So das hier ist eigentlich meine erste eigenständige Story. Ein bisschen lang aber ich hoffe sie gefällt euch. Bitte achtet net so auf Rechtschreibfehler *grins*
Kapitel 01 : Die Legende
El Skarlat- ein Land, in dem es keinen Krieg gibt. Ein Land, in dem die Harmonie zu Hause ist. Ein Land ohne Angst und Furcht. Voller Schönheit und Güte.
Die Legende spricht von einem Schutzkreis, ohne den dieses Land nicht existieren könnte.
Vier Götter, die Königsfamilie, Sieben Elemente und die vier Schätze der Götter.
Diese Objekte bilden eine Einheit. Gibt es eine Lücke in ihrem Kreis, ist das Land dem Untergang geweiht.
„Bin ich auch eines dieser Objekte?“, fragte Prinz Elvin neugierig.
„Ja mein Prinz. Auch Ihr seid eines dieser Objekte“, sagt der Minister zu dem sechsjährigen Jungen. „Das versteh ich nicht. Was sinn denn die sieben Elemente? Steht das auch in dem Buch? „Ja mein Prinz!“
Der Minister war langsam aber sicher genervt. „Scott, Cecila, Joey, Amelia, Maron, Solaris und Nero“, las der Junge. “Die haben komische Namen“.
„ Das sind die Worte, die die vier alten Götter für die Elemente vorgesehen haben. Übersetzt lauten die Namen: Luft, Feuer, Erde, Wasser, Eis, Holz und Fels“, erklärte der Minister ungeduldig.
Prinz Elvin klappte das Buch zu. Es wurde ihm zu viel. Und diese komischen Begriffe aus der Sprache der alten Götter, die verstand er eh nicht und wollte sie auch nicht auswendig lernen.
Und der Minister ging ihm auch schon auf den Geist.
„Ich mag nicht mehr lernen. Ich geh lieber draußen spielen“. Mit diesen Worten knallte er dem Minister das Buch vor die Füße und lief aus der Bibliothek hinaus in die freie Natur.
„Das ihr mir ja nicht über die Landesgrenze geht“, rief der Minister dem kleinen Spring ins Feld nach. Aber der Prinz hört e ihn nicht mehr.
„Macht er schon Fortschritte?“, fragte eine Stimme.
„Ja. Lady Eleanor. Aber mit Verlaub, euer Sohn ist ein unwilliger Taugenichts. Gerade eben ist er auf und davon“, gab der Minister als Antwort. „Vielleicht ist das auch gut so!“, meinte König Elias.
„Der Feind ist schon an der Landesgrenze. Wenigstens ein Mitglied der Königsfamilie sollte überleben. Denn diese Schlacht werden wir verlieren. Das spüre ich“, setze er hinzu. „Eure Majestät!“ Der Minister verbeugte sich und ging.
Und dann kam alles ins Rollen. Das Heer des verfeindeten Landes Mincino fiel in El Skarlat ein und brannte den Palast nieder, wobei die Eltern von Prinz Elvin ums Leben kamen.
Damit war der Schutzkreis geschwächt.
Und in El Skarlat brach das Chaos aus. Die Schätze der Götter verschwanden, es ging das Gerücht um, das Heer Mincinos hätte sie geraubt, aber das konnte keiner beweisen.
Mit diesem Ereignis geriet alles in Bewegung.
Und das Schicksal von El Skarlat liegt nun in den Händen von zwölf außergewöhnlichen Menschen. Das ist der Beginn einer Legende um ein sagenumwobenes Land, dessen Schicksal sich bald entscheiden wird.
Ende des 01. Kapitels
Kapitel 2: Der Umzug nach Irland!
„Scott! Beeil dich! Jetzt steh endlich auf, wir verpassen den Flieger!“, rief Tamara Wilson durch die geschlossene Zimmertür. „Ja doch, hetz mich nicht. Ich mach ja schon!“, brummte Scott. Das seine Mutter auch immer so eine Hektik machen musste. Und um seine Gedanken zu unterstreichen, drehte er sich noch einmal auf die andere Seite. Doch zur Ruhe kam er nicht mehr. „Wir fahren nach Dublin. Wir fahren nach Dublin!“, rief Eleanor, die sechsjährige Schwester von Scott und tanzte im ganzen Haus herum.
„Wir fahren nicht, wir fliegen“, wies Lucy- Anne, die fünfzehnjährige Schwester von Scott ihre kleine Schwester zurecht und setze hinzu: „Oder zeig mir mal, wie du von Berlin nach Dublin mit dem Auto fahren kannst!“ „Du bist ja doof!“, meldete sich Anne-Marie aus dem Badezimmer. „Natürlich geht das. Wir lassen dem Auto ganz einfach Flügel wachen!“
„Du hast ja eine ganz schöne Fantasie mit deinen zwölf Jahren“, meinte die Mutter und strich sich genervt eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
„Es ist gar nicht so leicht mit fünf Kindern umzuziehen. Anne-Marie! Jetzt komm endlich aus dem Bad raus. Du bist schon seit zwei Stunden da drin. Holt doch mal einer Scott aus den Federn und wo ist Mary- Jane?“ „Ich bin hier. Schon geschniegelt und gestriegelt schon seit sechs Uhr“, kam die Antwort aus der Küche. „Bis ihr lahmen Leute in die Gänge kommt, ist der Flieger schon dreimal nach Dublin und zurück geflogen“. „Sehr witzig“, meinte die Mutter und versammelte ihre vier Mädchen samt Gepäck in der Küche. Da waren die sechzehnjährige Mary-Jane, die fünfzehnjährige Lucy-Anne, die zwölfjährige Anne-Marie und zu guter letzt noch die sechsjährige Eleanor.
Der einzige, der nun noch fehlte, war der siebzehnjährige Scott, der nach dem Tod des Vaters bei Eleanors Geburt nun das einzige männliche Mitglied in der Familie war. Da die Wohnung für Sechs Leute einfach zu klein war und sich die Nachbarn auch immer beschwert hatten, hatte die Mutter beschlossen, die Wohnung aufzugeben und zum Bruder des Vaters Montgomery Wilson zu ziehen. Heute war der Tag der Abreise. Die Mutter hatte alles erledigt. Die Kinder waren von den verschiedenen Schulen abgemeldet und alle Formalitäten waren schon im Vorfeld erledigt worden. Jetzt hieß es nur noch: Warten.
Ein Geräusch ertönte auf der Treppe. Lucy – Anne konnte sich ein Kommentar nicht verkneifen: „Seht an, meine Damen. Der König von Bettanien gesellt sich zu seinem Fußvolk. Welche Ehre“!
„Lucy-Anne, bitte!“, meinte die Tamara Wilson genervt und zu ihrem Sohn gewandt: „Scott. Wir wollen los. Hast du alles?“ „Ja alles fix und fertig“, meinte Scott, zog seine Schwester derweil an den aufwendig gestylten Haaren und sagte: „Besser, der König von Bettanien, als die Prinzessin von Ziegenhausen“. „Mama, hör dir das an“, kreischte Lucy –Anne. „Kinder hört auf damit. Schaut, da ist schon der Flughafentransport. Kommt, ladet das Gepäck ein und steigt ein. Nachdem das Gepäck verladen war, zählte die Mutter ihre Kinder, dass sie keinen vergessen würden. Und dann stiegen sie ein und fuhren los.
„Mama? Warum müssen wir unbedingt weg von Berlin?“, fragte Anne- Marie wehmütig. „Ich habe es euch doch schon tausendmal erklärt. Hier in Berlin ist es zu teuer für uns und Onkel Montgomery hat uns eingeladen bei ihm auf seinem Schloss in Irland zu wohnen. Eigentlich eine großzügige Geste von ihm“, erklärte die Mutter. „Ja schon. Aber ich finde das seltsam. Wo er doch all die Jahre nichts mit uns zu tun haben wollte“, entgegnete Anne-Marie. „Trägt Onkel Monty eigentlich auch einen Rock?“, fragte Eleanor unsicher. „Das heißt nicht Rock sondern Kilt. Und das trägt man in Schottland. Nicht in Irland“, berichtigte Scott seine kleine Schwester. „Ach ne. Der König von Bettanien hat so gar Hirn. Den Tag müssen wir uns im Kalender anstreichen“, entgegnete Mary – Jane spöttisch.
Nach scheinbar endloser Fahrtzeit, wobei man mindestens eine Stunde Stau mitberechnen musste, waren sie schließlich am Flughafen Berlin angekommen. „Wir gehen jetzt einchecken und dann haben wir noch eine Stunde bis der Flieger abfliegt“, meinte Tamara Wilson zu ihren Sprösslingen.
„Wir bleiben alle zusammen und dass mir keiner irgendwohin rennt, wenn ich nicht weiß wohin: Haben wir uns da verstanden? „ Siehst du Mama, du machst immer eine Panik und dann kommen wir doch noch überpünktlich an. Kann ich mir noch eine Zeitschrift kaufen gehen“, fragte Anne-Marie. „Ja gut. Aber nimm deine Schwestern mit.
„Ich geh mir noch eine CD kaufen. Ich nehme Eleanor mit“, meinte Scott und zog seine jüngste Schwester mit in den Plattenladen. „In einer halben Stunde wieder hier“, erinnerte sie die Mutter und ging mit dem Gepäck zum einchecken.
„Du? Scott? Kennst du Onkel Monty?“, fragte Eleanor ihren Bruder, während sie im CD-Shop die verschiedenen CDs durchsahen.
„Als ich so alt war wie du, habe ich ihn einmal gesehen“, antwortete Scott. „Aber ich kann mich nicht mehr so genau an ihn erinnern. Warum fragst du?“. „Ach nur so“, wich Eleanor der Frage aus.
Scott betrachtete seine jüngste Schwester nachdenklich. Sie hat Angst, das merkt man genau. Eigentlich will sie ja nicht weg von hier. Und ich auch nicht. Von diesem ganzen Harem ist sie die einzige vernünftige.
Schließlich suchte sich Scott eine CD von seiner Lieblingsband den „Angels of Fire“ aus und ging mit Eleanor an die Kasse. „Komm jetzt wir haben uns hier zu lang aufgehalten. Mutter wird sich schon aufregen. Wir bezahlen jetzt und dann gehen wir“.
Nachdem sie gezahlt hatten, gingen sie zurück zum Treffpunkt.
Die Mutter und der Rest seiner Schwestern warteten schon ungeduldig. Lucy – Anne spottete: „Der König von Bettanien!“
„Kommt, wir müssen ins Flugzeug einsteigen. Habt ihr alle euer Handgepäck? Vergesst nichts! Bleibt zusammen!“ Diese Worte musste die Mutter ständig wiederholen, bis sie schließlich alle sechs in zwei Dreierreihen saßen und das Flugzeug abhob.
Scott hatte einen Fensterplatz ergattern können, überließ Eleanor seine Musik von den Angels of Fire, rollte sich auf seinem Platz zusammen und schlief schließlich ein.
Doch den Traum, den er träumte, den vergaß Scott sein ganzes Leben lang nicht.
Ende des 02. Kapitels
Kapitel 03: Der Traum!
Ein Schloss in Flammen. Ein Heer von Soldaten, das raubend und plündernd durch die Gassen zog. Eine Kirche, ein Loch und darunter Leere. Ein Junge steht davor, ungefähr in Scotts Alter. Jetzt dreht er sich um und sieht Scott mit seinen braunen leeren Augen direkt an: „Hilf mir Scott! Hilf El Skarlat!“ Diese Worte kommen nicht aus dem Mund des Jungen. Sie dringen tief in Scotts Herz. Doch er geht weiter. Sechs Schattengestalten. Scott kann nicht genau erkennen, um wen es sich handelt. Einer der Schatten löst sich aus der Gruppe. Es ist ein Mädchen mit traurigem Blick. Auch sie bittet ihn um Hilfe.
Sott wandert weiter durch die Flammen und immer wieder diese Worte: „ Hilf El Skarlat. Finde die Schätze der Götter. Hilf uns!“ „Warum? Warum soll ich euch helfen?“, fragte er einfach so in die Luft hinein. „Du bist auserkoren. Du bist ein Objekt des Schutzkreises Nur du kannst uns helfen. Beil dich!“
Plötzlich erschien ein Mann mit einer dunklen Kutte. Er verbarg sein Gesicht. In seiner Hand hielt er einen edlen Stab. Seine Lippen bewegten sich nicht. Doch Scott vernahm deutlich die Worte. „Erfülle die Legende!“
„Scott, Scott! Wach auf du Schlafmütze. König von Bettanien! Aufwachen!“ Lucy- Anne rüttelte Scott aus dem Traum. „Was ist denn los, Prinzessin von Ziegenhausen? Kann man nicht mal in Ruhe schlafen?“
„Die Stewardess ist gekommen und hat gefragt, ob du etwas zu essen haben willst. Und außerdem nervt mich dein Geschnarche“, erklärte Lucy- Anne hochnäsig. „Und wegen so einem Scheiß weckst du mich? Ich habe gerade geträumt!“, maulte Scott und zeigte seiner Schwester den Vogel. Dann sah er aus dem Fenster und dachte an seinen Traum. Der Junge, das Mädchen und der alte Mann. Sei haben gesagt, ich soll ihnen helfen. Aber was sind die Schätze der Götter und was für einen Schutzkreis haben sie gemeint? Das war vielleicht ein seltsamer Traum. Was hat der nur zu bedeuten?
Plötzlich wurde er aus seinen Gedanken gerissen. Eleanor war zu ihm auf den Schoß geklettert und fragte: „Warum lebt Vaters Familie eigentlich in Irland? Und warum leben wir in Berlin?“
„Nun das ist so. Vater stammt ursprünglich aus Irland, musst du wissen. Aber Mutter war mal als Austauschschülerin dort. Da haben sie sich kennen gelernt und Vater ist dann mit nach Deutschland gegangen. Dann haben sie geheiratet und den Rest von der Geschichte kennst du ja“.
„Ach so Und jetzt, da Vater tot ist, gehen wir zurück? Warum hat Anne-Marie gesagt, dass Onkel Monty uns nicht leiden kann?“, fragte Eleanor. Dass sie ihren Bruder damit nervte, interessierte sie nicht. „Onkel Monty kann uns schon leiden….“, setze Scott an, wurde aber von Mary – Jane unterbrochen: „Und warum hat er dann all die Jahre nicht geschrieben? Immer, wenn wir ihm eine Weihnachtskarte geschickt haben, hat er nicht geantwortet. Und außerdem, soll er ein griesgrämiger alter Mann sein, der kleine Kinder nicht leiden kann“.
Eleanor machte große Augen und sah zu Scott: „Stimmt das wirklich?“, fragte sie ängstlich.
„So ein hirnrissiger Blödsinn“, meinte Scott und zu Mary-Jane gewandt sagte er: „ Erstens: Misch dich nicht in Angelegenheiten ein, die dich nichts angehen und zweitens: Hör auf mit diesem Blödsinn und geh wieder an deine Bücher, du alte Streberin“.
„Nur weil ich rein zufällig das beste Zeugnis von allen habe und rein zufällig ein Gehirn, bedeutet das noch lange nicht, dass ich eine Streberin bin“, fachte Mary – Jane zurück, schob ihre Brille hoch und blickte wieder auf den Bildschirm ihres Laptops.
Anne- Marie und Lucy- Anne hatten derweil die restlichen Fluggäste inspiziert. „Da sitzt so ein ganz süßer Typ in der Reihe sechsundzwanzig“, schwärmte Anne- Marie und setze sich neben Mary – Jane. „Toll freu dich und heirate ihn doch“, gab Mary – Jane unberührt zurück. Doch Anne- Marie beachtete sie nicht und fragte: „Du, Mama? Wie lange brauchen wir noch? Ich habe langsam keine Lust mehr und Mary- Jane nervt“.
„Ihr nervt alle. Nehmt euch an Beispiel an Scott. Der schläft schon wieder und macht keinen Ärger. Zu deiner Frage: Zwei Stunden vielleicht noch“, antwortete die Mutter.
„Scott schläft ja immer, unser König von Bettanien“, meinte Lucy – Anne uns steckte sich die Kopfhörer ihres Discmans auf die Ohren.
Scott träumte, und diesmal schien es eine Fortsetzung des vorherigen Traumes zu sein:
Erfülle die Legende! Scott beobachtete, wie der alte Mann zu dem Jungen hinging und ihn in den Arm nahm. Das Mädchen und die sechs Schattengestalten waren auch dazugekommen. Aber bei ihnen war ein weißes Pferd mit einem Horn, ein Einhorn. Die Feuer brachen aus de Erde, Erdbeben erschütterten das Land. Alles war ein einziges Chaos. Und inmitten dieses Chaos standen sie. Plötzlich, ein Heer von Soldaten. Scott sah etwas blitzen. Es war ein Amulett. Es hing einem der Soldaten um den Hals. Und wieder diese Worte: Hilf El Skarlat! Rette unser Volk! Finde die Schätze der Götter! Erfülle die Legende!
„Wir bitten unsere Fluggäste sich anzuschnallen, und das Rauchen einzustellen. Wir werden in wenigen Minuten in Dublin landen. Unsere Fluggesellschaft freut sich, dass sie mit uns geflogen sind und wünscht einen schönen Aufenthalt in Irland!“
Diese Durchsage weckte Scott. „Wir sind da! Wir sind endlich da!“ rief Eleanor und freute sich wie ein Schneekönig.
Das Auschecken und das Abholen von dem Gepäck erwiesen sich als leicht, denn alle waren müde und hatten keine Lust auf Stress. Dann warteten sie in der Wartehalle. Die Zeit verging, doch niemand interessierte sich für die sechs Reisenden, die in Irland eine neue Heimat suchten. Stunden um Stunden vergingen. Inzwischen graute der Morgen. Onkel Monty war nicht gekommen.
Ende des 03. Kapitels
Kapitel 04 : Herzlich willkommen in Irland!
„Familie Wilson zur Information! Familie Wilson bitte zur Information! „Das sind wir Mama“, meinte Anne- Marie nachdenklich. „Vielleicht hat es sich Onkel Monty anders überlegt“, vermutete Lucy- Anne. „Oder er kommt später, weil er noch die Messer schleifen will um Eleanor zu schlachten“, spottete Mary- Jane „Ihr habt ja alle ein Rad ab“, meinte Scott. „Ihr könnt mir keine Angst machen“, erklärte Eleanor mutig. „Sind sie Tamara Wilson?“, fragte die Dame am Schalter und die Kinder spitzten neugierig die Ohren. „Ein Herr, nämlich Herr Montgomery Wilson hat angerufen. Er lässt ausrichten, dass er es nicht schafft, sie abzuholen und hat ein Taxi für sie bestellt. Es wartet vor dem Flughafen und hat die Nummer sieben!“ „Danke sie haben uns sehr geholfen. Kommt mit ihr Lauscher. Wir kriegen ein Taxi. Onkel Monty hat es nicht geschafft uns abzuholen“. „War ja klar. Seht ihr ich hatte Recht“, erklärte Mary- Jane hochnäsig während sie zu dem Taxi gingen. Es regnete in Strömen und sie beeilten sich, das Gepäck zu verstauen und in das Taxi einzusteigen. „Sie wollen zum Wilson – Anwesen?“, fragte der Fahrer. „Ja bitte“, antwortete die Mutter. Die Fahrt dauerte ewig. In weniger als zwei Stunden waren sie aus Dublin draußen und dann ging die Fahrt auf Landstraßen und Schleichwegen weiter und dauerte noch einmal drei Stunden.
Schließlich tauchte vor ihnen ein riesiges Tor auf. Der Fahrer stieg aus, drückte auf einen Knopf und sagte: „Flughafentransport. Familie Wilson aus Berlin ist eingetroffen!“ Wie von Geisterhand öffnete sich nun das Tor. Sie fuhren durch und nach einer weiteren Stunde tauchte in riesiges Schloss auf. „Gehört das alles Onkel Monty?“, fragte Lucy- Anne staunend. „Das und noch viel mehr kleine!“, meinte der Fahrer. Sie waren in der Schlosseinfahrt angekommen und luden ihr Gepäck aus. Das Taxi fuhr wieder davon und die Familie stand vor dem riesigen Schloss.
Eine Sekunde lang dachte Scott an das Schloss, dass in seinem Traum zerstört worden war. Dieses Gebäude hatte eine winzige Ähnlichkeit mit seinem Traumschloss. „Das kann nicht doch nicht sein?“ „Was kann nicht sein?“, fragte Eleanor neugierig. „Äh, gar nichts. Passt schon. Jetzt hör auf, so blöd zu fragen und hilf mit, das Gepäck reinzutragen“ Manchmal ging ihm seine kleine Schwester schon auf die Nerven. „Ja, Ja!“, rief Eleanor fröhlich und sprang in eine Pfütze.
„He! Lass das!“, rief Scott. Durch die Wasserattacke seiner Schwester war er ganz nass geworden. „ Ich warne euch, wenn meinem Computer etwas passiert, dann köpfe ich euch!“, sagte Mary- Jane, die gerade mit Anne – Marie aus dem Schloss rauskam. „Muss es unbedingt regnen? Das mag ich gar nicht. Übrigens, das Schloss ist voll cool. Von außen wie von Innen. Total alt ist alles. Eleanor, pass auf, der Schlossgeist kommt und holt dich!“, setze Anne- Marie hinzu. „Ha, Ha“, meinte Eleanor beleidigt. „Es gibt gar keine Geister“, setzte sie unsicher hinzu.
„Sei dir da mal bloß nicht so sicher!“, sagte eine dunkle Stimme hinter Eleanor. Die schrie vor Schreck auf.
Anne- Marie machte einen unsicheren Gesichtsausdruck. Mary – Jane brachte schnell ihren Laptop in Sicherheit. Scott drahte sich um, grinste und sagte zum Erstaunen seiner Schwestern: „Hallo Onkel Monty. Wie geht’s? Wie steht’s? Was machen die Geister? „Die leben noch!“, meinte der Mann, den Scott mit Onkel Monty angesprochen hatte. „Scottie, mein Junge! Du bist ja groß geworden. Als ich dich das letzte Mal gesehen habe, warst du so!“ Er zeigte auf Eleanor. „Wenn ihr nachher mit dem Auspacken fertig seid, dann muss ich dir etwas zeigen. Und wer sind diesen hübschen Damen?“
Scotts Schwestern stellten sich der Reihe nach vor. Als Eleanor sich vorstellte, erklärte Onkel Monty ihr die Bedeutung ihres Namens: Die Herrschende
Plötzlich tauchte die Mutter in der Tür auf: „ Kinder, kommt ins Haus, ihr erkältet euch noch!“
„Tamara, immer noch so schön, wie damals. Prächtige Kinder hast du. Wirklich wahr“
„Hallo Montgomery. Danke dass du uns eingeladen hast. Wir dachten schon, du lässt uns auf dem Flughafen sitzen“
„Also dann sage ich es offiziell: Herzlich willkommen in Irland. Ich hoffe, ihr fühlt euch hier wohl. Gehen wir und setzen uns an den Kamin. Um euer Gepäck kümmert sich schon das Personal. Eure Zimmer sind mit Namenschildern versehen. Aber jetzt kommt und seid nicht so schüchtern!“
Während sie die Zimmer bezogen, musste Scott immer wieder an die Worte aus seinem Traum denken: Erfülle die Legende! Hilf El Skarlat! Hilf unsrem Volk! Finde die Schätze der Götter!
Plötzlich stand Montgomery Wilson in seinem Zimmer. „Komm heute um Mitternacht in das Kaminzimmer am Ende des Ganges. Dann werde ich dir alles erklären“
„Was zum Henker ist hier los? Das ist doch verdammt noch mal nicht mehr normal!“
So verging der Tag und Scott konnte es gar nicht mehr abwarten. Mit klopfendem Herzen lag er am Abend in seinem Bett und wartete, bis die Turmuhr Mitternacht schlug.
Ende des 04. Kapitels
Kapitel 05: Der Beginn einer Reise!
Scott konnte die Nacht nicht schlafen. Immer wieder warf er einen Blick auf die Uhr und warte unruhig. Er konnte sich nicht vorstellen, was Onkel Monty ihm erzählen wollte.
Der Wecker zeige 23.45 Uhr. „Pünktlich ist fünf Minuten vor der Zeit“, sagte er laut vor sich hin und schleuderte die Bettdecke aus dem Bett. „Sie glauben gar nicht, wie richtig sie damit liegen, Herr Werner“, setze er hinzu während er sich anzog.
Her Werner war Scotts Klassenlehrer in der Hauptschule in Berlin gewesen und hatte Scotts ständiges Zu-Spät-Kommen tagtäglich mit schlauen Sprüchen kritisiert. Der Wecker zeigte 23.50 Uhr. Den sollte ich mitnehmen, wer weiß, was kommt, dachte Scott bei sich und schnappte sich seinen Rucksack, den er noch nicht ausgepackt hatte.
Dann öffnete er die schwere Tür und trat auf den dunklen Flur, der nur von einem trüben Licht eingetaucht war. Das Kaminzimmer befand sich auf der anderen Seite des Ganges. Scotts Armbanduhr zeigte 23.55 Uhr, als Scott das Zimmer betrat. Sobald die große Uhr am Kirchturm Mitternacht schlug, wehte ein starker Wirbelsturm durch das Zimmer. Er wurde immer stärker und Scott hatte alle Mühe sich festzuhalten. „Was ist hier los zum Henker? Warum hilft mir denn keiner?“ Er schrie so laut er konnte, doch keiner hörte ihn. Schließlich verließen ihn seine Kräfte und er ließ den Balken los, an dem er sich festgehalten hatte. „Was soll’s, dann sterbe ich halt. Mich wird eh keiner vermissen“ Diese Gedanken hatte Scott als der Wirbelsturm ihn erfasste.
Die Vögel zwitscherten. Irgendetwas kitzelte Scott an der Nase. Er kratze sich und schlug die Augen auf. Was er jetzt sah, verschlug ihm die Sprache. Er blickte in einen blauen Himmel. Und das, was ihn an der Nase gekitzelt hatte, war Heu. Er war in einem Heuhaufen gelandet. „Was geht hier ab? Erst dieser komische Sturm im Kaminzimmer und jetzt lande ich mitten in der Pampa. Autsch, mir tut mein Kreuz weh. Blöder Heuhaufen“. So schimpfte Scott vor sich hin, als ob der Heuhaufen etwas dafür konnte, dass er Kreuzschmerzen hatte. Er richtete sich auf und stellte folgendes fest während er mit seinem Rucksack auf dem Rücken auf dem Weg, denn Straße konnte man das nicht nennen, entlangging. Erstens: Ich bin definitiv nicht mehr im Kaminzimmer meines Onkels. Zweitens, sieht es hier aus wie im Mittelalter und drittens: Egal wo ich hier bin. Hier ist nichts normal. Obwohl, was ist heutzutage schon normal? Gar nichts. Verdammt noch mal, wo bin ich hier?
„He, Junger Mann, du solltest nicht so einfach hier auf der Straße rumspazieren. Die Soldaten kommen gleich. Komm mit und sei mein Gast“ Diese Worte stammten von einem Mann, der aussah, as ob er aus einem dieser vielen Ritterfilme um König Arthur und die Tafelrunde entsprungen war. „Hey Alter. Nettes Kostüm und tolle Geschichte. Aber ich interessiere mich nicht für diesen Ritterquatsch. Da bist du bei mir an der falschen Adresse. Und an Werbung bin ich auch nicht interessiert. Ihr komischen Vertreter“. Mit diesen Worten ging Scott mit hocherhobenem Kopf weiter.
Er hätte vielleicht doch lieber auf diesen „Vertreter“ hören sollen, denn plötzlich hörte er Hufgetrappel und Schreie.
Scott lief von der Straße und auf einen kleinen Hügel. Da sah er sie: Ein ganzes Heer von Soldaten kam angeritten mit Fackeln und vollem Kriegsgerüst. Scott hatte genügend Ritterfilme gesehen, wenn auch nur zwangsweise, um zu wissen, dass dieses Heer die Feinde des kleinen Dörfchens waren und offenbar keinen Spaß verstanden. Wieder überlegte er, wo er sein könnte. Schließlich kam ihm die Idee, dass ihn sein Onkel Monty überraschen wollte und ihn deswegen zu den Dreharbeiten zu irgendeinem Film geschickt hatte.
Die Leute aus dem Dorf liefen schreiend vor Angst davon. Scott stand auf dem Hügel, in festen Glauben, das das nur ein Film war und bewunderte das Können der vermeintlichen Schauspieler und feuerte das Heer in Gedanken auch noch an. Plötzlich tauchte einer der Soldaten vor Scott auf. Sein Pferd tänzelte und der Gesichtsausdruck des Mannes war auch nicht gerade freundlich.
„Was bist du denn für einer?“, fragte er ihn mit Zorn in der Stimme.
„Äh, Scott Wilson. Verzeihen, sie. Aber ich wollte schon immer mal sehen, wie so ein Film gedreht wird. Ich wollte sie nicht stören aber ich finde das sehr faszinierend“. „Scott Wilson. So So. Dann hör mir jetzt mal zu, Scott Wilson. Ich zähle jetzt bis drei und wenn du dann noch nicht davongelaufen bist und dein Milchgesicht aus meiner Reichweite gebracht hast, werde ich dich mit meinem eigenen Schwert umbringen. Hast du mich verstanden? Denn das Heer von Mincino nimmt man nicht so einfach auf den Arm, Bürschchen. Eins, zwei, drei“
Während der Mann mit dem Schwert in der Hand zählte, hatte Scott begriffen, dass dieser Mann doch kein Schauspieler war und dass es jetzt besser war, die Beine in die Hand zu nehmen und wegzulaufen. „Schönen Tag noch, Herr Ritter“, rief er und drehte sich um und lief so schnell er konnte davon. „So ein frecher Bengel. Alle Mann mir nach! Wir veranstalten eine Bauernjagd.“, rief der Ritter, der nicht einfach irgendwer war, sondern der Kommandant des mächtigen Heeres von Mincino, das schon zu Lebzeiten von König Elias und Königin Eleanor zu den mächtigsten Feinden von El Skarlat gehört hatte. Sein Name war Saldor. Aber davon hatte Scott natürlich keine Ahnung. Er hatte auch keine Ahnung, dass das ganze Heer Mincinos hinter ihm her war. Er hatte nur einen Gedanken: Weg von hier. Und zwar schnell.
Das Pech für Scott war, dass er im Sport schon immer eine Niete gewesen war und deshalb seine Ausdauer auch nicht gerade die eines Spitzensportlers war.
So kam es, dass ihn das Heer bald eingeholt hatte. „Na wen haben wir denn da. Ist das nicht der freche Bengel von vorhin? Ist dir wohl die Puste ausgegangen kleiner?“ Scott versuchte, für sich ein bisschen Zeit heraus zu schlagen: „Schönes Wetter heute, nicht wahr Herr Ritter? Übrigens. Sie haben ein schönes Pferd und ein schönes Schwert. Find ich toll. Und ne tolle Rüstung haben sie auch…“.
Scott redete wie ein Wasserfall. Wenn seine Schwestern schon zu was nütze waren, dann um ihm beizubringen, wie man am besten schleimte. „Hör auf mit diesem Unsinn“, schrie Saldor und ließ sein Schwert auf Scott niedersausen.
Plötzlich wurden alle Anwesenden in ein helles, weißes und reines Licht getaucht. Der Soldat konnte Scott nicht sehen und der fand sich in einer Art Nebel wieder.
Ende des 05. Kapitels
Kapitel 06: Begegnung!
Auf einmal spürte Scott, wie ihn jemand am Arm packte und nicht gerade sanft wegzog. „Los, komm schon. Bevor der Zauber nachlässt“ Scott ließ sich widerwillig mitziehen und wunderte sich, dass die Stimme u einem Mädchen gehörte, denn sehen konnte er immer noch nichts. Zu sehr hatte ihn das Licht geblendet.
„Komm Silvy! Jetzt lass die Armen Ritter doch mal in Ruhe. Schämst du dich denn gar nicht?“ „Nein, überhaupt nicht“, antwortete Silvy, deren Stimme etwas tiefer war. „Und was machen wir jetzt mit ihm?“, setzte sie hinzu.
„Ich weiß nicht“, antwortete die hellere Stimme. „Du hast gut reden, Cecilia. Erst fängst du dir etwas ein, und dann weißt du nicht, was du damit anfangen sollst“, tadelte Silvy.
„Jetzt mach, dass er wieder etwas sieht“, befahl Cecilia streng.
„Das kommt von allein. Sie nickt immer so ungeduldig“. Tatsächlich, nach wenigen Minuten verschwand das helle Leuchten vor Scotts Augen und er sah das erste Mal seiner Retterin ins Gesicht. Und seine Augen wurden groß:
Das gibt’s doch nicht, das ist die aus meinem Traum’, dacht er bei sich und starrte Cecilia an, als wenn er noch nie ein Mädchen gesehen hatte. Die wurde ungeduldig: „Mein Name ist Cecilia. Und schau nicht so, wie ein Eichhörnchen wenn es blitzt. Wenn du Fragen hast, dann frag. Aber merk dir eines: Wenn ich etwas nicht leiden kann, dann ist es, wenn mich Leute blöd anschauen und nicht den Mund aufkriegen“.
Die braucht nicht gleich so zickig zu sein’, dachte Scott und laut sagte er: Äh? Wo bin ich hier denn überhaupt? Was hat das ganze zu bedeuteten? Ist das hier ein Traum?“
Diese vielen Fragen schienen Cecilia gar nicht zu beeindrucken und kühl antwortete: „ Du bist in El Skarlat. Dem Land des ewigen Friedens. Und das hier ist definitiv kein Traum“ Sie überlegte kurz und setze genau so zickig wie vorher hinzu: „Jetzt bin ich dran. Wer bist du? Was hast du hier verloren? Und vor allem, wie bist du hierher gekommen?“
Während sie die Fragen stellte, musterte sie Scott von allen Seiten. „Setz nicht diesen finstern Blick auf, Cecilia. Das steht dir nicht“, mischte sich die dunkle Stimme ein.
Scott fuhr ängstlich herum und was er dann sah, das verschlug ihm vor Schreck die Sprache. Vor ihm stand ein Einhorn. Das Fell war strahlend weiß und das Horn blitze in der Sonne.
„Was starrst du mich so an kleiner?“, fragte Silvy unbeeindruckt. Ohne auf Cecilias Fragen einzugehen fing Scott das Stottern an: Da da Das is ist ei ein Einhorn!“
„Du kannst es sehen? Das Horn meine ich?“, fragte Cecilia verwundert und ihr skeptischer Blick verwandelte ich in ein Blick voller Staunen.
„Ja kann ich. Aber nun beantworte ich erst mal deine Fragen: Mein Name ist Scott Wilson. Was ich hier verloren habe, da hab ich keinen Schimmer und her gekommen bin ich durch einen Wirbelsturm im Kaminzimmer meines Onkels. Dann kamen diese komischen Typen mit Schwert und Rüstung und den Rest kennst du ja.“
Cecilia reagierte nicht. Scott musterte sie nachdenklich. Sie war ungefähr siebzehn, hatte rotbraune Haare, war ungefähr so groß wie er und seiner Meinung nach war sie extrem zickig.
Schließlich reagierte sie doch: „Komm, Scott. Wir müssen von der Straße runter. Wenn das Heer Mincinos uns findet, macht es Hackfleisch aus uns. Wir gehen zu meinem Versteck. Dann erkläre ich dir die ganze Lage. Übrigens du hast was verloren“
Mit diesen Worten bückte sie sich und hob ein Amulett hoch. Es zeigte einen Drachen und war einfach so auf dem Boden gelegen. „Das ist doch….“, riefen beide gleichzeitig doch Cecilia fand als erste ihre Sprache wieder. „Das Amulett der Drachen. Einer der vier Schätze der Götter. Das erklärt einiges. Los Scott, Silvy. Beeilen wir uns. Wir müssen weg von hier!“ So liefen sie los und Scott war natürlich wieder einmal ziemlich schnell aus der Atem. „Komm, klettre auf meinen Rücken und halt dich gut fest. Komm Cecilia sei nicht so stolz. Wir kommen schneller voran, wenn ich nur alleine laufen muss“ Sie stiegen auf, doch bei Scott musste nachgeholfen werden, da er ja noch nie auf einem Pferd, geschweige denn einem Einhorn, gesessen hatte. Nach einiger Zeit, für Scott war eis eine Ewigkeit, waren sie in Cecilias Waldversteck angekommen. „Herr der Drachen“, wandte sich Cecilia an Scott. „Nein. Ich bin Scott. Einfach nur Scott. Ich bin nur ein einfacher Hauptschüler und ganz und gar nicht mächtig“, antwortete Scott verwirrt. Was sollte das jetzt wieder.
„Du trägst das Amulett des Drachen, also bist du Herr der Drachen. Ist doch klar wie Seewasser“, hörte er plötzlich Silvys Stimme. „Das erklärt, auch, warum du Silvys Horn sehen kannst. Das können nur Menschen mit besonderen Kräften. Für alle anderen ist Silvy nur ein stinknormales Pferd“, erklärte Cecilia kurz. „Ja. Ja. Alles klar. Ich bin der Herr der Drachen und Silvy ist ein Einhorn. Was bist dann du, Cecilia? Wenn du dich so gut damit auskennst?“, fragte Scott ungläubig.
„Ich bin Überlebenskünstlerin. Und obendrein hab ich es mir in den Kopf gesetzt, mein Heimatland zu retten und die Schätze der Götter wieder zu vereinen. Und du wirst mir dabei helfen, Scott“, befahl Cecilia. „Ohne, dass ich gefragt werde? Und außerdem, ich bin dir bestimmt keine große Hilfe“, meinte Scott unsicher. „Hast du schon mal ein Schwert in der Hand gehabt?“ Cecilia interessierten Scotts Ausreden nicht. Sie hatte einen Plan und von dem lies sie sich nicht abbringen. „Nicht wirklich. Ich hasse kämpfen“, meinte Scott. Und dass stimmte auch. Er war ganz und gar nicht der Typ für höhere Gewalt.
„Also, kein Schwertkämpfer. Und was ist mit Bogenschießen?“ „Das hasse ich wie die Pest“, wehrte Scott ab und setzte hinzu: „In der Schule haben wir das mal im Sportunterricht gemacht. Ich kann das nicht. Und außerdem, will ich gar nicht kämpfen. Das ist doch schrecklich
„Wenn du überleben willst, dann musst du kämpfen. Meine Fähigkeiten reichen nicht aus, um dir den Schwertkampf beizubringen. Wir suchen uns Hilfe in den umliegenden Dörfern. Jetzt komm schon. Zum schlafen haben wir jetzt keine Zeit“, meinte das Mädchen hastig. Sie stiegen auf den Rücken von Silvy und ritten im Eiltempo los. „Du wolltest mir doch die Lage erklären. Und Außerdem habe ich Hunger“, schrei Scott um sich mit Cecilia zu verständigen. „Du Memme! Du bist überhaupt nicht als Überlebenskünstler geeignet. Fürs Erklären ist später auch noch Zeit. Jetzt suchen wir erst mal den passenden Lehrmeister für. Siehst du das Dorf da? Da werden wir Suchen“, schrie Cecilia zurück
Silvy blieb direkt vor dem Tor stehen und ließ ihre Reiter absteigen. „Bitte alles absteigen“, kommentierte sie dazu. „Sehr witzig, Silvy“, meinte Cecilia. „Du meinst hier finden wir jemanden, der uns helfen kann?“, fragte Scott zweifelnd.
„Ganz bestimmt“, meinte Cecilia trocken. Sie war sich ihrer Sache ganz sicher. So betraten sie das Dorf.
Ende des 06. Kapitels
Kapitel 07: Gefährten wider Willen!
Sie gingen in die Mitte des kleinen Dorfes. Cecilia schien genaue Vorstellungen von der Person zu haben, denn sie musterte die Leute aus dem Dorf sehr genau. An dem Dorfbrunnen stand ein Mädchen mit blonden Haaren, vielleicht sechzehn Jahre alt, mit einem Wassereimer. „Die ist doch perfekt“, meinte Cecilia und bevor Scott irgendetwas erwidern oder fragen konnte, hatte seine Begleiterin ein Messer gezogen und sich an das ahnungslose Mädchen herangeschlichen. „Was hat sie nur vor? Dieses Mädchen soll mir den Schwertkampf beibringen?“, fragte Scott Silvy. Doch seltsamerweise antwortete das Einhorn nicht. Scott beobachtete die Situation weiter. Inzwischen hatte Cecilia dem Mädchen das Messer an den Hals gelegt. „Wenn du jetzt genau das tust, was ich dir sage, dass wird dir nichts geschehen“, sagte sie mit drohender Stimme. „O … Okay. Aber bitte tu mir nichts!“, antwortete das Mädchen mit zitternder Stimme. „Das werden wir noch sehen. Meine erste Frage lautet: Wie ist dein Name?“ „A.. Amelia. Aber alle nennen mich Amy. Wer bist du?“ „Erstens stelle ich hier die Fragen. Zweitens: Kennst du jemanden, der gut mit Waffen umgehen kann?“ „Ja, meinen Zwillingsbruder Joey. Er ist der Beste Schwertkämpfer im ganzen Dorf“, antwortete Amy schüchtern. Sie hatte sich inzwischen beruhigt, obwohl sie nicht wusste, was das fremde Mädchen, das ihr noch nicht mal seinen Namen gesagt hatte, mit ihr vorhatte.
„Glaubst du, dass dein Bruder meinem Begleiter das Kämpfen beibringen kann?“, fragte Cecilia weiter. „Ja, ganz sicher“, sagte Amy. „Gut. Dann führ uns zu ihm. Scott! Komm jetzt und steh da hinten nicht so blöd rum. Du auch Silvy. Marsch jetzt. Führ uns zu deinem Bruder“
Cecilia stieß Amy grob vorwärts. „Das muss doch nicht sein, dass du sie wie einen Schwerverbrecher durch das Dorf führen musst“, sagte Scott zu Cecilia. „Du hältst dich da raus. Ich weiß schon, was ich tue. Du solltest dich lieber darauf vorbereiten, kämpfen zu lernen“. „Ich will aber gar nicht kämpfen. Ich will nach Hause“, jammerte Scott. Es war ihm schon zu viel. „Dann geh doch. Ich zieh das hier auch alleine durch. Du bist mir ein schöner „Herr der Drachen“. Die Drachen werden sich echt freuen. So einen Memme als Herrn zuhaben“ „Ich weiß ja gar nicht, wie ich nach Hause komme. Ich weiß ja noch nicht mal, wie ich hierher gekommen bin“, sagte Scott traurig.
Amy unterbrach die beiden in ihrem Streit: „Dort ist mein Bruder“. Sie zeigte auf einen sechzehnjährigen Jungen mit schulterlangem braunem Haar, der gerade ein Schwert schliff.
„He Joey. Ja genau du. Dein Name ist doch Joey, oder?“, rief Cecilia den Jungen, den ihr Amy gezeigt hatte. Er kam zu ihr hin.
„Ja, ich bin Joey. Aber wer bist du? Und was hast du mit meiner Schwester vor?“ Der Junge hielt das Schwert bedrohlich in der Hand.
Der versteht keinen Spaß, dachte Scott bei sich. „Wer ich bin, ist für dich unwichtig. Du solltest lieber tun, was ich sage, oder deine Schwester stirbt“, meinte Cecilia unbeeindruckt und um ihre Worte zu unterstreichen fuhr sie das Messer dichter an den Hals und setze hinzu: „Ich spaße nicht. Also wirst du nun tun, was ich sage“. Die spinnt doch, dachte Scott bei sich.
Joey schien zu überlegen. „Was willst du?“, fragte er schließlich. „Ich will, dass du aus meinem Begleiter den perfekten Schwertkämpfer machst. Und so lange das nicht geschehen ist, bleibt deine Schwester in meiner Gewalt“. So gab Cecilia ihre Forderungen an Joey bekannt.
„Bitte tu es, Joey. Das ist doch eine Kleinigkeit für dich. Ich will noch nicht sterben. Was zögerst du den noch. Sag schon ja!“, flehte Amy ihren Bruder an.
Doch bevor der antworten konnte, hörten sei Hufgetrappel und laute Stimmen. „Auch das noch. Das Heer von Mincino. Die haben uns aber schnell gefunden. Los Scott. Komm schon wir müssen hier weg“, rief Cecilia. Die ersten Hütten brannten. Die Menschen rannten, schrieen. Einige verbrannten auch in den Flammen. „Du kommst mit“. Cecilia zerrte Amy mit auf Silvy hinauf. „Joey hilf mir“, rief Amy ihrem Bruder zu. Der versuchte ihr zwar zu helfen, wurde aber von den Soldaten aus dem Heer angegriffen. Amy hatte Angst um ihren Bruder. Immer mehr Soldaten griffen den Jungen an und der hatte alle Hände voll zu tun um sich selbst zu beschützen.
Cecilia beobachtete die Show von Silvy herab. Schließlich ließ sie von Amy ab und stürzte sich in das Kampfgetümmel. Joey war inzwischen in der Soldatenmenge unterlegen. „Joey ist verletzt. Das ist alles meine Schuld“, sagte Amy unter Tränen. Inzwischen sah auch die Lage für Cecilia ziemlich schlecht aus. Ich muss doch irgendetwas tun können, dachte Scott bei sich und kramte in seinem Rucksack. Seine Hand stieß auf etwas Ovales: Ein Feuerwerkskörper von Silvester. Das war die Lösung. „Damit verjagen wir sie“, meinte er zu Amy, nachdem er auch ein Feuerzeug rausgekramt hatte. „Das wird jetzt ein bisschen laut. Erschrick nicht. Es tut dir nichts!“, setze er zur Warnung hinzu.
„Was ist das?“, fragte Amy unsicher. Sie konnte sich nicht vorstellen, wie Scott mit einem ovalen Teil und einem kleinen Ding aus Silber eine ganze Armee vertreiben wollte. Scott grinste: „Es wird dir gefallen. Sie einfach in den Himmel“. Und neben bei dachte er sich: Warm ist mir das nicht schon eher eingefallen. Die Leute hier leben ja praktisch hinter dem Mond. Aber ich habe dass Know-how des neuen Jahrtausend. Nehmt euch in Acht, Heer von Mincino“.
Er zündete die Rakete an und sie stieg in den Himmel. Es gab einen lauten Knall, der die Soldaten von Joey und Cecilia ablenkte.
„Was ist das?“ „Wie kommen die Farben an den Himmel?“ „Das grenzt an Hexerei“ Das Herr Mincinos war völlig durcheinander und Cecilia ergriff die Gelegenheit und zerrte den verletzten Joey aus dem Chaos.
„Das war einsame Spitze. Und du willst mir nicht sagen, dass du nicht mächtig bist?“, sagte Cecilia zu Scott. „ Das war keine Zauberei sondern ein Feuerwerkskörper. Wir sollten uns um ihn kümmern sonst stirbt er“, antwortete Scott. „Erstmal müssen wir hier weg. Los Silvy aber vorsichtig. Wir haben einen verletzten“, befahl Cecilia ihrem Einhorn. „Wird mein Bruder sterben?“, fragte Amy leise. „Das verhindern wir. Ich habe schließlich noch Forderungen an ihn“.
„Wirst du mich töten?“ „Ich habe nie gesagt, dass ich dich töten will und jetzt hör auf rumzujammern und komm endlich. Sonst töten dich nämlich unsre Freunde aus Mincino“, antwortete Cecilia grob. „Komm schon Scott. Du lernst jetzt dann kämpfen“, meinte sie zu Scott.
Und zu Amy gewandt sagte sie: „Mein Name ist Cecilia. Und mein Begleiter heißt Scott.“
„Ich will aber gar nicht kämpfen. Das habe ich schon tausendmal gesagt“, jammerte Scott verzweifelt. „Dich fragt keiner“, meinte Cecilia kühl. „Ihr seid grausam. Wieso werde ich nur so bestraft?“, meckerte Scott weiter
„Wir sind gestraft, dass wir es mit so einer Flasche wie dir zu tun haben“, antwortete Cecilia und hörte sich fast so an, wie Scotts jüngere Schwester Mary- Jane. „Wenn du das noch mal sagst, dann nenne ich dich nur noch Mary –Jane“, drohte Scott. So ritten sie weiter, bis sie bei Sonnenuntergang Rast machten.
Ende des 07. Kapitels
Kapitel 08: Aller Anfang ist schwer!
„Ich habe Hunger“, meldete sich Amy. „Da siehst du’s. Jetzt lass uns endlich was essen“, meinte Scott zu Cecilia. „Ihr seid beide keine Überlebenskünstler. Das hei nämlich, mehrere Tage ohne Essen auszukommen“, antwortete Cecilia stur. „Du kannst meinetwegen bei deinem Vorsatz bleiben, aber wir werden jetzt mal was essen“, gab Scott zurück und öffnete seinen Rucksack. Er holte ein in Alufolie gepacktes Brötchen hervor, das ihm seine Mutter als Reiseproviant zugesteckt hatte. „Mh. Lecker. Salami. Ich glaube, ich verehre jetzt denjenigen als Gott, der die Salami erfunden hat“, sagte er mit einem Grinsen ohne auf Cecilias mürrisches Gesicht zu achten. „Kann ich auch eines haben?“, fragte Amy. „Klar, ich habe noch zwei von denen. Du als Überlebenskünstlerin willst sicher nichts“, sagte er spöttisch zu Cecilia. Die stand daraufhin mit einem wütenden Gesichtsausdruck auf und ging zu dem verletzen Joey. „Du kannst mit diese Show aufhören“, meinte sie und rüttelte ihn wach. „ Hör auf, er doch verletzt“, schrie Amy verzweifelt.
„Du bist ganz still. Es ist jetzt wichtig, aus Scott einen guten Kämpfer zu machen. Wir haben keine Zeit zum Schlafen“. Joey wachte auf. Seine Wunden waren nicht schlimm. Bevor er irgendetwas zu seiner Schwester sagen konnte, hatte Cecilia schon wieder das Messer an deren Hals gelegt. „Du weißt, worum es geht Joey. Mach aus Scott den perfekten Schwertkämpfer und deine Schwester passiert nichts“ „Das ist nicht fair, Cecilia. Hör auf mit diesem Blödsinn. Ich will nicht kämpfen“, mischte sich Scott ein. „Du bist schuld, dass unser Dorf zerstört wurde. Lass wenigstens meine Schwester am Leben, du Hexe!“
Mit diesen Worten stürzte sich Joey auf Cecila. „Na Na. Nur die Ruhe. Das das Dorf zerstört wurde, ist nicht meine Schuld. Tu jetzt, was ich will oder …. „ Cecilia setze das Messer näher an Amys Hals.
„Cecilia hör auf“, rief Scott, der dass nicht mehr mit ansehen konnte. „ Du lernst jetzt kämpfen. Und zwar ohne Widerrede“, sagte das Mädchen mit bestimmendem Unterton. Das ist ja wie beim Militär, dachte Scott bei sich und laut sagte er: „ Aye Ma’m“.
Joey stand schon mit seinen zwei Schwertern bereit. „Gut. Dann wollen wir mal sehen, was wir aus dir herausholen können“, sagte er und warf Scott eines seiner Schwerter zu. Doch der wich aus. „Du musst es schon fangen“, meinte Joey ungeduldig. „Das Schwert ist dein Freund. Das ist das erste, was du dir merken musst.“. „So ein Quatsch. Wie kann ein Schwert mein Freund sein?“, fragte Scott verwirrt. „Das wirst du mit der Zeit schon noch lernen.“, gab Joey als Erklärung. „Gut also fangen wir mit der Beinstellung an. Rechtes Bein nach vorne, linkes Bein nach Hinten. Das Schwert vor dich. Wichtig ist die Deckung“.
Scott versuchte zwar, alles so zu machen, wie es Joey erklärte, doch das war gar nicht so einfach. „Ich werde dich jetzt angreifen und du versuchst, die Deckung zu bewahren“, ertönte Joeys Stimme.
„Mo- Moment mal. Das geht mir zu schnell“, stammelte Scott. Doc bevor er etwas tun konnte, war Joey schon da. Scott gab zwar sein Bestes, doch Joey war erstens zu schnell und zweitens viel erfahrener was den Schwertkampf anging.
„Du vergisst die Deckung. Denk daran: Das Schwert ist dein Freund“ Scott hörte zwar Joeys Stimme, aber aus einem Reflex heraus drehte er sich um. Da spürte er Joey Schwert an seinem Hals.
„Nochetwas, was du dir merken solltest: Kehre deinem Feind niemals den rücken zu. Denn dann hat er dich in der Hand“, erklärte Joey zu seiner Handlung. „Jetzt greif du mich an. Wir wollen an deiner Angriffstechnik feilen“.
So verging der Tag. Während Joey Scott den Schwertkampf beibrachte, hatte Cecilia ein bisschen Abstand genommen. „Du erwartest zu viel“, meinte Silvy die dazugekommen war. „Hab Vertrauen zu ihm. Dann wird sich alles zum Guten wenden. Außerdem, bist du viel zu streng mit dir selbst“. „Sag du mir nicht, was ich zu tun habe oder zu lassen habe. El Skarlat wird untergehen, wenn wir nicht schnell handeln“, antwortete Cecilia mürrisch.
„Du solltest Scott mal erklären, was eigentlich los ist. Er weiß doch noch gar nichts. Als Freundin gebe ich dir einen Rat: Du solltest dein Herz nicht verschließen!“, meinte Silvy gutmütig. „Kannst du mir mal verraten, wie ich das anstellen soll?“, schrie Cecilia unter Tränen.
„Deine Familie hat dich ja nicht im Stich gelassen. Du musstest dich ja nicht fünfzehn Jahre allein durch das Leben schlagen. Du hast nicht das durchmachen müssen, was ich durchgemacht habe. Du…“
„Ich weiß, ich bin ein Einhorn und sollte eigentlich kein Leid kennen. Aber du täuscht dich Cecilia. Du täuscht dich“. Mit diesen Worten legte Silvy den Kopf auf Cecilias Schulter und versuchte sie zu trösten. Sie kannte Cecilias Lebensgeschichte und wusste, was man bei ihr lieber nicht zur Sprache bringen sollte. „Es tut mir leid, Cecilia“, setzte sie hinzu.
Es war inzwischen Abend. Joey machte ein Lagerfeuer.
„Für dein erstes Mal gar nicht schlecht“, lobte er Scott. „Dafür tut mir aber echt alles weh“, meinte Scott. „Ihr wart beide klasse“, sagte Amy. „Ich muss aber noch üben“, sagte Scott und setzte hinzu: „Wo ist eigentlich Cecilia? Ich habe sie seit einer ganzen Weile nicht mehr gesehen“. „Keine Ahnung“, erklärte Joey kalt, während er mit einem Stock im Feuer herumstocherte. „Ich habe nicht auf sie geachtet. Sie war plötzlich weg. Und dieses komische Pferd ist mit ihr verschwunden“, setzte Amy hinzu. „Scott dachte an Cecilias Worte „… nur Menschen mit besonderen Kräften können das Horn sehen“. „Ich geh sie mal suchen“, meinte Scott und wollte gerade aufstehen, als er plötzlich eine Stimme vernahm: „Nicht nötig. Ich habe mich nur ein bisschen umgesehen und entschieden, dass wir heute Nacht hier bleiben werden“ Cecilias Stimme war ungewohnt fest Niemand kam auf den Gedanken, dass sie vor wenigen Minuten Tränen in den Augen gehabt hatte. Silvy war hinter ihr aufgetaucht und dachte sich:
„Unglaublich, wie sie sich zusammenreißen kann“.
„Wie geht es mit deinem Training voran, Scott?“, fragte Cecilia. „Die Grundtechnik hat er begriffen aber wir müssen noch ausbauen“, erklärte Joey anstelle von Scott. „Gut. Würdet ihr euch mal bitte alle hinsetzen? Ich denke es ist an der Zeit, dass ich euch, besonders dir Scott, die ganze Lage erkläre2, meinte Cecilia. „Was für eine Lage?“, fragte Joey nachdenklich. „Halt die Klappe, setz dich hin und hör zu“, fauchte Cecilia. Die anderen zogen es vor, dieser Aufforderung nachzukommen. So saßen sie alle vier um das Feuer und Cecilia begann zu erzählen.
Ende des 08. Kapitels
Kapitel 09: Cecilias Geschichte!
„Also, die Situation ist folgende: Vor genau zehn Jahren wurden die Schätze der Götter gestohlen. Seit dem herrscht hier in El Skarlat das totale Chaos. Das Heer von Mincino macht, was es will und keiner traut sich, Widerstand zu leisten Ihr bemerkt bestimmt die Erdbeben und die Feuer, die mir nichts dir nichts aus der Erde kommen und alles verbrennen. Ich habe es mir in den Kopf gesetzt, dieses Königreich zu retten. Aber um das zu schaffen, muss ich erst mal Prinz Elvin finden. Den ersten und einzigen Sohn von König Elias und Lady Eleanor“.
„Du meinst, das ist alles wahr? Mein Vater sagte immer, das wäre nur eine Legende“, unterbrach Amy Cecilia. „Von wegen Legende. Dein Vater hat keine Ahnung. An Prinz Elvin hängt unser aller Schicksal. Wenn er nicht mehr leben würde, wäre El Skarlat längst verloren, du dumme Pute“ Cecilia schwieg beleidigt. „Ich hab doch keine Ahnung. Verzeih mir bitte“, sagte Amy unsicher. Joey legte ihr den Arm um die Schultern. „Woher willst du wissen, dass das nicht doch alles eine Legende ist?“, fragte er. Cecilia gab darauf hin keine Antwort.
Scott dachte für einen Moment an seinen Deutsch-Lehrer in Berlin. Bei ihm mussten sie öfters Legenden untersuchen und sich immer wieder den einen Satz anhören dürfen: An Legenden ist immer etwas Wahres dran. Also, jetzt findet mal die Wahrheit heraus. Vielleicht sollte ich mal auf meinen Traum zu sprechen kommen, dachte er bei sich: „Ich hab zwar keine Ahnung, aber ich kann euch sagen, dass Prinz Elvin noch am Leben ist“.
„Du weißt es? Woher“, fragte Cecilia aufgeregt. „Ich habe es gesehen“, gab Scott seinen verdutzten Zuhörern bekannt.
Doch bevor er weiterredete dachte er weiter: Der Junge in meinem Traum war also Prinz Elvin. Das Mädchen und das Einhorn waren Cecilia und Silvy. Doch wer waren die anderen fünf Schattengestalten. Und wer war der alte Mann? Das wüsste ich schon gern
Laut sagte er: Ich habe den Jungen in meinem Traum gesehen und sofort gewusst, dass es sich um Prinz Elvin handelt“.
„Glaub ich nicht. “, meinte Joey misstrauisch. „So etwas kann doch kein Mensch träumen“, setzte Amy dagegen. Cecilia sagte nichts. Sie starrte einfach nur ins Feuer. „Glaubst du mir?“, fragte Scott. „Ich weiß nicht. Erzähl mir mal den ganzen Traum. Und das tat Scott. Cecilia hörte bis zum Ende zu. Dann fragte sie:“ Ein alter Mann? Wie sah der aus?“ „Wie ein alter Mann eben. ER hatte eine Kutte an und so einen komischen Stock Ich habe sein Gesicht nicht genau gesehen“. Scott wunderte sich über Cecilias plötzliches Interesse.
Joey und Amy sahen sich an. Dieses Mädchen war ihnen mehr als unheimlich. „Hättest du vielleicht die Güte, uns zu erklären, was das zu bedeuten hat?“, fragte Joey und unterbrach somit Cecilias Freude. Die setze sofort wieder ein saures Gesicht auf. Scott merkte, dass Cecilia Joey nicht unbedingt mochte. Um die Situation zu entschärfen sagte er: „ Ich würde auch gern wissen, was los ist. Wer war der alte Mann?“
„Nun gut. Dann werde ich es euch mal erklären: Der alte Mann, den du in deinem Traum gesehen hast, war niemand geringerer als der große und mächtige Zauberer Mindon. Wenn wir ihn gefunden haben, finden wir vielleicht auch Prinz Elvin“, erklärte Cecilia.
„Was ist an diesem Mindon so besonders?“, fragte Joey. „Ich habe noch nie von ihm gehört“, gab Amy mit Bedenken zu. Cecilia fuhr auf: „Ihr zwei lebt in El Skarlat und wollt mir erzählen, dass ihr noch nichts von dem Zauberer Mindon gehört habt? Ich fass es nicht“.
„Reg dich nicht auf. Wir können ja nicht alles wissen. Außerdem hat man uns bis jetzt nur erzählt, dass das alles eine Legende ist“, verteidigte Joey sich und seine Schwester.
„Was hast du jetzt vor?“, fragte Scott. „Ich werde jetzt Mindon suchen. Mir ist es egal, was ihr macht. Aber ich bin meinem Ziel ein ganzes Stück näher gekommen. Ich werde jetzt nicht aufgeben“, sagte Cecilia entschlossen. „Ich werde dich begleiten. Zwar werde ich dir keine große Hilfe sein aber trotzdem“, sagte Scott selbstsicher. „Ihr seid jetzt frei und könnt tun und lassen was ihr wollt“ sagte Cecilia zu Joey und Amy. „Wir sind mit dem Training noch nicht fertig. Außerdem schäme ich mich, so unwissend zu sein“, erklärte Joey. Amy wollte sie ebenfalls begleiten. „Wenn ihr alle mitkommt, dann schlage ich vor, dass ihr euch erst mal hinlegt und schlaft“.
Da Joey und Amy Silvys Stimme noch nie vernommen hatten, erschraken sie gewaltig. „Das Pferd kann ja sprechen“, rief Amy ängstlich und versteckte sich hinter ihrem Bruder. „Das Pferd kann ja sprechen“, äffte Silvy Amy nach. „Bitte, Silvy. Sie haben doch keine Ahnung“, sagte Cecilia streng. „Is doch war. Die beiden leben in El Skarlat und wissen nicht mal, was ein Einhorn ist. Das ist echt traurig“, maulte Silvy.
„Du siehst nicht aus wie ein Einhorn“, sagte Joey zu ihrer Verteidigung. „Du siehst nur nicht richtig hin“, meinte Silvy beleidigt.
„Was heißt das? Er sieht nicht richtig hin?“, fragte Amy verständnislos. „Wenn Unwissenheit weh tun würde, dann würdet ihr den ganzen Tag schreien“, gab Silvy daraufhin als Antwort, ging zu den beiden hin und berührte mit ihrem Horn die Stirn der Beiden. Und ab da konnten auch sie das Horn sehen.
„Jetzt legt euch schon hin und schlaft. Morgen beginnt ein langer Weg. Da müsst ihr ausgeruht sein“, befahl Silvy.
Scott suchte sich einen Platz am Feuer, rollte sich zusammen und dachte an seine Familie. Ob sie mich wohl vermissen? Silvys letzte Worte erinnern mir sehr an Mutter. Kurz bevor wir losgeflogen sind, hat sie genau dasselbe gesagt. Was macht wohl Eleanor? Und der Rest von diesem ganzen Harem? Ich will wieder nach Hause.
Scott fiel in einen unruhigen traumlosen Schlaf, bis er am nächsten Morgen unsanft geweckt wurde.
Ende des 09. Kapitels
Kapitel 10: Die magische Tür!
„Was ist los?“, fragte er müde. Vor ihm stand Cecilia. „Los, beeil dich. Stell keine Fragen. Komm schon“. An ihrer Stimme konnte Scott schon erkennen, dass sie es wieder einmal sehr eilig hatte. Wenn er etwas nicht leiden konnte, dann, wenn ihn jemand aus dem Schlaf holte. „Ich mach ja schon“, brummte Scott missmutig.
Joey und Amy waren schon in Bereitschaft zu verschwinden. Das hier ist ein Land voller Hektik, dachte Scott bei sich.
Plötzlich erschütterte die Erde. „Ein Erdbeben! Nichts wie weg hier“, schrie Cecilia. Feuer brachen aus der Erde und ein Chaos brach aus. „Schnell, alle auf meinen Rücken“. Silvy drängte zur Eile Cecilia, Amy, Joey und Scott hatten es schwer, sich durch die Flammen zu kämpfen. Cecilia hatte Silvy als erste erreicht und zog sich an ihrer Mähne hoch. Den Zwillingen gelang der Aufstieg ebenfalls leicht.
Nur bei Scott mussten alle drei mit anpacken, dass er überhaupt auf Silvy Platz nehmen konnte. „Beeil dich Silvy“, befahl Cecilia als sie alle auf dem Rücken des Einhorns saßen. „Ich mach ja schon. Trag du mal vier Menschen auf dem Rücken“, brummte Silvy missmutig. Silvy trabte los Die Flammen schlugen aus und wurden immer höher. Es herrsche Chaos, so wie Scott es noch nie erlebt hatte. Und dass, obwohl seine Mutter öfters behauptet hatte, in seinem Zimmer würde es wie nach einem Erdbeben aussehen.
Als das Erdbeben vorbei war und sie endlich in Sicherheit waren, verlangsamte Silvy ihr Tempo. Sie waren in einem Gebirge gelandet. Die Berge ragten hoch in den Himmel. „Mir ist ganz schlecht“, jammerte Scott. Solche rasanten Ritte war er nicht gewohnt. „Halt bloß die Klappe“, fauchte Cecilia wütend. Silvy spitze die Ohren, lauschte kurz in die Ferne, und verschwand unbemerkt.
Plötzlich brach die Erde unter ihren Füßen zusammen und sie vielen in die Tiefe. Für Scott war es eine Unendlichkeit. Nach geraumer Zeit schlugen die vier hart auf dem Boden auf.
„Mir tut alles weh“, jammerte Amy. „Ist mit dir alles in Ordnung?“, fragte Joey seine Zwillingsschwester. „Ich habe doch gesagt, dass mir alles weh tut“, fauchte sie zurück. „Scott, geht’s dir gut?“, fragte Cecilia.
„Mit Ausnahme, dass ich mir wahrscheinlich alle Knochen gebrochen, eine Gehirnerschütterung bekommen habe und mir ohnehin alles weh tut, geht’s mir gut“, gab Scott genervt zurück. „Tut mir leid, dass ich mir Sorgen gemacht habe“, antwortete Cecilia grob und genauso kühl wie immer. Sie strich sich eine Locke aus dem Gesicht und ging alleine vorwärts.
Blöde Gans, die soll sich nicht so haben, dachte Scott bei sich. „Kommt, ihr nach“, sagte er laut zu den Zwillingen. Doch sein Vorschlag stieß auf Ablehnung: „Soll sie doch allein gehen.“, meinte Joey und seine Schwester setzte hinzu: „Wir sollten sehen, dass wir hier raus kommen. Mir wird es hier unheimlich“. Gemäß der Tatsache, dass die Mehrheit hat Recht hatte, ließ Scott sich dazu überreden, den Ausgang zu suchen.
So gingen sie eine Weile schweigend in der Dunkelheit umher. Sie hatten Cecilia längst verloren, aber Scott machte sich darüber keine Gedanken. Sie würde sich schon allein zurechtfinden. Plötzlich tauchte vor ihnen Rauch. „Bis hier her und nicht weiter, Fremde“, sagte eine Dunkle Stimme. Joey zog sein Schwert und auch Scott nahm sich vor, sein neu erlerntes Wissen gleich hier und jetzt anzuwenden. „Denk dran. Immer schön Deckung bewahren“, erinnerte Joey seinen Schüler. Amy stand unsicher abseits. Sie verließ sich immer auf ihren Bruder. Er würde sie schon beschützen.
„Wer bist du?“, fragte Joey mutig. „Cecilia, hör auf mit diesem Unsinn“, meinte Scott, der in der festen Überzeugung war, dass das Mädchen sie ärgern wollte. „Ich heiße nicht, Cecilia. Und was fällt euch Rüpeln eigentlich ein, mit euren Schwertern auf ein kleines wehrloses Mädchen loszugehen“, konterte die Stimme.
Die Rauchwolke löste sich auf und tatsächlich stand ein zirka dreizehnjähriges Kind vor ihnen.
Sie hatte braune schulterlange Haare, einen braunen Kittel und ein fröhliches Lachen im Gesicht. „Wer bist du?“, fragte Scott noch einmal, denn die kleine hatte die Frage vorher noch nicht beantwortet. Joey gab Scott ein Zeichen und die beiden steckten ihre Schwerter wieder weg. Es schickte sich nicht, ein Schwert gegen ein Kind zu erheben. „Mein Name ist Maron. Ich bin eine Zauberin“, sagte die kleine.
„Ja klar. Und ich bin der Kaiser von China“, gab Scott ungläubig zurück. „ Der Kaiser von China? Was soll denn das sein?“, fragte Maron.
Bevor Scott eine Antwort geben konnte mischte sich Joey ein: „Wir suchen einen Zauberer namens Mindon“. „Kannst du uns da weiterhelfen“, setzte Amy hinzu. Maron blickte von einem zum anderen. „Können schon. Die Frage ist, ob ich will“, gab sie mit einem Grinsen zurück.
Du hältst dich wohl für besonders schlau, dachte Scott bei sich und laut sagte er: „Willst du uns helfen?“. Er hatte genug Erfahrungen mit seinen Schwestern gemacht und wusste ganz genau wie man auf solche Sprüche reagieren musste.
Maron schien zu überlegen. „Nun gut. Folgt mir. Aber bleibt nicht zurück. Das hier ist ein Labyrinth“, sagte sie schließlich. „Ist das eine Falle“, fragte Joey Scott. „Woher soll ich denn das wissen. Ich glaube schon, dass wir ihr vertrauen können. „Hey, wo ist sie hin?“, meldete sich Amy plötzlich. Die kleine war verschwunden, ohne, dass sie etwas bemerkt hatten. „Dieses kleine Biest hat uns hereingelegt“ fuhr Joey wütend auf. „Aber wo ist sie hin verschwunden“, wunderte sich Scott.
Plötzlich erschien wieder die Rauchwolke und Maron stand wieder vor ihnen. „Entschuldigt. Ich habe vergessen, dass ihr dass wahrscheinlich nicht können könnt. Wir gehen zu fuß.“, sagte sie entschuldigend und ging voran. „Wohin gehen wir?“, fragte Amy verwirrt.
„Ihr wollt doch zum Zauberer Mindon. Da liege ich doch richtig oder etwa nicht. Ich bring euch hin“, erklärte Maron. Während des Weges redete die kleine wie ein Wasserfall.
Sie erzählte, dass ihr größter Traum war, dem Zirkel der Zauberer anzugehören und wie viel sie noch lernen musste um die Prüfungen zu bestehen. Sie erinnert mich ein bisschen an Anne – Marie. Die redet auch immer so viel, dachte Scott bei sich.
Plötzlich tauche eine Tür vor ihnen auf. Auf ihr befanden sich sieben geheimnisvolle Symbole. „Was bedeuten die Zeichen da auf der Tür?“, fragte Amy neugierig. „Das? Das sind die sieben Elemente“, erklärte Maron. „Sieben Elemente? Du bist verrückt es gibt bloß vier“, wies Scott die kleine zurecht. Das wusste doch nun wirklich jedes Kind
„Feuer, Wasser, Erde, Luft, Eis, Fels und Holz. Das sind sieben. Oder kannst du nicht zählen?“, gab Maron daraufhin beleidigt zurück. „Doch. Aber Eis, Fels und Holz gehören nicht zu den Elementen“, widersprach Scott. „Tun sie wohl“, Maron fing das Schmollen an. „Tun sie nicht“
So ging es eine Weile weiter. „Wer glaubst du, hat Recht?“, fragte Amy ihren Bruder. „Keine Ahnung. Aber schau dir mal die Symbole an. Die sehen total toll aus“. Joey fuhr mit seiner Hand über die einzelnen Symbole und stockte bei einem ganz bestimmten. „Zu welchem Element gehört wohl dieses Symbol?“, fragte Amy zögernd. „Weiß nicht genau. Aber ich würde auf Erde tippen“ Kaum hatte er das gesagt, schwang die Tür geheimnisvoll auf. „Was hast du gemacht“ Amy klammerte sich ängstlich an ihn. „Du hast die Tür geöffnet. Du bist eines der Sieben Elemente. Verzeih mein Verhalten“, antwortete Maron anstelle von Joey. „Was erzählst du da für einen Unsinn? Eines der Sieben Elemente? Ich versteh kein Wort“, sagte Joey unsicher.
„Dann werde ich es erklären“. Eine dunkle Stimme ließ die drei Gefährten zusammenzucken. „Was ist das jetzt schon wieder?“, fragte Amy ängstlich. „Wenn ich das wüsste, würde ich es dir sagen“, gab Scott zurück. „Meister, ich habe eines der Elemente gefunden“, sagte Maron. Seltsamerweise mit Respekt in der Stimme. Der alte Mann nickte. Er lud die drei ein einzutreten. „Wer bist du?“, fragte Scott, nach dem sie sich auf die alten Stühle gesetzt hatten, die in dem Raum standen.
Kapitel 11: Der Zauberer Mindon!
„Ich bin Mindon. Und du bist Scott? Nehme ich an“, sagte der alte Mann, während er sich setzte. Maron saß sich seltsamerweise nicht zu ihnen, sondern nahm auf dem Fußboden Platz. Bevor Scott antworten konnte, fiel ihm Joey ins Wort. „Ich seid also Mindon. Dann könnt ihr mir sicher sagen, was dieses Elementengequatsche dieser Göre zu bedeuten hat“ Mit einem Seiten blick auf Maron sagte der Zauberer: „Geduld gehört nicht gerade zu deinen Stärken, Joey“. „Woher wisst ihr meinen Namen. Ich hatte mich nicht vorgestellt“.
„Kannst du dir das nicht denken, du Hohlkopf?“, mischte sich Maron ein. „Sei still, du nichtsnutziges Kind und geh an deine Bücher“, fuhr der Zauberer sie an. Maron schwieg und schlug ein Buch auf, das neben ihr auf dem Boden lag. Nachdem Mindon sich vergewissert hatte, dass Maron sie nicht störte, sonder schön fleißig beim Lernen war, sprach er weiter: „Die Sprache der alten Götter. Wir haben sie fast verlernt, aber doch existiert sie“. „Die Sprache der alten Götter? Nie was davon gehört. Was sollen denn das für Wörter sein, die wir heute noch benutzen?“, fragte Amy neugierig.
Der Zauberer beachtete sie nicht und fuhr fort: „ Am Hofe von König Elias und Lady Eleanor wurden die Namen der Sieben Elemente in der Sprache der alten Götter verwendet. Scott stand für Luft, Cecilia für Feuer, Joey für Erde, Amy oder genauer Amelia für Wasser, Maron für Eis, Solaris hatte die Bedeutung für Holz und Nero stand für Fels. Bis heute sind diese Bezeichnungen erhalten geblieben. Eure Namen sind nicht von Zufall. Ihr gehört zu den Sieben Auserwählten der Elemente. El Skarlat ist auf eure Hilfe angewiesen. Ihr sollt dieses Land retten“ „Ist dafür nicht Prinz Elvin zuständig“, fragte Scott frech. Er konnte sich nicht vorstellen, welche Rolle der Prinz spielte und warum sie seine Aufgaben übernehmen sollten.
„Prinz Elvin hält sich zurzeit an einem geheimen Ort auf. Und wir wissen nicht wo. Die Schätze der Götter sind geraubt worden. Und ihr als die sieben Elemente und als Teil des Schutzkreises müsst für El Skarlats Sicherheit sorgen, die Schätze der Götter finden und Prinz Elvin finden“, gab Mindon als Erklärung. „Wir sind aber bloß fünf“, gab Amy zu bedenken. „Vier. Cecilia ist ja abgehauen“, widersprach ihr Bruder. Maron sprang auf. „Mit eurer Erlaubnis, Meister, werde ich sie suchen gehen“.
Mindon sag die kleine an. „Du willst bloß nicht lernen. Wie willst du jemals eine große Magierin werden. Aber gut. Geh. Heute will ich ein Auge zudrücken. Aber du kommst sofort wieder zurück“. „Wie ihr wünscht“ Maron verschwand in einer Rauchwolke.
Irgendwo in den Gängen des Labyrinths irrte Cecilia allein herum. „Na toll“, sagte sie laut vor sich hin. „Jetzt ist alles wieder am Anfang. Silvy hat mich auch verlassen. Und hier raus finde ich auch nicht. Was soll ich denn jetzt bloß tun. Wo im Namen der vier Götter bin ich hier gelandet?“
Eine Rauchwolke erschien vor ihr. „Du bist Cecilia. Da liege ich doch richtig, oder?“ „Wer bist du? Komm raus und zeig dich du Feigling“, schrie Cecilia aufgebracht. Sie hasste es, wenn man sie dabei erwischte, wenn sie Schwäche zeigte. „Ich bin Maron. Und ich soll dich holen. Hat mein Meister gesagt“, gab Maron als Erklärung und tauchte in ganzer Gestalt vor Cecilia auf. Die zückte ihr Messer. Doch Maron reagierte geschwind, packte das verdutzte Mädchen am Handgelenk und zog sie in die Rauchwolke.
Als Cecilia wieder zu sich kam und der Nebel verraucht war, stellte Cecilia fest, dass Maron verschwunden war und sie selbst sich vor einer verschlossenen Tür befand. Na klasse, dachte sie ärgerlich. Sollte ich dieser kleinen Göre noch einmal begegnen, dann ist sie dran.
Si ging zu der Tür und berührte die Symbole. „Das sind die Elemente. Erde, Wasser, Luft, Holz, Eis und Feuer“. Kaum sagte Cecilia „Feuer“, ging die Tür auf und sie fand sich in dem Raum, in dem die anderen schon auf sie warteten. Auch Maron war wieder da. Sie hatte Cecilia mit voller Absicht vor der Tür stehen lassen.
Mindon ließ sie nicht zu Wort kommen sondern begrüßte sie gleich freundlich: „Da ist ja unser fünftes Element. Jetzt da ihr alle versammelt seid, könnt ihr aufbrechen. Nero und Solaris müssen gefunden werden. Und zwar so schnell wie möglich. „Was für ein Element? Nero und So- Äh, wie ging das weiter? Ich versteh gar nichts mehr. Ich dachte wir suchen Prinz Elvin“
„Für Erklärungen kommst du etwas zu spät“, meinte der Zauberer ungeduldig. „Ich erkläre dir alles später“, versuchte Scott ihren Streit zu beenden. Doch Cecilia antwortete nicht. „Nun denn. Ihr fünf. Geht und findet euren Weg. Ihr seid die letzte Hoffnung für Prinz Elvin und für dieses Land. Visonda el Skato“, sprach der alte Mann mit würdevoller Stimme. „Was heiß das?“, fragte Scott. „Visonda el Skato aus der Sprache der alten Götter bedeutet übersetzt und in der heutigen Zeit: Vertrauen ist der Weg zum Ziel. Haltet euch an diese Worte. Und nun geht. Ihr habt keine Zeit“ Mit diesen Worten verließ Mindon die Gefährten.
Maron wurde auch langsam ungedulig: „Jetzt lasst uns hier nicht länger dumm rumstehen. Wir müssen Nero und Solaris finden“
Lasst uns einen Schwur abschließen, an den wir uns immer halten, wenn es Schwierigkeiten gibt“, schlug Scott seinen Kameraden vor. Die Hände trafen sich in der Mitte und sie sprachen alle zusammen: „Visonda el Skato – Vertrauen ist der Weg zum Ziel!“
Dann brachen die fünf Elemente auf. Ihr Weg war ungewiss. Und keiner wusste, wo genau sie denn jetzt Nero und Solaris suchen sollten.
„Hey Cecilia, wo ist eigentlich Silvy?“, fragte Scott. Er hatte schon lange gemerkt, dass das Einhorn nicht mehr da war, aber er war der festen Ansicht gewesen, dass es mit Cecilia mitgegangen war. Außerdem hatte er fest vor, das Schweigen zwischen ihnen zu brechen. „Weiß ich nicht. Ist mir auch egal“, antwortete Cecilia kühl und dachte sich nebenbei: „Sie hat mich im Stich gelassen“. „Warum streiten die beiden eigentlich?“, fragte Maron. „Ich weiß es nicht genau. Aber Cecilia ist nun mal eine Klasse für sich“, meinte Joey.
„Sag mal, kannst du wirklich zaubern?“, mischte sich Amy ein. „Ja aber nicht gut. Das einzige, was ich richtig gut kann, ist mich in Rauch aufzulösen. Alles andere muss ich noch sehr lange üben“. „Warum?“, fragte Joey. „Ich hasse das Lernen“, gab Maron widerwillig zurück. Sie fand, dass sie ihre Jugend nicht mit lernen vergeuden sollte sondern lieber Spaß haben wollte. Lernen konnte man später immer noch. „Ich erkunde mal die Lage“, lenkte sie vom Thema ab und lief los. Sie kam in ein kleines Wäldchen.
Ein Netz viel über sie und Maron wurde an einem Baum hochgezogen. Sie schrie verzweifelt um Hilfe. Ihre Gefährten eilten herbei. Joey und Scott hatten ihre Schwerter gezogen.
„Maron. Alles okay? Warte, wir helfen dir runter“, rief Amy nach oben.
„Ihr werdet es ja nie schaffen sie zu befreien, ihr komischen Typen“, rief eine Stimme aus den Bäumen. „Das werden wir ja noch sehen“, rief Joey und wollte auf den Baum klettern. Doch er schaffte es nicht mal dort hin: „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“, gab die Stimme zurück und Joey fiel über eine Baumwurzel. „Wer bist du, verdammt noch mal?“, schrie Joey ärgerlich.
„Ich bin Solaris. Und das hier ist mein Reich“
Kapitel 12: Die Gruppe ist komplett!
„Toll freu dich“, gab Joey wütend zurück. „Hallo? Könnte mich vielleicht mal jemand herunterholen?“, rief Maron aus dem Netz. Doch keiner beachtete sie. Die anderen waren viel zu sehr damit beschäftigt, Joey zurückzuhalten. Der war in Begriff, auf den ihnen unbekannten Jungen loszustürmen.
„Dein Name ist also Solaris?“, fragte Scott, der von allen den kühlsten Kopf bewahrte. Der Junge war ungefähr siebzehn, war ein bisschen größer als Scott selbst, hatte schwarze Haare und wirkte wie jemand, der absolut rücksichtslos und grob war. „Hast du was dagegen? Weichling?“
„Hab ich gar nicht gesagt. Du musst dich uns anschließen“, gab Scott unbekümmert zurück. „Warum sollte ich das tun?“, fragte Solaris spöttisch. „Findet ihr etwa ohne mich nicht mehr den Weg zurück zu Mami?“
„Wie witzig“, murmelte Amy ironisch. „Du bist eines der Sieben Elemente. Dein Name, Solaris, bedeutet Holz“, ertönte Marons Stimme von oben. „Und wir vertreten die anderen Elemente. Ich bin Wasser, Maron ist Eis, Scott ist Luft, Joey ist Erde und Cecilia vertritt das Feuer“, erklärte Amy weiter. „Du musst dich uns anschließen. Denn dann brauchen wir nur noch ein Element. Nämlich Fels“, gab Scott bekannt. „Na klasse“, bemerkte Solaris.
„Irgendwie riecht es hier nach Grillkohle“, bemerkte Scott auf einmal. „Nach was?“, fragte Joey, der sich inzwischen wieder beruhigt hatte. „Ich meine, es riecht verbrannt“, berichtigte Scott schnell seine Aussage. Er hatte vergessen, dass er sich in einer Welt befand, in der die Grillkohle noch nicht erfunden war.
„Ich kann von hier aus ein Dorf sehen, dass in Flammen steht“, meldete sich Maron aus dem Netz. „Ach du hängst ja immer noch da oben“, bemerkte Scott spöttisch. „Du bist doch eine Zauberin. Zaubere dich doch raus“, meinte Cecilia grob. „Sei nicht so fies“, gab Maron zurück. Sie schnippte mit dem Finger und landete auf dem Hosenboden. Keiner von ihnen hatte auf Solaris geachtet. Es war sein Heimatdorf, das gerade dem Erdboden gleichgemacht worden war. Jetzt stand er direkt davor und wusste nicht, was genau er jetzt tun sollte.
„Die Frage, wer hier der Übeltäter war, können wir uns wohl sparen“, meinte Cecilia trocken Sie hatte in ihrem Leben schon genug Leid gesehen und brennende Dörfer waren seit dem Auftauchens von Mincino tag täglich zu beobachten. „Bist du eigentlich immer noch sauer?“, fragte Scott vorsichtig. Doch Cecilia sagte kein Wort.
„Ich werde mitkommen“, erklärte Solaris auf einmal. Die anderen stimmten zu und Amy sagte:“ Wir sollten sehen, ob wir nicht vielleicht Überlebende finden“. „Siehst du denn das nicht, du blöde Gans? Her ist alles kaputt und zerstört. Her lebt keiner mehr“, fuhr Solaris die etwas verdutzte Amy an. Sie hatte es doch nur gut gemeint. Doch bevor Amy etwas erwidern konnte, wurde Joey seiner Rolle als Großer Bruder gerecht: „Schrei meine Schwester nicht so an, klar?“
Solaris wollte gerade in den Streit mit einsteigen, als sie plötzlich durch einen Schrei von Maron abgelenkt wurden: „Seht doch mal da!“ Cecilia stand mit ausgestreckter Hand vor der Gruppe und: Die Flammen wichen vor ihr zurück. „Wie ist das möglich?“, fragte Solaris verwirrt. Für einen Moment hatte es ihm die Sprache verschlagen. „Kommt schon, wir wollen nach Überlebenden suchen“, hörten sie plötzlich Cecilias. Sie ging mit ausgestreckter Hand vor den übrigen Gefährten her und drängte die Flammen immer weiter zurück. „Ist sie eine Hexe?“, fragte Solaris Amy. Die antwortete nicht. Plötzlich hörten sie ein leises Geräusch. „Da ist irgendjemand“, meinte Joey und zog sein Schwert. Cecilia ballte die Hand zur Faust und die Flammen erloschen von Geisterhand.
´“Cecilia, was hat das zu bedeuten?“, fragte Maron „Ich weiß es nicht“, antwortete Cecilia und hob eine Holzplanke hoch. Darunter lag ein Junge. Vielleicht sechzehn Jahre alt. Aber er lebte. Und neben ihm lag eine Flöte. Nach einigen Stunden warten, war der Junge aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht. „Servus Nero“, sagte Solaris zu dem Jungen. Der antwortete nicht, sondern drehte sich weg. „Dein Name ist Nero?“, Dann musst du dich uns anschließen“, sagte Scott. „Warum sollte ich das tun?“, fragte Nero und griff nach der Flöte. „Ganz einfach weil du unser siebtes Element bist. Alles andere werden wir dir unterwegs erklären“, antwortete Amy auf diese Frage. Wieder kam keine Antwort. „Ist der immer so still?“, fragte Maron Solaris. „Ja, da ist sogar eine Mücke lauter als er. Nein, im Ernst ich weiß nicht, warum er so still ist. Ich hatte nie viel mit ihm zu tun“ Und zu Nero gewandt sagte er: „Jetzt hör mir mal zu, du Stummi. Du musst dich uns anschließen. Das ist dein Schicksal…“
Solaris wurde von Cecilia unterbrochen: „Wollen wir hier warten, bis El Skarlat ganz zerstört ist, oder gehen wir jetzt weiter? Nero, du hast gar keine andere Wahl. Du musst mitkommen. Ich gehe jetzt. Ihr könnt hier versauern“. „Bevor ich hier alt und grau werde, gehe ich auch“, meinte Joey zu seiner Schwester und die beiden folgten Cecilia. Die anderen folgten nach und nach. Nur Scott blieb zurück. „Komm schon. Sonst laufen die uns noch davon“. Er streckte Nero die Hand hin und zog ihn hoch. „Was erwartet mich?“, fragte Nero schüchtern. „Ich weiß es nicht. Aber mach dich darauf gefasst, dass es jede Menge Leid geben wird“.
Nero sah ihn an. Schlimmer als jetzt konnte es doch gar nicht mehr kommen, fand er.
Gemeinsam gingen sie den Hügel hinauf. Die Sieben Elemente waren jetzt komplett. Keiner von ihnen wusste, was die Zukunft noch bringen würde.
Ende des 12. Kapitels
Kapitel 13: Chaos hoch Sieben!
Sie wanderten den ganzen Tag durch die verschiedensten Landschaften. Klar, sie wussten, was sie tun sollten, Prinz Elvin finden. Aber wo der sich aufhielt, konnte keiner von ihnen sagen. Deswegen hieß es einfach: Suchen, Suchen, Suchen und noch einmal suchen.
Scott war solche Märsche nicht gewohnt und so war er der erste, der eine Pause forderte. Dieses Land war weiß Gott nichts für ihn. Immer dieses ewige Herumgewandere. Echt schrecklich. Am Abend machten sie Pause. Scott lies sich auf einen Stein nieder und atmete tief durch. Er war fix und fertig. Und seine Beine fühlten sich an wie Gummi.
Er achtete nicht auf Solaris Sticheleien. Schließlich konnte er nichts dafür, dass er nicht in dieser Welt geboren war, in der Ausdauer alles war. „Bist du etwa schon am Ende?“, neckte Maron ihn. „Halt den Mund. In meiner Welt fährt man mit dem Auto oder mit dem Fahrrad. Aber man legt nicht meilenweite Strecken zu fuß zurück. Ich bin das nicht gewohnt“.
„Wie ist das eigentlich? Da wo du herkommst. Ist es anders als hier?“, fragte Amy, die das gehört hatte. „Wesentlich anders. Es ist alles viel größer und die Menschen sind auch anders. Ich weiß gar nicht, was ich euch da erzählen könnte“.
„ Gibt es da, wo du her kommst auch Krieg?“, fragte Maron weiter. „Ich habe Glück, in einem relativ friedlichen Land zu leben. Obwohl es auch dort einige Spinner gab, die die Macht erlangen wollten. Jetzt gibt es aber in anderen Ländern auch Krieg. Ich finde so etwas schrecklich“, meinte Scott.
„Aber die Menschen könnten sich doch mit Magie wehren“, sagte Maron zögernd. „Die Menschen in meiner Welt glauben nicht an so etwas“, erklärte Scott.
„Versteh ich nicht. Wie kann man ohne Magie zu Recht kommen?“ „Nun. Wir haben dafür die Technik. Die Wissenschaftler erfinden allen möglichen Schnick schnak“.
„Wirklich interessantes Gesprächsthema“, meinte Cecilia schnippisch und verließ die Gruppe. Wo geht sie jetzt hin, dachte Joey bei sich. Sie ging zu einem kleinen Hügel, legte sich hin und blickte in die Sterne und dachte an ihr Einhorn. Wo steckst du nur, Silver Star?
Silver Star war der komplette Name des Einhorns, doch Cecilia hatte ihn als Kind einfach verkürzt und so war Silvy daraus geworden.
Das Einhorn war verschwunden, seit dem sie bei dem Zauberer Mindon gewesen waren. „Denkst du an Silvy?“ Cecilia richtete sich auf und sah Scott. „Was willst du?“, fragte sie genervt.
„Mit dir reden. Du bist so komisch, seitdem Silvy weg ist. Aber wenn du nicht willst, dann geh ich wieder“ Scotts Worte waren unsicher und doch machte er sich Sorgen um Cecilia. Die schwieg eine Weile dann sagte sie: „Was geht dich das an, ob ich seltsam drauf bin, oder nicht...“ Scott unterbrach sie: „ Gut, du bist immer noch sauer. Mir soll’s recht sein. Aber dann komm wenigstens mit. Nero und Solaris legen jetzt ihren Schwur ab. Da solltest du schon dabei sein“
Wie, als wenn er gehört hätte, dass von ihm gesprochen wurde, tauchte plötzlich Solaris auf: „Hey ihr zwei. Wollt ihr einen Privatclub auf machen, oder kommt ihr? Das war eure Idee mit dem ganzen Geschwörequatsch“. „Ja, ja. Wir kommen ja schon.“, meinte Scott gelangweilt.
Als sie schließlich zu den anderen kamen, waren die anderen schon bereit. „Dann wollen wir mal. Nero und Solaris, ihr sprecht uns einfach nach“, meinte Scott und die legte seine Hand in die Mitte. Die anderen folgten seinem Beispiel, Solaris und Nero etwas verunsichert. Dann sprach Scott die Worte „Visonda el Skato- Vertrauen ist der Weg zum Ziel“.
Nachdem die anderen diese Worte nachgesprochen hatten, war es offiziell: Die beiden gehörten der Gruppe an.
„So ganz glücklich bin ich ja nicht gerade. Ich kann diesen Solaris nicht ausstehen“, meinte Joey zu seiner Schwester. „Ich finde, er ist ganz in Ordnung. Du kannst ihn nur nicht leiden, weil er dich hereingelegt hat. So ist es doch, oder?“, erwiderte Amy daraufhin Sie kannte ihren Bruder gut genug um jede seiner Anspielungen zu deuten.
„Dir kann man echt nichts vormachen“, meinte Joey nachdenklich.
Plötzlich hörte Amy ein Geräusch und erschrak heftig. „Was war das?“, fragte sie entsetzt. Unerwartet tauchte Solaris mit einem Grinsen auf. „Was war was?“ Joeys Gesicht verdunkelte sich sofort und legte seiner Schwester die Hand auf die Schulter. „Ich habe ein Geräusch gehört“, gab Amy bekannt. „Wo kam das her?“, fragte Joey und zog sein Schwert. „Grins nicht so blöd. Ich wette, das ganze ist auf deinem Mist gewachsen“, fauchte er Solaris an. Amy konnte ihren Bruder nicht mehr zurückhalten, aber es war bereits zu spät. Joey griff Solaris an, doch der wich geschickt aus und Joey fiel den Abhang hinunter. „Joey!“, schrie Amy entsetzt. „Wenn man zu dumm zum Leben ist, sollte man es lassen“, meinte Solaris unbekümmert. „Du Idiot. Diesen Sturz überlebt keiner. Joey ist tot“, schluchze Amy. „Ach, Unsinn!“, meinte Solaris. Jetzt war er doch ein klein wenig verunsichert. Durch den Lärm angelockt, kamen die anderen herbeigeeilt. „Was ist hier passiert“, fragte Scott erst.
Nero schien das ganze nicht zu interessieren. Er spielte auf seiner Flöte. „Wie kannst du jetzt Flöte spielen, Nero“, fragte ihn Maron fassungslos. Sie verstand nicht. „Wie wäre es, wenn ihr mal eine vernünftige Erklärung abliefern würdet?“, fragte Cecilia streng.
„Nun, ich hab diesen Vollidioten ein bisschen geärgert und dann ist er die Klippe runtergefallen“, meinte Solaris trocken. Es schien ihm völlig egal zu sein, was die anderen von ihm dachten und er kümmerte sich nicht um sie.
Maron ging zu Amy, die derweil völlig verzweifelt war, und legte ihr den Arm um die Schulter. „Er ist bestimmt nicht tot. Ich meine, du würdest es doch spüren. Außerdem sollte man immer positiv denken“. Doch Amy lies sich nicht trösten.
Scott beobachtete seine Kameraden ein weinig, Na klasse. Chaos hoch sieben. Wie soll ich denn mit einer Gruppe diese Welt retten, die sich selbst schon fertig machen. Was soll ich denn jetzt bloß machen. Ich war noch nie gut im Streit schlichten. Eher das Gegenteil. Und jetzt? Ich will einfach nur nach Hause in meine geregelte Welt.
Doch der Junge aus Berlin hatte keine Ahnung, dass das erst der Beginn der Schwierigkeiten waren, die auf ihn und seine neuen Gefährten zukommen würden. Denn es würde noch schlimmer kommen, aber das wusste Scott ja nicht.
Er ging zu Amy hin und legte ihr die Hand auf die Schulter. „Sei nicht so traurig. Ich bin mir sicher, dass Joey noch lebt“
Ende des 13. Kapitels
Kapitel 14: Versteh einer diese Naturgeister!
Scott wusste nicht, wie richtig er mit dieser Aussage lag, denn Joey lebte tatsächlich noch. Er lag auf dem Boden der Schlucht, war aber ohnmächtig. Er wurde erst wach, als ihn jemand leicht anstupste und seinen Namen rief.
Joey richtete sich auf und rieb sich den Kopf. „Ist unser Märchenprinz endlich aufgewacht?“, fragte eine Stimme, die Joey durchaus bekannt vorkam. „Wer bist du“, fragte er und hob sein Schwert auf, das neben ihm lag. „Na, Na, Na, in diesem Zustand solltest du besser nicht aufstehen“, tadelte die Stimme. Joey sah immer noch nichts. Und dass machte ihn wütend. „Wer bist du. Zeig dich endlich, du Feigling“, schrie er. Denn er war der festen Ansicht, dass es Solaris war, der ihn nur wieder ärgern wollte.
Und wenn es etwas auf dieser Welt gab, womit man Joey zur Weißglut treiben konnte, dann waren es ungewollte Versteckspiele. „Aber, aber. Wer wird denn gleich…..Ok. Du hast gewonnen. Ich zeige mich. Aber du musst die Augen zumachen und darfst sei erst aufmachen, wenn ich es dir sage“, gab die Stimme nach.
„Ich hasse solche Spielchen“, erklärte Joey wütend. „Entweder, du spielst mit, oder du erfährst nie, wer dich aus dem sicheren Tod gerettet hat“, sagte die Stimme. „Ok. Ok. Ich gebe nach. Du hast gewonnen“, meinte Joey und schloss in Erwartung die Augen. Er hörte das klappern von Hufen und dann wieder die Stimme:
„ In Ordnung. Du darfst die Augen jetzt wieder aufmachen“. Joey tat, was gesagt wurde und sagte voller Erstaunen: „Was machst du denn hier, Silvy“? „Tja, das gleiche könnte ich dich auch fragen. Du solltest doch bei den anderen Elementen sein und Prinz Elvin suchen. Und was machst du? Kaum lässt man dich mal zwei Sekunden aus den Augen, hast du nichts Besseres zu tun, als von irgendwelchen Klippen runterzufallen“, gab das weiße Einhorn daraufhin als Antwort. „Daran ist einzig und allein dieser Solaris schuld….“, fing er an.
Doch plötzlich kam ihm ein Gedanke: Woher weiß Silvy eigentlich von den Elementen? Sie war doch gar nicht bei Mindon dabei. Sie kann es doch gar nicht wissen. „Schlauer Junge. Dir kann man nichts vormachen. Ich werde es dir erklären“, hörte er auf einmal Silvys Stimme in Gedanken. „Was erklären?“, fragte er unsicher. „Wo ich gewesen bin und was das alles zu bedeuten hat. Aber du musst mir versprechen, dass Cecilia nichts davon erfährt. Das ist besser so für alle. Du wärest dann der einzige Mensch auf der Welt der es weiß, na ja außer Nero“. „Was hat Nero mit der ganzen Sache zu tun?“, fragte Joey. Er war verwirrt. Woher kannte Silvy Nero? Er war doch dazugekommen, als Silvy schon weg war. „Du musst erst schwören, dass du Cecilia nichts sagst“, unterbrach ihn Silvy in seinen Gedanken. „Visonda el skato“, antwortete der Junge. Das schien dem Einhorn zu reichen und so fing sie an, dem verwunderten Joey die ganze Geschichte zu erzählen.
„Du hast doch bestimmt schon mal von den Naturgeistern gehört. Diese Naturgeister sind den vier Göttern untergeordnet und müssen deren Befehle ausführen“ „Du willst damit sagen, dass du so ein Naturgeist bist?“, unterbrach Joey die Erklärung. „Du hast es erfasst. Um genauer zu sein, der Letzte. Aber nun weiter. Die Aufgaben von uns Natur geistern sind im Allgemeinen gleich.
Wir sollen den Menschen zur Seite stehen und beschützen, die wichtig für die Zukunft von El Skarlat sind. Zu diesen ganz besonderen Menschen gehören Prinz Elvin und auch unsere Cecilia…“
„Nero auch?“, fragte Joey nachdenklich. „Weniger. Aber zu ihm kommen wir später. Prinz Elvin erscheine ich in einer anderen Gestalt. Und da ich die letzte der Naturgeister bin, kann ich ja nicht an zwei Orten gleichzeitig sein. Kurz bevor ihr bei Mindon wart, hat er mich gerufen. Da konnte ich nicht hier bleiben“
„Prinz Elvin? Ich verstehe nicht. Ich dachte, Mincino hat ihn gefangen genommen?“ „Das wird allgemein vermutet. In Wirklichkeit hält er sich an einem geheimen Ort auf. Den kann ich dir im Moment nicht verraten. Ihr müsst ihn schon selbst finden“
„Und was ist mit Cecilia? Du hast sie ganz einfach im Stich gelassen. Wie hast du mich eigentlich gefunden“, fragte Joey in seiner Verwunderung. Hätte Silvy lächeln können, hätte sie es bestimmt getan. Stattdessen sagte sie: „Das hast du Nero zu verdanken“. „ Nero? Wieso dass denn. Was hat Nero mit der Sache zu tun?“
„Nero steht seit seiner Geburt in engem Kontakt mit uns Naturgeistern. Die Flöte, die er bei sich trägt, ist das erste und einzige Geschenk seines Vaters. Diese Flöte ermöglicht es, den Kontakt mit den Naturgeistern aufrecht zu erhalten, denn die Menschen haben uns fast vergessen. Das ist ein Grund, warum ich die letzte bin. Diese Flöte ist etwas ganz besonderes, denn sie spielt nur eine bestimmte Melodie. Sie soll ihn vor Gefahr schützen. Vor seiner Geburt wurde ihm gesagt, dass er diese Melodie nur zu spielen brauchte und es würde sofort ein Naturgeist ihm zur Hilfe eilen. Mehr kann ich dir im Moment nicht über Nero sagen. Denn da gibt es noch etwas, was lieber für andere im Verborgenen bleiben sollte“.
„Und Nero weiß von all dem gar nichts“ „Nein. Und dass ist auch besser so. Es würde sein Leben zerstören, wenn er die komplette Wahrheit kennen würde. Aber mehr kann ich dir nicht sagen. Tut mir leid“.
„Ist schon in Ordnung. Ich verspreche, nichts zu sagen. Ich will jetzt zu den anderen zurück. Geht das“, fragte Joey und dachte bei sich: Und wenn ich da bin, bring ich erst mal diesen Solaris um. Er schwang sich auf Silver Stars Rücken und so gingen die beiden zu den anderen zurück. Die waren gerade noch mit diskutieren beschäftigt.
Amy hatte sich abgesetzt. Nero hatte sich zu ihr gesellt. „Sei nicht traurig. Joey lebt noch. Da bin ich mir sicher“ „Kannst du mir etwas auf deiner Flöte vorspielen?“, fragte Amy ohne auf das Gesagte einzugehen. „Klar“, erwiderte der Junge. Doch bevor er ansetzen konnte, sah er Silver Star am Ende des Weges. „ Warum spielst du nicht“, fragte Amy. „. Sieh doch mal da“, antwortete Nero und zeigte in die Richtung aus der die beiden kamen.
„So bitte absteigen, der Herr“, kommentierte das Einhorn und ließ Joey absteigen. „Joey! Du lebst“, rief Amy freudig. „Na kleine“, begrüßte Joey seine Schwester. Die sagte nicht, sondern fiel ihrem Bruder einfach um den Hals. Joey nahm sie in die Arme. „Ist ja gut“, sagte er tröstend.
Nero stand abseits und lächelte. Scott beobachtete ihn. Als ob er das ganze geplant hat. Ich versteh ihn nicht. Irgendetwas ist seltsam an ihm.
Das Wiedersehen zwischen Silvy und Cecilia verlief nicht so ab, wie von allen erwartet. Cecilia musterte Silvy kurz, dann schüttelte sie ihre dunklen Locken und ging ohne ein Wort zu sagen davon. „Hab ich mir fast gedacht, dass sie so reagiert“, sagte Silvy zu Nero. Der begann wieder Flöte zu spielen. Die Melodie war lang und klang traurig. Silvy nickte, so als würde sie ihn verstehen. Doch in ihrem Herzen war sie nicht froh.
Ende des 14. Kapitels
Kapitel 15: Dunkle Vorahnung!
Die nächsten zwei Tage wanderten sie durch. Nur in den Nächten machten sie Pause. Die Stimmung in der Gruppe war nahe dem Gefrierpunkt. Solaris versuchte zwar ab und zu die andren mit Witzen oder Streichen zum Lachen zu bringen, aber ohne Erfolg. Niemand ging so richtig darauf ein.
Als sie in einem sandigen Gebiet waren, blieb Amy auf einmal stehen. Solaris, der nicht aufpasste, rempelte sei an: „Mensch, pass doch auf“, herrschte er Amy an. „Pass doch selbst auf, du Trottel“, erwiderte Joey an Amys Stelle.
Solaris wollte etwas erwidern, doch bevor wieder ein Streit zwischen ihm und ihrem Bruder entfachte, mischte sich Amy ein: „Ich spüre hier ganz in der Nähe Wasser“.
„Wer als erster da ist“, rief Solaris und rannte los. „Kindskopf“, kommentierte Maron. „Aber keine Magie, verstanden?“, rief Nero und lief Solaris hinter her. „Das ist unfair, ihr wisst genau, dass ich im Sport nicht gut bin“, meckerte Scott. „Wir geben dir einen Vorsprung“, neckte ihn Cecilia und lief ebenfalls los. „Wie unhöflich“, kommentierte Scott, lief los und kam natürlich als letzter an dem besagten Wasser an. Es war ein riesiger Ozean.
„Gratuliere“, sagte Solaris und reichte ihm die Hand. „Weswegen gratulierst du mir denn“, fragte Scott verwirrt. „Na ganz einfach, du bist nicht der Letzte“, gab Solaris als Erklärung. „Wieso denn nicht“, fragte Scott verwirrt und sah sich um. „Weil Maron noch fehlt“, setzte Joey hinzu. Es stimmte. Maron war wirklich nicht da. „Wo ist sie denn abgeblieben“, fragte Scott in die Runde.
„Ich bin hier oben“, meldete sich Maron aus einer Baumspitze. Offenbar war ihr Zauber fehlgeschlagen. „Ich hab doch gesagt, ohne Magie“, beschwerte sich Nero.
„Wo sind wir denn hier überhaupt?“, mischte sich Scott ein. „Am Ozean der Träume“, gab Silvy bekannt. „Und genau in der Mitte liegt die Dracheninsel“, setzte Solaris an.
Scott beobachtete, wie Nero beim Erwähnen der Insel auf einmal zusammenzuckte und ganz abwesend wirkte.
Silvy nickte und mit einem Seitenblick auf Nero sagte sie: „Ganz recht Solaris. Und genau da müssen wir hin“. „Und wie sollen wir das anstellen?“, fragte Amy unsicher. „Wir bauen uns ein Floß. Los, alle Mann anpacken“, erklärte Solaris befehlerisch.
Wichtigtuer, dachte Joey bei sich. Die Jungen begannen mit Hilfe von Solaris Axt Bäume zu fällen. Es dauerte den ganzen Tag bis groß genug war, dass alle Platz hatten. Zu guter Letzt wurde noch eine kleine Hütte errichtet. Als ihr Floß komplett fertig war, erinnerte es Scott sehr an den Film „Unser kleines Hausboot“, den sich seine Mutter so gern ansah.
„Wann stechen wir in den See“, fragte Maron aufgeregt. „Morgen. Heute werden wir uns noch mal ausruhen“, bestimmte Cecilia. „Ich halte freiwillig Wache“, gab Nero bekannt. Das wunderte die anderen sehr, denn Nero hielt selten freiwillig Wache. „Wenn du unbedingt meinst“, sagte Scott und dachte sich: Der hat sich ja um hundertachtzig Grad gedreht. So legten sie sich hin und begleitet von Neros Flötentönen schlief schließlich einer nach dem anderen ein. Bis sie am nächsten Morgen wieder geweckt wurden.
„Aufstehen, ihr Schlafmützen. Der Morgen graut schon und wir haben noch einen weiten Weg vor uns.“ So weckte Nero seine verschlafenen Freunde. „Warst du etwa die ganze Nacht wach?“, fragte Joey verwundert. „Ja aber ich konnte eh nicht schlafen“, antwortete Nero.
„Sobald wir auf dem Ozean sind, legst du dich hin und schläfst. Wir können nicht riskieren, dass du uns zusammenbrichst“, sagte Scott und versuchte, sich wie seine Mutter anzuhören. „Ja, Ja.“, antwortete Nero. Er war schon wieder mit seinen Gedanken ganz woanders. Scott sah ihn nur mal kurz an, schüttelte den Kopf und gab dann ein Kommando: „ Los wir stechen in See“.
So brachen die sieben auf. Nero wurde zum Zwangsschlafen in die Hütte verfrachtet. Und gegen sechs konnte sich der Junge auch nicht wehren.
„Wie lange brauchen wir zur Dracheninsel“, fragte maron Cecilia. „Weiß ich doch nicht“, frag unseren selbsternannten Kapitän“.
Dieser selbsternannte Kapitän war niemand anderer als Solaris. Der stand vor einem imaginären Steuerrad und befehligte Joey und Scott, die beide paddeln mussten. „Ich komm mir vor, wie ein Sklave auf einer römischen Galeere“, flüsterte Scott Joey zu. „Der soll bloß aufpassen. Irgendwann kriegt der noch sein Fett ab“, flüsterte Joey zurück Maron tauchte auf. „Hey Kapitän. Wie lange brauchen wir denn noch“. „Keine Ahnung. Ich schätze zwei bis drei Tage. Dieser Ozean ist riesig. Sagt mal, was macht unser Prinz auf der Erbse? Schläft der noch?“
„Lass ihn bloß schlafen“, meinte Cecilia und dachte sich: Seit dem die Dracheninsel erwähnt wurde, ist er so komisch.
Plötzlich wurden alle durch einen lauten Schrei aus ihren Gedanken gerissen. Sie sahen sich an und dachten: „Was war passiert?
Solaris reagierte als erster und lief in die Hütte, wo er Nero ängstlich und in Schweiß gebadet antraf. Die anderen folgten gleich darauf. „Nero, was ist denn passiert“, fragte Maron ängstlich. „Du zitterst ja total“, stellte Solaris fest und legte ihm eine Decke über die Schultern. „Ich… ich hatte einen Albtraum. Es war so schrecklich“, gab Nero mit zitternder Stimme bekannt. „Das beste Mittel gegen Albträume ist, wenn man darüber redet“, zitierte Scott seine Mutter. „Also erzähl mal. So schlimm kann es doch nicht gewesen sein“, meinte Cecilia ungeduldig. „Ich weiß nicht mehr so genau. Das einzige, an das ich mich erinnern kann, ist eine Stimme, die gesagt hat: Du bist an allem schuld Mehr weiß ich nicht mehr“.
Silvy sagte nichts. Sie dachte sich nur: Der arme Junge. Vor den Träumen kann man nichts verbergen. Sein Unterbewusstsein weiß alles. Wir haben uns so bemüht, dass es geheim bleibt. Aber bald wird Nero mit seinem Schicksal konfrontiert. Wie wird er reagieren? Wie wird er es verkraften? Ich sollte es ihm vielleicht sagen
Nach zwei Wochen beinahe unendlicher Seefahrt, nach Stürmen, nach etlichen Alpträumen und unzähligen Stunden Langeweile tauchte vor ihnen schließlich eine Insel auf. „Land in Sicht“, schrie Solaris von seinem Aussichtspunkt.
„Na endlich“, kommentierte Cecilia entnervt. „Mit euch Chaoten auf einem Schiff, hält es doch niemand lang aus“, meinte Amy erleichtert. „Danke, vielen Dank“. Mit diesen Worten sprang Solaris einfach ins Wasser und zog das Floß an Land.
Er betraf als erster der Sieben Elemente die berüchtigte Insel. „Nun kommt schon. Oder habt ihr etwa Schiss“, rief er seinen Gefährten zu. Die folgten einer nach dem anderen. Nur Nero blieb an der Reling stehen. „Nun komm schon Nero“, rief Scott. Sie mussten auf jeden Fall zusammenbleiben.
„Ich werde nicht mitgehen“, gab Nero seinen verdutzten Freunden bekannt
Ende des 15. Kapitels
Kapitel 16: Das Schutzsiegel versagt!
„Warum denn nicht“, fragte Cecilia verwundert. „Jemand muss doch auf das Floß aufpassen“, gab Nero als Erklärung. „Lasst ihn doch hier bleiben“, meint Silvy und dachte sich: Vielleicht ist es besser so, dann er fährt er die Wahrheit nicht. „
„Gut dann bleib hier. Wir kommen in drei Tagen beim Morgengrauen wieder zurück“, versprach Scott. „Nicht weglaufen“, sagte Solaris. „Ich werde mich nicht von der Stelle rühren“, erklärte Nero.
Die Freunde verabschiedeten sich und machten sich auf den Weg in die Mitte der Insel. Nach einer Weile des Schweigens sagte Solaris plötzlich: „Findet ihr es richtig, ihn ganz allein zu lassen“ „Er hat darauf bestanden“, meinte Silvy. „Das ist richtig“, sagte Amy. „Mir ist egal, was ihr sagt, ich werde jetzt umkehren“, widersprach Solaris. „Und wieso, du Schlauberger“, fragte Joey. „Ganz einfach. Du Trottel. Schon mal was von dem Stichwort ‚Schlechtes Gewissen’ gehört“, konterte Solaris. Und es stimmte, er hatte wirklich ein schlechtes Gewissen.
Scott konnte sich ein Kommentar nicht verkneifen: „ Seit wann spielst du denn den Barmherzigen Samariter?“ „Den barmherzigen … was? Na wie auch immer. Ich geh jetzt. Auf Wiedersehen“. Mit diesen Worten verabschiedete sich Solaris und war wenig später in den Büschen verschwunden.
Die restlichen fünf konnten über dieses Verhalten nur die Köpfe schütteln doch Silvy dachte ahnend: Er hat es zwar relativ spät gemerkt, aber besser zu spät als nie. Hoffentlich geht alles gut.
Schließlich waren sie in der Mitte, an einem riesigen Vulkan angelangt.
„ Da müssen wir rein“, gab Silvy bekannt. „ Und was erwartet uns da“, fragte Maron. „Wirst du dann schon sehen“, kommentierte Silvy ungeduldig.
„Schlagen wir hier keine Wurzeln, wir müssen in drei Tagen wieder bei Nero und Solaris sein“, sagte Scott und betrat mutig die Höhle. Die anderen folgten.
Nachdem sie sich etwa fünf Stunden vorwärts getastet hatten, sahen sie ein helles Licht. „Das ist Feuer. Sehr sehr mächtiges Feuer“, erklärte Cecilia. Sie betrat als erste den Raum. Und stand vor einem gewaltigen Drachen. „Willkommen, ihr Sieben Elemente. Hier steht ihr nun. Und werdet die Wahrheit über kalles erfahren. Mein Name ist Doga…“
„Hi, aber du hast dich im Zählen geirrt. Wir sind bloß zu fünf der Sieben Elemente“, unterbrach Maron den Drachen.
„Schweig, du vorlautes Gör. Meinst du, du kannst mich einen ehemaligen Gott auf den Arm nehmen“, fuhr Doga das Mädchen an. „Ein ehemaliger Gott? Wie geht dass denn?“, fragte Joey. „Nun ja. Sagen wir es mal so. Man hat mir meine Macht entzogen, weil ich die größte Sünde begangen habe, die ein Gott nur begehen kann“.
„Und die währe?“, fragte Cecilia neugierig. „Bevor eich euch das sage, müsst ihr mir versprechen, Nero nichts zu sagen. Er würde es nicht verstehen. Wo ist er überhaupt?“
„Nero ist am Schiff geblieben. Weiß der Geier, was in den gefahren ist“, erklärte Scott. Der Drache sah ihn kurz an, dann senkte er seinen gewaltigen Kopf und begann zu erzählen: „ Die vier Götter, die vier Schätze der Götter, die Königliche Familie von El Skarlat und die Sieben Elemente. Diese vier Objekte haben El Skarlat immer beschützt. Ohne dass es ihnen bewusst war. Die einen mehr, die anderen weniger. Doch dann, begann einer der vier Götter, das wäre ich, eine Sünde: Während ich auf Erden wandelte, verliebte ich mich in eine Menschenfrau. Aber ich zeigte ihr nicht mein wahres Gesicht, sondern zeigte mich in der Gestalt eines Menschen. Wir haben uns so geliebt und meine Frau bekam schließlich ein Kind.
Natürlich erfuhren die anderen Götter davon und erklärten mich für unzurechnungsfähig. Obwohl sie selbst auch nicht ohne Sünde waren“. Doga unterbrach seine Erzählung und sah Cecilia an. Was will er von mir, dachte sie bei sich. „Und weiter? Was war dann?“, fragte Scott. „Nun ja. Sie verbannten mich in diese Höhle und nahmen mir meine Göttlichkeit. Von diesem Moment an war der Schutzkreis geschwächt. Aber ich konnte meiner Geliebten gerade noch den Namen für unser Kind einflüstern. Könnt ihr den Namen erraten“, fragte Doga und sah die fünf einen nach dem anderen an. „Keine Ahnung“, meinte Maron nachdenklich. „Nun ich gebe euch einen Tipp: Das Kind ist unter euch“.
Während seine Kameraden herumrätselten, wer von ihnen nur dieser Halbgott sein könnte, lief Solaris von einer dunklen Vorahnung getrieben zurück zur Anlegestelle. Als er dort angekommen war, konnte er Nero nirgends finden. „Verdammt noch mal, wo steckt der Kerl“, schimpfte Solaris laut vor sich hin. Doch plötzlich hörte er Stimmen.
Sind die anderen etwa schon zurück? Na wartet, euch erschrecke ich, dachte er frech. Doch als er sich an die Gruppe herangeschlichen hatte und gerade mit lautem Gebrüll aus dem Gebüsch springen wollte, erstarrte er: Die vier Männer, die dort standen, trugen alle schwarze Klamotten und sahen aus, als ob sie direkt zu einer Beerdigung gehen wollten. Und in der Mitte der vier stand, Solaris wollte es kaum glauben: Sein Freund Nero. Was wird hier gespielt, verdammt, dachte Solaris bei sich und schlich sich weiter nach vorn.
Gerade sagte einer der Männer: „Nun, Nero. So wie du aussiehst, weiß du nicht, was dein Name wirklich bedeutet….“. „Doch, klar weiß ich da“, antwortete Nero unsicher.
Solaris hielt es in seinem Versteck nicht mehr aus: „Natürlich weiß er das, ihr Narren. Nero bedeutet Fels. Das weiß doch jedes Kind“. „Der Narr bist du“, meinte der Mann, der gerade gesprochen hatte.
Er nickte dem, der ihm gegenüberstand zu, der streckte seine Hand aus. „Versuch mal, dich aus den Lähmstrahlen zu befreien, du Halbstarker“, sagte er böse lächelnd.
„Nero. Dir hat man offenbar nicht ganz die Wahrheit gesagt. In der Sprache der alten Götter bedeutet Nero vielleicht Fels und steht für eines der Sieben Elemente. Aber in der Sprache der Schwarzen Magier von Mincino bedeutet dein Name: Der Abtrünnige“, sagte einer der Männer. „Was? Ich verstehe nicht“. Nero war verwirrt.
„Wenn du mit uns mit kommst, wirst du deine wahre Berufung erfahren“. Der linke Mann streckte Nero die Hand entgegen. Solaris versuchte sich zu bewegen, doch es ging nicht.
Verdammt noch mal. Ich muss ihn doch davon abhalten können“ Doch Solaris konnte nichts tun. Nero streckte seine Hand dem Mann in Schwarz entgegen. „Nero! Nein!“ Durch übermenschliche Willenskraft schaffte es Solaris sich aus den Lähmstrahlen zu befreien. Doch es war zu spät. Der Mann packte Neros Hand und die fünf verschwanden in einer Rauchwolke.
Und zurück blieb ein völlig verzweifelter Solaris. Ich bin ein Idiot. Ich bin ein gottverdammter Versager“ Nero war verschwunden und Solaris machte sich Gedanken, was die andren wohl sagen würden, wenn sei das erfuhren.
Die werden mich total fertig machen. Besonders Joey. Aber der konnte mich ja noch nie leiden. Nero, du Vollidiot. Nein, der Idiot bin ich. Ich habe meine Aufgabe als Schutzsiegel vernachlässigt. Wie wird sich dieses Ereignis wohl auf die Zukunft auswirken?
Ende des 16. Kapitels
Kapitel 17: Nero, der Abtrünnige!
Nach dem die Rauchwolken sich aufgelöst hatten, befand sich Nero an einem ihm unbekannten Ort wieder. Überall war es dunkel und kalt. Und er war allein. So schien es jedenfalls. Nero wollte seine Flöte hervorziehen, doch die war nicht zu finden. Was ist eigentlich passiert. Ich kann mich an nichts mehr erinnern. Plötzlich öffnete sich die Tür und ein Mann mit langen schwarzen Haaren trat ein.
„Seid ihr aufgewacht, My Lord?“, fragte er mit einem Lächeln. Wenn Nero gewusst hätte, wer der Mann wirklich war, hätte er sicher nicht so misstrauisch geantwortet. „Meint ihr mich? Wer seid ihr denn überhaupt.“
„Nun, mein Name ist Santos. Das genügt fürs erste. Ich bin euer persönlicher Diener. Begleitet mich jetzt in den Schwarzen Saal. Der große Lord Harbo möchte euch sehen“ „Santos? Wo genau bin ich hier und was wird hier gespielt? Ich kann mich an gar nichts mehr erinnern“. Santos sah ihn beinahe mitleidig an. „Nun My Lord. Das wird euch Harbo schon erklären. Ihr seid zu etwas großem berufen.
Nero fühlte sich unsicher und hielt sich immer an der Seite von Santos. Aus den Fenstern sah er, was draußen los war. Nichts. Nur kaltes Gestein. Keine Spur von Leben. Keine Blumen, Bäume oder Tiere. Mich würde wirklich mal interessieren, wo ich hier bin, dachte Nero bei sich. „ My Lord! Bitte bleibt nicht zurück“, rief Santos.
Schließlich blieben sie vor einer großen hölzernen Tür stehen. Santos klopfte an die Tür: „Ehrwürdiger Magier Harbo! Nero, der Abtrünnige ist hier“
Die Tür öffnete sich. Santos schob den verdutzten Jungen allein in den Raum. Er selbst hatte schließlich etwas anderes zu erledigen. Er musste Bericht erstatten.
Hoffentlich bist du klug genug, Junge. Lass dich nicht von ihm beherrschen. Sei stark. Mit diesen Gedanken verschwand Santos.
Nero ging langsam durch den Raum. Er war wie alles hier. Dunkel und Kalt. Am Ende stand ein großer Thron und auf dem saß ein Mann. „Sei gegrüßt, Nero. Du bist hier am Ort deiner Bestimmung angekommen“
Nero sah sich um. Santos, der ihn bis hierher begleitet hatte, war verschwunden. „Willkommen im Reich der schwarzen Magier“. „Wo ist Santos?“, fragte Nero, dem nichts Besseres einfiel. „Das ist unwichtig. Dein Schicksal wird sich bald erfüllen. Der Zeitpunkt naht, an dem die Schwarzen Magier von Mincino El Skarlat einnehmen werden.
Bei diesen Worten fing Nero plötzlich das frieren an. „Komm mit mein Sohn. Das Schicksal von El Skarlat liegt nun in deiner Hand“. Nero folgte dem Dunklen Lord unsicher. Der führte ihn zu einem Schwert.
„Nimm dieses Schwert in die Hand und du wirst der Herrscher über alles sein. Kannst über Leben und Tod entscheiden und keiner wird dich mehr einen Versager nennen“, sagte Lord Harbo. Warum nicht, ich will auch einmal etwas zu Stande bringen. Was soll schon passieren. Und jetzt geschah genau das, wo vor Santos ihn hatte warnen wollen. Jetzt geschah das, was die vier Götter vorrau gesehen hatten, aber keiner von ihnen es verhindern können.
Nero nahm das Schwert in die Hand, ohne zu ahnen, dass ihn das Schwert der Abtrünnigen total verändern würde. Er wurde in ein dunkles Licht getaucht und als alles vorbei war, war Nero ein anderer Mensch. Er hatte alle Erinnerungen verloren und war nur noch böse und grausam.
In genau diesem Moment brach eine Dunkelheit über dem Land aus. Scott und seine Gefährten waren immer noch bei dem Drachen.
Inzwischen hatten sie herausgefunden, dass Nero der besagte Halbgott war. Doga, der Drache wurde auf einmal ernst und sagte: „Es hat versagt“. „Was hat versagt?“, fragte Maron neugierig. „Wenn du zuhören würdest, dann wüsstest du es“, fauchte Cecilia wütend. „Das Schutzsiegel“, mischte sich Silvy ein. „Was für ein Schutzsiegel“, fragte Scott verwirrt.
„Solaris, dieser Idiot“ Mit diesen Worten sprang Joey auf, schnappte sich sein Schwert und lief ohne ein weiteres Wort hinaus in die Dunkelheit. „Er hat es begriffen“, meinte Silvy bekümmert. „Er wird ihn umbringen. Haltet ihn auf, bevor es zu spät ist“, warnte Doga die Gefährten.
„Worauf warten wir dann noch?“, rief Cecilia und rannte ebenfalls in die immer schwärzer werdende Dunkelheit.
„Los, beweg dich, Scott“, rief Amy und lief mit Maron Cecilia hinterher. „Hey, wartet gefälligst“ rief Scott ärgerlich und dachte sich: Na klasse auch noch ein Querfeldeinlauf. Wenn das so weiter geht werde ich noch ein Spitzensportler.
Er wollte den anderen gerade hinterher, doch plötzlich vernahm er Silvys Stimme: „Das Blatt hat sich gewandelt. Die Schwarzen Magier haben Nero. Ich habe versagt. Verzeiht, Allmächtiger“. Plötzlich glaubte Scott, die Stimme seines Onkels Montgomery zu hören. War er etwa einer der vier Götter?
„ Wir haben noch eine kleine Chance Silver Star. Wir müssen ihnen klar machen, dass El Skarlat dem Untergang geweiht ist, sobald das Siegel komplett entfernt wird. Und diese Aufgabe wirst du übernehmen. Du als die Letzte der Naturgeister“.
„Immer ich“, maulte Silvy mürrisch. „Es ist zu spät“, mischte sich eine fremde Stimme ein. „Er hat schon das Schwert der Abtrünnigen. Ich werde ihn hier her lotsen und dann hoffen wir, dass sich alles zum Guten wendet. Beeil dich, Silver Star. Du hast nicht mehr viel Zeit bis Nero hier eintrifft“, sagte Santos.
Silvy wollte sich gerade umdrehen, als eine weibliche Stimme sie zurück hielt. „Einen Moment noch, Silver Star. Was ist mit Cecilia?“ „Ich habe es ihr noch nicht gesagt. Ich bringe es einfach nicht übers Herz.“
„Du musst es ihr bald sagen. Bevor sie es von jemand anderem erfährt“, sagte die Stimme und setzte hinzu: „Jetzt geh und erstatte seiner Majestät Bericht“ „Ich werde mich sofort auf den Weg machen“, antwortete das Einhorn würdevoll und löste sich in Luft auf.
Nachdem Silvy verschwunden war, konnte Scott sich losreißen. Während er sich davon schlich, dachte er über das Gehörte nach.
Als er seine Freunde am Strand erreicht hatte, fand er eine Szene vor wie er sei tagtäglich in der Schule erlebt hatte: Solaris lag am Boden, Joey über ihm und schlug auf ihn ein. Blind vor Wut und Zorn.
Amy, Cecilia und Maron standen daneben. Unfähig etwas zu tun, denn Zorn und Wut hatten Joeys Sanftmut verdrängt. „Scott. Gut dass du da bist. Jetzt tu etwas. Er bringt es noch glatt fertig, ihn umzubringen“ Amy war völlig verzweifelt. Einerseits liebte sie ihren Bruder aber andererseits mochte sie auch den Rebellen Solaris.
„Weißt du, wo Silvy ist?“, fragte Cecilia hoffnungsvoll. Sie verstand nicht, warum das Einhorn immer verschwand.
Ich sag besser nichts, dachte Scott bei sich und setzte Laut hinzu: „ Nein weiß ich nicht. Tut mir leid“. „Jetzt tu doch endlich mal was“, kreischte Maron ängstlich.
Währenddessen auf der dunklen Insel Mincino. Nero war in seinem Zimmer und hantierte mit seinem neuen Schwert herum. Plötzlich ging die Zimmertür auf und Santos trat ein. „Wo warst du?“, fauchte Nero wütend. Santos sah ihn traurig an, doch dann sagte er: „Ich habe einen Ort gefunden, an dem ihr eure neu gewonnene Macht ausprobieren könnt“. „Und was für ein Ort wäre das?“, fragte Nero. „ Die Dracheninsel. Die könntet ihr zerstören“. „Genau. Und danach zerstöre ich El Skarlats Schutzschilder. Denn die Schätze der Götter sind ja schon in meiner Gewalt. Es fehlt nur noch dieses Amulett der Drachen. Und wenn diese Idioten es am wenigsten erwarten, schlage ich zu und werde Herrscher über alles“
Neros hinterhältiges Lachen hallte durch das ganze Schloss.
Ende des 17. Kapitels
Kapitel 18: Der Beginn des heiligen Krieges!
„Jetzt hört ihr mir mal zu“, rief Scott mit einer Lautstärke, die er sich selbst nicht zugetraut hätte. Aber es wirkte: Joey hörte auf, Solaris zu verprügeln und fragte: „Was gibt es denn so wichtiges?“ Tja, das wüsste ich auch gern, dachte Scott bei sich. Laut sagte er: „Ich weiß nicht, warum ihr zwei euch nicht leiden kann. Und ich weiß auch, dass Cecilia mich nicht leiden kann. Wie ihr alle zueinander steht, davon konnte ich mich gerade selbst überzeugen. Geben wir es doch zu. Wir alle vermissen Nero und machen uns Sorgen. Und besonders jetzt sollten wir zusammenhalten. Als ich am Anfang hier her kam, habe ich nur daran gedacht, wie ich auf dem schnellsten Weg zurück in meine Welt komme. Aber jetzt denke ich nur daran, wie wir Nero befreien können. Ihr habt die Wahl: Entweder wir bleiben zusammen und befreien unsren Freund gemeinsam, oder ihr könnt gehen wohin ihr wollt. Und ich suche meinen Weg allein“. „
Du hast mit einem Unrecht. Ich kann dich schon leiden“, sagte Cecilia und setze hinzu: „Außerdem verfolge ich meine eigenen Pläne. Und: Hast du unseren Schwur etwa vergessen?“ „ Dich kann man ja nicht alleine lassen. Du trittst doch von einem Fettnäpfchen ins andere“, setze Joey hinzu und streckte seine Hand aus.
Scott schlug erleichtert ein. Auch Cecilia legte ihre Hand auf die Handrücken ihrer Freunde. Amy und Maron schlossen sich an. Nur Solaris blieb noch aus. „Was ist mit dir? Solaris?“, fragte Scott erwartend.
Doch der antwortete nicht. Er lag auf dem Boden und sah so richtig mitgenommen aus. „Solaris, Scott hat dich etwas gefragt“, meinte Joey entnervt. „Es reicht jetzt, Joey. Du hast ihn schon genug fertig gemacht. Solaris du kannst frei entscheiden. Niemand zwingt dich zu irgendetwas“, mischte sich Cecilia ein.
Ohne auf ihre Worte zu achten, stand Solaris mit schmerzverzerrtem Gesicht auf und ging ohne sich zu verabschieden davon. „Solaris, warte“, rief Maron und wollte ihm hinterherlaufen, doch Joey hielt sie auf. „Lass ihn doch. Ist doch nur gut, dass dieser Spinner weg ist. So ist es hier doch viel ruhiger. Und außerdem vergiss nicht, dass er an allem schuld ist“. Da Joey viel stärker war als sie, gab Maron es auf, sich zu wehren. Aber ohne ihn ist es auch langweilig, dachte sie bei sich.
Solaris hatte Joeys letzte Worte gehört. Er drehte sich um und warf ihm einen so giftigen Blick zu, dass Scott in ihm nicht mehr den fröhlichen und frechen Jungen erkannte, den sie am Anfang kennen gelernt hatten.
„Soll ich jetzt Angst kriegen oder was? Verzieh dich bloß, du kleiner Giftzwerg. Hast schon genug Ärger angerichtet. Und wag es bloß nicht zurückzukommen“, schrie Joey. „Lieber bin ich allein, bevor ich deine Gegenwart ertragen muss“, konterte Solaris. „Das ist doch die Höhe…“ Joey wollte sich wieder einmal auf Solaris stürzen, doch Amy, Cecilia und Scott hielten ihn auf.
„Wie konnte ich nur auf euch reinfallen“. Mit diesen Worten ließ Solaris seine verdutzten Freude allein zurück und verließ endgültig die Gruppe.
Seit Silvy nicht mehr da ist, geht alles den Bach runter. Ich frage mich, woran das liegt, dachte Cecilia bei sich.
„Eure Majestät? Ich bin hier um euch Bericht zu erstatten“. „Was gibt es neues in der Welt, Silvia?“ „Die Welt hat sich gewandelt, eure Majestät. Das Schutzsiegel wurde gebrochen und der Abtrünnige ist erwacht. Ihr solltet so schnell wie möglich aufbrechen um sie zu treffen“. „Ich hatte sowieso vor, die Suche nach ihnen zu beginnen. Wir müssen jetzt zum äußersten Mittel greifen. Pack meine Sachen Silvia“. „Jawohl, eure Majestät“, antwortete die junge Frau ergeben. Es tut mir leid, Cecilia, jetzt kommt es doch so ans Licht, dachte sie bei sich. Denn es handelte sich um niemand anderen als um das Einhorn Silver Star in anderer Gestalt. Laut sagte sie: „ Seid auf der Hut, Prinz Elvin. Der Feind lauert überall“.
Die restlichen fünf der Elemente blieben an dem Strand zurück. „Was tun wir jetzt?“, fragte Maron schüchtern in die Runde. „Wie konntest du nur so gemein sein, Joey“, fragte Cecilia vorwurfsvoll ohne auf Marons Frage zu achten. Doch bevor Joey antworten konnte, waren plötzlich Soldaten des Heeres von Mincino aufgetaucht. Woher sie kamen, konnten Scott und seine Freunde nicht feststellen. „Sieh mal einer an, wen wir da haben“, spottete Saldor, der Kommandant des Heeres. Die fünf waren umzingelt und wussten keinen Ausweg mehr. Plötzlich teilte sich die Masse des gewaltigen Heeres und ein einzelner Reiter tauchte vor den Freunden auf. „Ich hatte eigentlich sechs erwartet, Saldor“, sagte der geheimnisvolle Reiter zu dem Kommandanten. Die Stimme, die man durch den Helm hörte, klang dumpf und hohl. Aber dennoch kam sie Scott und seinen Freunden seltsam vertraut vor. „Was machen wir mit ihnen, My Lord?“, fragte Saldor und erwartete die Befehle. „Ich werde sie schön leiden lassen“, antwortete der Dunkle Reiter. Sie sollen schön mit ansehen, wie dieses Land langsam aber sicher in die Hände der Schwarzen Magier fällt. Und dann werde ich sie schön langsam und der Reihe nach umbringen“, setzte er hinzu.
„Was tun wir jetzt? Haben wir versagt? Ich habe Angst“. Gemäß ihres Überlebensmottos:
Wenn du überleben willst musst du kämpfen, antwortete Cecilia: „ Wir müssen kämpfen. Eine andere Wahl haben wir nicht. Auf los, geht’s los“.
Mit diesen Worten zog Cecilia ihr Messer und stürzte sich in die Soldatenmenge. Joey und Scott folgten ihr mit gezogenen Schwertern. „Sehen wir zu, dass wir von hier verschwinden“, sagte Maron zu Amy, nahm sie an der Hand und sprach eine Zauberformel, die sie auf einen Hügel entfernt von der Schlacht brachte.
Währenddessen tobte die Schlacht weiter. Es stand drei zu fünfhunderttausend. Und auch ihre besonderen Kräfte ihrer Elemente nützen nichts gegen diese Übermacht.
Der Dunkle Reiter hatte sich abgesetzt und folgte den Spuren von Amy und Maron. Niemand hatte eine Ahnung, wer sich hinter dem Helm verbarg. Als er die ängstlichen Mädchen erreicht hatte, zog er sein Schwert. „Hey, willst du uns nicht dein Gesicht zeigen, bevor du uns tötest?“, fragte Maron mutig. „Ich würde euch sowie so töten. Ganz egal ob ihr wisst, wer ich bin oder nicht“, antwortete der dunkle Reiter höhnisch und mit erhobenem Schwert. „Jetzt zeig dich schon, du Feigling“, meinte Amy ängstlich. „Das wird auch nichts ändern. Aber in Ordnung. Ihr habt es nicht anders gewollt“. Der Ritter zog den Helm ab und Maron und Amy erschraken.
Ende des 18. Kapitels
Kapitel 19: Wir haben noch eine Chance!
Während der Heilige Krieg der Elemente, wie er später in den Chroniken bezeichnet wurde, weiter tobte und immer stärkere Ausmaße nahm, hatte sich Solaris abgesetzt und wanderte alleine durch die Gegend. Die Verletzungen, die Joey ihm zugefügt hatte, machten ihm schwer zu schaffen. Seine Gedanken waren bei Nero. Wieso konnte ich ihm nicht helfen? Wieso nur. Ich hatte von Anfang an die Aufgabe, auf ihn aufzupassen. Und was mache ich? Ich verarsche ihn, wo ich nur kann. Aber ab jetzt wird alles anders. Das schwöre ich.
Plötzlich bemerkte Solaris an seinem Gürtel Neros Flöte. Wie war die wohl dahin gekommen? Er zog sie heraus und versuchte darauf zu spielen.
Am Anfang kamen nur ein paar Töne heraus, nach einer Weile hatte er eine komplette Melodie zusammen, die er immer wieder spielte. Irgendwann wurde ihm schwarz vor Augen und Solaris brach bewusstlos zusammen.
Doch sein Flötenspiel sollte nicht ungehört bleiben, denn Silvia (alias Silver Star) und Prinz Elvin waren ganz in der Nähe. Plötzlich stoppte Silvia und lauschte. „Was ist, Silvia? Warum halten wir an?“, fragte Prinz Elvin. „“Habt ihr das nicht auch gehört? Das Flötenspiel?“
„Nein, habe ich nicht, aber warum sollte auch ausgerechnet hier jemand Flöte spielen. Hier, mitten in der Einsamkeit?“ „Ich weiß es nicht, eure Majestät. Aber wir sollten uns beeilen. Ich habe so ein dunkles Gefühl, dass etwas nicht stimmt“.
Mit diesen Worten rannte Silvia los. „Ich bin hier derjenige, der die Befehle erteilt“, brummte Prinz Elvin missmutig und rannte hinter ihr her.
„Nero, bist du dass?“, fragte Maron ungläubig. „Das hätte ich nie von dir gedacht.. He, Hörst du uns überhaupt zu?“ Nero verharrte auf seinem Pferd. Auch er hatte die Klänge vernommen. „Das ganze Heer sofort nach Osten. Wir haben eine neue Mission. Lasst ab, von diesen Kindern. Die können wir später immer noch töten“, schrie er mit fester Stimme in die Soldatenmenge. „Gib uns zumindest eine Antwort“, verlangte Amy.
Doch Nero riss sein Pferd herum und ritt ohne ein Wort zu sagen mit seinem Heer davon.
Als Solaris aufwachte, befand er sich in einer Art Zelt. Seine Wunden waren versorgt worden und er fühlte sich auch schon wieder topfit.
„Wenn wir dich nicht gefunden hätten, du Taugenichts, dann wärst du jetzt tot und dann hätten wir richtig ein Problem gehabt“, schalt eine Frauenstimme, die Solaris durchaus bekannt vorkam. Aber er konnte ihn nicht einordnen. „Wer bist du?“, fragte er verwundert. Ohne auf seine Frage zu antworten, legte die Frau ihm etwas auf seine Wunde. „Aua, das brennt. Was ist das für Zeug“.
„Es ist Feuerkraut. Es heilt deine Wunden“, erklärte eine Jungenstimme.
Solaris versuchte sich aufzurichten, doch starke Arme hielten ihn fest. „Wenn du jetzt aufstehst, fällst du tot um“. Das war wieder die Stimme der Frau.
„Du bist noch sehr geschwächt. Derjenige, der dir diese Wunden zugefügt hat, muss entweder sehr mächtig oder außer ordentlich wütend gewesen sein“, sagte der unbekannte Junge. „Da trifft wohl eher das zweite zu“, gab Solaris als Antwort. „Doch, wer seit ihr überhaupt“.
„Ich bin Prinz Elvin“, sagte der Junge. „Und ich bin Silvia“, stellte sich die Frau vor. „Ah, ja. Jetzt weiß ich wenigstens, mit wem ich es zu tun habe. Was ist? Warum starrt ihr mich so an?“, antwortete der verdutzte Junge. Offenbar erwarteten die beiden eine bestimmte Reaktion, die er nicht zeigte. „Ist das eigentlich deine Flöte?“, fragte Silvia. „Nein, sie gehört jemand anderem. Wie ich dazukomme, weiß ich auch nicht“ Bei dem Gedanken an Nero wurde Solaris nachdenklich. „Kannst du etwas darauf spielen?“, fragte Prinz Elvin. Solaris fing an, die ihm einzige bekannte Melodie zu spielen. Er ahnte noch nicht, was das für Folgen haben würde. Das Heer von Mincino, unter neuer Führung von Nero, dem Abtrünnigen oder auch der dunkle Reiter genannt, war ganz in der Nähe und wartete praktisch darauf, dass die Flötentöne wieder erklangen. „My Lord?“, fragte Santos, als Nero sich nicht rührte. „Sei still, Santos“, fauchte er. „Ich wollte nur vorschlagen, dass ihr das Heer umkehren zu lassen und zu dritt weiter zu reiten. Die Männer wollen keinem Hirngespinst hinterher jagen Sie fürchten sich“. Keiner außer Nero hatte die Flötentöne gehört. „Außerdem ist es auffällig, wenn fünfhunderttausend Mann auftreten. Wir könnten leicht in einen Hexenkessel geraten und das wäre das Aus für uns. Denkt darüber nach, My Lord“, setzte er hinzu. „Nun gut, Saldor und du Santos, ihr kommt mit mir mit. Der Rest wartet hier auf weitere Kommandos.“ „Jawohl, My Lord“, gaben fünfhunderttausend Münder als Antwort.
So jagten Saldor, Santos und Nero weiter den Flötentönen nach. Solaris, Prinz Elvin und Silvia waren derweil aufgebrochen und waren am Strand an der anderen Seite der Insel angekommen., „Was tun wir jetzt?“, fragte Solaris seine Begleiter. „Wir brauchen ein Boot um hier weg zukommen. Zurück können wir nicht, denn dann würden wir dem Heer von Mincino direkt in die Arme laufen“, meinte Prinz Elvin vorausschauend.
„Da seid ihr leider ein bisschen zu langsam“, hörten sie eine dunkle Stimme. Denn Nero, Saldor und Santos hatten die drei bereits gefunden.
Es bleibt mir nichts anderes übrig, dachte Silvy bei sich. Und bevor Prinz Elvin und Solaris bis drei zählen konnten, hatte sich Silvia in das Einhorn Silver Star verwandelt. „Los, auf meinen Rücken“.
Silver Star lief so schnell sie konnte. Solaris und Prinz Elvin hatten alle Mühe sich festzuhalten. „Ich habe gedacht, wir brauchen sie nicht. Aber sie sind unsere letzte Chance diesen Krieg zu gewinnen. Die vier Wächter“, erklärte Silvy ihren Reitern. „Die vier Wächter? Was denn für Wächter?“, fragte Solaris verwirrt.
„Wenn zwei Objekte des Schutzkreises an einem Ort versammelt sind, dann erscheinen in der Not die vier Wächter der Schätze. Ohne sie ist alles aus“. Als sie die andere Seite der Insel erreicht hatten, fing es an zu regnen.
Scott und seine restlichen Reisegefährten hatten sich untergestellt. Doch Cecilia bemerkte die Anwesenheit des Naturgeistes sofort. „Los beeilt euch, wir müssen hier raus“
Kaum dass die verdutzten Elemente zusammen waren, verwandelte sich Silver Star wieder in die Frau Silvia.
„Bei dm Schutzkreis, der unser Land beschützt, bei der Hoffnung, die wir noch haben, bei den vier Göttern des Himmelsreich, rufe ich euch, ich die letzte der Naturgeister. Erscheint ihr göttlichen Wächter. Erhört unser Flehen und helft uns!“
Nachdem Silvia diese Worte gesprochen hatte, wurde es toten still. Nur der Regen plätscherte leise.
Ende des 19. Kapitels
Kapitel 20: Die vier Wächter!
Es regnete in Strömen. Blitze zuckten und Donner grollte. Im Kaminzimmer von Montgomery Wilson herrsche eine Stimmung wie nach einer Beerdigung. Und alle fragte sich dasselbe: Wo war Scott? Seit genau drei Stunden war der Junge nun verschwunden und Tamara Wilson war dem Nervenzusammenbruch nahe.
Scotts Verschwinden war bemerkt worden, weil er erstens nicht zur vereinbarten Zeit im Kaminzimmer gewesen war und zweitens, weil Eleanor Angst vor dem nahenden Gewitter bekommen hatte und zu Scott ins Bett kriechen wollte. Auch Scotts restliche Schwestern waren nicht gerade begeistert. Warum musste ihr Bruder auch immer solchen Ärger machen. „Ich gehe die Polizei anrufen. Ihr rührt euch nicht vom Fleck. Und dass mir keiner folgt. Es ist gefährlich“, sagte Montgomery Wilson schließlich. „Aber das geht doch erst nach vier und zwanzig Stunden“, meine Mary-Jane neunmalklug.
„Hier in Irland ist es anders, meine kleine“, meinte ihr Onkel und ging ins Nebenzimmer. „Ihr geht jetzt ins Bett und zwar sofort“, meinte Tamara Wilson zu ihren Mädchen. „Aber ….“, begann Anne- Marie. Doch Lucy- Anne zog sie mit sich. „Hast ja Recht, Mutter. Kommt, lasst uns gehen. Ich bin tot müde“ „Könnt ihr heute bei mir schlafen? Ich habe Angst“, meinte Eleanor zu ihren Schwestern. Und das stimmte wirklich. „Hast ja Recht, Elli. Aber nur ausnahmsweise“, meinte Mary –Jane. Und so gingen die vier in das Zimmer von Eleanor. Doch kaum hatten sie sich dort versammelt, hörten die vier die Beschwörungsformel de Wächter:
Bei dem Schutzkreis, der unser Land umgibt,
bei den vier Göttern des Himmelsreiches
bei der Hoffnung, die wir noch haben
bei dem Licht, das hoch am Himmel steht
rufe ich euch, ihr göttlichen Wächter
erscheint und helft uns in der Not!
Die vier Schwestern wurden von einem hellen weißen und grellen Licht getaucht und bevor sie sich versahen, waren sie in dem Land El Skarlat angekommen.
„Sie haben sich auf den Weg gemacht. Ab jetzt wird sich entscheiden, ob El Skarlat lebt, oder stirbt.
„ Und es wird sich auch entscheiden, wie es mit eurer Welt weiter geht“, setzte Doga hinzu. „Wenn Nero hinter das Geheimnis der Wächter kommt dann ist es Essig mit der Zukunft beider Welten. Sie waren sozusagen unser As im Ärmel“, meinte Santos, der Gott des Feuers.
„Hoffen wir das Beste und dass wir diesen Heiligen Krieg gewinnen“, meine Ura, die Göttin des Wassers.
Während die Götter die Lage berieten, wurde es wieder hell.
Die erste, der Schwestern, sich rührte, war Mary- Jane. „ Wo zum Henker bin ich denn hier gelandet?“, fragte sie. Silvia hatte sich wieder in das Einhorn Silver Star zurückverwandelt.
„Seid willkommen, ihr heiligen Wächter“. Kaum hatte sie diese Worte gesagt, leuchtete die Kette am Hals von Scott und flog zu Lucy – Anne.
„Wer sind die denn?“, wunderte sich Solaris, der nicht wusste, wie ihm geschah. „Das sind meine Schwestern“, erklärte Scott und dachte sich: Was wollen die denn hier? Jetzt gibt’s bestimmt gleich Zickenterror. Es wunderte ihn aber auch, dass seine Kameraden nicht gleich auf Solaris losstürmten. Er war froh, dass der Junge wieder unter ihnen weilte. Jetzt war Nero ihr einziges Sorgenkind. „Meine Güte, wo bin ich hier bloß gelandet. Das ist alles ein Traum“. Auch Anne- Marie war verwundert. Nachdem die ver wach waren, erzählte Silver Star, im übrigen beachtete sie Cecilias misstrauische Blicke nicht im geringsten, die Geschichte der vier Schätze der Götter und ihrer Wächter, sowie erläuterte sie die Aufgabe der Königsfamilie und der Sieben Elemente.
Scott wunderte sich schon, dass sine Schwestern keine bissigen Bemerkungen machten. Offenbar verstanden sie nicht so recht was Sache war. Sie schienen ihn auch noch gar nicht bemerkt zu haben.
Dafür hatte sie aber jemand anderer bemerkt: Nämlich Nero. Der war Solaris gefolgt und hatte so den Platzt sehr schnell gefunden.
Sofort entflammte die Schlacht. Die letzte und entscheidende. Solaris versuchte, Nero daran zu erinnern, wer er war und spielte auf der Flöte. Die restlichen Schätze verschwanden aus den Händen Mincinos und gingen ihren Wächtern zu. Kaum waren die vier Schätze an einem Ort versammelt, erschienen die vier Götter, denen die Schätze untergeordnet waren.
Die allgemeine Verwunderung war groß und keiner wusste eigentlich, was er tat.
„Ihr habt so und so keine Chance“, lachte Nero böse. Plötzlich vernahm er die Flötentöne und die Kraft der Naturgeister wirkte: Er wurde wieder der, den alle kennen gelernt hatten. Saldor merkte dass Nero wieder auf die andere Seite gewechselt war. „Du bleibst hier“, schrie er und packte Nero am Arm.
Joey hatte begriffen, dass Nero wieder auf ihrer Seite war und warf ihm sein Schwert zu. „Hier fang auf und schlag ihm den Kopf ab“, rief er. Mit einer Hand fing Nero das Schwert auf. Joey wehrte sich derweil mit Händen und Füßen gegen die Soldaten, die immer mehr wurden. „Du wirst es nicht wagen, Verräter“, fauchte Saldor während er sich gegen Nero mit aller Kraft wehrte.
Die vier Götter sahen zu. „Sollen wir eingreifen?“, fragte Santos der Gott des Feuers, nachdenklich. „Nein, das ist ein Krieg zwischen Menschen. Außerdem ist unsere Kraft versiegt. Das weißt du genau so gut wie wir alle“, sagte Ura die Göttin des Wassers. „Aber das ist ein Heiliger Krieg ...“, begann Santos. „Seht nach unten. Es wandelt sich“, ermahnte Montgomery Wilson, der Gott der Erde. Und er hatte Recht. Nero hatte sich losreißen können und Saldor das Schwert in den Magen gerammt. Saldor spritze das Blut aus dem Körper „ …. Du ….. wagst es… tatsächlich…. Kleiner Narr…. Das wirst du bereuen …. Das sag ich dir…. Du bist an allem schuld“ Saldor hatte seinen letzten Atemzug getan. Jetzt hat er es doch glatt geschafft, mir ein schlechtes Gewissen einzureden, dachte Nero bei sich. Kaum war Saldor gestorben, merkte das Heer von Mincino, das sie keine Chance mehr hatten und traten den Rückzug an. Denn ohne ihren Kommandanten, wussten sie nicht mehr, was sie tun sollten.
Nero sank zitternd auf die Knie. Er war doch nicht so stark, wie er Anfangs gedacht hatte. Solaris war der erste, der zu ihm hinging. „Das ist doch deine, oder?“, fragte er. Nero drehte sich um, sah ihn mit Tränen in den Augen an. „Das ist meine Flöte. Wo hast du die her?“ „Weiß nicht. Aber jetzt hast du sie ja wieder. Hey was ist das? Ein Wasserfall? Du musst dir doch keine Vorwürfe machen“. Solaris war verlegen. Er wusste nicht, wie er sich verhalten sollte. Die anderen Elemente kamen auch unsicher heran.
„Was ist mit uns? Fragte Mary- Jane, doch keiner beachtete sie. „Hört alle her. Ihr drei Objekte des Schutzkreises von El Skarlat. Diesen Krieg haben wir gewonnen. Diese schlacht hat ein gutes Ende gefunden. Wir, die vier Götter, haben alles mit angesehen und wir sind sehr stolz auf euch. Prinz Elvin, nein, König Elvin von El Skarlat. Du bist jetzt der Herrscher über dieses Land“, sagte Santos, der Gott des Feuers würdevoll.
„Über was soll ich denn bitte noch herrschen? Die schwarzen Magier haben alles zerstört“, rief Prinz Elvin wütend. „Ich habe alles zerstört“, sagte Nero leise. „Wir können ein Neues Land erschaffen. Ein Land, wie es in der Legende beschrieben steht. Das hier ist nicht das Ende. Es ist ein neuer Anfang. Und wir alle können dazu beitragen. Es müssen sich nur alle Objekte und Teilmitglieder des Schutzkreises einer Meinung sein“, sagte die Ura, die Göttin des Wassers in einem feierlichen Ton.
Ende des 20. Kapitels
Kapitel 21: Masteo el Saga de riva- Ende gut, alles gut!
Die Objekte des Schutzkreises waren nun an einem Ort versammelt. Nero war wieder auf der Seite des Guten und das Heer von Mincino war besiegt. Die vier Götter hatten ihre wahre Gestalt angenommen und schwebten hoch am Himmel. „ Es wird Zeit, dass wir El Skarlat wieder aufbauen“, sagte Santos. „Wie sollen wir das anstellen? Ich bin doch an allem schuld“, meinte Nero unsicher. „Das bist du nicht. Und wenn du das noch mal sagst, kriegst du Ärger mit mir, verstanden?“, sagte Solaris und legte ihm die Hand auf die Schulter. „Wozu habt ihr denn eure Kräfte?“, fragte Montgomery Wilson. „ Die kann doch nur Cecilia einsetzen. Wir können das nicht“, meinte Amy zaghaft. „Das wollte ich sowie so noch fragen, wieso habe ich diese Kräfte und die anderen nicht?“
„Du bist etwas besonderes Cecilia. Du bist die Tochter des Gottes Santos. Deshalb kannst du die Naturgeister sehen und mit deinen Kräften besser umgehen als der Rest von euch“, sagte Doga. „Aber ich dachte, das wäre eine Sünde, ein Gott, mit einem Menschen… Das habt ihr selber gesagt“. „Wer sagt denn, dass deine Mutter ein Mensch war. Bei dir verhält es sich anders als bei Nero. Er ist ein Halbgott. Vater Gott, Mutter Mensch. Du dagegen bist ein Kind zweier Götter. Wir haben es dir verheimlicht, weil wir es für das beste hielten“, sagte Ura. Cecilia spürte wie ihr die Tränen kamen. Ohne ein Wort zu sagen, legte Scott ihr den Arm um die Schultern. Cecilia begann hemmungslos zu weinen. Die Last von fünfzehn Jahren war von ihr abgefallen. „Packen wir es an“, sagte sie, nachdem sie sich wieder beruhigt hatte.
So stellten sich alle im Kreis auf. Anne – Marie begann die Trompete des Glücks zu spielen, Die Kristallkugel der Hoffnung leuchtete, die Krone der Weisheit sendete helles weißes Licht und das Amulett der Drachen gab ungeahnte Kräfte frei. Die sieben Elemente gingen auf. Sie leuchteten in unterschiedlichsten Farben. Die Geister von Lady Eleanor und König Elias erschienen. Die Kräfte gingen gesammelt auf die vier Götter über, die dadurch neue Kraft erhielten und somit das zerstörte Festland wieder aufbauten.
Einige Zeit später war El Skarlat frei von Erdbeben. Die Dunkle Insel Mincino war verschwunden. Von den Schwarzen Magiern war nirgends eine Spur zu entdecken und El Skarlat war wieder ein Land ohne Angst und ohne Krieg.
Die vier Götter hatten wieder ihre volle Kraft zurückerhalten und herrschten wie früher und hatten jeder einen der Schätze, die sie nun hüteten
„Kommt, jetzt. Ihr müsst wieder zurück. Sonst gerät das Gleichgewicht wieder durcheinander“, ermahnte Montgomery Scott und seine Schwestern
„Musst du wieder zurück?“, fragte Solaris nachdenklich. „ Ja leider. Ich will eigentlich gar nicht“, antwortete Scott.
„Jetzt komm schon. Der Dimensionsstrudel bleibt nicht ewig offen. Und ich will hier in der Einöde nicht ewig fest sitzen“, meckerte Mary – Jane. Sie hatte genug von allem. „Lass mich doch wenigsten noch Abschied nehmen, Zicke“, fauchte Scott zurück. „Ich will nicht dass du gehst“, meinte Cecilia. Ihr fiel der Abschied sichtlich schwer. „So wie ich uns Chaostrupp einschätze, werden wir uns sicher eines Tages wieder sehen“, meinte Solaris.
„So schlimm sind wir nun auch wieder nicht. Wenn du die Möglichkeit hast, dann komm zurück. Und hör nicht auf sein dummes Gerede“, meinte Joey.
„Ich werde sehen, was sich machen lässt“, meinte Scott, doch insgeheim glaubte er nicht an die aufmunternden Worte seiner Freunde.
„Jetzt komm endlich, Trantüte“, schimpfte Lucy – Anne. „Sie hat Recht, ihr müsst euch beeilen. Los, beweg dich Scott“, meinte Onkel Monty. „Ich komm ja schon“, brummte Scott und wandte sich an seine Freunde: „Also, macht es gut. Ich hoff mal, dass wir uns wieder sehen werden. Passt gut auf euch auf. Wenn ich wiederkomme, will ich keine Klagen hören, verstanden?“ „Alles klar“, meinte Amy. „Ich werde auf diese Chaoten schon aufpassen“, versprach Joey. „Da krieg ich ja Angst“, meinte Maron spöttisch. Nero sagte nichts. Er stand nur stumm da und es schien ihn nicht zu interessieren was gerade passierte. Als Scott sich auch von ihm verabschiedete, drehte er sich einfach weg. „Er hat wohl immer noch ein schlechtes Gewissen. Keine Angst, wir kümmern uns schon um ihn. Jetzt hau schon ab, sonst fang ich noch das heulen an“, meinte Cecila befehlerisch. Scott war nichts anderes von ihr gewöhnt, also verabschiedete er sich ein letztes Mal und ging endlich zu seinen Schwestern.
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