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Teyl
06.09.2006, 18:45
also, wie vermutlich die meisten bereits wissen, lebe ich als Gastarbeiterin in Belgien.
Eigentlich bin ich eine friedliebende, gemuetliche und gutherzige Person.
Weshalb ich mich versuche besten Wissens und Gewissens zu integrieren.

Ich habe auf dem lokalen Go Abend, Kontakt zu Einheimischen, Freunde gefunden und einen Freund. Ohne Probleme kann ich ein "Hallo" sagen, mich "Bedanken", eine Cola oder die Rechnung bestellen. Texte kann ich auch lesen. Zudem habe ich mich dran gewoehnt das die Belgier ihr Bier lieben, und deutsches nicht, und das Gebaeck suess ist aber nunmal belgisch.

Am Anfang dachte ich mir nichts dabei wenn ab und an mal Witze ueber Deutschland gemacht wurden, insbesondere rund um die Vergangenheit, oder man in diesem Zuge als "Sie kommt aus Deutschland; kann aber nichts dafuer" vorgestellt wird. Meistens sogar mitgelacht.
Das erste halbe Jahr war das noch witzig.
In der folgenden 4/5 Haelfte war es mir egal.

Mittlerweile wird es aber anstrengend.
Die handvoll Witze, etwa 4 die es anscheinend in eine belgische Bestenliste geschafft haben, finde ich nicht mehr witzig. Das lachen ist mehr ein grinsen und manchmal vergess ich es sogar, selten sogar vor aerger drueber.
Auf die Vorstellung alà "Sie ist deutsch, Entschuldigung" kann ich mittlerweile sehr, sehr gerne verzichten, ebenso wie Referenzen zum Krieg. Besonders wenn beides zusammen kommt nur weil ich einem juedischen Spieler vorgestellt wurde. (Ich fing mich ernsthaft an zu fragen was sie von mir hielen oder welchen Eindruck sie vermitteln wollte oO)

Aktuell bin ich kurz davor das mich es ernsthaft sauer stimmt.
Was ein Problem ist, irgendwann war ich es naemlich mal leid und verwies auf Hitlers oesterreichische Herkunft. Worauf ich gefragt wurde wer wohl durch Belgien marchiert ist Oesterreicher oder Deutsche und das ich mich fuer Verdun besonders schuldig fuehlen koennte. (gut er verwechselte es mit Duenkirchen, was es nicht besser macht)
Daraufhin war ich so entsetzt das mir ueberhaupt nicht die Idee kam ihn drauf hinzuweisen das es 30 Jahre vor meiner Geburt war, haette wohl auch nichts gebracht. Hab ihn auch versucht zu stecken das es juedische Deutsche gibt, oder Deutsche die in der Vergangenheit drunter gelitten haben.
Macht nichts, irgendwie ist und bleibt man schuld dran.
Was mich mittlerweile gewaltig ansickt :/ .




Dazu kommt dann die Sache mit der Sprache.
Als ich hergezogen bin kaufte ich mir den einzigsten Mini Sprachfuehrer den es auf deutsch fuer flaemisch gibt. Soweit sogut, eigentlich dachte ich auch das der Staat ein Interesse hat das Gastarbeiter flaemisch lernen, oder franzoesisch und man Angebote bekommt.
Mit der Post eines Infoabends war ich auch noch optimistisch. Von da an ging's bergab.

Der Informationsabend wurde zur Haelfte auf flaemisch gehalten, als deutsche versteht man es ja noch etwas, 80% waren nicht deutsch und nicht flaemisch. Der Hinweis moeglichst schnell die Sprache zu lernen wirkte da etwas verkohlend. Gut, ich musste auch nochmal nachfragen wo es denn die Sprachinfos gibt. Vor einer Masse von gut 200 Menschen und dem Buergermeister. Die leichteste Uebung. Zumal der sich noch ueber meine Unsicherheit einen gegrinst hat - hab ich das Gefuehl.

Die Sprachinformationen bestanden aus 2(!) Prospekten (unter etwa 40 verschiedenen), fuer die man teilweise flaemisch Kenntnisse braucht und mit Kurszeiten die, sofern angegeben (eins hatte als einzigste Information eine Kontakt Addresse), jenseits dessen lagen was man als arbeitende Person wahrnehmen kann. Selbst wenn ich in Leuven arbeiten wuerde.

Gut also gesucht, nach 2 Monaten nichts gefunden oder die Kurse waren schon am laufen.
Aber da man aus Deutschland kommt, aufmerksam ist, versteht man ein Grossteil. Meine Versuche selbst zu sprechen waren eine Katastrophe.
Entweder ich blamierte mich bis auf die Knochen, wurde nicht verstanden (literally) oder aber meine Aussprache war unwuerdig schlecht - sagte man mir. Ich bot an beim Trivial Pursuit die Fragen auf flaemisch zu lesen (nicht alle konnten englisch) .. und wurde drauf gedeut doch besser englisch zu benutzen.
Die Qualitaet meines kleinen Lehrbuechlein erwies sich nach Konsultation eines Muttersprachler auch als Ungeeignet. Also steht man da. Kein Plan von der Sprache, keine Moeglichkeit sie zu lernen nur gesundes Halbwissen aus deutsch/englischen Ableitungen.

Dachte auch bisher es sei dann in Ordnung.
Zumal ich mich kraeftig ueber die Probleme beschwerte / ausheulte.
Tja, gestern ging es mir dreckig. Ich war zum essen eingeladen und dachte mir 'Gut, fuer die Geselligkeit wieso nicht'. Nun wurde groesstenteils flaemisch gesprochen, man sprach mich sogar direkt an, was normalerweise nicht der Fall ist. Nur, weil es mir so dreckig ging verstand ich keine 80-90% wie normal sondern bestenfalls 25%, wenn nicht sogar weniger. Sogar mein Englisch sackte irgendwo unter 50% ab.
Jetzt dachte ich mir, das es unhoeflich sei wegen der Krankheit sowenig zu reden - vorallem weil ich danach recht fluechtend weg bin - und entschuldigte / erklaerte mich per Mail. Die Antwort war ein recht ruppiges 'Selber Schuld! Haettest besser mal die Sprache bis jetzt gelernt! War ja genug Zeit! Erwarte ja nicht das wir da irgendwie noch Ruecksicht nehmen'. Ah, ja.

Hab dann nach nochmal Sprachkursen gesucht.
Kosten nur zwischen 900 - 2000 Euro der Kurs (natuerlich ohne Freistellung auf Urlaub - und mit leichter Angst vor Menschen und Hang zur RL Schweighaftigkeit ganz schoen mit Gruppendiskussionen), ohne das man irgend ne Referenz hat. Die naechsten preiswerteren sind in 1 1/2 Monaten.


Mir ist allerdings irgendwo mittlerweile jede Lust mich besonders engagiert zu integrieren vergangen. Ich fuehl mich vom Staat allein gelassen und von den Leuten verkohlt, systematisch Integrationstechnisch demoralisiert.
Naja und dann liest man das in Deutschland die Auslaender, Tuerken und arabisch/muslemisch aussehende allen vorran, angeblich so Integrationsunwillig sein.
Sind sie das wirklich?

Was denkt ihr?
Habt ihr Erfahrung mit der Integration in ein fremdes Land gemacht?

Maunzilla
06.09.2006, 19:59
Als guter Gast sollte man stets versuchen, die Erwartungen seiner Gastgeber zu erfüllen. Also: beim nächsten mal, schön stramm stehen, die Hacken zusammenschlagen und ein fröhlich-forsches "Heil Hitler!" in die Runde rufen, und schon bist du der Star des Abends... :roll:

Warum versuchst du, so dringend, dich zu integrieren? Bist du nur vorübergehend als Gastarbeiter in Belgien oder als dauerhafter Einwanderer? Im ersten Fall genügt es völlig, wenn du das nötigste verstehst, die Belgier verstehen im Zweifelsfall schon genug Deutsch. Da solltest du ruhig etwas selbstbewußter auftreten.

Luci Hawk
06.09.2006, 20:36
Ich würde aber auch versuchen, mich so gut wie möglich integrieren, wenn ich längere Zeit in einem fremden Land wäre. Aber als Ausländer sollte man doch ein wenig Rücksicht, wenn man nicht sofort die Sprache 100% versteht und es anerkannt bekommen, wenn man es probiert und sich bemüht.


Ich war mal für ein dreiviertel Jahr in Amerika, aber ich konnte schon ziemlich gut Englisch.
Doch wenn ich irgendwelche Dinge nicht verstanden oder Hilfe bei irgendwas gebraucht habe, waren alle, auch Fremde, sehr hilfsbereit, sosehr, dass es fast schon zuviel geworden ist. Fragen nach deutschen Klischees gab es nur am Anfang und es hat sich rasch gelegt, vor allem weil ich auch nicht so typisch deutsch aussehe...

@Teyl:
Das mit den Witzen hätte ich nach längerer Zeit auch ziemlich dumm gefunden...so wie es sich anhört, wird es einem dort ziemlich schwer gemacht und die Leute scheinen auch nicht sehr hilfsbereit oder tolerant. Selbst von Fremden würde ich ein wenig mehr Respekt erwarten. Zumal du dich ja sehr bemühst. Aber aufgeben würde ich nicht, sondern mich an die halten, die einen echt unterstützen....

Buntaro Mayne
06.09.2006, 23:43
Hmhm hatte mir ne Menge überlegt zuschreiben, aber alles wieder gelöscht.

Im Endeffekt läufts darauf hinaus, die Leutchen die du da gefunden hast scheinen unterstes Niveau zu sein.

Verschwende deine Zeit nicht damit.

madobe
07.09.2006, 00:12
jupp...nur dumme leute machen solche sprüche... such dir andere leute.

Buntaro Mayne
08.09.2006, 23:08
Wer im Glashaus sitzt....

FYI:

Fr.08.09.06 rechtsextreme in der Armee Belgien.... (http://www.freenet.de/freenet/nachrichten/topnews_2b875e276be721f8764584f85939b096.html)

Takuma
09.09.2006, 00:22
Ich respektiere jeden Externen, der sich zumindest Willends ist sich in der, um dem Threadtitel zu folgen, "Kunst der Integration" zu versuchen. Ist dies nicht der Fall verebbt mein Verständnis gänzlich und abrupt. Wer das Gastland in dem er residiert offensiv haßt oder sich strikt auch über Jahre hinweg weigert elementarste Dinge wie Landessprache o.Ä. zu meistern, der hat seine Chance in meinen Augen vertan. und wenn mir mancher Zeitgenoße im Beruf seinen deutschen Pass vor die Nase hält, ohne dass er fähig wäre sich mit mir in Englisch oder der deutschen Sprache zu verständigen, dann ergreift zugegebenermaßen die Wut von mir Besitz. Mit welchem Recht nimmt ein solcher Mensch die Rechte des deutschen Staatsbürgers in Anspruch? Den Schutz, die Unterstützung der Gemeinschaft der Deutschen welcher Coleur auch immer)... Arbeiten kann er wohl, immer noch gänzlich unmächtig der lokalen Mundart, schlecht bis gar nicht. Er ist ergo sozial gesehen fast zwangsweise (Einzelausnahmen können möglich, aber nicht represäntativ sein) ein prädestinierter "Ballast", der die Privilegien des hiesiegen Systems gerne in Anspruch nimmt, ohne sich aber in dieses produktiv einfügen oder einbringen zu wollen. Das eigentlich Bedauerliche an solchen Fällen ist aber, dass der deutsche Staatsapparat solchen schädlichen Mißbrauch seiner Institutionen willentlich zuläßt und diesbezüglich nur gelegentlich fadenscheinige Begrenzungsbemühungen unternimmt, die meist leider so witzlos wie ineffektiv sind. Jedes andere europäische Land hat nützlichere Vorgehensweisen in dolcehn Punkten...

Maunzilla
09.09.2006, 00:36
@ Takuma: So kraß würde ich es nicht sehen. Es gibt viele Ausländer, die zwar nicht integriert sind und auch nach 20 Jahren kaum die Landessprache auch nur elementar beherrschen und trotzdem arbeiten und Steuern zahlen und sich an die Gesetze halten. Somit sind diese Leute mir grundsätzlich sympathischer, als einheimische Schmarotzer und Kriminelle.

Schwierig was die Integration betrifft, wird es nicht selten erst in der zweiten Generation. Das sind oft Leute, die zwar oberflächlich integriert wirken, weil sie im Land aufgewachsen sind und die Schule besucht haben, aber kulturell und emotional keine besondere Bindung an ihr Gastland haben, aber zugleich auch ihrem eigentlichen Heimatland entfremdet sind. Da sie als Ausländer keinen Anteil an der Demokratie haben, besteht naturgemäß auch kein besonderes Interesse an politischen Fragen und aktuellen sozialen Anliegen. Diese Leute haben oft sehr schlechte Perspektiven, weil sie hier angefeindet und ausgegrenzt werden (selbst wenn sie sich einbürgern lassen) wodurch nicht gerade ein Heimatgefürl erwächst, zugleich ist die Aussiedelung in ihren Heimatstaat auch keine Alternative, weil sie dessen Sprache und Kultur dann auch nur noch unzureichend verstehen. Sie sitzen buchstäblich zwischen den Stühlen. Daraus erwächst zuerst Frustration und dann Extremismus.

Bei der ersten Generation ist das Problem, daß die meisten nur für eine begrenzte Zeit hierbleiben wollen. Sie wollen ein paar Jahre arbeiten, Geld verdienen und dann zurückkehren, was dann aber oft nicht gelingt, weil sie in Berufen erbeiten, wo man eben nicht sehr viel Geld verdient, bzw. nach Abzug der Lebenshaltungskosten nicht mehr so viel übrig bleibt, um zu Hause sorgenfrei Leben zu können.
Der Anschluß an die deutsche Gesellschaft ist ihnen (nicht selten durch Vorurteile) erschwert. Und wer den ganzen Tag auf dem Bau malocht hat, ist nicht sehr geneigt am Abend noch zwei Stunden in einen teuren Sprachkurs zu gehen. Und wenn man dann noch einer zahlreichen ausländischen Volksgruppe angehört, kann man auch sehr gut ohne Sprachkenntnisse auskommen.

CruelMalice
09.09.2006, 12:10
Um blöde Witze zu hören musst du nicht mal ins Ausland.

Ich bin als Kind nur von NRW nach Bayern (ok, die ansässigen bestehen auf die Präzisierung Franken) umgezogen und hab mir die ganze Zeit Preußenwitze anhören dürfen.
Mein Klassenlehrer in der 10. hat es auf die Spitze getrieben und bezeichnete mich sogar als einen Südskandinavier.


'ne Freundin nennt mich manchmal im Scherz "Muschelschubser" (auch wenn da noch bestimmt 300km bis zum Meer sind...) und ihren Mann "Schluchtenscheißer" (hat eine östereichische Großmutter oder so)...
Sie ist allerdings noch sehr charmant dabei und bei ihr weiß ich das nix dahinter steckt.

madobe
09.09.2006, 13:30
ich hab nix dagegen wenn man mich als schluchtenscheißer und inselaffen bezeichnet, solange es nich wirklich böse gemeint ist ;)

CruelMalice
10.09.2006, 08:10
Das war ja noch das niedliche.

Die Komentare der Lehrer nervten aber ziemlich und waren den dümmeren Insassen des Klassenzimmers ein schlechtes Vorbild (so dass es an mir lag ihnen diese Marotten wieder auszutreiben...).

Callista
11.09.2006, 08:59
Um blöde Witze zu hören musst du nicht mal ins Ausland.

Ich bin als Kind nur von NRW nach Bayern (ok, die ansässigen bestehen auf die Präzisierung Franken) umgezogen und hab mir die ganze Zeit Preußenwitze anhören dürfen.
Mein Klassenlehrer in der 10. hat es auf die Spitze getrieben und bezeichnete mich sogar als einen Südskandinavier.
Du musst nicht mal von einem Bundesland ins nächste ziehen - innerhalb eines Bundeslandes erlebt man das gleiche! Vorallem in Bayern, wo jede Ecke ihren eigenen Dialekt hat und der Umzug aus Nürnberg nach fast München auch schon einem halben Kulturschock gleichkommt... aber ich hab´s überlebt :mrgreen:

Die Vorurteile uns Deutschen gegenüber im Ausland werden wohl nie ganz verschwinden. Vorallem wenn man sich dann auch noch bemüht die Sprache zu lernen und selbst tolerant ist, würden mich so dämliche Witze und Kommentare auch aufregen.

Ob man nun als Deutscher ins Ausland geht, oder Ausländer nach Deutschland kommen ich finde man sollte die Sprache lernen, schließlich will man in dem Land leben. Seine eigene Religion, Kultur usw kann ja jeder nach gehen, aber der Landessprache sollte man schon mächtig sein... oder wenigstens den Willen zeigen es lernen zu wollen!

Shingetsu
11.09.2006, 09:16
@Malice:

Dann kannst du die Bayern auch als "Nord-Italiener" bezeichnen. ;-)
Bayern hat mal von den Alpen bis zur Donau den Römern gehört,
und viele römische Soldaten waren auch einsam und haben gerne
mal die bajuwarischen Frauen gepoppt.
Bayern trug damals die Bezeichnung "Rätien" (oder Raetia) und grenzte
an Noricum (Oberösterreich).
Die Bezeichnung "Norditaliener" für uns Bayern ist daher nichtmal
so abwegig. (auch genetisch, denn die einsamen römischen Soldaten
haben ihre Gene unserem Genpool hinzugefügt)

Teyl
11.09.2006, 09:24
Zu den Witzen, das ich wohl krasser rueber gekommen als es eigentlich gemeint war.
Sie sind nicht wesentlich boeser als die in Faulty Towers und ich glaub nicht das John Gleese wirklich etwas gegen Deutsche hat. [Ich gebe zu ich bin in dem Moment extrem frustriert gewesen]
Die Leute mit denen ich mich umgebe sind durchaus nett und der Belgier an sich extrem hilfsbereit und tolerant. Als ich hergezogen bin konnte ich z.B. jeden auf der Strasse in englisch anreden und nach etwas Fragen und meine Mutter, die kein Wort englisch spricht, kam auch gut zu recht.

Es ist lediglich so das irgendwo im Unterbewusstsein die Idee mit zu schwingen scheint, das man als Deutscher vielleicht doch rechts sein koennte. Die Leute haben uebrigens nichts mit Vlaamse Belang oder den Rechten im Allgemeinen zu tun. Sie sind sich des Problems durchaus bewusst und distanzieren sich deutlich von solchen Stroemungen. (Teilweise gibt es allerdings die Angst das z.B. Vlaamse Belang zu maechtig werden koennte)

@Madobe:
Zunaechst moechte ich mich integrieren weil ich sowas eigentlich als hoeflich empfinde, ein anderer Grund ist, das ich hier noch ein paar Jahre leben moechte. Die Kommunikation an sich funktioniert auch ohne Sprachkurs recht passabel.
Sprich mein englisch ist fliessend, ich sprech ein paar Brocken flaemisch und zur Not kann man auch gestikulieren. Jenseits von Eupen kommt man uebrigens mit deutsch nicht unbedingt weit.

@Takuma:
Das Problem hierbei ist, woran erkennt man das sich jemand integrieren will?

An meinem Beispiel gesehen finde ich es extrem schwer, ein Angebot zu finden das es mir ermoeglicht die Sprache zu lernen. Vor kurzem habe ich mir ein Herz gefasst und einmal eins der Sprach Institute angemailt. Nachdem ich nach Konsultation der Seite auf englisch nachgefragt ob das Angebot nur fuer Studenten gilt, wieviel es kostet und ob es extra Kurse fuer deutsche gibt kam nur ein knappes 'Besuch die Seite' zurueck. Zudem liegen die meisten Kurse immernoch in meiner Arbeitszeit.
Ich persoenlich finde nun das ich mich nicht weigere die Sprache zu erlernen, sondern man mir einen Haufen Steine davor legt. Vielleicht geht es denn ganzen Tuerken, und sonstigen Einwanderern in Deutschland aehnlich?

Ebenso mit der Integration im Allgemeinen. Wieviele Deutsche stehen einem Tuerken schon vorurteilsfrei gegenueber? Ich hab erfahren das normale Klischee-Frotzeleien schon an die Substanz gehen koennen. Nun wirken die meisten Vorurteile in Deutschland da etwas harscher.

Wie integriert man sich als Fremder und wie ermoeglicht man als Gastland am besten eine Integration?

madobe
11.09.2006, 13:21
teyl, hab ich gesagt das du dich nich integrieren sollst? oder wieso rechtfertigst du dich?

Eismond
11.09.2006, 13:25
Am Anfang dachte ich mir nichts dabei wenn ab und an mal Witze ueber Deutschland gemacht wurden, insbesondere rund um die Vergangenheit, oder man in diesem Zuge als "Sie kommt aus Deutschland; kann aber nichts dafuer" vorgestellt wird. Meistens sogar mitgelacht.
Das erste halbe Jahr war das noch witzig.
In der folgenden 4/5 Haelfte war es mir egal.

Mittlerweile wird es aber anstrengend.
Die handvoll Witze, etwa 4 die es anscheinend in eine belgische Bestenliste geschafft haben, finde ich nicht mehr witzig. Das lachen ist mehr ein grinsen und manchmal vergess ich es sogar, selten sogar vor aerger drueber.
Auf die Vorstellung alà "Sie ist deutsch, Entschuldigung" kann ich mittlerweile sehr, sehr gerne verzichten, ebenso wie Referenzen zum Krieg.

Wenn das nächste Mal einer so anfängt, kannst du ihn ja mal ganz nebenbei darauf hinweisen, dass dert erste belgische König ein Deutscher war. :mrgreen: Hier gibts Infos (http://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_I._%28Belgien%29)

Teyl
11.09.2006, 14:05
teyl, hab ich gesagt das du dich nich integrieren sollst? oder wieso rechtfertigst du dich?
Wollte mich nicht rechtfertigen sondern nur erklaeren wieso ich mich integriere *drop*

@Eismond:
Ich weis :-)
Auch das in Leuven wohl ein deutscher einmal regiert hat. ^.^;

madobe
11.09.2006, 14:09
ja wieso? versteh ich nich weil ich nich danach gefragt hatte ;)

für mich hat es wenig sinn sich in eine gruppe zu integrieren, die es einem schwerer machen als es nötig ist, unfairerweise.