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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : EU-Erweiterung: Chance oder Risiko?


Takuma
29.04.2004, 22:03
Sie steht nun unmittelbar an. Die neue EU-Erweiterung.

Doch bringt sie uns Nutzen und Fortschritt oder Kosten und wirtschaftliches Verderben. Außer Frage steht: Viele der neuen Mitgliederstaaten sind wirtschaftlich in mehr als zweifelhafter Lage und haben enorm aufzuholen.
Diverse fragen stellen sich:

-Wird unsere Industrie (und mit ihr Arbeitsplätze) in diese wirtschaftlich schwächeren, billigeren Länder abwandern?
-Werden Drogenhandel und Kriminalität ob der wegfallenden Zollkontrollen einen rapiden Anstieg erleben?
-Wieviel Kosten und Förderungsgelder werden uns die neuen Staaten kosten?
-Wird die rasende Inflation dieser Staaten den Euro in eine weitere Talfahrt reißen?

Wie seht Ihr die Angelegenheit?

Shingetsu
29.04.2004, 22:12
Vor allem:

Wenn EU-weite Mindestlöhne festgelegt werden, wird dann der Standard nach unten angepasst ?
Es wird nicht so sein daß alle Löhne dann dem deutschen Standard entsprechen, sondern eher daß der deutsche Standard sinkt. :(
Deutschland wird das Miltank (die Melkkuh) für alle ärmeren europäischen Länder sein. Für uns selbst dürfte wohl kein großer Vorteil dabei rausspringen, ausser daß noch mehr El Kaida Terroristen nach Deutschland kommen wollen.
Europa muss seine Grenzen befestigen. Die Festung Europa muss uneinnehmbar sein !

Worfgang
01.05.2004, 05:13
Festung Europa?

Also hier (20km von Polen entfernt), haben sie in den letzten Tagen handzettel verteilt, das Zoll und Grenzkontrollen weiterhin durchgeführt werden, wenn auch vereinfacht (wobei sie mit den vereinfachten Kontrollen schon vor einigen Monaten angefangen haben, aber mir das eh egal is, da man als Student eh sonderrechte hat ^_-)
Und ich hoff ma nicht, das es da sofort eine Inflation geben wird. Die Länder werden zumindest die nächsten Jahre noch weiter ihre Nationalwährung benutzen und zumindest in Polen ist in den letzten Monaten nichts extrem teurer geworden. Ich hoff ma, das es so bleibt, weil so das Studentenleben an der polnischen Grenze ist recht angenehm (wenn man mal kein Bock auf Mensa hat, geht man halt in nen Restaurant ;) )
Was Arbeitsplätze angeht, es sind ebensogut Arbeitsplätze in *.de geschaffen worden, weil Firmen in den Osten expandiert haben...

Was ich nur komisch finde, ist, dass jetzt mit der EU Erweiterung so auf Völkerfreundschaft proklamiert wird, als ob es was besonderes wäre. Wenn ich sehe, das bei uns in der Uni vielleicht maximal 40% deutsche sind und der rest aus Polen und anderen Lädern und man hier sehr gut mit Leuten aus anderen Ländern auskommt (und grade polnische und russische Profs wesentlich freundlicher sind als deutsche) versteh ich so sachen wir "Ausländer"freindlichkeit nicht... o_O

Io
01.05.2004, 07:44
Mit der Aussage bzgl. vermeintlich wirtschaftlich schwächere "Neuzugänge" würde ich vorsichtig sein, vorallem in direkter Relation zum "derzeitigen" Deutschland. Denn auch dieses könnte seit geraumer Zeit von anderen EU-Mitgliedsstaaten auch als "wirtschaftlich unbefriedigend" kathegorisiert werden. :)
So wie wohl aber ein Großteil der europäischen Staaten (fairerweise erwähnt).

Bzgl. Drogen und deren Handel wird es sich mit den derzeitig erfassten Daten imo die Waage halten, einzig die EU-Statistiken darüber werden vermutlich "genauer" werden. :D
Wobei man das Problem natürlich nicht verharmlosen soll, den neuen Mitgliedern hier den schwarzen Peter (also die Hauptschuld) zuzuspielen halte ich aber für bedenklich da unsinnig.

Die Frage betreffend der "Schwächung" des Euro durch diese Staaten stellt sich zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht, da noch keiner dieser in die Währungsunion eingebunden ist.

Io

WoDCloud
01.05.2004, 12:22
hmmm ich denke mal das ein gewerbe aussterben wird zumindest für deutsche arbeiter und das ist der bau aber wenn ich mir schon anschaue das vor der eu erweiterung 80% der arbeiter auf den bau polen und tschechen sind ist es auch schnurz ist mir irgendwo auch lieber wenn ich sehe man wird von vorne bis hinten nur noch betrogen man bekommt kein geld und rechtlich kann man dagegen nicht vorgehen tja dann sollen sich die anderen damit rumplagen und nicht wir

ich denke aber das wird uns einen wirtschaftlichen aufschwung verpassen

Gangsterkatze
01.05.2004, 21:48
Ich habe mal eine Frage:Welche Länder sind jetzt eigentlcih dazu gekommen?

Noxiel
01.05.2004, 23:20
EU-Beitrittsländer

Tschechische Republik

Republik Estland

Republik Zypern

Republik Lettland

Republik Litauen

Republik Ungarn

Republik Malta

Republik Polen

Republik Slowenien

Slowakische Republik

01.05.2004, 23:48
Bis 2007 sollen AFAIK noch Grenzkontrollen stattfinden bei den Beitrittsländern.

Wirklich typisch, wie das jetzt wieder gesehen wird:

Chancen sieht man keine, aber Gefahren überall!

Genau diese Paranoia habe ich schon erwartet, z.B. bei Dir, Shin. :p

Polen ist zufälligerweise einer der größeren Handelspartner für Deutschland, jetzt mit den Erleichterungen aufgrund des EU-Beitritts steht eine neue Welt offen, ergreift die Chance.

Und das mit dem 'Aussterben' von Jobs wäre sowieso im Zuge der Globalisierung geschehen-

Shingetsu
02.05.2004, 11:28
@Urushima:

Nee. Das war nur meine erste Reaktion. Ich reagiere auf Neues generell erstmal mit Paranoia und Panik, aber jetzt find ich die Ost-Erweiterung sogar gut. Auch eine gemeinsame EU-Regierung soll es geben, damit Europa noch enger zusammenwächst. Die Festung Europa soll groß und mächtig werden.
:nick:

Gangsterkatze
02.05.2004, 13:50
Die wollen eine Eu-Trasse von Deutschland nach Polen bauen.Wie viele km?9 000?10 000 km?Irgendwas da?

Shingetsu
02.05.2004, 14:52
was ?
9000 Kilometer.
Von München nach Berlin sind nur 800 kilometer.
9000 Kilometer wäre ungefähr von Paris nach Moskau.

Gangsterkatze
02.05.2004, 15:30
Ich weiß es doch nicht genau.... :cry:

http://www.smiliegenerator.de/s23/smilies-46634.png

Worfgang
03.05.2004, 02:52
@Urashima

Grenzkontrollen gibt es noch nachwievor, einziger unterschied ist, das man den Ausweis jetz nur noch einmal vorzeigt, da deutsche und polnische beamte jetzt direkt zusammenarbeiten und nicht getrennt. Das is aber schon seit mehreren Monaten so.
Ansonsten was die Kontrollen anbelangt, sind sie zu 90% wie Fahrkartenkontrollen im Bus: Sprich, der Fahrer/Grenzer guggt eh nich drauf, sondern sieht den Ausweis und winkt durch

SweetMel
03.05.2004, 10:39
Der deutsche Arbeitsmarkt ist wohl bis 2011 erst mal vor ausländischen Arbeitskräften geschützt, diese brauchen weiterhin eine Arbeitserlaubnis. Aber natürlich wird es sich für Firmen lohnen, ausserhalb Deutschlands zu produzieren. Allerdings hat es das schon vor der Erweiterung.
Man darf aber nicht vergessen, dass auch Deutschland jetzt günstiger Exportieren kann als vorher.

Eine EU-Regierung wird wohl auch bald nötig sein. Die Handlungsfreiheit ist nun ziemlich eingeschränkt, da immerhin 25 verschiedene Staatsmänner im Parlament sitzen und abstimmen. Da bin ich mal gespannt, wie das laufen soll....

Nordine
03.05.2004, 15:02
Ich glaube, dass die Erweiterung eine große Chance ist. Denn die neuen Mitbürger werden auch bedürfnisse haben, die wir befriedigen wollen.

Die ersten paar Jahre, wird es vielleicht ziemlich heftig werden, dann wird sich aber alles normalisieren. Davon bin ich überzeugt. Denn Deutschland ist jetzt das Transitland geworden, und wir können der Haupt umschlag Platz werden.

Ich hoffe...

Shingetsu
03.05.2004, 15:27
Was haltet ihr vom EU-Beitritt der TÜRKEI ?

Die CSU ist voll dagegen, aber ich bin dafür, weil man die Türken dann leichter assimilieren kann. :twisted:
Äh, ich meine .. Ihr wisst schon .. Den radikalen Islamisten den Nährboden entziehen, indem wir die Türkei enger an Europa binden.

SweetMel
03.05.2004, 19:31
Ich fände es nicht so toll, wenn die Türkei beitreten würde... aber das hängt am meisten damit zusammen, dass ich im Rhein-Main Gebiet wohne -_- In Kelsterbach sind nur 20% der Einwohner Deutsch, aber gut.

Wenn man sich allerdings den Staat Türkei selbst ansieht, bin ich auch nicht überzeugt, dass er reif für den Beitritt ist. Vor allem menschenrechtlich gesehen :schmoll:

Aber im Moment ist ja noch nicht mal klar, ob die Verhandlungen überhaupt stattfinden werden.

DocTomoe
03.05.2004, 19:39
@SweetMel

Welcher Gedanken steht hinter deiner Verknüpfung der Ausländerquote Kelsterbachs mit einem möglichen EU-Beitritt der Türkei?

Das Menschenrechtsargument zieht IMHO nicht, solange es in Portugal (Beitrittsjahr 1986) Kinderarbeit gibt und britische Soldaten (1973) irakische Kriegsgefangene anpinkeln.

Shingetsu
03.05.2004, 19:43
@SweetMel:

Die Türkei muss sich dann aber auch an EU-Gesetze halten.
Wenn die zur EU gehören kann man sie leichter zivilisieren.
z.B. mit Menschenrechten usw.

DocTomoe
03.05.2004, 19:46
@Shingetsu ....

Ich finde es schon herb, wie du hier eine jahrtausende alte Hochkultur als barbarisch und unzivilisiert darstellst, wenn sie durch einen EU-Beitritt von uns leichter "gezüchtigt" werden könnte.

Nur, weil eine Gruppe (nachweislich) betrunkener Franzosen vor nicht mal 300 Jahren irgendwelche Rechte eingefordert haben, die sie später in der Terrorphase der Revolution zehntausendfach gebrochen haben, ist dies noch kein Grund eine moralische Überlegenheit zu präsentieren.

Shingetsu
03.05.2004, 19:51
@Doc:

Ich meine nicht daß alle Türken barbarisch sind, aber so ne Folter-Regierung wie die Türkei müsste sich dann an europäische Verhältnisse anpassen, und mittelalterliche Traditionen würden sich dann auch etwas lockern. z.B. daß eine Frau nur in Begleitung eines Mannes fortgehen darf. (ist vor allem in ländlichen Gegenden der Türkei noch verbreitet)
Wenn die Türkei ein EU-Staat ist können wir ihnen besser die europäischen Werte und den Zeitgeist des 21. Jahrhunderts beibringen.
z.B. daß Frauen auch ohne Kopftuch überall hingehen dürfen, und man anziehen darf was man will, und schwul sein darf etc.

DocTomoe
03.05.2004, 19:55
Genau das ist der Punkt, Shingetsu ... mit welcher Berechtigung sprichst du abschätzig über alte türkische Traditionen?

Folter ist eine dieser Traditionen, die ich im Übrigen auch im deutshen Strafrecht unter gewissen umständen befürworten würde (Siehe einen aktuellen Frankfurter Fall), die Verhältnisse zwischen den Geschlechtern sind auch im ach so fortschrittlichen Europa so anders nicht (auch ich mache mir Gedanken, sollte meine Verlobte bis spätnachts unterwegs sein).

Im übrigen ist die Akzeptanz homosexueller Beziehungen nicht unbedingt ein Ergebnis der christlich-abendländischen Kultur ...

Shingetsu
03.05.2004, 19:59
@DocTomoe:

Sich Sorgen zu machen ist ja ok. Aber du erlaubst ihr doch tagsüber alleine zum Einkaufen zu gehen, oder ?
Die Traditionen sind dort viel strenger als bei uns. Das entspricht ungefähr
den deutschen Verhältnissen im 18.-19. Jahrhundert.
Diese alten Traditionen waren auch mal unsere Traditionen. Wir haben Frauen früher auch wie Dreck behandelt, und gefoltert haben die Deutschen auch, aber Deutschland ging ein paar Schritte weiter, und blieb nicht im 19. Jahrhundert stehen.
Andere Länder wie z.B. Afghanistan blieben schon im Mittelalter stehen, und die Ureinwohner Australiens blieben in der Steinzeit stehen.
Wir haben auf unserem Planeten noch alle kulturellen Entwicklungsstadien von der Steinzeit bis Mittelalter und Gegenwart.
(man muss nur wissen wo)

DocTomoe
03.05.2004, 20:12
Hm, du plädierst also für eine generelle Verfortschrittlichung aller Gesellschaften der Welt nach europäischem Vorbild?

Auf welchem Entwicklungsstand sind die USA stehengeblieben, welches ist die fortschrittlichste Nation?

Würdest du es als Beleidigung empfinden, sollte sich herausstellen, daß etwa ... Moldavien (zufällige Auswahl aus 185 Staaten) weiter entwickelt ist? Wärst du dann bereit, moldawische Trachten zu tragen und moldawische Volkslieder zu singen, außerdem moldawische Gesetze und Riten einzuhalten?

... Bist du für die vollständige Vernichtung nichteuropäischer Kulturen?

Shingetsu
03.05.2004, 20:17
@Doc:

Es geht doch um den EU-Beitritt.
Wenn ich einer moldawischen Union beitreten wollen würde dann würde ich natürlich versuchen mich deren Niveau anzupassen. Offensichtlich wäre Moldavien dann viel fortschrittlicher und besser als Deutschland, sonst würde ich mich nicht der MU (Moldavische Union) anschliessen wollen. So eine Union baut schliesslich auf Gemeinsamkeiten auf.
Ausserdem muss eine Union sich schützen um den eigenen Standard zu wahren. Eine Angleichung nach oben ist daher viel wünschenswerter als eine Angleichung nach unten. Innerhalb Deutschlands müssen ja auch alle Staaten ungefähr gleiches Niveau haben. Es wäre undenkbar daß z.B. Hessen barbarische Sitten wie im Mittelalter pflegt, so mit Folter und so, weil dann könnten sie aufgrund der deutschen Verfassung gar kein deutscher Bundesstaat sein.

DocTomoe
03.05.2004, 20:21
Du missverstehst, vermutlich absichtlich ... und ich habe keine Lust, mich darüber zu streiten.

Das Ziel der Europischen Union ist nebenbei nicht die Europäisierung der Welt, sondern die Befriedung durch Mitglieschaft in einer übergeordneten Organisation. Das Menschenrechte dabei nur eine Notwendigkeit pro forma sind, zeigt sich etwa an den Menschenrechtsverletzungen, wie sie jeden Tag durch europäische Truppen (auh deutschen) im Auslands verübt werden, und an Menschenrechtsverletzungen, wie sie europäische Polizeieinheiten begehen (willkürliches und widerrechtliches Festhalten im Falle eines vagen etwa in der sogenannten 30-km-Zone um die Außengrenzen).

Ich habe die Vermutung, die Menschenrechte dienen hier als eine Art Totschlagsinstrument, um einen türkischen EU-Beitritt im Keim zu ersticken.

Nordine
03.05.2004, 20:35
es gibt hierzu auch verschiedene Theorien. Meine Eigene ist leider, dass es überhaupt keinen NAchvollziehbaren Grund gibt, die Türkei nicht in die Verantwortung der EU zu nehmen. Leider.

Ich vermute sogar, dass deren Glauben eine Barriere, wenn nicht sogar die einzige ist....

Das Wirtschaftswachstum ist völlig in Ordnung. Das Militär hält sich aus der Regierung zurück. Also warum nicht.

Wirtschaftlich steht eigentlich dem nichts entgegen. Es kommt mir vor als ob immer nur eins gesehen wird:

Wenn eine Grenze fällt, wird unser Land mit Emigranten überströmt. Die Aktuellen Daten zeigen allerdings genau das Gegenteil....

Shingetsu
03.05.2004, 20:39
Das Hauptargument ist daß die Türkei zu 90% nicht mehr zu Europa sondern zu Asien gehört. Der Bosporus bildet die Grenze.

http://www.bluewater.de/karten/tuerkei.jpg

JPF as Mod support:

Das war schon das dritte Mal, daß ich ein zu großes Bild von Dir in eine URL umgewandelt habe.
Nochmal ein solch großes Bild, daß man anfangen muß, den Text zu scrollen oder ohne DSL erstmal einen Kaffee trinken gehen kann, bis der Thread da ist und ich muß Dich verwarnen !

Danke !

Nordine
03.05.2004, 20:41
Es gehört aber auch zu Europa... also ist das wohl eher ein Argument, was gewollt vorgeschoben wird...

Shingetsu
03.05.2004, 20:42
@Nordine:

Ein kleines Fitzelchen der Türkei gehört noch zu Europa.

Nordine
03.05.2004, 20:47
findest Du dieses Bild nicht irgendwie Unfair?

na gut, goelogisch magst Du recht haben, aber wirtschaftlich sollte man doch hier ein Auge zu drücken..

Shingetsu
03.05.2004, 20:51
hmm ja. ich hätte auch nichts dagegen. Besser sie gehören zu Europa und können sich an europäischen Werten orientieren, als daß die islamischen Fundamentalisten dort Fuß fassen.

Nordine
03.05.2004, 20:53
meine Mama hat immer gesagt:

"Solange es den Leuten gut geht, kommen sie auch nicht auf dumme Gedanken"

ich glaube, das kann man Analog übertragen...

SweetMel
03.05.2004, 21:39
das problem ist, dass hier zwei unterschiedliche Kulturen aufeinanderprallen. wie gut das funktionieren würde, weiß ich nicht.

und ich habe bedenken, dass noch mehr türken nach deutschland emigrieren würden. ich bin nicht rassistisch, aber ich finde es irgendwo nicht so angenehm mich in meinem land als fremde sehen zu müssen.

aber abgesehen davon liegt der eventuelle beitritt der türkei noch sehr weit entfernt. ursprünglich geht es hie um die neuesten mitglieder. ;)

Nordine
03.05.2004, 21:53
@sweetmel

Aber es kommen doch immer weniger zu uns! die Immigranten Zahlen sinken immer weiter.
Das ist doch völligst daneben immer nur einen diesen aufzuzählen, der auch noch nicht eimal so korrekt ist.

JPF
03.05.2004, 22:34
Im Gegensatz zu meiner Partei, bin ich für einen Beitritt der Türkei zur EU und gegen ein endgültiges Nein zur Vollmitgliedschaft.

Die Türkei ist traditionell, wirtschaftlich, militärisch und diplomatisch eng mit Europa verbunden. Sie ist eine Brücke zu der arabischen Welt, sowohl politisch, als auch ökonomisch.

Aber: Kein Beitritt jetzt !

1.Trotz Verbot, wird weiter gefoltert. Warum wird sonst mit Hinweis darauf, der Kalif von Köln nicht dahin abgeschoben.

2.Nationale Minderheiten werden weiter diskriminiert. Noch immer sind Abgeordnete des türkischen Parlaments in Haft, weil sie den Eid auf die Verfassung auf kurdisch sprechen wollten. Der Genozid an den Armeniern wird weiterhin geleugnet und ist nicht aufgearbeitet.

3.Die Bevölkerung ist größenteils nicht soweit.
Umfrage der EU-Kommission:
Würde es sie stören, daß neben Ihnen ein Homosexueller wohnt ?
EU: 18 % ja
Türkei: 61 % ja
Und ein Jude ?
EU: 8 % Ja
Türkei: 91 % Ja

So schlimm die Zahlen für die EU sind, sind die Zahlen doch ein Ausdruck, wie wenig liberal die türkische Bevölkerung ist.
Die Vielweiberei ist zwar offiziell abgeschafft, existiert aber immernoch (Quelle: ZDF). Frauenrechte sind gerade in den ländlichen Gebieten noch weit unter EU-Durchschnitt.

4.Die Wirtschaft ist noch deutlich schwächer, als in allen anderen EU-Staaten. Ein Aufbau der Türkei kann sich die EU angesichts der Aufgaben in Osteuropa z.Zt. nicht leisten.

5.Die Türkei hat keine sicheren Grenzen. Kurdistan versucht immernoch unabhängig zu werden, Syrien, der Irak, der Iran, Armenien, Georgien und Aserbaidschan sind Unruheherde.

6.Nach der Bevölkerung wäre die Türkei in wenigen Jahren das größte EU-Land. Eine Integration ist deshalb nicht von heute auf morgen möglich.

7.Das Militär hat eine zu große Macht in der türkischen Verfassung. Sie dient zur Verhinderung anti-säkuilarer Kräfte, hat aber in einem demokratischen Europa nichts zu suchen.

Europa ist nicht einfach nur ein Wirtschaftsraum, es ist eine gemeinsame Idee und die Türkei ist noch weit von dieser Idee entfernt.

Übrigens stimmt das Geographie-Argument nicht ganz. Zwar ist die Türkei zu 90 % asiatisch, aber Zypern ist es zu hundert Prozent.
Außerdem kann man IMO nicht eine Idee von einer willkürlich gezogenene Grenze oder tektonischen Platten abhängig machen.

Ich würde sogar in sehr ferner Zukunft, unter der Bedingung der angeglichenen Grundwerte, einen Beitritt aller Mittelmeeranreinerstaaten befürworten, da das Mittelmeer eher verbindet, als trennt.
Wieso sollte das nicht gelten, was Jahrtausende unter Phöniziern, Griechen und Römern galt ?

Shingetsu
03.05.2004, 22:40
3.Die Bevölkerung ist größenteils nicht soweit.
Umfrage der EU-Kommission:
Würde es sie stören, daß neben Ihnen ein Homosexueller wohnt ?
EU: 18 % ja
Türkei: 61 % ja
Und ein Jude ?
EU: 8 % Ja
Türkei: 91 % Ja

Sag ichs doch.. So wie Deutschland vor 100 Jahren.
Rückständig halt.
So um 1900 rum waren in Deutschland Juden und Schwule vermutlich genauso beliebt wie heute in der Türkei.

Nordine
03.05.2004, 22:44
hm... aber den OSteuropäern wurden doch auch Auflagen gegeben, unter welchen umständen sie wann in die EU kommen dürfen.

Dass die Türkei sofort in die Eu kommen soll, davon sprach hier ja auch keiner.

Es muss doch nur ein einziger Schritt gemacht werden und zwar der der besagt:

"Liebe Türkei, wenn Ihr oben benannte Punkte bis zum Jahre 2010 ändert, zumindest zum großen Teil, dann willkommen in der EU, wir werden die Fortschritte im Jahre 2008 weitgehend Prüfen."

Dieser einzige Schritt.

JPF
03.05.2004, 22:58
Das Problem ist, daß, wenn der Zug erstmal läuft, er nicht mehr zu stoppen ist.
Und mal ehrlich: Glaubst Du, die Bevölkerung ändert sich in ihrere Einstellung innerhalb der nächsten 6 Jahre ?
Der Prozeß dazu wird mindestens 20-30 Jahre dauern. Vom wirtschaftlichen ganz zu schweigen.

Die Türkei hat bisher nur wenige Schritte getan, wenn auch mehr in den letzten 5 Jahren, als in den 50 Jahren zuvor.

IMO sollte der Türkei die Mitgliedschaft offen stehen, aber es wäre ilosorisch anzunehmen, daß sie beitrittsfähig bis 2030 sein wird.

Nordine
03.05.2004, 23:14
das mit 2010 war doch nur ein BEISPIEL.

Man muss den Leuten doch ein Ziel vor Augen führen. Sonst geht die Motivation völlig in den Keller.

Nordine, wenn du Ende des Jahres mit dem Rauchen aufhörst, bekommst Du 1000?.

Sofort!

Dann habe ich ein Ziel vor Augen. Ich bin motiviert mich zu ändern. Lster abschaffen, dafür eine Belohnung erhalten. Wenn ich mit dem Rauchen aufhöre und die 1000? nicht bekomme, fange ich wahrscheinlich aus Frust wieder an. Dumm, ich weiß, aber es gibt nichts schlimmeres als einen Traum zu zerstören.

Takuma
03.05.2004, 23:20
Die geschichtliche Vergangenheit der Welt lehrt uns, das aller Wahrscheinlichkeit die europäische Union noch zusammenbrechen wird, ehe die Türkei auch nur ansatzweise im Stande ist ihre gesellschaftspolitischen wie wirtschaftlichen Defizite zu überwinden um überhaupt für eine Kandidatur in Frage zu kommen.

Nordine
03.05.2004, 23:24
Ja super Argumentation.

sorry, aber dann können wir ja gleich anfangen die Grenzen neu zu besetzen und Brüssel niederbrennen. - Entschuldigt bitte die Polemik-

Jeder von uns, tut bitte seinen Beitrag damit das nicht passiert also:

AM 13. JUNI WÄHLEN GEHEN!

Knisi
03.05.2004, 23:30
Hm, gestern hat der polnische Präsident seinen Rücktritt perfekt gemacht.
Ich weiß nicht so genau, was ich davon halten soll...
Hält er sich nicht für fähig, oder glaubt er, die EU-Erweiterung wird alle ins
Unglück stürzen, so dass er seinen Kopf vorzeitig aus der Schlinge zieht ?

Naja, und mit dem Subventionieren sollte good old Germany eh den Ball
flach halten.

1. Geld ist eh keins mehr da.

2. Ist in Ostdeutschland schon schiefgelaufen.
Und damit jetzt bitte keine Mißverständnisse aufkommen : Ich habe nichts
gegen ostdeutsche Mitbürger ! Denn das (laut SPIEGEL 15/04) Cottbus eine beheizte Bahnhofshalle hat, dafür aber in der Uckermark fast 25 %
arbeitslos sind, haben ja nicht die "Ossis" verwurstet.
Oder Beispiel Süditalien : Jahrzehntelang subventionierte die EU Olivenbäume, die nie gewachsen waren und finanzierte die Schlachtung von Rindern, die nie das Licht der Welt erblickt hatten. Die wirtschaftliche Angleichung, die dadurch eigentlich entstehen sollte, kam natürlich nicht zustande.
Die EU (und auch Deutschland selbst) hat also aus der Vergangenheit genügend Beispiele dafür, wie man es NICHT macht. Wir können nur hoffen, dass es diesmal anders läuft.

Takuma
03.05.2004, 23:31
AM 13. JUNI WÄHLEN GEHEN!

Yap. Werd' ich. Wie immer. Welch ein Narr wäre ich, würde ich die einzige Chance in den Wind schreiben die Geschicke unseres Landes und der europäischen Gemeinschaft zu beeinflußen. Ich wähle: Immer!
Also. Villeicht hilft das ja, einige meiner traditionellen Asympthisanten zum Wählen zu bewegen:

"Wählt! Oder Takuma's Stimme bestimmt Euer Schicksal mit!" *rofl* :lol:

Nordine
03.05.2004, 23:38
Gut gebrüllt Löwe! Und Du hast vollkommen recht! Ich gehe zwar nicht nur zur Wahl weil ich glaube, Du triffst die falsche entscheidung, aber ein GRund ist das bestimmt :lol:

@=^^=

Der Skandal in Italien war ja perfekt. Aber mit den Subventionen kann man wohl auch ein eigenen Threat eröffnen, soviel wie da schief gelaufen ist...

Ich hoffe, dass im Osten nicht so viel schmu gemacht wird. Wahrscheinlich Utupie, aber der Glaube läßt mich am Leben.

Nordine
04.05.2004, 09:17
Ich habe heute in einer Zeitung ein höchst Interessanten Bericht über die EU-Erweiterung und die damit verbundenen Ängste gelesen, nun er ist zwar mit einer spitzen Feder geschrieben, ich gebe mal Auszüge wieder:

1. Thema: Arbeitsplätze wandern ab, die Armen kommen nach Deutschland:

Der Autor schreibt, dass die Firmen die sich nach Osten orientieren, bereits dort sind. Bereits in den 90ern wanderten die Firmen dorthin ab.

Die Schwarzarbeit, ist auch kein Problem der Ost-Erweiterung, sondern ein Hausgemachtes Problem.

2. Thema: Wer soll das bezahlen...
Die EU ließ es sich 19 Milliarden Euro, kosten in den Ost-Staaten zu invenstieren. von 1990 bis jetzt. Das bedeutet pro Bürger sind das 60 Euro im Jahr. 5 Euro pro Monat. In den nächsten Jahren kostet die EU-Erweiterung effektiv (Einzahlungen werden Abgezogen, bestimmte Hilfen können die Neuen nicht abrufen etc.) auf etwa 10 - 12 Milliarden Euro.

3. Thema: Kriminalität steigt.
Das ist etwas, was Global schon eine gewisse Tendenz hat. Das liegt auch nicht an den Neuen. Frauenhandel, gibt es nur, weil es eine Nachfrage in unserem Land gibt. Ein Ausflug nach Tschechien ist günstiger als nach Thailand. Man sollte auch mal anfangen die Nachfrage zu bremsen. Thailand statutiert gerade wunderbare Exempel.

4. Thema: Mängel der Qualität der Produkte.

Fakt ist, dass die Neuen ihre Waren nur auf den binnen Markt werfen dürfen, wenn Hygienestandarts eingehalten werden. Atomkraftwerke wurden modernisiert bzw. Abgestellt. Ohn den Beitritt wäre es anders verlaufen.

Frei Zitiert aus der Zeit Nr. 19. Ein wirklich Hochinteressanter Artikel. Den man lesen sollte.