs im Endstatium hatte. Trotz seiner Behinderung hat er sich nicht aufgegeben, sondern seine letzten tage noch glücklich erlebt.
Warst du das, die für Amnesty International arbeitet? Ich dachte immer, die helfen den Leuten zu leben :shock: Bitte nicht falsch verstehen, aber die sollen sich lieber um die Leute kümmern denen es wirklich schlecht geht durch Armut, Hunger und Krankheit in den Ländern der 3. Welt. Den behinderten hier geht es sehr gut im Gegensatz zu denen. Wie bist du da eigentlich aufgenommen worden mit einer Einstellung wie dieser? (kein Angriff) Ich bin immer davon ausgegangen, dass die Leute dort eher positiv in Sachen "Leben" denken... naja das ist etwas off topic, würd mich über eine PN freuen. :)

Faust VIII
05.04.2004, 17:03
Ein schwieriges Thema... aber so gesehen können natürlich auch
Behinderte glücklich sein! Sind doch auch Menschen.
Aber was meint ihr womit man glücklicher wäre wenn
man geistig behindert wäre oder körperlich???
Finde es kommt von der Behinderung an...

=^ ^=
05.04.2004, 17:26
Aber was meint ihr womit man glücklicher wäre wenn
man geistig behindert wäre oder körperlich???
Finde es kommt von der Behinderung an...
Wenn die geistige Behinderung so stark ist, dass der Mensch seine Behinderung nicht wahrnimmt, ist diesem seine Misere natürlich nicht bewusst.
Die meisten Menschen würden eine körperliche einer geistigen Behinderung vorziehen; womit sie glücklicher wären, lässt sich jedoch nur individuell beurteilen.

Adio
05.04.2004, 23:21
Ich kann dazu nur sagen, dass mein kleiner Bruder geistig behindert ist und trotzdem genauso glücklich sein kann, wie jeder andere auch. Natürlich weiß er, dass er anders ist als andere Kinder in seinem Alter, aber dass er anders ist heißt nicht, dass er minderwertig ist und das weiß er auch.

Yshary
06.04.2004, 06:42
Da möchte ich dir wiedersprechen. WIe ich schon sagte. Es gibt Momente, in denen man sich den Tod wünscht. Gib einem solchen Menschen das Messer in die Hand und er bringt sich um. Aber gib dem menschen Zeit nachzudenken und er wird etwas positiver denken. Vielleicht wird er sogar wieder absolut glücklich.

Das ist vielleicht bei depressiven Menschen der Fall wenn sie wieder Kontakt zu freundlichen Menschen bekommen / sich ihre Lebensumstände ändern. Mir ist es jedoch um starke unheilbare Behinderte (die damit verbunde Schmerzen / eine starke Einschränkung ihrer Lebensqualität haben) gegangen, die können noch so lang nachdenken und es wird nichts besser.

Und wer sagt, dass bei sehr stark Behinderten keine Besserung mehr kommt? Woher willst du wissen was in denen vorgeht? Warst du selbst einmal in der Situation? Ich denke nicht. Ich glaube, dass jeder Mensch auf Dauer wieder glücklich werden kann. Ich kenne auch jemanden, der Lungenkrebs im Endstatium hatte. Trotz seiner Behinderung hat er sich nicht aufgegeben, sondern seine letzten tage noch glücklich erlebt.

Natürlich gibt es manchmal Menschen, die trotz schwerer Erkrankung gut mit ihrer Situation umgehen können. Zum Glück! Es gibt jedoch auch viele andere die nicht so stark sind und nur leiden müssen. Die sind dann total verzweifelt weil sie niermand ernst nimmt! Und diesen Menschen zu sagen "Es wird schon wieder besser! Halt einfach noch etwas durch!" wenn sie sich wünschen ihr Leid beenden zu können find ich nicht okay.

Warst du das, die für Amnesty International arbeitet? Ich dachte immer, die helfen den Leuten zu leben :shock: Bitte nicht falsch verstehen, aber die sollen sich lieber um die Leute kümmern denen es wirklich schlecht geht durch Armut, Hunger und Krankheit in den Ländern der 3. Welt. Den behinderten hier geht es sehr gut im Gegensatz zu denen. Wie bist du da eigentlich aufgenommen worden mit einer Einstellung wie dieser? (kein Angriff) Ich bin immer davon ausgegangen, dass die Leute dort eher positiv in Sachen "Leben" denken... naja das ist etwas off topic, würd mich über eine PN freuen. :)

Da das bestimmt auch noch andere interresiert schreib ich das jetzt nicht als PM sondern öffentlich:

Amnestys Hauptarbeitsbereich ist die Verteidigung und Durchsetzung von Menschenrechten. Innerhalb der Organisation haben wir viele verschiedene Meinungen wie diese auszulegen sind. Das ist auch gut so, denn so können wir uns gegenseitig ergänzen und den Menschen viel besser helfen.

Hunger und Armut zu bekämpfen ist Aufgabe anderer Organisationen, die z. b. durch Entwicklungshilfe (Aufklärung, Bereitstellung von Hilfsgütern) helfen wie z. b. Care (http://www.care.de).

Sephiroth's Angel
07.04.2004, 14:33
Hn..:kratz:

erstmal muß man ja unterscheiden zwischen körperlich und geistig behinderten.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich als geistig Behinderter (will niemanden damit ansprechen, daher geh ich einfach mal von mir selbst als Beispiel aus) durchaus ein glückliches Leben führen kann.
es ist nun mal so, dass es leichter ist, glücklich zu sein, wenn man nicht über vieles nachdenken muß/kann.

Wäre ich jedoch jetzt körperlich stark behindert (z.b. blind oder taub), denke ich, dass das eine ganz adere Sache wäre. es ist schon so schlimm genug, dermaßen eingeschränkt zu sein ,würde ich auch noch einen meiner Sinne verlieren,.. nun ja, ich wäre wohl noch mehr am ende als gewöhnlich.
Es gab auch mal ne Zeit, in der ich (dank eines scheiß drecks Autounfalls.. sorry, aber es gibt keine andere Bezeichnung dafür als diese, so vulgär die auch ist) das Laufen wieder lernen mußte.
Hätte man mir sofort gesagt, ich könnte nie wieder laufen, dann hätte ich mir wohl augenblicklich ein Skalpell in die nutzlosen Beine gerammt.
Will sagen, das solche Behidnerungen für mich weitaus schlimemr sind als geisitge und ich sicherlich nicht damit glücklich werden könnte. Aber wer stark genug ist, trotz so etwas dennoch glücklich zu sein, verdient wirklich Anerkennung.

Inkobus
07.04.2004, 14:44
@ SA

davon rede ich doch. Hätte man dir damals gesagt du wirst nicht wieder laufen können (ein messer in die hand geben), dann hättest du dich aufgegeben (dich selbst getötet).
Aber man hat dir Mut gemacht, Wärme gegeben, Zuversicht und zu dir gehalten. Dadurch hast du nicht aufgegeben und bist heute ja ein glücklicher Mensch. Genau so kann es bei behinderten aller Art, auch werden (kann, MUSS nicht). Man sollte die Hoffnung niemals aufgeben.

Sephiroth's Angel
07.04.2004, 16:27
@ Inkobus
Ist schon eine Weile her, aber ehrlich gesagt, hatte das nichts mit "Hoffnung machen" zu tun.
Die Info, dass es möglich wäre, dass Laufen wiederlernen zu können ist eine reine medizine Info.
Mit anfeuern oder Hoffnung machen hatte das nichts zu tun.
Trotzdem gebe ich dir recht. Wahrscheinlich ist es möglich, dass man trotz solcher (dauerhaften) Behinderung zufrieden/glücklich sein kann.

Es kommt aber auch darauf an, wann so etwas passiert.
Z.B. ist es ein Unterschied, ob jemand von Geburt an blind ist, oder es erst mit 30, 40 Jahren wird.
Wenn man es "gewohnt ist", nichts sehen zu können, fällt einem das glücklich sein sicherlich leichter als jemandem, der erst sehr spät sein Augenlicht verliert.

Inkobus
07.04.2004, 23:50
Also ich kenne wen der Blind ist seit seinem 32. Lebensjahr. Er ist jetzt 34 und absolut glücklich. :? Ich weiß nicht... das ganze mit dem, "wann sie behindert geworden sind" ist etwas mau. Sicher, es kann sein, dass das wen umbringt, aber es wird genug menschen geben, die lieber leben wollen. Wie wollt ihr denn beweisen, dass ein Geistig behinderter, der nicht reden kann und die Umgebung ganz anders wahrnimmt als wir, dass er sterben will?

ALso ich will nicht die Verantwortung übernehmen, jemanden beurteilen zu müssen, ob er stirbt oder nicht, weil er angeblich leidet.

@ SA

Aber diese medizinische Info hat dir Hoffnung gebracht. man nimmt Hoffnung nicht immer wahr, denn glaube und Ehrgeiz können auch Hoffnung sein, die Hoffnung etwas zu erreichen. :wink: ach ja, ich bin wieder ein positiver Denker geworden nach meiner letzten schweren zeit - LOS habt Mitleid! :roll: :lol:

Sephiroth's Angel
08.04.2004, 14:41
@ Inkobus
Weiter oben hab ich ja geschrieben, dass ich nur von mir selbst ausgehen kann. Ist eigentlich bei jedem so. Man kann schwer sagen, wie andere mit einer Situation umgehen würden, aber ich für meinen Teil könnte überhaupt nicht damit umgehen.
Wenn ich genau weiß, eigentlich hat die Natur vorgesehen, dass ich sehen kann (um jetzt mal bei dem Beispiel mit der Blindheit zu bleiben), und ich es dann auf einmal nicht mehr kann.
Dann würde ich es vermissen.
Ich weiß nicht, ob man auch etwas vermissen kann, wenn man es nie gekannt hat (im falle man wäre jetzt von Geburt an blind). Aber fehlen würde es mir trotzdem. Auch wenn man es nciht kennt, man spürt, dass etwas fehlt. So konnte ich nicht zufrieden sein.
Jeder hat eigene Dämonen, die ihn belasten und ihm einen Teil seiner Freude rauben, aber so einen schweren Schicksalsschlag, bis zu seinem Tode nichts mehr sehen zu können.. hn.. ich finde nicht, dass es eine Schande ist, zuzugeben, dass man damit nicht umgehen könnte.

Mia
09.04.2004, 16:10
Meine Mutter arbeitet als Busfahrerin und fährt behinderte Kinder zur Schule vondaher bekomme ich sehr viel mit und ich finde das man mit und ohne behinderung gleich glücklich werden kann und das auch Menschen die schwer geistig behindert sind glücklich sein können. Nur hängt das immer mit dem umfeld zusammen wenn die Kinder eltern haben die sich liebevoll um ihr Kind kümmern finde ich sind sie trotz ihrer behinderung genauso glücklich wie andere Kinder.
Das andere ist das behinderten das leben auch von den behörden das leben schwer gemacht wird (finde ich) z.B gibts nur sehr wenige behinderten gerechte schulen und in denen gibt es meist nur gemischte Klassen also geistig und körperlich behinderte zusammen.
Damit wird jemanden der zwar nicht laufen kann aber ansonsten vollkommen gesund ist doch die möglichkeit für eine glückliche berufliche zukunkft verbaut (oder seh nur ich das so)

Sephiroth's Angel
09.04.2004, 18:01
Was die öffentlichen Einrichtungen angeht hast du recht. Wenn ich so mal bei uns durch die Stadt gehe (eher Dorf).. hn.. nicht eine Ampel, die blindengerecht ist. Oder in der Biblothek.. in der Nachbarstadt haben wir eine recht große Bibliothek. Aber Bücher in Blindenschrift?.. Keine Chance. Was bei einer so großen Bibliothek recht seltsam ist.
Und Gehbehinderte haben es auch nicht besser. Ob nun in Gebäuden oder auf der Straße.. kaum Rampen oder Aufzüge. Zumindest bei uns in der Umgebung.
Da sieht man mal wieder, dass der Staat immer schön fleißig sparrt. :roll:

JPF
13.04.2004, 19:09
Da sieht man mal wieder, dass der Staat immer schön fleißig sparrt. :roll:

Wenn Du Vorschläge hast, wo der Geld herbekommen oder sparen könnte, sag es bitte. Ich wette, unsere Gemeinderatsmitglieder würden sich brennend dafür interessieren. :smirk:

Solche Sprüche klingen immer gut, aber leider fehlt es halt dabei an einer klaren Sicht auf die Realität. Oder meint jemand, daß der Staat (in dem Fall die Gemeinden) absichtlich nicht das alles baut ?

Was nützt eine Behindertenrampe bei der Bücherei, wenn diese wegen Geldmangels geschlossen wird ?

Gangsterkatze
16.04.2004, 13:14
Ich finde,jeder kann glücklich sein,auch wenn er behindert ist.Nur weil er z.B. nicht schwimmen kann,weil ein Bein fehlt oder etwas anderes heißt das noch lange nicht,dass sie nicht genauso glücklich sein können wie wir.Deswegen stimme ich für das erste.

creator sui
16.04.2004, 14:13
Ich denke Behinderte können genauso glücklich werden wie Nichtbehinderte auch.
Natürlich ist ihr Leben von Einschränkungen gezeichnet, aber daran sollte man nicht verzweifeln.
Nehmen wir mein Leben als Beispiel, was würde sich ändern wenn ich behindert wäre?
Ich könnte nicht mehr ins Fitnesscenter und warscheinlich würd ich bald etwas nachlassen was meine Figur betrifft.. naja, damit könnte ich klarkommen, obwohl mich das psychisch sicher belasten würde.
Ich bräuchte ne andere Wohnung weil da kein Lift ist... ich bräuchte vielleicht ne andere Arbeit...
Aber sobald das alles im Griff wär, könnt ich wieder normal weiterleben.
Natürlich bräuchte ich Hilfe und ich hasse es jemanden um Hilfe zu bitten, ich würds auch nicht tun :? , nein ich seh schon, ich hätte da sicher kein leichtes Leben, im Gegenteil, das wär schlimm für mich.
Ich sehe schon, ich hab mich gerade selber umüberzeugt :?
Meint ihr denn ich hab jetzt recht? :?
Ich möchte es eigentlich nicht glauben, da ich gerne glauben würde dass Behinderte genauso glücklich sein können, aber jetzt wo ich darüber nachgedacht habe, ich kann mir nicht vorstellen so eingeschränkt zu leben, da würde ich echt ein psychisches Problem bekommen... :?

Mia
18.04.2004, 13:06
@ JPF
klar fehlt es überall an Geld das ist allgemein bekannt aber ich find das leider oft an Stellen investiert wird wo es weniger wichtig ist jedoch an den entscheidenden dingen gespart wird unteranderm Behinderteneinrichtungen Schulen Kindergärten....
klar ist es quatsch irgendetwas behindertengerecht zu machen was sowieso geschlossen wird

himeno
18.04.2004, 20:10
nach langer zeit melde ich mich auch malwieder zu wort
um es kurz zu machen, ich bin behindert, im ausweis steht zu 70% "geschädigt"
trotzdem bin ich glücklich, ok, dass ich die 9te wiederholen musste, dass ich alle 4 wochen im krankenhaus bin, dass ich hin in wieder im rollstuhl sitzen muss etc. ist alle snicht so toll, aber trotzdem bin ich glücklich, hey man lebt nur einmal und das sollte man genießen ^^

JPF
18.04.2004, 21:56
@Kaze: Würdest Du meine Vermutung bestätigen, daß es aber einen Behinderten allgemein schwerer fällt, ein glückliches Leben zu führen ?

@ JPF
klar fehlt es überall an Geld das ist allgemein bekannt aber ich find das leider oft an Stellen investiert wird wo es weniger wichtig ist jedoch an den entscheidenden dingen gespart wird unteranderm Behinderteneinrichtungen Schulen Kindergärten....
klar ist es quatsch irgendetwas behindertengerecht zu machen was sowieso geschlossen wird

Ist es nun so, daß Geld an wichtigen Stellen gespart und sonst verschwendet wird oder erscheint es uns nur so, weil es uns gerade an diesen Stellen besonders weh tut ?

Ich kann Dir zumindest aus der Kommunalpolitik, in der ich hier bei uns etwas Einblick habe, sagen, daß die Leute wirklich bei allem dreimal überlegen, wo sie das Geld ausgeben und wo was nötig ist.
Es ist schwer genug mit den heutigen Mittelen die Grundbedürfnisse zu befriedigen. Wer will schon auf Winterdienst, Beleuchtigung der Straßen oder Kindergärten verzichten ?

Shingetsu
19.04.2004, 04:42
Schulen und Kindergärten sind sehr wichtig. Ausserdem schneidet sich der Staat doch ins eigene Fleisch wenn er da zu sehr spart. Kinder ohne gute Erziehung (aufgrund schlechter Kindergärten und Schulen) werden am Ende vielleicht sogar Sozialfälle für die der Staat dann aufkommen muss, oder sie werden einfach nur frustriert und geraten auf die schiefe Bahn, und das geht dann auch zu Lasten des Staates.
Gute Erziehungsanstalten aus denen brave Bürger hervorgehen sollten dem Staat doch logischerweise einiges wert sein, und darum versteh ich nicht warum da gespart wird.
Aber der Erziehungsminister/ministerin hat ja genug Leibwächter, und muss nicht befürchten von chancenlosen Jugendlichen, die das Produkt einer billigen Erziehungspolitik sind, überfallen zu werden.
Daß der Mensch auch ohne gute Erziehung ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft wird, und man deshalb dort kräftig sparen kann, glauben die doch hoffentlich selber nicht.

himeno
19.04.2004, 13:54
[quote="JPF"]@Kaze: Würdest Du meine Vermutung bestätigen, daß es aber einen Behinderten allgemein schwerer fällt, ein glückliches Leben zu führen ?
[quote]

du hast recht, es ist wirklich schwieriger auch grad weil so ultranormal sachen wegfallen z.B tanzkurs, wandertag, längere shoppingtouren alles für mich nur eingeschränkt oder überhaupt nicht möglich sind

aber ich kann nur von mir reden, kann gut sein, dass andere behinderte das ganz anders empfinden

Keitaro
25.04.2004, 19:06
Ich bin der meinung das Behinderte sehr wohl ein glückliches und vorallem lebeswertes leben haben kann.

Es ist nur die Frage wie er es schaffen soll wenn er von allen seiten nur ablehnung und zweifel in seinem Weg gelegt wird und so mit nur ausgebremst wird.

Sei es durch die Gesellschaft die Behindert nicht in ihrer Gemeinschaft akzeptiert oder statliche Ämter die den Wünsch des Behinderten ignuriert?

Ich meine für behindert ist es wichtig sich und sein leben ein sinn, eine Aufgabe zu geben und sei es nur auf der Welt zu sein.
Es heißt nicht um sonst jeder hat das recht aufs leben und einen "geistlichen Behindert " können wir nicht fragen weil wir in nicht verstehen. Also sollte man ihm auch nicht das recht auf ein leben verwären.

Uriko
27.04.2004, 13:01
Ich habe zwar den Thread nicht ganz durchgelesen, aber ich kann euch wirklich sagen, dass Behinderterten Leuten auch glücklich werden können wie normale Menschen.

Ich bin nämlich selbst auch behindert. Mir fehlt mein linker Unterarm. Und ich schwimme sehr gerne. Nach der Aputation lerne ich das Schwimmen mit einer neuen Technik und heute kann ich wieder schwimmen.

Am Anfang muss ich alles mit einer Hand gewöhnen. Und meine kleine Schwester hilft mir auch sehr viel. Aber jetzt komme ich schon alleine zurecht und leben wie normale Menschen. Und meine Protese trage ich auch nicht so viel.

CroNeo
27.04.2004, 16:50
Welche Definition von "Behindert sein" ist hier gemeint?
Denn heute ist jeder auf irgendeine Art behindert!
Ich z.B. bin Seh-Behindert...

Inkobus
27.04.2004, 17:08
@ Uriko

aber du bist nicht alle und sowas hat auch immer mit EInstellung zu tun. Wenn man sich aufgibt ist es klar, dass man nicht glücklich wird. Das wird von Mensch zu Mensch anders sein.

@CroNeo

Gute Frage. Ich habe auch zwei Behinderungen, nicht sonderlich schlimm für mich, aber andere sehen es als schlimm an. Es ist alles eine Sache der Definition, aber hier sind glaube ich sowohl geistig Behinderte, sowie auch körperliche Behinderungen, die das Leben stark beeindträchtigen, gemeint

Chibi Pop
27.04.2004, 19:25
Wir haben darüber letztens mal im Unterricht gesprochen und wie sich herausstellte war eine Diskussion darüber gar nicht mal so einfach, weil für jeden "Behinderung" an einem anderen Punkt beginnt. Unsere Lehrerin meinte, wenn man das Wort "Behinderung" wörtlich nehme, hätte fast jeder eine. Zum Beispiel sind ja dann auch schon Leute, die 2,10m groß sind und nicht ohne sich zu bücken durch ne Tür kommen behindert... Ich würde sojemanden nie als "behindert" empfinden, aber ist scheinbar wirklich eine Sache der Definition.
Ich glaube, dass behinderte Menschen, welche Behinderung auch immer sie haben eigentlich genauso glücklich werden können, wie "Normale". Ich denke aber auch , dass das zum Teil auch das Umfeld und die Gesellschaft ausschlaggebend sind. Ich meine, ich kann das nicht beurteilen, aber ich denke schon, dass man mehr Probleme hat, akzeptiert zu werden und Freunde zu finden. Mal auf den Punkt gebracht, weil es viel leichter ist. Ich glaube, viele wollen nicht, dass ihnen so eine Situation nahe geht oder sie mitnimmt, vielleicht ist es manchen auch peinlich oder es ist für sie einfach viel bequemer mit "normalen" Leuten befreundet zu sein. Wenn man es so sieht, ist da natürlich auch die Definition sehr breit. Mit jemandem, der eben 2,10m ist statt z.B. im Rollstuhl sitzt ist es dann wahrscheinlich auch noch "einfacher".

Gwydion
27.04.2004, 19:30
@ ChibiPop:
Ich glaube es geht weniger um eine Definition von Behinderung als vielmehr um eine von Glück.

Chibi Pop
27.04.2004, 19:36
Ja, da hast du Recht. Der erste Teil meines Postings ist auch eigentlich dazu gedacht, den zweiten zu verstehen.
An die Definition des Begriffes "Glück" würde ich mich nicht rantrauen, ich glaube, dass ist ziemlich schwer... Ich fürchte nämlich, dass die Aussage "Ein Zustand absoluten Wohlbefindes, der Zufriedenheit und der inneren Harmony" wird da bei weitem nicht reichen, aber es wäre alles, was mir einfallen würde...

Gwydion
27.04.2004, 19:40
Ja, stimmt. Und genau deshalb, weil so eine Definition etwas total Individuelles ist, kann man als "Außenstehender" gar nicht sagen, ob ein bestimmter Behinderter glücklich sein kann. obwohl ich prinzipiell schon sage, dass es möglich ist, zumindest wenn ich von mir selbst ausgehe (bin zwar nicht behindert, aber...)

Inkobus
28.04.2004, 18:19
@ Gwydion

wir wollen ja auch diskutieren und unsere Meinungen vertreten, wir wollen doch gar nichts sachlich, faktisch definieren oder? :)

=^ ^=
28.04.2004, 19:44
An die Definition des Begriffes "Glück" würde ich mich nicht rantrauen, ich glaube, dass ist ziemlich schwer
Das Empfinden von Glück ist subjektiv, deswegen wird dieser Zustand auch subjektives Wohlbefinden genannt, die Ausschüttung von Glückshormonen ist durchaus messbar, Menschen sind gefühlsmäßig allerdings zu individuell, als das man die als Maßstab benutzen könnte.

Gwydion
03.05.2004, 14:52
@ Gwydion

wir wollen ja auch diskutieren und unsere Meinungen vertreten, wir wollen doch gar nichts sachlich, faktisch definieren oder? :)

Definition ist Teil meiner Meinung. :roll: