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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Einstieg in die Klassik


Teyl
23.03.2007, 12:50
Hoi,

nun mir ist aufgefallen das mein Wissen bzw. von und zu klassischer Musik im Grunde ziemlich erbaermlich ist. Das heisst, wenn Klassik laeuft, erkenne ich bestenfalls die bekannteren Stuecke und an der Komponisten Zuordnung hapert es auch arg. Sofern der Komponist Beethoven oder Mozart ist oder die Nussknacker Suite von Tschaikowsky spielt, vielleicht noch der Hummelflug von Rachmanioff oder Walkuerenritt Wagners (dem Fernseh sei dank) ... aber da endet es ziemlich abrupt.
*huestel*
Sowas reicht schon fast nicht fuer ein gesundes Halbwissen.
Obwohl ich einmal in der Woche in einer Kneipe mit klassischer Musik Go Spiele.

Wie faengt man nun am besten an sich etwas Klassik Kenntnis anzueignen?
Bei Amazon ist es recht unuebersichtlich wenn man z.B. Mozart eingibt. Ein ganzer Haufen CD's und bei der Box steht dann dabei das die Aufnahmen nicht so gut sind. Bei Rachmanioff .. wo ich dachte das er mir wegen der Klavierstuecke gefaellt .. gibt es gar keine Box. Und bis man den richtigen Tschaikowsky (Iljitsch) hat's auch gedauert.
Keine Ahnung wie man da an Hayden, Liszt, Wagner oder so ueberhaupt sich annaehren soll.

Habt ihr Tipps?
Welche CD Teile sind zu empfehlen, welche nicht?
Wie habt ihrs gemacht?
Oder interessiert euch Klassik nicht?

Callista
23.03.2007, 13:45
Habt ihr Tipps?
Welche CD Teile sind zu empfehlen, welche nicht?
Wie habt ihrs gemacht?
Oder interessiert euch Klassik nicht?

Ich habe fast 10 Jahre lang Flöte gespielt und vorallem natürlich klassische Stücke, also hielt sich meine Begeisterung für Klassik in Grenzen...

Seit kurzen höre ich klassische Musik sehr gerne vorallem auf http://www.klassikradio.de/ der Livestream läuft bei mir immer nebenher. Kein nerviges Gequatsche und nicht immer das gleiche Lied 1000 mal. Entspannend und angenehm bei der Arbeit.

Ich persönlich liebe Filmmelodien und Opern.

CD´s habe ich mir noch keine gekauft, aber ich war bei 2 Opernaufführung und höre mir gern die Liveklassik Auftritte in München im Sommer an.

Eismond
23.03.2007, 16:49
vielleicht noch der Hummelflug von Rachmanioff
Auf die Gefahr mir jetzt wieder böse Schelte von dir einzufangen, aber es ist echt nicht bös gemeint; der Hummelflug ist von Nikolai Rimsky-Korsakoff.

Damit möchte ich allerdings nicht sagen, dass mein Wissen über klassiche Musik viel größer wäre.

Ach ja, was ich kenne und mag:
Schubert - Symphonie Nr. 8, die Unvollendete.
Beethoven - Mondscheinsonate (Die liebe ich, aber nur wenn sie im richtigen Tempo gespielt wird), Symphonie Nr. 5 und auch die berühmte 9.
Brahms - Ungarischer Tanz Nr. 5
Wagner – Siegfrieds Tod und Trauermarsch (unser Musiklehrer hat mich drauf gebracht)

Überhaupt kenne ich viel aus dem Musikunterricht. Dabei habe ich besonders enge Bekanntschaft mit Schubert geschlossen, der mich das letzte halbe Jahr meiner Schulkarriere begleitet hat. Und Beethoven mag ich auch, viele seiner Stücke gefallen mir.

Slime Half 1/2
23.03.2007, 18:01
Mir geht es leider ähnlich wie dir Teyl. Die Klassik ist eine Wissenschaft für sich (da ich viele Interessen hab, widem ich mich dieer nicht genug). Welche Aufnahmen zu empfehelen sind kann ich dir teils aber sagen. Die "His Masters Voice" Reihe (Hund mit Grammophon als Symbol) ist sehr hochwertig.

Davon hab ich zb 24 Capricci von Nicolo Paganini gespielt von Itzhak Perlman.

Wagner,Verdi, Tschaikowski, Mussorgsky, Orff, Beethoven, Bach, Rosselini, Vivaldi, Mozart, Smetana, Weiss, Dvorak....das sind die Komponisten von denen ich bisher CDs gekauft habe.

Teyl
23.03.2007, 19:47
Danke für den Link zu dem Radio und den Tipp für die CDs :D
Eine Quelle wo man auch noch gut zuhören kann wäre hier:
http://www.klara.be/html/continuo/html/070323.html
"Beluister Continuo on line" an klicken - in dem Popup dann drei Sternchen auswählen; man kriegt sogar gezeigt was grad läuft.

In die Oper trau ich mich mit meinen Kenntnissen nicht, zudem habe ich Angst vor der Kleiderordnung da.

@Eismond:
Wusste ich nicht, hast aber recht. Rachmanioff scheint es nur einmal für Piano adaptiert zu haben. Wieso sollt ich dir böse sein? Sorry wenn ich im Nachbar Thread einen etwas zu biestigen Eindruck gemacht hab.

Luci Hawk
23.03.2007, 20:01
Ich bin schon von klein auf (dank meiner Ma) mit klassischer Musik aller Art (alle möglichen Klassiker Beethoven, Mozart, Bach, Strauss, Tschaikowsky) berieselt worden und bin mit "normaler" Popmusik erst spät in Berührung gekommen. Meine Oma hat mich als Kind öfter in die Oper mitgenommen, wobei Operngesang zuhause anzuhören nervt mich ehrlich gesagt und ich könnte mich heute wohl auch auf eine Oper nicht mehr konzentrieren.
Klavier- oder Kammerkonzerte finde ich eher deprimierend, während Symphonien, Filmmusik und dergleichen mehr meinen Geschmack treffen. Allerdings habe ich wenig eigene Musik (Ravel, Vivaldi) zuhause.
Was mir aufgefallen ist, dass in Deutschland die klassische Musik eher weniger geschätzt wird. Auch wenn es für viele vielleicht uncool ist, aber es gehört doch irgendwo auch zum kulturellen Erbe. Im Musikunterricht wurde es bei mir zumindest kaum behandelt und scheint ein unbeliebtes Thema zu sein.
In Korea z.B. kennt jeder die deutschen und auch die anderen Klassiker. Es gehört zum guten Ton und als ein Zeichen von Bildung ein Instrument wie Klavier, Geige, Cello etc. spielen zu können. Alle meine Cousins & Cousinen haben ein Instrument gelernt und eine hat mal den zweiten Platz in einem nationalen Gesangswettbewerb gemacht.
Ein koreanisches Hiphop Projekt hat übrigens eine geniale Version von Pachelbels Canon in D gemacht, was ich aber auch im Original sehr mag:http://www.youtube.com/watch?v=ypGT58AmOpE


@ Teyl:
es gibt doch auch Opernführer, die nicht viel kosten und ein großartiges Abendkleid muss man in die Oper heutzutage auch nicht mehr anziehen. Nur ein bisschen gepflegt sollte man aussehen.

Eismond
23.03.2007, 20:08
Was mir aufgefallen ist, dass in Deutschland die klassische Musik eher weniger geschätzt wird. Auch wenn es für viele vielleicht uncool ist, aber es gehört doch irgendwo auch zum kulturellen Erbe. Im Musikunterricht wurde es bei mir zumindest kaum behandelt und scheint ein unbeliebtes Thema zu sein.

Also wir haben in der Oberstufe nur klassische Sachen gemacht. Oper, Ballett und klassisches Lied (-> Schubert).

Und noch was zur Situation klassischer Musik in Deutschland. Im Moment fängt imo grade wieder eine Boomphase, grade im Opernbereich, an. Das kann man schon an den Charts sehen, wo Anna Netrebko und Rolando Vilazon mit ihrem Duett-Album auf Platz 7 der Albencharts stehen.

Maunzilla
23.03.2007, 20:23
@ Teyl: Ich weiß nicht, wie das bei euch in Belgien ist, aber heutzutage geht eigentlich keiner mehr mit Frack und Abendkleid in die Oper. Wenn es nicht gerade eine Premiere an der Scala ist, tragen die Leute ganz normale bis leicht gehobene Alltagskleidung.
Aber in die Oper würde ich als Musik-Laie nicht unbedingt gehen. Da kann man leicht einen falschen Eindruck bekommen. Du siehts irgendwelche Gestalten in Zwangsjacken udn Nazi-Uniformen auf einer Müllkippe herumturnen und dabei singen sie Mozart oder Wagner. Und jeder halbwegs bei Trost seiende Mensch greift sich an den Kopf... Und selsbt wenn die Isnzenierung noch erträglich ist, kann es trotzdem zu Qual werden. Ich hatte als Schüler mal Karten geschenkt bekommen, für eine Oper von irgend einem russischen Komponisten. Die Oper dauerte über drei Stunden, gesungen wurde in Russisch, die Klimaanlage ging nicht richtig, und ich saß ganz hinten, neben mir eine Säule, über mir eine Batterie Scheinwerfer...

Es gab einmal vor Jahren im TV eine sehr schöne Serie, die hieß "Geschichte der Oper", da habe ich sehr viel gelernt. Natürlich gibt es auch Bücher zu dem Thema. Aber ohne Hörproben bringt das nur theoretisches Wissen.

Mein Rat: kauf dir möglichst viele Schallplatten. (Oder leih dir welche aus in der Bücherei.) Es gibt gerade im Klassik-Bereich zahlreiche preiswerte CDs. Es kommt nicht darauf an, daß es irgend ein brühmtes Orchester oder Dirigent ist. Klassik-Sampler sind auch ein guter Weg, um mal verschiedene Komponisten und Stile nebeneinander zu hören.
Klassik-Sender im Radio sind auch gut, denn dort werden normalerweise alle Musikstücke angesagt. So weiß man immer, was man gerade hört.

Luci Hawk
23.03.2007, 20:48
Und noch was zur Situation klassischer Musik in Deutschland. Im Moment fängt imo grade wieder eine Boomphase, grade im Opernbereich, an. Das kann man schon an den Charts sehen, wo Anna Netrebko und Rolando Vilazon mit ihrem Duett-Album auf Platz 7 der Albencharts stehen.

Mag sein, aber ich hab mehr an eine klassische Bildung gedacht, als an eine Modeerscheinung, die an einzelne Stars gebunden ist. Also an eine generelle Wertschätzung der Musik.

Maunzilla
23.03.2007, 21:03
Ich hatte in der Schule einen Musiklehrer, der selber Musiker war und Konzerte organisierte. Er leitete den Schulchor und hat kurzerhand alle seien Schüler zu Teilnahme an demselben verpflichtet. Wir haben so an drei Konzerten teilgenommen. Er war ein ziemlicher Spinner, aber auf seine Art auch ein liebenswertes Genie. Wir haben viel über Klassische Musik bei ihm gelernt (und viel gesungen). Dafür hat er uns weitgehend mit Theorie verschont. Von moderner Musik hatte er keine Ahnung. Das kam im Unterricht gar nicht vor. Ich glaube, er hat nicht viel von Lehrplänen gehalten. :-) Aber bei ihm habe ich mehr über Musik gelernt (und hatte mehr Spaß) als bei seinen Nachfolgern in der Mittelstufe, die uns mit Tonleitern und Notensystemen gequält haben.)

Teyl
23.03.2007, 21:29
Nun ich habe aktuell einen durchaus eklatanten Mangel an gehobeneren Ausgeh-Kleidung in meinem Schrank. Das heisst auch wenn ich nicht unbedingt mich in ein Abendkleid werfen würde so fehlt mir dennoch der passende Anzug.

Denn Eintrittspreis sehe ich da weniger als Problem. Ist ja nicht so als würde ich nicht arbeiten gehen. Das heisst ich rechne da schon mit etwa 100€ - 200€ und aufwärts.

Denoch bleibt da das Problem des fehlenden Wissen.
Das heisst man sitzt da und kann vielleicht gar nicht wertschätzen was einem geboten wird, weil die Kenntniss der Materie fehlt. Das Auge dafür worauf man achten sollte, das Gehör für die Nuancen. Vielleicht sogar die genaue Bestimmung was einen bei dem reichhaltigen Programm wirklich interessiert und wo man besser von Abstand nimmt. Weniger von der Inszenierung, als vom Klang.

@Luci Hawk:
Wieso findest du Klavier- und Kammerkonzerte depremierend?
Ich muß zugeben das meine erste Wahl entweder eine Oper gewesen wäre, oder die Darbietung eines Klavierkonzert. Letzteres weil mir eben "Fly of the bumblebee" recht gut gefällt.

Wobei ich mich in Bezug auf Klassik und Stimmung erst vorkurzen gründlich verschätzte. Wir sassen zu einem Go Spiel zusammen und der Gastgeber meinte er würde gerne Klassik auflegen, als Hintergrund. Der erste Vorschlag war "Bach", wollte gerade sagen "Ja, gern. Gute Idee" da lachte er und meinte es sei nur ein Scherz gewesen, Bach sei wohl zu 'schwer'. Gespielt wurde dann eine Sammlung von Stücken zu einem Instrument. (ich würde sagen Chello, denke aber das es was anderes war)

Ansonsten kann ich nur zustimmen.
Klassik wird in Deutschland zu wenig geschätzt.
In Belgien gibt es zwei Radio Sender, mit guten Empfang, die nur Klassik spielen. Es gibt Kneipen wo im Hintergrund Klassik läuft und der Fernseh auch für Arte-Opern gezeigt werden. Die Leute haben Klassik Fachwissen was nicht bei sporadisch auftauchenden Stars wie Netrebko, Pavarotti oder Vanessa Mae zum tragen kommt. Ebenso Klassiksammlungen die beeindrucken und soweiter.

Was die Schulbildung angeht seh ich nicht ganz so schwarz. In der Grundschule mußten wir auch ein Instrument spielen. Danach allerdings nicht mehr. Auch bekam man ein sehr rudimentaeres Wissen zu zumindest den "großen" das heisst Mozart, Beethoven und Bach. Es hätte mehr sein können .. nur hätten man uns dafür auch mehr motivieren müßen. Einen Großteil des Musikunterrichts habe ich schlicht vergessen.

Von meiner Familie, geht glaub ich keiner freiwillig in die Oper. Das endet kurz nachdem Kirchenchor-Gesang meiner Oma. *drops* Überhaupt war meine Familie dahingehend eher nahezu Bildungsfeindlich. Abgesehen von einer Aufnahme der Carmina Burana von Orff sowie einer Schallplatte von Ekseption (die Klassische Werke neu Interpretierten). Ahja und Zamfir, wobei ich ihn weniger zur Klassik zuordne.

@Maunzilla:
Ich denke das ich schon steueren könnte ob ich eine moderne oder traditionelle Aufführung erwische. Quasi von Arte trainiert ^^;

Schallplatten?
Da fehlt mir aktuell der Spieler, daher würde ich doch CD's bevorzugen. Das Problem ist hierbei nur das mit Anhalt fehlt die qualifiziert zu beurteilen. Das heisst ob die Aufnahme etwas taugt.

Shingetsu
23.03.2007, 21:34
"Beethovens 9. Symphonie" ist ein guter Einstieg,
und die anderen acht Symphonien sind auch gut.

Maunzilla
23.03.2007, 21:59
@ Teyl: CDs sind auch Schallplatten (nur eben digitale) :-) Ich habe mich einfach daran gewöhnt alle flachen, runden Tonträger "Schallplatte" zu nennen.
Es gibt eigentlich keine schlechten Aufnahmen. Da wird auch viel Aufhebens drum gemacht. Als Laie wirst du den Unterschied ohnehin nicht merken, ob das nun die Wiener oder die Berliner Symphoniker sind. Erst wenn du dich gut auskennst und deinen Geschmack gebildet hast, kannst du entscheiden, ob dir die eine oder die andere Interpretation besser gefällt oder ob sie der Intention des Komponisten eher entspricht oder nicht und ob es mit historischen oder modernen Instrumenten besser klingt. Das ist ein bißchen wie beim Wein.

Eismond
23.03.2007, 21:59
Es gibt gerade im Klassik-Bereich zahlreiche preiswerte CDs. Es kommt nicht darauf an, daß es irgend ein brühmtes Orchester oder Dirigent ist. Klassik-Sampler sind auch ein guter Weg, um mal verschiedene Komponisten und Stile nebeneinander zu hören.


Ja, grade der Klassik-Bereich profitiert davon dass man keine Tantiemen mehr an die Komponisten bezahlen muss. :mrgreen:

Es gibt eigentlich keine schlechten Aufnahmen.
Aber es gibt gute und schlechte Interpretationen. Zumindest habe ich die Erfahrung gemacht. Wie ich oben schon geschrieben habe, habe ich zwei Aufnahmen der Mondscheinsonate. Die eine finde ich perfekt, genau im richtigen Tempo. Die andere ist viel zu schnell gespielt und es ist einfach nur schrecklich anzuhören. Manchmal lohnt es sich schon, zwei verschiedene Versionen zu vergleichen um ein Stück wirklich einschätzen zu können.

Maunzilla
23.03.2007, 22:16
Das stimmt schon, aber dafür muß man eben viele aufnahmen gehört haben, bis man sich ein Urteil bilden kann. Und vieles ist auch einfach eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Ich kann zum Beispiel Klaviermusik nicht ausstehen, aber dafür mag ich Cembalo oder Orgelspiel.

Ich habe neulich beim Weltbild eine Klassik-Box mit 20 CDs für rund 25€ gesehen. Auch Einzel-CDs bekommt man recht günstig. Es gibt natürlich auch teuere.
Am Anfang würde ich einfach mal mit den bekannten Namen anfangen. Sie sind typisch für ihre Epoche und einen bestimmten Stil. Dann kann man sich an die exotischeren Werke und Komponisten herantasten.

Mozart ist ein guter Einstieg, weil er sehr eingängige Musik geschrieben hat. Wenn man die "Zauberflöte" zwei Mal gehört hat, kann man schon mitsingen.
Vivaldi hat sehr schöne Musik komponiert ("Die vier Jahreszeiten").
Wagner ist eher schwerfällig und bombastisch. Eher etwas für Fortgeschrittene. Verdi ist auch stimmungsvoll.
Ich persönlich mag die älteren Komponisten: Bach, Händel, Telemann, Monteverdi (der Begründer der italienischen Oper => "Orfeo ed Euridice") Das ist noch 16. Jhd.

Luci Hawk
24.03.2007, 00:01
Denoch bleibt da das Problem des fehlenden Wissen.
Das heisst man sitzt da und kann vielleicht gar nicht wertschätzen was einem geboten wird, weil die Kenntniss der Materie fehlt. Das Auge dafür worauf man achten sollte, das Gehör für die Nuancen. Vielleicht sogar die genaue Bestimmung was einen bei dem reichhaltigen Programm wirklich interessiert und wo man besser von Abstand nimmt. Weniger von der Inszenierung, als vom Klang.

Es gibt auch Aufführungen, bei denen es eine Einführung gibt. Oder CDs mit Audiokommentar. Ein Kollege hört auf der Arbeit immer Klassik-CDs mit französischem Audiokommentar. Allerdings glaub ich nicht, dass es schlimm ist, nicht gleich alles zu wissen oder die Unterschiede zwischen dem und dem Dirigenten/Orchester zu kennen.
Ich hör mir einfach was an und entscheide dann, obs mir gefällt oder nicht. Auch wenn irgendwelche "Experten" sagen sollten, oh die Besetzung des Orchesters von 1956 war viel besser, bla bla bla.



@Luci Hawk:
Wieso findest du Klavier- und Kammerkonzerte depremierend?
Ich muß zugeben das meine erste Wahl entweder eine Oper gewesen wäre, oder die Darbietung eines Klavierkonzert. Letzteres weil mir eben "Fly of the bumblebee" recht gut gefällt.


Das kann ich jetzt nicht an etwas bestimmten festmachen, die meisten verbreiten für mich eben eine etwas deprimierte Stimmung. Genauso alles was mit Cello zu tun hat. Ein paar meiner Verwandten sind richtige Cellofans - ein Onkel von mir hat seins extra von Korea nach Deutschland mitgeschleppt, als er mal zu Besuch war. Dieses Instrument verbreitet einfach eine Trauerstimmung.




Mozart ist ein guter Einstieg, weil er sehr eingängige Musik geschrieben hat. Wenn man die "Zauberflöte" zwei Mal gehört hat, kann man schon mitsingen.

Irgendein Kulturpessimist hat Mozart quasi den Klassik-Sellout vorgeworfen.


Vivaldi hat sehr schöne Musik komponiert ("Die vier Jahreszeiten").
Wagner ist eher schwerfällig und bombastisch. Eher etwas für Fortgeschrittene. Verdi ist auch stimmungsvoll.
Ich persönlich mag die älteren Komponisten: Bach, Händel, Telemann, Monteverdi (der Begründer der italienischen Oper => "Orfeo ed Euridice") Das ist noch 16. Jhd
:nick: Barockmusik hör ich auch ganz gerne..
Ich hab einmal ne Wagneroper gesehen und hab mich selten so gelangweilt. Es waren extrem lange vier Stunden, da guck ich in der Zeit lieber nen schönen Bollywoodfilm (wie eben grad) :mrgreen:

Maunzilla
24.03.2007, 00:24
@ Teyl: Wenn du 100-200€ für eine Eintrittskarte ausgeben kannst, dann dürfte doch wohl auch noch etwas für ein einfaches Kleid oder einen Rock+Bluse drin liegen? (Ich habe auch schon Leute in Jeans+Turnschuhen im Theater gesehen...)
So teuer muß der Eintritt aber gar nicht sein. Viele Theater und Opernhäuser bieten ein Last-Minute-Ticket an. Da kann man auf Gut-Glück kurz vor der Vorstellung für einen Spottpreis die besten Plätze bekommen.

@ Lucy: Cello kann auch ganz lustig sein. Der Kabarettist Matthias Deutschmann spielt bei seinen Auftritten auch Cello. :-)
Wagner ist auch nur etwas für ganz Hartgesottene. Wer den "Ring der Nibelungen" übersteht, den kann nichts mehr schrecken...

Zur Einstimmung auf die klassiche Oper kann ich den Marx-Brothers-Film "A Night at the Opera" empfehlen... XD

Kirjava
24.03.2007, 13:58
Ich hab hier ja schon ewig nicht mehr geschrieben, aber als angehende Musiklehrerin kann ich diesem Thread einfach nicht widerstehen...

Zu den Opern/ Konzertbesuchen:
Hier gilt meiner Meinung nach: keine Panik!
Zunächst einmal kosten hier in der Dortmunder Oper die teuersten (!) Karten für eine normale Aufführung 38 Euro. Wenn du jetzt in Brüssel in die Oper gehst (ich weiß ja nicht, wo in Belgien du wohnst) oder wenn für die eine Aufführung, die du dir ausgesucht hast, richtige Stars engagiert wurden, kann das natürlich mehr werden, aber normalerweise kommt man für 50 bis 60 Euro auch in die teuersten Opern und Konzerte.
Auch kleidungsmäßig brauchst du dir nicht so viele Gedanken machen. Ich gehe häufiger in klassische Konzerte, mal in "etwas schicker", mal in Jeans und Pulli. Blöd angemacht hat mich noch keiner, reingekommen bin ich auch immer. Natürlich benutzen gerade die Leute ab 50 aufwärts, die leider auch den Großteil der Opernbesucher darstellen, die Gelegenheit, ihre schicken Sachen auszuführen, aber viele der jüngeren Leute kommen in ganz normalen Klamotten.

Denoch bleibt da das Problem des fehlenden Wissen.
Das heisst man sitzt da und kann vielleicht gar nicht wertschätzen was einem geboten wird, weil die Kenntniss der Materie fehlt. Das Auge dafür worauf man achten sollte, das Gehör für die Nuancen. Vielleicht sogar die genaue Bestimmung was einen bei dem reichhaltigen Programm wirklich interessiert und wo man besser von Abstand nimmt. Weniger von der Inszenierung, als vom Klang.
Wie Luci Hawk schon gesagt hat, es gibt Konzerte mit Einführungen oder nachträglichen Gesprächen mit den Künstlern, die dir noch zusätzliche Informationen geben können, es gibt nicht nur Opernführer, sondern auch Konzertführer, die du vorher lesen kannst. Das kann dir schon einmal eine Richtung vorgeben, in die du hören kannst.

Bezüglich der Auswahl aus dem Programm würde ich vorschlagen, dass du dir etwas aussuchst, was gerade für dich interessant klingt oder auch nur, was dir zeitlich gerade am besten passt. Wenn ich das richtig verstanden habe, hast du ja wenig Erfahrung mit dem ganzen Bereich, und im Prinzip ist es egal, womit du anfängst. Gut, Mozart ist wahrscheinlich leichter zugänglich als Wagner, aber wenn dich gerade mehr interessiert, was der Lieblingskomponist von Hitler geschrieben hat, als was so ein dreistes Wunderkind vor 250 Jahren fabriziert hat, fängst du eben mit Wagner an. (oder umgekehrt ;-) )

Wobei ich mich in Bezug auf Klassik und Stimmung erst vorkurzen gründlich verschätzte. Wir sassen zu einem Go Spiel zusammen und der Gastgeber meinte er würde gerne Klassik auflegen, als Hintergrund. Der erste Vorschlag war "Bach", wollte gerade sagen "Ja, gern. Gute Idee" da lachte er und meinte es sei nur ein Scherz gewesen, Bach sei wohl zu 'schwer'. Gespielt wurde dann eine Sammlung von Stücken zu einem Instrument. (ich würde sagen Chello, denke aber das es was anderes war)

Hach, da musste ich ja schon grinsen, als ich das gelesen habe. Auf den allermeisten Klassiksamplern ist die "Air" von Bach aus einem der Brandenburgischen Konzerte drauf. Ein wunderschönes Stück, ganz bestimmt nicht "schwer", was auch immer das heißen mag. Die gesamten Brandenburgischen Konzerte sind meiner Meinung nach "leicht zugänglich". Immerhin hat Bach die ja auch für seinen damaligen Fürsten geschrieben, der wollte bei seinen Hofkonzerten nett unterhalten werden, und nicht Fugenstimmen zählen. Ich persönlich hör ja auch gerne die "Kunst der Fuge" so nebenher, was deinem Freund bestimmt zu "schwer" wäre.
Was ich eigentlich damit sagen will: Bilde dir deine eigene Meinung! Im Klassikbereich gibt es genauso Fans und Anti-Fans wie im U-Musik Bereich auch. Mich kannst du z.B mit Verdi oder Wagner verjagen, auch wenn ich objektiv weiss, dass die gute (im Sinne von harmonisch komplexe) Stücke geschrieben haben.

Ich bin auch in die klassische Musik reingewachsen, bei meinem ersten Opernbesuch war ich acht Jahre alt. Es gab natürlich die "Zauberflöte". :-)
Meine Lieblingsmusikepoche ist zur Zeit der französische Barock, da gehören zum Beispiel Couperin, Marais, Lully, Hotteterre zu.

Und ein toller Einstieg zu Mozarts Musik fällt mir noch ein: Der Film "Amadeus"! Der ist zwar historisch nicht so ganz korrekt, aber der Umgang mit Musik ist ganz toll. Zunächst ist die Filmmusik ausschließlich von Mozart, wodurch du gleich passende "Bilder zur Musik" mitgeliefert bekommst. Außerdem wird in dem Film immer wieder über Mozarts Musik gesprochen, das heißt, eine kleine "Hörhilfe" für Mozart ist quasi auch integriert. Und als Film an sich ist er auch gut zu sehen, es ist wirklich ein Spielfilm und keine verkappte Lehrsendung.

Noxiel
24.03.2007, 16:09
Für den Anfang und um Anschluß an die Welt der klassischen Musik zu finden, halte ich ganze Stücke von Komponisten für weniger gut. Eine Sammlung verschiedenster Künstler ist da erfolgversprechender. Ich kann mich übrigens erinnern, bei Aldi Süd vor einiger Zeit eine Klassik-Sammlung gesehen zu haben. Und für 10,- € kann man auch nicht viel falsch machen. Vielleicht gibts die immernoch.

Achja, das Brandenburgische Konzert von Bach ist wirklich sehr zugänglich und federnd leicht, wenn man so möchte. Beschwingt und wohl bestens geeignet einem noch unerfahrenem Publikum die Klassik näher zu bringen.

Edit:
Ich habe im Netz etwas gestöbert und das hier gefunden. Es ist nicht die Sammlung die ich im Sinn hatte, wird aber deinen Musikgeschmack hoffentlich treffen.

Aber sieh selbst....
Große Komponisten III von Aldi Süd (http://great-composers.tandem-verlag.de/index.php)
Die Grossen Meister der Klassik (http://www.amazon.de/Die-Grossen-Meister-d-Klass/dp/samples/B00067GKQA/ref=dp_tracks_all_1/303-9675672-8301033?ie=UTF8&qid=1174749912&sr=1-6#disc_1)
... und vor allem, höre selbst. ^^

Teyl
27.03.2007, 09:41
ow zunaechst mal danke fuer das Feedback. :D
Aber einmal der Reihe nach ^.^;

@Octopussy:
Mit Einstieg meinte ich nicht das ich komplett ahnungslos bin. Das heisst die Neunte von Beethovens erkenne sogar ich recht zielsicher wieder. Mein Problem ist eher der Schritt der danach kommt. Das heisst herrauszufinden welche der vielen Ba Ba Ba Baaaam Version nun wirklich gut ist und worauf man abseits der bekannten Melodie achten koennte. Gut es wuerde fuehr wahr vielleicht helfen das ganze mal komplett zu hoehren.

@Maunzilla
Mein Problem mit der Kleidung ist am ehesten das ich recht wenig Lust habe einkaufen zu gehen als das ich es mir nicht leisten koennte. Da allerdings demnaechst eh wieder Sommer-Shoppen ansteht werde ich mir auch so etwas wie eine Abendgaderobe zu legen. Also was fuer bessere Anlaesse ^^;

Wegen der unterschiedlichen Spielweisen, werde ich einfach mal auf gut Glueck kaufen, respektive habe ich es schon. Dabei habe ich auch gemerkt wie stark Interpretiert werden kann, wo Eismond wohl recht hat. Zum Beispiel kaufte ich mir Chopin - Metamorphoses, zumal auf der Packung drauf stand das Chopin irgendwie als Vorreiter des Jazz gilt:
http://www.amazon.de/Metamorphoses-Chopin-UK-Jagodzinski-Trio/dp/B00001NTL2/ref=sr_1_1/302-3437082-9636804?ie=UTF8&s=music&qid=1174900591&sr=8-1
(Ich hatte sie aus der Gebrauchtbox rausgefisch)
Naja das war dann eher ein Reinfall, anstelle es klassisch zu spielen, haben sie Jazz daraus gemacht. Was zumindest mir nicht gefiel. Mit Wein kenn ich mich nun gar nicht aus ^^;

Was Kompliationen angeht habe ich irgendwie vorbehalte.
Im jeden Bereich abseits der Klassik ist es fast eine sichere Methode mich davon abzubringen eine CD zu kaufen und unter anderem deswegen habe ich schon zweifel ob es sich lohnt CDs zu kaufen die z.B. nur Auszuege aus einer Sinfonie enthalten. Anstelle der kompletten. Irgendwie habe ich da das Gefuehl das etwas fehlt. Hm, aber ueberzeugt :) - werde denen doch eine Chance geben.

Mozart ist ein guter Einstieg, weil er sehr eingängige Musik geschrieben hat. Wenn man die "Zauberflöte" zwei Mal gehört hat, kann man schon mitsingen.
Oha, da musste ich doch recht breit grinsen. Kaum das ich den Namen Zauberfloete lass hoerte ich wieder im Geiste "Papagena, Papagena - Papageno, Papageno". Die Zauberfloete hatten wir wohl im Musikunterricht und ich glaube mich daran erinnern zu koennen das wie genoetigt wurden es zu singen. Daneben auch die "Vier Jahreszeiten" und "Peter und der Wolf". Letzteres aber mehr als Einstieg.
Nun gerade mir dem Stuecken kann man mich etwas jagen. ^^;

Ansonsten mag ich von Mozart Sachen wie 'Der tuerkische Marsch', 'Die kleine Nachtmelodie' oder auch das mit der Koenigin der Nacht und der Arie. Bei letzteren singe ich dann auch mal gern aus vollem Herzen mit. Das heisst wenn ich sicher bin das ich entsprechend laut werden kann und mich keiner hoert. :D (Man koennte es auch als vergnuegtes mitquietschen bezeichnen)

@LuciHawk:
Die Idee mit den CDs mit Audio-Kommentar klingt vernuenftig, werde beim naechsten mal nachsehen ob sie so etwas haben. Was ich schon hilfreich fand war das recht ausfuehrliche Booklet das teilweise bei liegt.

Die Sache mit der Stimmung scheint individuell zu sein. Vielleicht liege ich da auch nur abseits der 'normalen' Meinung. Vor kurzem gab es einen Fernseh-Film, auf den oeffentlich rechtlichen, zu J.S.Bach. Dabei gefiel mir vorallem das Klavierspiel seines Sohns (Friedrich?) sowie das Orgelspiel das er fuer Friedrich den grossen komponierte. Wobei das laut Film in der Intention geschah ihm maechtig, salopp gesagt, fuer die Provokation mit den Pianoforti, gegen's Schienbein zu langen.

@Kirjava
Danke das du dennoch geschrieben hast. :)
An Opern Staedten waere wohl Bruessel tatsaechlich naheliegend, immerhin wohne ich nur 25 km entfernt davon. Wobei ich festgestellt habe das es auch in Leuven die ein oder andere Oper- bzw. Klassikauffuehrung gibt. Ich werde mich einmal umsehen ob es sowas wie einen Konzert-/Opernfuehrer hier gibt.
Was das Programm angeht hatte ich vor schlicht zu nehmen was da ist, mit Ausnahme der Zauberfloete oder den Jahreszeiten ^^;

Was mich aber ueberrascht ist das, bisher hier im Thread zumindest, kaum einer Wagner zu moegen scheint. Gut, ich kenne nur den Walkueren-Ritt, aber der wusste mir immerhin doch zu gefallen. Von daher haette ich auch fast eine CD von ihm gekauft. Allerdings habe ich dann gesehen das da drauf stand "Highlights aus.." (Meistersinger und Lohegrimm) und da liess ich es doch. Naja und seine Werke im dritten Reich missbraucht wurden, ist zwar schade, sagt aber dennoch weniger ueber ihn aus. Immerhin war er da schon eine Weile tot.

Hach, da musste ich ja schon grinsen, als ich das gelesen habe. Auf den allermeisten Klassiksamplern ist die "Air" von Bach aus einem der Brandenburgischen Konzerte drauf. Ein wunderschönes Stück, ganz bestimmt nicht "schwer", was auch immer das heißen mag.
Hm, kann sein, wobei er auch viel fuer Kirchen geschrieben hat und Sachen wie "Mit einem Bein im Grabe stehend". Von daher vermute ich mal das er einfach nur die depressiveren Sachen hatte.

Die Frage mag sich nun merkwuerdig lesen,..
aber ich habe festgestellt das es Klassik mit deutschen Texten gibt. Die sich dann meistens um Kirche, Jagd oder Liebe drehen. Ist das alles oder hauptsaechlich von Bach?

Und ein toller Einstieg zu Mozarts Musik fällt mir noch ein: Der Film "Amadeus"!
Ist das der Film der von seinem 'Gegenspieler' erzaehlt wird?
Wenn ja habe ich ihn gesehen :)


Ansonsten allgemein mal erzaehlt habe ich nun ein paar CD's gekauft:
- Metamophorses / Chopin
In einer Jazz Interpretation.
Was einerseits die urspruengliche Klassik Aspekte lediglich nur noch erahnen laesst. Andererseits nicht unbedingt wohlklingender Jazz ist. Die Instrumente klingen 'falsch' gespielt, das ganze nicht so wirklich harmonisch und Tempo, Rythmus kommt auch keins auf kurz das was ich "Krawall-Jazz" nennen wuerde

- Beethoven Piano Concerto 1 bis 6 auf drei CDs
Gefaellt mir sehr gut bisher. Die Stuecke sind in drei Teile gegliedert, und von der Energie bzw. Gewindigkeit gut gesetzt. Das heisst man schlaeft nicht bei ein und bekommt keinen Energie ueberschuss. Bisher ist das meine Lieblings CD

- Franz Liszt 6 Ungarische Rhapsodien
An sich kaufte ich es weil mir der ungarische Tanz auf Zamfir gut in Erinnerung blieb. Zunaechst sind es zwar 6 Rhapsodien, aber der Produzent hat aus den mehr als 20 des Kuenstler einige rausgegriffen und sortiert. Sei's drum.
Also es klingt nicht schlecht, man kann es im Hintergrund laufen lassen, aber der Wechsel zwischen den Tanzteilen und den eher ruhigen Teilen ist mir etwas zu abrupt zudem strengt es irgendwie merkwuerdig an.

- Peter Tsjaikovski
Auch wenn es die Belgier komisch schreiben, es ist wohl Tschaikowski gemeint. Die CD ist wohl urspruenglich aus einer Heftserie einer Tageszeitung und als Einstieg gedacht das heisst es gibt "Erste Bekanntmachung" die beim Nussknacker anfaengt und beim Schwannensee endet und die "Integrale Werke" die mir bis dato nichts sagten.
Die erste CD gefiel mir, und ich haette mir vom Schwannensee und dem Nussknacker mehr gewuenscht. Mit der zweiten konnte ich irgendwie weniger anfangen. Vielleicht muss ich mich noch dran gewoehnen.

- Say no more / Brassband
Uhm, es stand bei der Klassik. Scheint aber Jazz zu sein. War weniger begeistert weil ich in gar unjazziger Laune war.

Kirjava
29.03.2007, 21:19
@Teyl:
Die Frage mag sich nun merkwuerdig lesen,..
aber ich habe festgestellt das es Klassik mit deutschen Texten gibt. Die sich dann meistens um Kirche, Jagd oder Liebe drehen. Ist das alles oder hauptsaechlich von Bach?
Die Frage ist schwierig zu beantworten, weil mir nicht ganz klar ist, was genau du mit "Klassik mit deutschen Texten" meinst.
Zu Bachs Zeit war es für Kantoren (also Leiter der Kirchenmusik in einer protestantischen Kirche) Pflicht, wöchentlich eine Kantate (Vokalwerk) aufzuführen. Viele von diesen Kantaten wurden dann selbst komponiert. Es gibt also eine Unmenge geistlicher Musik mit deutschen Texten aus der Zeit, längst nicht nur von Bach, aber die Kantaten von Bach dürften die bekanntesten und am häufigsten gespielten und veröffentlichten sein.

Vokalwerke wurden auch im Auftrag von reichen Bürgern und Fürsten komponiert, die sich dann eben um die Themen drehten, die die Geldgeber wünschten. auch hier gibt es wieder viele Komponisten, die sich daran versucht haben, und eher wenige, die heute noch gehört werden.

Also, dein Eindruck, dass da ganz viel von Bach stammt, dürfte eher die heutige Situation der Musikrezeption spiegeln, als die historische Situation zu Entstehungszeiten.

Ist das der Film der von seinem 'Gegenspieler' erzaehlt wird?
Wenn ja habe ich ihn gesehen :)
ja, genau der ist das :-)

Eismond
29.03.2007, 21:54
Die Frage mag sich nun merkwuerdig lesen,..
aber ich habe festgestellt das es Klassik mit deutschen Texten gibt. Die sich dann meistens um Kirche, Jagd oder Liebe drehen. Ist das alles oder hauptsaechlich von Bach?



Mir würde da auf Anhieb auch Schubert einfallen. Da kenn ich mich ein bisschen aus, weil, wie gesagt, ich das in der Schule gelernt habe. Schubert hat Gedichte vertont und auf diese Weise, ich glaube, drei Liederzyklen geschaffen. "Die schöne Müllerin" und "Winterreise" sowie "Schwanengesang". Dafür ist er eigentlich auch bekannt geworden. In der Regel wird der Sänger nur von einem Pianisten begleitet und die Lieder sind ziemlich schwermütig. (Aber gut!)

Teyl
06.04.2007, 09:59
*schwupps da schiesst der Thread wieder nach oben* ^.^
Also, wenn ich mich nicht schwer irre, kommt heute Abend ab etwa 19 Uhr oder 20 Uhr ein Spielfilm ueber Beethoven auf dem ZDF oder der ARD. Sah in der Werbung nett aus, gut mir gefiel die Szene mit dem Handy im Opernhaus XD

Wobei Beethoven fazinierend bombastisch und verhaeltnissmaessig chaotisch wirkt. Zumindest auf den CD's die ich mir nun dazu gekauft habe. Unter anderem habe ich so einmal die 9'te gehoert und einige Piano Stuecke. Wobei gerade bei letzteren erstaunt wie oft dort das Tempo und die Stimmung zu schwanken scheinen.
(Die 9'te hat mir btw. fast die Lautsprecher gegrillt ^^;)

Die Frage ist schwierig zu beantworten, weil mir nicht ganz klar ist, was genau du mit "Klassik mit deutschen Texten" meinst.
Eigentlich alles was mich in der Kneipe damit ueberrascht das es klassisch klingt, gesungen wird und ich den Text verstehe. ^^;

Spaeter viel mir dann auf das die Ode an die Freude ebenso wie Die Zauberfloete einen Text hat. Dennoch ist es interessant zu Wissen das die Komponisten damals mehr oder weniger gezwungen wurden kirchlische Musik zu komponieren und sich viele daran versuchten Fuersten mit entsprechenden Liedern samt Texten zu unterhalten.

Gold
09.04.2007, 23:05
Falls jemand gern Klassik auf Klavier hört, Evgeny Kissin spielt wunderschön. Hab mal im Fernsehn nen altes Neujahrskonzert gesehen. Dort hat er Tschaikovsky Klavier Konzert No. 1 gespielt, ein sehr schönes Stück. Meine bei youtube gibts glaub ich auch das video. Auch sehr schön Pictures at an Exhibition von Mussorgsky.

Teyl
23.05.2007, 00:35
Am Freitag Abend läuft auf dem ZDF die Show "Eine große Nachtmusik" http://www.zdf.de/ZDFmediathek/inhalt/6/0,4070,5334118-6,00.html
moderiert von Götz Alsmann.
Ich freu mich jedenfalls, Götzi, Klassik, Götzi. Perfekt.

Teyl
25.05.2007, 22:44
Eine Große Nachtmusik. ZDF! Jetzt!
Jazz, Klassik, Kabarett, Alsmann
Ein Traum

Teyl
12.07.2007, 03:43
Ein Resümee soweit.
Beethoven hat mich begeistert. Mittlerweile kann ich sogar wieder "An die Freude" auswendig. Wobei ich es immer noch merkwürdig finde das es ein Mann singt.

Danach beschloss ich Wagner zu mögen und versuchte mir "Die Walküren" auf Arte anzutun. Bei dem Versuch blieb es auch. Zunächst fand ich es übertrieben das in Adolf der Typ von Wagner Kopfschmerzen kriegt, tja nun kann ich ihn verstehen - grausig was die da gequäckt haben. Von der Geschichte ganz zu schweigen, der Anfang wäre selbst für eine Soap ein bisschen billig. Der Mann hat nach Shakespeare gelebt, - hätte er sich mal ein Beispiel holen sollen. Zudem war die Inszenierung nicht so meins.

Gefallen hingegen hat mir Farinelli, was der sang klang klasse, nur die Ohnmacht der Damen fand ich etwas übertrieben.

Dann habe ich mir eine Compilation gekauft, shame on me, Italienische Opern aus der Focus Edition. Endlich weiß ich woher die Musik aus der Schokoriegel Werbung stammt :D Nun fehlt nur noch die Herkunft von "Funicula, Funiculi" und ich bin glücklich ^^;
Das einzige Problem, danach wollte ich mir Rigoletto kaufen, als CD, damit ich nicht nur die knapp 3 Minuten "La donna è mobile" mitgröhlen kann und weil die Stimmen doch wesentlich angenehmer sind als Wagner. Nur welche Fassung nimmt man da? Amazon wirft 1.063 in der Kategorie Klassik raus.
Naja und ich denk mal wenn die singen macht das noch eher einen Unterschied als wenn sie Klavier spielen. oO