Anime Copyright Alliance
Von: lw
03.12.10
Anime Deutschland
Interview mit Dr. Michael Wache
Unter dem Motto "Es geht nur gemeinsam!" nahm die Anime Copyright Alliance (ACA), ein Bündnis von Fans, Content-Anbietern, Medienakteuren und Händlern, am 1. September ihre Arbeit auf. Seitdem wird in Fanforen wie auch in der AnimaniA-Leserpost gelobt und geschimpft, aber in jedem Fall kontrovers über die Zielsetzung der ACA diskutiert, illegale Raubkopien von in Deutschland lizenzierten Animes aus dem Netz zu verbannen. Grund genug, mit Dr. Michael Wache, dem Initiator der ACA und Geschäftsführer der Anime on Demand GmbH, über die aktuelle Situation, die nächsten Schritte der ACA sowie die Weiterentwicklung von Anime on Demand (AoD) ausführlich zu sprechen.
Herr Wache, schon lange vor der Gründung der ACA haben Sie sich mit dem Thema Piraterie beschäftigt. Woher kommt Ihre Leidenschaft für diese Problematik?
Michael Wache (MW): Leidenschaft kommt bisweilen von „Leiden“. Meine Leidenschaft für das Thema Piraterie kommt daher, dass Piraterie für unser VoD-Projekt Anime on Demand von Beginn an ein erheblicher Leidensfaktor ist.
Als wir Anime on Demand Anfang September 2007 starteten, hatten wir nur einen Wettbewerber – die Piraten. Und gegen deren Angebote hatten wir ausgesprochen schlechte Karten, denn bei den Piraten gab es Animes for free. Wir hingegen wollten und mussten unsere Animes im Internet verkaufen – Animes, die zudem noch das Manko eines restriktiven DRM-Schutzes haben. Damit war klar: Wir werden unser Online-Geschäft nur voranbringen, wenn es uns gelingt, die Piraterie wirkungsvoll einzudämmen. Das Aktionsfeld Anti-Piraterie war deshalb von Anfang an ein zentrales Aufgabengebiet für mich.
Welche Erkenntnisse haben Sie inzwischen in ihrem Job als Piraterie-Beauftragter gesammelt?
MW: Nach drei Jahren Learning by Doing haben wir einen soliden Fundus an Know-how zusammengetragen. Wir kennen alle Orte und technologischen Spielarten der Piraterie im Internet. Wir wissen, wie die Menschen ticken, die illegale Anime-Kopien ins Netz stellen. Wir wissen, wie die Menschen ticken, die illegale Anime-Kopien im Netz konsumieren. Wir kennen die Mittel und Maßnahmen, die bislang in der deutschen und internationalen Medienwirtschaft eingesetzt und erprobt wurden und werden, um Menschen davon abzubringen, illegale Kopien im Netz anzubieten oder zu konsumieren. Und wir kennen die Wirkungen dieser Anti-Piraterie-Maßnahmen.
Weshalb haben Sie nun die ACA gegründet?
MW: Aus eigenen Erfahrungen und unzähligen Anti-Piraterie-Aktionen in anderen Medienbranchen wissen wir inzwischen recht gut, welche Maßnahmen etwas bringen, welche nichts bringen und welche gar kontraproduktiv sind. Nichts bringen Maßnahmen, die bei der Mehrheit der Konsumenten von Animes und Mangas keine Akzeptanz finden. Gänzlich kontraproduktiv sind deshalb juristische Maßnahmen gegen Konsumenten illegaler Kopien. Aktionen, die allein von Publishern getragen werden, bringen auch wenig. Und es reicht nicht, illegale Kopien aus dem Internet zu entfernen. Aus diesen Negativ-Erfahrungen lässt sich der Schluss ziehen: Nur mit einer nachhaltigen Initiative, die von allen Akteuren der Anime- und Manga-Branche getragen wird, kann es gelingen, die Fans von Animes und Mangas dafür zu gewinnen, der Verlockung illegaler Kopien zu widerstehen und Animes und Mangas legal zu erwerben.
Ich denke, dass es in der deutschen Anime-Branche auf Grund zweier Faktoren weitaus größere Erfolgschancen für so eine konzertierte Initiative gibt als in anderen Medienbranchen. Faktor 1: Wir haben eine große engagierte und stark organisierte Fanbasis. Faktor 2: Die negativen Auswirkungen der grassierenden Gratismentalität sind inzwischen auch für die Fans schmerzhaft spürbar. Es kommen heute deutlich weniger Animes auf den Markt als noch vor wenigen Jahren. Und mit ADV, TOKYOPOP, SPV und OVA Films haben sich in den letzten drei Jahren vier namhafte Verlage gänzlich aus dem Anime-Geschäft zurückgezogen.
Warum haben Sie auch die Fansubber ins ACA-Boot geholt?
MW: Die Fansubber sind eine höchst interessante Besonderheit der Anime-Kultur. Die deutschen Fansubber sind eine heterogene Community junger Menschen, die ihr Hobby mit unterschiedlichen Motivationen und in unterschiedlicher Qualität praktizieren. Von quick & dirty bis professionell, von „ich bin der Größte“ bis total vernünftig ist da alles dabei. Einige Fansubber verstehen sich als Kritiker und Konkurrenten der Publisher. Weit verbreiteter sind aber der Wunsch und die Bereitschaft mit Publishern zusammenzuarbeiten. Ich habe inzwischen mehrfach die Erfahrung gemacht, dass Fansubber sehr verlässliche und verantwortungsvolle Partner sind. Deshalb bin ich überzeugt, dass es zwischen Publishern und Fansubbern Kooperationen geben kann, von denen beide Seiten profitieren.
Für Sie gibt es gute und böse Produktpiraten?
MW: Ja, vereinfacht könnte man das so ausdrücken. Piraterie ist die Interaktion zwischen Menschen, die illegale Kopien ins Netz stellen und Menschen, die diese illegalen Kopien konsumieren. Im Anime-Bereich gibt es drei Gruppen von Menschen, die illegale Kopien ins Netz stellen: Die Fansubber, die Anime-Fans, die ihre Lieblingsserien ins Netz stellen, um sich bei Gleichgesinnten beliebt zu machen, und die kriminellen Piraten, die Animes und Mangas en masse uploaden, um damit fett Kohle zu machen. Meine langjährige Erfahrung mit diesen drei Gruppen haben mich zu der Einschätzung gebracht: mit den Fansubbern kann und muss man kooperieren, die Anime-Fans kann man mit Aufklärung gewinnen und die kriminellen Piraten muss man gemeinsam mit den Fansubbern und Anime-Fans bekämpfen. Für Fansubber und Anime-Fans sind Animes ein hohes Gut, für die kriminellen Piraten sind sie nur Mittel um Kohle zu machen.
Welches Resümee ziehen Sie nach den ersten drei ACA-Monaten?
MW: Wir haben fast alle bekannten Akteure der deutschen Anime-Branche als Partner an Bord. Bis Ende November werden sicher auch die Manga-Verlage dazu kommen. In der Fan-Community hat die ACA-Initiative ein großes Echo gefunden und kontroverse Debatten ausgelöst. Und unsere Linkhunter haben das Angebot an illegalen Kopien im Internet inzwischen schon merklich ausgedünnt. Ich glaube, nach nur drei Monaten ist das eine ganz passable Bilanz.
Welche Schritte haben Sie mit der ACA als nächstes geplant?
MW: Unsere Linkhunter werden ihren Job ohne Erbarmen fortsetzen. Aber wie gesagt, das Entfernen illegaler Kopien aus dem Internet allein reicht nicht. Die weit größere Herausforderung wird es sein, mehr und mehr Fans dafür zu gewinnen, Animes und Mangas (wieder) legal zu erwerben. Wie wir das schaffen können, möchte ich Anfang kommenden Jahres mit allen ACA-Partnern in einer Brainstorming-Konferenz beraten. Da sollen alle Partner ihre Ideen einbringen und einen gemeinsamen Aktionsplan erarbeiten. Ich setzte große Hoffnungen darauf, dass die AnimaniA dazu einen gewichtigen Beitrag leisten wird. Mir ist klar, dass das ein verdammt dickes Brett ist, aber ich bin zuversichtlich, dass uns da viel Kreatives einfallen wird, schließlich sind wir ja in der sogenannten "Kreativwirtschaft" tätig.
Viele Anime-Fans fordern, dass sich die Industrie nicht nur auf das Eliminieren illegaler Bezugsquellen konzentrieren sollte, sondern vielmehr auch attraktive Angebote für den Endverbraucher schaffen muss. Wie müsste der Markt Ihrer Meinung nach darauf reagieren?
MW: Ganz klar: Ohne attraktive legale Angebote wird die Botschaft der ACA vielleicht kurzzeitig Gehör, aber keine nachhaltige Umsetzung finden. Diese attraktiven legalen Angebote kann aber nicht die ACA schaffen – da sind die Publisher jeder für sich in der Pflicht. Ich denke, in meinem Verantwortungsbereich haben wir da mit dem vor einigen Tagen durchgeführten Relaunch von Anime on Demand einen großen Schritt nach vorn gemacht.
Was hat sich bei AoD für den User verbessert?
MW: Das renovierte AoD-Portal (Bild links) bietet unseren Nutzern ein ganzes Bündel an Verbesserungen. Den größten Mehrwert bringt sicher die komfortable Streaming-Option, die wir jetzt parallel zur bisherigen Download-Option anbieten. Wir haben die Usabilty deutlich verbessert. Man kann jetzt auf einer Page durch die Episoden einer Serie navigieren und mit einem Klick alle Episoden einer Serie in den Warenkorb legen. Wir werden mehr Titel von anderen Publishern bringen und noch enger mit Animexx kooperieren. So können Mitglieder von Animexx jetzt mit der Animexx-Währung (Gelt) auf AoD bezahlen. Wir haben die Zahl der Episoden im Abo-Pool deutlich erhöht und wieder ein Forum eingebunden.
Könnte es denn in Zukunft auch Animes ohne DVD-Auswertung exklusiv auf AoD geben?
MW: Das kann ich mir gut vorstellen, allerdings nur als Sub-Version, denn die hohen Kosten für eine Synchronisation werden wir auf absehbare Zeit nicht mit Einnahmen aus dem VoD-Geschäft einbringen können.
Welches Medium bevorzugen Sie persönlich, um Anime zu schauen, und gibt es besondere Genres, die Ihnen besonders gefallen?
MW: Ich schaue mir Animes fast ausschließlich auf dem Rechner im wmv- oder mp4-Format an. Von den Anime-Titeln, die ich bislang gesehen habe, finde ich vor allem solche gut, die interessante, stimmige Geschichten haben – das können tragische Geschichten wie in Die Ewigkeit, die du dir wünschst und Gunslinger Girl, lebenskluge Geschichten wie in Das Mädchen, das durch die Zeit sprang oder spannend-abenteuerliche Geschichten wie bei Appleseed und Code Geass sein. Ich bin darüber hinaus passionierter Krimi-Liebhaber und habe eine hohe Wertschätzung für intelligente Drehbücher, deshalb rangiert in meiner persönlichen Favoritenliste allerdings ein Titel mit weitem Abstand ganz oben: Death Note.
Herr Wache, vielen Dank für das Gespräch.
(C) Yana Toboso / SQUARE ENIX / Kuroshitsuji Project, MBS
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Kommentare
MfG ein MANGA/ANIME FAN
Wiederum denke ich vergisst der Herr, das es doch so ist, das Leute die sich Fansubbs anschauen doch auch schädlich sind für den Anime Markt in Deutschland. Ich meine wieviel Leute kaufen sich dann auch wirklich das was sie sich dort angeschaut haben? Man kann es nicht schön reden, doch anderseits muss man sagen schränken wir unseren eigenen Anime Horizont doch sehr ein, wenn man nur das schauen würde was in Deutschland veröffentlicht würde.
Das ganze ist ein sehr zwiespätliges Thema, gebe ich zu. Man brauch vielleicht kein Geheimnis daraus machen, das man selbst auch schon so Animes geschaut hat, auch ich. Aber meist aus der Premisse heraus, das man glaubt das Anime XY, niemals veröffentlicht wird.
Wie gesagt, schwieriges Thema, ich hoffe die Brainstorming-Konverenz werden gute Ergebnisse für Publisher und für uns die Kunden hervorbringen.
Hoffe das sehen noch viele andere so^^
Übersetzungen sind aber letztendlich Geschmackssache.
Gruß
Artemis
ACA
Die deutsche Synchro hat einen schlechten Ruf, ohne Frage, und die meisten Fans bevorzugen Untertitel (und alle könnten damit auch leben, man merkt es am Erfolg von Fansubs), daher würde ich mir wünschen, dass ich etwas greifbares mit guter Quali und ggf. Extras kaufen könnte, also DVDs, aber nicht für nie genutztes Material viel dazu bezahle, wie die Synchro.
So näher sich Fansubs und Publisher-Produktionen kommen (Preis und Leistungen), umso mehr sehe ich einen Erfolg für die Zukunft.
In dem Falle sind Einsparungen in der heutigen Geiz-Gesellschaft eine Notwendigkeit, die die Menge im "Preis*Menge"-Prinzip erhöht.
Auf der einen seite Idioten die glauben was gesagt wird und auf der anderen Kapitalisten die nur sorgen um ihr geld haben und wie sie wieder mehr bekommen und ohne viel aufwand, wenn man sich das ganze nur anschaut bleibt nur zu sagen Sie sind selber schuld
Wir leben im Kapitalismus und alles wird auf die armen kleinen Leute geschoben, weil man denen am besten irgendwelche Märchen erzählen kann. so nach dem Motto: "Wir sind Pleite weil es illegale Downloads gibt." Pleite gehen solche Firmen nur weil Die Konkurrenz zu stark ist oder die Konkurrenz 10 mal billiger produziert als die Nachbar Firma und die Firma natürlich unter druck steht: DVDS für 10 Euro und ein viel größeres Angebot von Medien jeglicher Art ,wären ohne weiters drin: Leider will keiner dafür Geld ausgeben. warum auch?! Was die große Masse nicht konsumiert wird nicht produziert bzw veröffentlicht ..So einfach ist das. Um die etwas kritischeren Leute die etwas hintefragen zu beruhigen, wird ein angeblicher Proffessor mit 40 Doktortiteln ausgesucht der die Meinung der Industrie "rein zufällig" mit 40 Studien beweisen kann.
Denken wir mal weiter. Studien werden mit einem ZIEL in Auftrag gegeben. Ein Publisher will sagen: "Unsere DVDS sind billig zu erschwingen und haben eine tolle Synchronisation"... so. Was passiert wohl,, (jetzt kommts!!) wenn eine Studie sagt: "Hey Chef das stimmt aber nicht so?!." Die unterlagen bzw die Kritiker verschwinden und es wird nur das genommen was der Firma in den Kram passt.. So sieht es nun mal leider aus. Freie Wissenschaft oder Meinung in der bzw für die Öffenlichkeit Die gibt es nicht mehr!! Illegale Downloads machen die großen Firmen nicht kaputt, sie nehmen nur etwas vom Profit weg. Und nun kann der arme Firmeninhaber seiner Frau nicht mehr einen 40 Karätigen , sondern nur noch einen 30 karätigen Ring zum Geburtstag schenken oder die bestellte Vila in Monaco hat leider Gottes nur 10 statt 12 Badezimmer. Darum geht es.. Und genau das wollen sich die Reichen nicht bieten lassen. Deswegen starten sie Lügen in Form von "Hetzkampagnien" und schieben es auf gewisse Schichten.. Das ist in der Politik so, in den Medien und im " Kampf gegen die bösen Internet Piraten genau so:
und die deutsche synchro finde ich machmal auch echt doof da frage ich mich echt ob die sich das überhaupt erstmal vorher angesehen haben
die sollten sich die serie ansehen genau auf die stimmen achten und dazu passende synchronsprecher auswählen und die sollten sich auch die originalfassung ansehen damit die überhaupt mal richtig die emotionen rüberbringen daran mangelts nämlich in der deutschen version immer
mein lieblings anime den es auch auf deutsch gibt und auch richtig gut gemacht wurde ist Code Geass
die haben sogar Lelouchs lache echt geil hinbekommen!
einfach gesagt selbst wen die dvd´s nur 1€ kosten würden , würde ich immer noch die fansubs bevorzugen da die qualität einfach um ein vielfaches besser ist .
rechtschreibfehler etc. könnt ihr behalten
Achja und ich behaupte, gerade die die hier rum meckern, wegen schlechter Synchro usw. selbst die würden die DVD's nicht kaufen, wenn sie eine gute Synchro hätten oder spott billig wären. Da Online anschaun immer noch günstiger ist. Beste Beispiel ist doch iPhone und iPod mit dem Jailbreak. Man kann sich schön Zeug laden ohne zu bezahlen und selbst wenn mal ein gutes Spiel 79cent kostet >:|
Und überhaupt, wenn euch eure Animes schon so gut mit Untertitel gefallen, dann importiert sie doch euch und schaut vorher nach ob sie nen Englischen Untertitel haben. Echtmal soviel dazu. Muss ja so sein, das man die japanische Synchro gut findet, wenn man hofft das die deutsche genauso gut sein soll.
Es ist im Leben immer ein geben und nehmen. Aber hier wollen anscheinend viele nur nehmen, statt was geben.

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